Double Feature

Nachdem ich vor ein paar Tagen so begeistert vom “Avengers”-Trailer war, habe ich mir kurzerhand zwei weitere Origin-Stories von zwei der Superhelden dort bestellt und wir haben gestern und heute beide Filme geschaut: “Captain America” und “Thor”. Beides eigentlich eher nicht so meine Superhelden, weil ich die doch immer reichlich lahm und langweilig fand. Allerdings bin ich doch von beiden Filmen recht positiv überrascht.

Mir persönlich hat “Thor” verdammt gut gefallen sogar. Der hat mich ziemlich von Anfang an mitgerissen und hat ungeheuer viel Spaß gemacht. Das war gut umgesetzt und dem eigentlich recht langweiligen Charakter sehr viel Profil und Tiefe gegeben. Aber eigentlich kein Wunder, wenn Kenneth Brannagh und Michael Straczynsky ihre Finger drin hatten. Gerade bei Brannagh könnte ich wetten, dass der großen Einfluss auf die fast schon Shakespeare-Ausmaße der Bruder-Intrigen hatte.

“Thor” kann ich absolut uneingeschränkt empfehlen, wenn man Superheldenfilme mag. Der ist sehr kurzweilig, sehr bunt, sehr heroisch und mit einem mutigen Ende. Da passte insgesamt alles – ein tolles Gesamtpaket.

Sogar “Captain America” fand ich ganz nett – wenn auch bei weitem nicht so gut wie “Thor”. Er ist nicht so patriotisch wie ich befürchtet hatte, sondern kommentiert diesen Patriotismus sogar eigentlich recht heftig; auch wenn ich vermute, dass das viele gar nicht mitbekommen. Eigentlich ist es ihnen in dem Film gut gelungen, das nicht als eine Hymne auf Amerika zu machen, sondern einfach darauf, Gutes zu tun.

Nicht umsonst besteht die Mannschaft um den Captain nicht nur aus Amerikanern, sondern aus Engländern, Franzosen und anderen. Sogar die Deutschen sind mit ins Boot geholt, wenn man sich seinen “Mentor” ansieht. Sehr schön gelöst und auch auf eine schöne Grundformel gebracht, denn als Captain America gefragt wird, ob er Nazis umbringen will, antwortet er: “I don’t want to kill anyone. But I don’t like a bully – no matter where he is from.” (aus dem Gedächtnis frei zitiert)

Auch bei “Captain America” finde ich das Ende mutig. Da habe ich gut geschaut, möchte aber nicht wirklich spoilen. Ich bin gespannt,  ob da noch was draus gemacht wird oder ob das einfach ein gigantischer “dramatic hook” für den Charakter ist. Sowas in einem eigentlich so einem Unterhaltungsfilm finde ich gut und überraschend.

Beide Filme waren gute Unterhaltung für mich und haben mich noch heißer auf den “Avengers”-Film gemacht. Auch die Querverweise auf die anderen Filme, auf Tony Stark, auf Asgard, auf Hulk und Shield und überhaupt sind angenehm verstreut, nicht zu sehr mit dem Holzhammer, aber doch deutlich. Das kann wirklich eine verdammt schöne Ausgangsbasis für einen tollen “Avengers Assemble” sein. Ich freu mich drauf.

Diesmal verlinke ich keine Trailer zu beiden Filmen, denn ich finde beide Trailer nicht gelungen. Ich hoffe, euch hilft dieses persönliche Seh-Erfahrung von mir hier euch mehr als zwei Trailer, die einerseits eine leicht andere Geschichte vorgaukeln und andererseits ein paar schöne Überraschungen verderben.