Someday I’ll be living in a big old city

Ich bin großer Taylor-Swift-Fan mittlerweile. Mir ist bewusst, dass die gute Dame einen zwiespältigen Ruf hat, aber mich lässt diese Musik seit über einem Jahr einfach nicht mehr los. Wie das kam? Hier eine kleine Geschichte darüber, wie man merkt, dass man eigentlich schon immer von etwas begeistert war, aber es nicht wusste.

Eigentlich hatte es ganz unschuldig angefangen und zwar mit einer Parodie eines ihrer Lieder: “Twisted Air” von Plentakill. Ja, das ist ein League-of-Legends-Lied!

Mir kam das Lied bekannt vor, aber vor allen Dingen fand ich den Text so unglaublich schön und passend für Maokai. Sicherlich spielte auch eine Rolle, dass Maokai einer meiner meistgespielten Champions in LoL ist. Irgendwann interessierte mich, wie das Original klingt. Für gewöhnlich ist es ab diesem Moment egal, da das Original nicht mehr mit der Parodie mithalten kann. Unzählige Male hatte ich bis dahin “Twisted Air” gehört. Doch auch das Original “Love Story” von Taylor Swift war großartig und ich erkannte es wieder:

Das Video ist wirklich gelungen und als Amerikanist/Anglist faszinierte mich natürlich der Shakespeare-Bezug. Romeo & Juliet gehört zu einem meiner Lieblingsstücke und ich mochte die Herangehensweise und wie es auf Country-Pop umgesetzt wurde. Jetzt könnte man sich beschweren, dass dieses Lied die Handlung verfälscht, denn die Geschichte hat kein Happy End und der Text des Liedes entstellt einfach alles.

Nein! Für mich wird darüber noch mehr die Tragik der Originalgeschichte deutlich und auch wenn die Musik fröhlich ist, der Text optimistisch, liegt für mich da noch eine zweite Ebene darunter – die Erkenntnis, dass es nicht auf diese Weise passierte. Das frustriert mich sogar hin und wieder, wenn ich mir das Lied anhöre. Daher ist auch “Love Story” nicht unbedingt ein Gute-Laune-Lied. Für mich ist es ein ironischer Kommentar zu einer der tragischsten Liebesgeschichten aller Zeiten.

Ihr seht, dass ich ab diesem Zeitpunkt schon ziemlich gefangen war und alles passte. Doch es sollte noch besser kommen! Denn ich begann, in Taylow Swifts Liedern zu stöbern und fand plötzlich ein Lied: “Safe & Sound”:

Hunger Games! Ich liebe die Bücher, ich liebe die Filme, ich liebe dieses Lied. Ich weiß noch genau, wie exakt dieses Lied mich im Kino vollkommen bewegte zu den gerade gesehenen Bildern. Da wurde mir klar, dass ich die Musik Taylors schon immer mochte und mit vielen weiteren Liedern, die ich fand, erkannte ich, dass ich diese Lieder auch schon früher gehört hatte – und mochte.

Taylor Swift – viel Getratsche gibt es um sie. Viel Hass kann man in YouTube-Kommentaren und auch im Internet lesen. Doch ich kann diesen Hass nicht nachvollziehen. Durch und durch finde ich sie sympathisch, witzig und auf dem Boden geblieben. Das habe ich bemerkt bei ihren Besuchen in Ellens Show:

Da erkenne ich keine Arroganz, da erkenne ich eine sehr glaubwürdige Frau, die liebt, was sie macht. Sicherlich ist sie nicht die beste Tänzerin, sicherlich hat sie ihre Macken, aber ich mag das. Besonders ihre Selbstironie, die sie an den Tag legen kann. Gerade auf ihrem neuen Album 1989 beweist sie das in ihrem Video “Shake it Off”:

Wenn man sich die Kommentare unter dem Video ansieht, bekommt man das Gefühl, dass viele einfach nicht verstanden haben, was Taylor gemacht hat. Ja, sie wehrt sich gegen den Hass ihr gegenüber, aber ebenso macht sie sich über sich selbst auch lustig, denn sie überzeichnet ihre eigenen Schwächen. Im gleichen Moment vermittelt sie aber das Gefühl: “Ich bin ich und mache einfach weiter, denn ihr findet sowieso immer etwas.”

Eine ähnliche Botschaft gibt es auch in ihrem großartigen Lied “Mean”:

All das mag ich – und zwar sehr. Daher habe ich mich auch wie ein Schneekönig auf Taylors neues Album gefreut – und ich kann es kaum erwarten, nachher auf der Heimfahrt im Auto reinzuhören.

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