Final Fantasy returns

Übrigens! Ich habe mittlerweile Final Fantasy XIII-3 – Lightning Returns zu Ende gespielt. Hui, das waren ca. 70 Spielstunden, die ich da reinversenkt habe. Allerdings gebe ich zu, dass ich zwischenzeitlich eher ein wenig genervt war. Hat mir das Spiel nicht gefallen? Doch! Es war ein schöner Abschluss und hat so viele schöne Elemente gehabt. Allerdings habe ich einen ganz gewaltigen Kritikpunkt an diesem Spiel: das Zeitlimit.

Weiter nach dem Spoiler-Cut!

In FF13-3 steht die Welt kurz vor ihrem Untergang. Wir wissen immerhin noch, dass FF13-2 dieses unglaublich großartige Ende mit Serahs Tod hatte und dass Serah und Noel nicht die Zukunft ändern konnten, aber durch ihre Handlungen sogar erst das Ende der Welt heraufbeschworen haben. Dieser Untergang passiert nicht direkt, sondern ist ein langsamer und siechender Vorgang.

Sieben Tage vor ihrem Untergang erwacht Lightning aus ihrem ewigen Schlaf in Valhalla und wird vom Gott Bhunivelze damit beauftragt, die Seelen der Menschen einzufangen. Denn auch er kann die Zerstörung der Welt nicht aufhalten. Aber Lightning soll so viele wie möglich retten, damit sie in jener Welt wieder leben können, die der gütige Gott Bhunivelze nach der Zerstörung der vorherigen Welt erschaffen wird.

Das führt zu diesem Zeitlimit. Das Problem ist: Ich liebe dieses Setting und ich mag die Prämisse sehr. Das ist eine wunderbare Geschichte. Vom Gameplay her ist es aber irgendwie Mist. Zumindest so, wie sie es umgesetzt haben. Dabei hat selbst das gute Ansätze. Denn ich mag es auch sehr, dass Lightning immer einmal wieder die Zeit anhalten kann. Auch mag ich dieses Gefühl der Eile, dass es eben alles sehr knapp ist. Das gibt schon eine gewisse Atmosphäre und ist wirklich schön.

Blöd ist jedoch, dass für mich das in Hektik und Stress ausartete. Ich habe nicht die Zeit, dieses Spiel mehrfach zu spielen und wenn ich einmal das Zeitlimit verhaue, noch einmal von vorne anzufangen. Ich will es also direkt beim ersten Durchgang schaffen. Das hatte zur Folge, dass ich mit dem Lösungsbuch da gesessen habe und mir vorher den perfekten Weg rausgesucht habe und immer versucht habe, alles möglichst ideal zu machen. Das kostete Zeit – sehr viel Zeit.

Außerdem fühlte ich mich beim Erkunden der Welt ungeheuer eingeschränkt. Ich laufe manchmal auch gerne einfach herum und schaue mich um. Das ist bei FF13-3 nur bedingt möglich gewesen. Denn stets hatte ich da diesen Zeitdruck im Nacken. Eigentlich ist das natürlich passend und realistisch. Aber es störte mich, um das Spiel wirklich befreit genießen zu können.

Also muss ich ein wenig relativieren, denn mein absoluter Kritikpunkt an dem Spiel ist etwas, das ich gar nicht einmal als “nur schlimm” ansehe. Ich bin zwiespältig ihm gegenüber. Vielleicht hätte ich mehr Spaß ohne das Zeitlimit gehabt. Aber ich verstehe, warum man es einbauen wollte und was für positive Effekte es für die Geschichte und auch für die Immersion hatte.

Trotz alledem hatte ich sehr viel Spaß an dem Spiel. Das Kampfsystem ist eines der besten aus allen bisherigen FF-Teilen, finde ich. Es ist durchaus strategisch und tief, aber auch dynamisch. Dafür ist es aber auch sehr hektisch. Aber mir hat diese Dynamik ungeheuer gefallen und sie hat für mich sehr gut zu Final Fantasy gepasst. Daumen hoch also hierfür.

Auch habe ich kein Problem mit Lightning. Ich kann sogar viel der Kritik an diesem Charakter nicht verstehen. Lightning ist nicht flach. Das ist ein sehr komplexer und spannender Charakter. Ich würde sogar sagen, sie gehört mit zu meinen Lieblingscharakteren aus allen FF-Teilen, eben weil sie so komplex ist – und außerdem mag ich einfach die “harte Schale, weicher Kern”-Charaktere.

Was nur bedingt schön war, war das Quest-System. Das war schon sehr MMORPGig. Das Problem hierbei war, dass einige der Geschichten aus den Quests wirklich toll und gut erzählt waren – nicht zuletzt durch die verdammt gute Synchronisation. Aber zu viele Geschichten waren einfach belanglos. Das führte dazu, dass ich gegen Ende eher quer gelesen habe und mir leider die Zeit zu viel war, der schönen Vertonung zu lauschen. Am Schluss wollte ich auch einfach nur fertig werden. Denn 70 Spielstunden? Uff, das ist mir eigentlich zu viel. Ich bereue sie allerdings auch nicht.

Insgesamt war das für mich ein schöner und guter Abschluss der FF13-Saga – und ich gehöre wohl zu den wenigen, die durchgängig Spaß mit jedem FF13-Teil hatten. Leider ist dieser Ableger von FF ein wenig verrufen und ich verstehe einfach nicht wieso. Ich mag die Welt sehr, ich mag die Geschichte und ich mag die Charaktere. Ich kann die Vorwürfe der Oberflächlichkeit und Austauschbarkeit der Charaktere nicht nachvollziehen. Für mich ist das sogar eines der besten FF-Ensembles, das nicht nur aus offensichtlichen Klischees besteht, sondern aus tatsächlichen Charakteren mit Stärken und Schwächen, mit Wünschen und Träumen, mit Ängsten und Verfehlungen. Das hat mir sehr gefallen.

Da freue ich mich doch auf FF-Type-0 und irgendwann hoffentlich FF15. Und einfach wunderschön war auch einmal wieder die Musik, die alles so schön eingefangen hat. Nun, da ich die Geschichte ganz kenne, läuft mir jedes Mal ein eiskaltes Schaudern den Rücken herab, wenn das entsprechende Lied von Charice dazu höre:

So schön!

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