Ich habe keine Kräfte

Nach dem Albtraum von “Dead Space” habe ich jetzt wieder etwas Lockeres mir zum Spielen auf der PS3 gesucht: “Venetica” – allerdings muss ich zugeben, dass ich bisher ein wenig enttäuscht bin. Zwar habe ich jetzt kein episches Action-Spektakel wie bei “Castlevania: Lords of Shadow” erwartet, sondern tatsächlich das, was ich da vorfinde – ein Adventure mit Kampfeinlagen.

Insgesamt spielt es sich aber leider ein wenig hakelig. Die Steuerung ist sehr gewöhnungsbedürftig, die Schnelltastenbelegung ist entnervend, weil man doch häufiger die Waffe wechseln muss und die gerne dort hinlegen würde, aber dann fehlen einem die Plätze für die Skills. Auch sind die Laufwege teilweise doch recht arg und ereignislos. Das System zum Öffnen der Schlösser ist nett, aber nutzt sich dann auch nach einiger Zeit ab – und “Senso” ist auf Dauer eben doch nervig als Spielelement, wenn man es zu häufig hat. Der erste Bosskampf war auch eher langweilig und zu häufig dann das gleiche.

Auch wenn man sich entscheiden kann, ob man nun auf Rache aus ist oder doch eher auf der lichten Seite spielt oder sich neutral hält, man sich auch verschiedenen Gilden jeweils auf diesen Seiten anschließen kann, habe ich zumindest bisher noch keinerlei wirkliche Auswirkungen im Spiel für mich erlebt. Lediglich einmal eine Rüge des Richters und eine Geldstrafe, nachdem ich in ein Haus eingebrochen bin und dort Sachen mitgenommen habe, obwohl die Bewohner direkt vor meiner Nase standen.

Trotzdem gibt es auch die netten Aspekte des Spiels, denn die Welt ist tatsächlich nett, die Hintergrundsideen gefallen durchaus und Scarlett ist als Hauptcharakter auch in Ordnung – und das waren immerhin die Hauptgründe, waru mich mir das Spiel geholt hatte. Denn gerade Venedig ist einfach ein schönes Setting, durch die märchenhafte und fantasylastige Handlung und manchem mysteriösen Element passt das definitiv.

Es haut mich also nicht vom Hocker, ist aber auch kein Totalausfall. Ich hatte mir nur irgendwie mehr erhofft. Das Gesamtpaket stimmt einfach nicht und lässt mich so ein wenig hadern, ob ich das Spiel nun mag oder nicht. Schlecht ist es keineswegs, aber eben auch irgendwie nicht gut. Auch wenn ich gestehen muss, dass ich doch mehr reingezogen werde, je länger ich es spiele. Der Anfang hatte schon arge Probleme, mich zu halten.

Der Trailer sieht dann doch leider besser aus, als das, was ich im Spiel bisher so erlebt habe. Vielleicht ändert sich das noch. Aber nach knapp zehn Stunden fehlt das Gefühl, das der Trailer transportieren will bisher komplett – leider. Dabei gefällt mir die Grundidee und das Konzept an sich schon sehr.