Rückenschmerzen und ich

Ich weigere mich gegen die Vorstellung, dass ich alt werde. So fühle ich mich nicht. Mit einer Ausnahme: vor zwei Wochen, als ich beschloss „Die grüne Ampel bekommst du noch!“, losrannte und im gleichen Moment fast zusammensackte. Denn Rückenschmerzen fuhren durch mich durch und mir wurde ganz anders. Zum Glück konnte ich mich noch an einem Zaun festhalten, denn irgendein Rückenmuskel schmerzte ungemein.

„Die grüne Ampel schaffe ich noch!“ – ja, ja

Zunächst ging ich in die Knie und eine nette Frau mit Kinderwagen fragte mich, ob alles in Ordnung sei. Das war wirklich freundlich und hilfsbereit. In dem Moment dachte ich mir noch nicht viel dabei und versicherte ihr, dass alles in Ordnung sei und ich nur merkwürdige Rückenschmerzen hatte, aber fünf Minuten von zu Hause entfernt sei. Ein wenig skeptisch ging sie weiter, aber ich freute mich schon allein deswegen, dass es solche Menschen wirklich da draußen gibt. Danke.

Nach ein paar Minuten stemmte ich mich wieder hoch und schleppte mich voran. Ich spürte den Schmerz noch im Rücken und rief daher meine Frau an, damit die zumindest Bescheid wusste. Sie empfahl mir, ihren Arzt anzurufen (bei dem ich hier in München bisher noch nicht war) und das machte ich dann auch. Denn mit jedem weiteren Schritt wurde ich nervöser. Die Rückenschmerzen wurden nicht besser, nur schlimmer.

Verkürzter Muskel

Der Termin beim Arzt war kein Problem. Ich sollte direkt vorbeikommen und er erklärte mir das Problem, das ich nun natürlich sehr laienhaft und kurz wiedergebe. Es gibt einen Muskel, der dazu tendiert, sich zu verkürzen. Die Evolution hat ihn ein wenig geärgert im Laufe der Zeit. Dieser Muskel sitzt ungefähr an der Stelle, an der ich das Problem habe. Durch viel Sitzen, Bürotätigkeit, Autofahren, auf der Seite schlafen etc. ermöglicht man diesem Muskel, sich zu verkürzen und dann kommt es zu solchen Problemen.

Das klang für mich plausibel, denn immerhin habe ich 8 Jahre Dauerpendeln mit 2-stündigen-Autofahrten hinter mir – von dem Bürojob ganz zu schweigen. Als begeisterter Zocker, TV-Serien-Junkie und Schreiber sitze ich natürlich auch nicht gerade wenig. Das kann es also wirklich sein und ich war da sicherlich einfach zu bequem.

Jetzt heißt es: mehr für den Rücken machen!

Nach einer Spritze am gleichen Tag und einer weiteren Spritze am darauffolgenden Tag, um die die Reizung des Muskels zumindest vorübergehend zu beheben, ging es so langsam wieder. Doch auf Dauer hilft das nicht und eine Spritze sollte natürlich nicht ständig zum Einsatz kommen. Daher habe ich einige Übungen mitbekommen, die ich nun täglich machen soll – und mit denen ich angeblich nie wieder solche Rückenbeschwerden bekomme, wenn ich sie täglich mache.

Diese Übungen sind einmal für diesen bösen Muskel, damit der gedehnt wird, aber auch allgemein für die Wirbelsäule, um sie flexibel zu halten. Auch werde ich jetzt in Zukunft die Blackroll meiner Frau häufiger benutzen, denn auch das ist dafür gut. Ich vermute, das war einfach ein Weckruf meines Körpers, dass ich endlich einmal etwas machen soll und ich kann nur hoffen, dass das nicht zu spät war.

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