Lost in series

Heute wäre eigentlich Ponytag, aber dann habe ich überlegt, was ich heute in dem Bereich schreiben sollte und dann fiel mir auf: Nein, ich muss nicht auf Zwang unbedingt was zu Ponies schreiben, wenn ich nicht will. Das ist nicht schlimm oder schlecht oder bedeutet, dass ich die Serie nicht mehr mag. Aber heute will ich einfach über etwas anderes schreiben, nämlich einmal wieder über “Fringe”. Kein Wunder eigentlich, denn am Wochenende schauen meine Frau und ich zur Zeit wieder die dritte Staffel.

Während ich letzte Woche durchaus wieder von der Serie angetan war nach einer kurzen Pause, aber dennoch so meine kleinen Problemchen mit einem Plot-Twist hatte, haben die beiden Folgen heute mich wirklich wieder extrem mitgerissen. Das war großartig!

Spoiler-Cut! 

Einmal eine super philosophische, aber auch romantische Folge, bei der der Plot wieder raffiniert lediglich das Charakterdrama unterstreicht und dann einmal wieder eine 80er-Jahre-Folge, die den Plot eigentlich überhaupt nicht voranbringt, aber die Charaktere weiter in Szene setzt und Sachen erklärt.

Warum hat Olivia Probleme, Leute an sich heranzulassen? Nur eine klitzekleine Szene in dem Tulpenfeld, ein winziger Moment und schon fügt sich alles zusammen, wenn Olivia zu Peter aus einem ganz real gefährlichen Grund sagt “Komm nicht näher” – das setzt sich auf Dauer natürlich bei dem kleinen Mädchen trotzdem im Verhalten fest. Warum kann Peter so gut Leute einschätzen und Leute in die Irre führen? Die Momente zwischen ihm und seiner Mutter – so charakterisierend! Wenn es ständig doch um ihn herum passiert, klar, dass der Junge diese Fähigkeit auf Dauer auch selbst entwickelt.

Das hat mir aber auch wieder gezeigt, dass diese Abrams-Serie auch nicht anders als “Lost” ist und gar nicht als Plot-Serie verstanden werden sollte, wenn man wirklich Spaß daran haben will. Auch wenn es einen Meta-Plot gibt, ähnlich wie bei “Akte X”, ist es doch eher wie “Lost”. Es geht nicht um den Plot, es geht um die Charaktere! Charakterdrama ist das, was die Serie antreibt, was wichtig ist, was die Serie ausmacht. Das macht die Serie für mich absolut großartig und nimmt mich mit, reißt mich mit und lässt mich immer auf die nächste Folge freuen. Diese beiden Folgen haben es mir wieder deutlich vor Augen geführt.

Abrams Serien schreiben keine Plots um ihrer selbst willen. Abrams  Serien arrangieren die Plots, vor denen dann die Charaktere zum Leben erwachen. Das war so in “Lost”, das ist auch so in “Fringe”.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.