Street War

Heute morgen bin ich guter Dinge ins Auto eingestiegen. Dazu sollte es gesagt sein, dass meine Zweitwohnung hier in einer kleinen Seitenstraße in einem Vorort liegt. Das bedeutet, dass hier wirklich wenig Verkehr ist. Mein Parkplatz ist in einem kleinen Hinterhof, in dem auch die Haustür zu finden ist – also nicht nach vorne zur Straße hinaus. Dieser kleine Hinterhof führt auf ein kleines Gässchen für mehrere Häuser und diese kleine Gasse führt auf die Seitenstraße, die dann auf die Hauptstraße führt. So weit, so gut.

Leider passiert es immer wieder, dass manche Leute sich denken: „Das kleine Gässchen? Da kommt ja sowieso keiner vorbei! Da kann ich mal parken.“ Und das machen die Herrschaften dann auch. Nahezu jeden Morgen muss ich mich zwischen einem Auto links und einem Auto rechts durchquälen und je nachdem, wie fair diese Leute geparkt haben, schwitze ich dabei mal mehr, mal weniger. Wirklich an die Anwohner denken diese Menschen aber nicht.

Was war heute morgen nun noch besonders? Zusätzlich zu dem viel zu eng geparkten Gässchen parkte ein Auto auf der Seitenstraße so, dass die Schnauze ziemlich viel Platz in der Gasse wegnahm. Das an sich wäre kein Problem direkt, denn dann muss ich nur ein wenig weiter ausholen. Aber zusätzlich parkte auch noch gegenüber in der Einfahrt ein Auto. Der Fahrer saß sogar noch drin! Dadurch wurde der benötigte Wendekreis noch enger als sowieso schon.

Mehr als einen blöden Blick vom Fahrer des Autos in der Einfahrt bekam ich jedoch nicht, als ich mit dem Lenkrad ruderte, vorsetzte, zurücksetzte und so weiter. Merken die Leute nicht, wenn sie andere Menschen einparken oder ihnen Probleme machen? Am Ende beschweren sie sich dann noch, wenn doch ein Kratzer reinkommt, nur weil sie die Gassen unverhältnismäßig verengen. Dieser Mensch hat sich nicht gerührt – kein bisschen.

Das ist ein Verhalten, das ich aber sowieso ständig auch auf Parkplätzen sehe. Ich denke, ihr kennt alle diese Autos, die eineinhalb Parkplätze beim Real einnehmen oder so dicht am Parkstreifen zum nächsten Parkplatz parken, dass man den eigentlich nicht nutzen kann, außer man will über die Beifahrerseite oder den Kofferraum ein- oder aussteigen.

Ist es so viel verlangt, einfach nochmal zurückzusetzen und neu einzuparken? Ist es so viel verlangt, einfach mal zu schauen, ob die anderen Parkplätze noch genug Platz haben? Gerade auf Supermarktparkplätzen ist das so lächerlich, wie eng da manchmal geparkt wird. Da macht sich offensichtlich der Fahrer keine Gedanken um seine Mitmenschen. Mag ja sein, dass man es mal eilig hat, aber – wie ich es schon einmal schrieb: zurücksetzen und besser einparken ist ein Vorgang, der maximal zwei Minuten in Anspruch nehmen dürfte, aber massiv Zeit und Nerven für die Mitmenschen spart.

Aber im Straßenverkehr sind alle Anderen wohl eher Gegner und keine gleichwertigen Teilnehmer für viele Leute. Schade.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.