The Lady of Ireland

Das Konzert war großartig! Zwar hatte ich das erwartet, aber ich war ein wenig zögerlich, ob ich meine Erwartungen nicht zu hoch ansiedele. Aber dem war nicht so. Der Abend war viel zu schnell zu Ende und ich war so häufig so beeindruckt. Nicht nur von Loreena McKennitt. Denn dass die eine einzigartige Stimme ist, ist bekannt. Auch finde ich sie einfach sympathisch, wie man immer wieder an den kleinen Anekdoten gemerkt hat, die sie zwischendurch erzählt; sicherlich sind manche davon geplant, aber es gab auch definitiv ein paar ungeplante Geschichten.

Beeindruckend waren aber auch die anderen Musiker, die sie dabei hatte. Das war ein kleines Grüppchen von fast zehn Leuten – “Orchester” kann man das schwer nennen. Wie Loreena auch selbst zwischendurch sagte, als sie jeden einzelnen davon vorstellte, das sind echt herausragende Musiker gesehen, was man vielen Liedern deutlich gesehen hat. Keiner von denen hat so richtig ins Publikum gespielt, sondern alle haben sich mehr oder weniger angesehen und das war so faszinierend, denen beim Musizieren zuzusehen, weil sie sich anscheinend auch gegenseitig in “Rage” musiziert haben. Man hat einfach gesehen, dass die mit Leib und Seele dort vorne stehen und in der Musik aufgehen. Das hat so mitgerissen…!

Klar, das lag auch den irischen und keltischen Musikeinflüssen, da die auch einen ganz eigenen Einfluss auf die Atmosphäre haben. Aber wenn Loreena McKennit ihr Akkordeon vorne wieder aufgesetzt hat, in der Mitte stand und im Takt sich bewegte und immer wieder den Anderen zunickte und die sich gegenseitig und die Cellistin mit ganzem Körper schon fast gespielt hat, da war es um mich geschehen und ich war wirklich einfach nur noch sprachlos.

Mehrfach an diesem Abend ist mir ein Schauer über den Rücken gelaufen, weil die Atmosphäre so hervorragend war, die Stücke so toll und es auch beeindruckend war, wie viele unterschiedliche Instrumente jeder da vorne spielte. Einer der Gitarristen wechselte sogar während eines Stücks mehrfach die Gitarre von einer E-Gitarre zu einer Laute und weiter. Das war allein vom Zusehen her schon unglaublich.

Leider wurde nicht eines meiner Lieblingsstücke, “Dante’s Prayer” gespielt – dafür aber nahezu alle anderen Stücke, die ich früher regelmäßig auf Repeat gehört habe. Dadurch konnte ich es verschmerzen. Aber auch die ganzen unbekannten Stücke waren toll. Ich kann wirklich nur sagen, dass sich die knapp 80 Euro für das Konzert so verdammt gelohnt haben, dass ich wirklich nur jedem empfehlen kann, wenn Loreena McKennitt in seine Nähe kommt: Kauft euch Karten! Wer diese Art von Musik mag, der wird einen wundervollen Abend erleben.

Bei diesem Video sieht man auch die Cellistin und den Geiger, die auch beide gestern dabei waren. Achtet mal auf die. Das ist so schön, denen zuzusehen, weil man echt das Gefühl hat, das macht denen einen so ungeheuren Spaß. Ich bin immer noch schwer beeindruckt und werde jetzt sicherlich in Zukunft wieder häufiger meine Loreena-McKennitt-MP3s rauskramen. Einfach toll.

Das… ist Musik!