Where there’s a whip, there’s a way

Alle wollen in den neuen Hobbit-Film. Ich nicht. Mich interessiert er einfach nicht und ich gebe zu, dass mir abgeht, warum ich mir das ansehen sollte. Auch die letzten beiden Teile habe ich ignoriert. Was ich von den Hobbit-Filmen so höre ist durchaus widersprüchlich. Manche finden sie großartig und manche finden sie belanglos, manche sogar sind über einige Dinge verärgert. Mich juckt das alles aber so unglaublich wenig, dass ich gerade mal diesen Blog-Beitrag dazu schreibe, denn ich verstehe nicht, wie diese Filme so massiv in meinem Umfeld auftauchen.

Klar, als Rollenspieler bekommt man sie mit. Das ist klar. Es ist Tolkien. Doch schon allein, als ich hörte, dass der Hobbit verfilmt wird, habe ich mit den Augen gerollt. Dieses Buch fand ich einfach fürchterlich. Es ist langweilig geschrieben, die Geschichte finde ich belanglos und wenn ich Charakternamen höre, die mich an “Hanni & Nanni” erinnern und davon auch noch zwölf nahezu austauschbaren Zwergenfiguren gegeben werden, dann kann ich diesem Buch einfach nichts abgewinnen. Ich kann nachvollziehen, dass es für die Fantasy-Literatur vermutlich wichtig war, dass dieses Buch geschrieben wurde. Ich kann seinen historischen Wert anerkennen. Aber ich muss es nicht mögen und ich muss es auch – zum Glück – nicht mehr lesen.

Als ich hörte, dass Peter Jackson weggeht von der bisherigen Handlung, horchte ich auf. Das hätte dann durchaus interessant werden können. Doch dass es dann drei Teile werden sollten? Schon wieder? Nein, ohne mich. Bereits an diesem Punkt hatten mich diese Filme verloren, denn ich hatte einfach keine Lust und auch keine Zeit, mich über einen längeren Zeitraum wieder in eine solch langgestreckte Trilogie zu hocken. Beim Herr der Ringe hat mir das noch Spaß gemacht. Aber alles, was ich bisher vom Hobbit als Außenstehender mitbekommen habe, sieht für mich danach aus, dass nach Kochbuchrezept der Erfolg der Herr der Ringe-Filme reproduziert werden sollte. Das brauche ich nicht, denn das klingt für mich einfach reizlos und zu sehr Schema F.

Vermutlich gibt es Momente, die mir gefallen würden. Es soll wohl auch coole Charaktere geben. Vielleicht könnte ich sogar Spaß an den Filmen haben. Aber es gibt so viele andere Dinge da draußen, auf die ich viel, viel mehr Bock habe. Es gibt so viele andere Filme, die ich noch nicht gesehen habe, die nur einen Bruchteil so lang sind, und die mich weitaus mehr interessieren. Wieso sollte ich meine Zeit also für etwas verschwenden, das mich wirklich nicht kümmert.

“Aber du schreibst doch gerade diesen Blog-Beitrag! Also kümmert es dich doch, oder?” Ja, und nein. Es kümmert mich in soweit, dass ich einfach in meinem Umfeld nicht drumherum komme. Es kümmert mich soweit, dass ich natürlich mir ständig Unterhaltungen darüber anhören darf und im Internet kommt man auch nicht drumherum. Ebenso kümmert es mich, weil ich vollkommen fassungslos gefragt werde: “Was? Gerade du gehst nicht in den Hobbit?” – ja, gerade ich.

Ich liebe Halblinge, ich liebe Hobbits. Ich habe sie im P&P gespielt, ich habe sie im LARP gespielt. Ich habe da durchaus mehr als nur ein wenig Herzblut reingesteckt. Das ist schon eine Weile her, weil ich mich nun anderen Rollen zugewandt habe, aber trotzdem schlägt mein Herz immer noch für kleine Außenseiter, die einen Spagat zwischen Comic-Relief und epischer Dramatik machen und damit viele Momente heroisch aufwerten können. Solche Charaktere braucht es.

Aber genau da ist mein Problem: Mein Herz schlägt für diese Art von Charakteren – und meine Befürchtung ist, dass in diesen Filmen kein Herz ist. Natürlich spreche ich nur über Sachen, die ich indirekt mitbekommen habe. Aber ich habe jetzt schon so viel von so unterschiedlichen Personen gehört, dass ich denke, ein umfangreiches Bild zu haben. Und bei allem, was ich gehört habe, kam bei mir fast nie Neugier auf, diese Filme einmal zu schauen.

Ich brauche die Hobbit-Filme nicht und bei all den Kritiken, die ich so gelesen und gehört habe, frage ich mich, warum das unbedigt so ein Pflichtprogramm sein sollte. Herr der Ringe? Ja, kann ich verstehen. Aber ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass diese Filme in all dieser kolossalen Drei-Filme-Epik zu belanglos sind. Wenn es doch nur ein Film gewesen wäre! Einer! Dann wäre das vielleicht im Verhältnis gewesen. Aber drei? Müssen wir echt jeden Mist unnötig in die Länge ziehen?

Es ist okay, wenn eine Geschichte erzählt wird und das eben drei Teile braucht. Aber hier scheinen mir die drei Teile nicht der Geschichte geschuldet, sondern des Marketings und des Geldes wegen. Das ist, warum ihr mich in keinem Kinosaal zu den Hobbit-Filmen gesehen habt und nicht sehen werdet und warum ich mir vermutlich noch nicht einmal die DVDs (oder Blu-Rays) kaufen werde. Auf mich wirkt das alles zu herz- und seelenlos, als dass ich meine Zeit darauf verwenden wollte.

Bitte nicht falsch verstehen: Wer an den Hobbit-Filmen Spaß hat, der soll diesen auch weiterhin haben. Ich freue mich für ihn. Aber ich verstehe es so richtig gar nicht. Das muss ich allerdings auch nicht und es gibt viele andere Filme, bei denen ich das nicht verstehe. Auch das ist in Ordnung. Nur musste ich dem mir gegenüber gebrachten Unverständnis eigenes Unverständnis in anderer Hinsicht mal entgegensetzen. Es musste schlicht einmal raus.

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