Attack of the killer spam

Beeindruckend! Da wollte ich gerade mal in der Kommentarfunktion von WordPress nachschauen, ob ein normaler Kommentar aus Versehen im Spam-Filter gelandet ist und was sehe ich da? Knapp 2000 Spam-Kommentare! Innerhalb von einer Woche.

Das ist erschreckend viel und deutlich mehr als ich nach einer Woche normalerweise wegwerfe – knapp zehnmal so viel. Falls also jemand einen Kommentar geschrieben hat und der nicht erschienen ist, dann ist er vermutlich leider in den 2000 Kommentaren mitversumpft. Denn da hatte ich natürlich wenig Lust, durch die knapp 200 Seiten durchzuscrollen.

Aber da waren einige Bots wirklich sehr fleißig. Sehr erschütternd und ich hoffe, dass das nun nicht ständig ist. Denn das könnte es sehr mühsam machen, im Spam-Filter nach falsch aussortierten Kommentaren zu suchen.

Lebenszeichen

Ja, ja, es war hier ruhig. Der November eben. Es läuft auch nicht wirklich gut dieses Jahr im NaNoWriMo für mich. Ich bin sehr, sehr unzufrieden, was aber einfach daran liegt, dass ich diesen Monat meinen Kopf nicht frei genug bekomme, um wirklich befreit schreiben zu können.

Das ging die letzten Jahre deutlich besser. Dennoch beiße ich mich durch, denn ich hänge zwar hinter meinem persönlichen Plan hinterher und bin unzufrieden mit dem bisher Geschriebenen, aber im Sinne des NaNoWriMos bin ich noch gut im Rennen. Daher kämpfe ich mich durch, ich liefere das ab und nächstes Jahr mache ich es fertig – oder überarbeite es. Das werden wir dann sehen.

Looking inside

Über die Facebook-Seite des NaNoWriMos habe ich einen großartigen Artikel gefunden: 10 Myths about introverts.

Noch am Anfang hatte ich überlegt: Gehöre ich da überhaupt dazu? Denn an sich würde ich mich nicht als eigenbrötlerisch bezeichnen. Während des Artikels ist mir aber aufgefallen, dass es genau darum geht: Introvertierte Menschen müssen nicht eigenbrötlerisch sein. Introvertierte Menschen macht etwas Anderes aus. Je mehr ich den Artikel las, desto mehr erkannte ich da Verhaltensweisen und Denkmuster von mir.

Das war ungeheuer spannend und auch befreiend, denn an sich hat das Wort “introvertiert” in unserer Gesellschaft einen so ungeheuer negativen Beigeschmack, dass man sich fast schämt, wenn man dazu gehört. Doch nach dem Artikel kann ich mit festerer Überzeugung sagen: Doch, ich gehöre wohl dazu. Denn genau die Mythen, die dort angesprochen werden, waren auch meine eigenen Vorurteile und die verzerren das Bild von introvertierten Menschen.

Abschließend fiel mir dann ein, dass ich beim Keirsey-Personality-Test schließlich auch zu den introvertierten Persönlichkeiten gehört habe – INFP. Es scheint also doch zu stimmen und es ist auch nichts Schlimmes daran. Ich muss zugeben, dass ich viele der angesprochenen Verhaltensweisen aus dem Artikel ungeheuer sympathisch finde und daher auch stolz bin, dass ich so vieles davon unterschreiben kann.

Being Human

Menschen sind komisch und ich verstehe nicht, wieso ich dennoch immer noch an das Gute im Menschen glaube. Beispiel gefällig? Auf einer RP-Plattform, auf der ich auch seit einiger Zeit bin, stellen sich neue Mitglieder immer mal wieder vor. Eine Dame dort hat berichtet, wie lange sie schon Computer und Videospiele zockt – und sogar heute noch ihr Atari 2600 da stehen hat.

Ganz stolz präsentierte sie ein Bild von ihrem Neffen und ihrem Mann, bei dem sie vor dem Fernseher sitzen und Atari spielen. Untertitelt wurde das Bild mit: “Kennt noch jemand das originale Donkey Kong?”

Ja, kannte bzw. kenne ich. Doch das war es nicht. Auf dem Bild war ziemlich eindeutig kein DK zu sehen, sondern Kangaroo – ein Spiel, das DK tatsächlich verdammt ähnlich ist, aber eben doch ein anderes Spiel. Nur dass es dort um Känguruhs geht und nicht um Affen. Außerdem fand ich Kangaroo ungleich schwerer als das alte DK. Wieso ich das wusste? Kangaroo war eines meiner Lieblingsspiele auf dem Atari 2600 – neben Solaris.

Ich war also verwirrt. Daher googlete ich, doch jede Google-Suche unterstrich eher meine Vermutung. Also begrüßte ich die Dame freundlich, erzählte ein wenig von meiner alten Videospielzeit und brachte ganz brav und ohne Anklage die Frage an, ob das auf dem Bild denn eigentlich nicht Kangaroo sei. Da dachte ich, ich wäre geschickt gewesen, das so freundlich und unverfänglich wie möglich zu verpacken, so dass man da auch noch einfach wieder raus kann.

Was passierte? “Nein, das ist Donkey Kong!” Äh, nein? Ist es nicht? Ziemlich sicher? Doch sollte ich da wirklich weitermachen? Wenn ich da jetzt wieder antworte und darauf beharre, im Recht zu sein, dann wird das nicht schön enden. Das wollte ich auch nicht. Dennoch wurmte es mich, wie man mit solcher Selbstsicherheit etwas behaupten kann, obwohl man mit der Nase drauf gestoßen wurde, dass es ziemlich sicher nicht stimmt. Sie hätte einfach nur mal kurz eine Minute oder so in die Recherche im Internet stecken müssen.

Doch vermutlich passte es nicht zu ihrer Selbstwahrnehmung davon, wie viel Ahnung sie von den alten Videospielen hat. Klar, sowas kann immer mal passieren und man kann sowas auch mal falsch in der Erinnerung haben. Aber, wenn ich das gesagt bekommen hätte, dann hätte ich doch wirklich mal ein wenig nachgeforscht und wäre rasch darauf gekommen, dass ich mich da doch getäuscht hatte.

Nicht sein kann, was nicht sein darf. Na gut, keinen Streit vom Zaun brechen, Strich drunter ziehen, leise seufzen und weiter im Text.

Die Erkenntnis der Macht

Zurzeit werde ich immer noch bei meinen Pendlerfahrten von meinen Jan-Tenner-MP3s gut unterhalten. Dabei ist mir aufgefallen: Laura ist tsundere! Also hatte ich doch schon auch sehr früh Kontakt mit diesem Charaktertypus. War mir gar nicht so bewusst und habe ich erst an ein paar Szenen gemerkt.

Mittlerweile bin ich übrigens beim “Schatz von Lurya” angekommen und ich bin doch ein wenig verwundert, dass die ganze Suche im Weltall nach dem Stein der Macht gar nicht so lange ist, wie ich sie in Erinnerung hatte. Als Kind kam mir das wie eine absolut epische und lange Reise vor. Wenn ich mir das aber so anschaue, dann sind das gerade mal sechs Folgen – hätte ich nie gedacht.

Möglicherweise ist meine Wahrnehmung da so anders, weil ich als Kind gefühlt Ewigkeiten auf die nächste Folge gewartet habe. Da ist ein Monat ja doch schon recht lange.

The Jamapi Code

Der Frau von DHL am Montag konnte ich einen netten Tipp geben – zumindest war sie überrascht, als sie die Antwort auf meine Sicherheitsfrage hörte. Die Frage war: “Was ist Ihr Lieblingsfilm?” Natürlich sage ich da jetzt nicht die Antwort, aber ihre Reaktion war: “So einen Film gibt es?” Daher erklärte ich es ihr.

Ich antworte grundsätzlich auf diese Sicherheitsfragen nicht vernünftig. Denn viel zu leicht könnte man sowas wie meinen Lieblingsfilm oder den Mädchennamen meiner Mutter oder sowas ergooglen. Da frage ich mich wirklich, wie man auf die Idee kommen kann, dass so etwas Sicherheit geben kann.

Irgendwie habe ich daher mal etwas gelesen, was mir vernünftig erschien und das ich seitdem so verwende. Das möchte ich nun weitergeben: Überlegt euch eine Standardantwort, die ihr euch gut merken könnt – das ist dann die Antwort auf alle eure Sicherheitsfragen.

Beispiel gefällig?

Was ist der zweite Name Ihres Vaters? – Nudelsalat.
Was ist Ihr Lieblingsfilm? – Nudelsalat.
Was ist Ihr Lieblingsschriftsteller? – Nudelsalat.
In welcher Straße haben sie als Kind gewohnt? – Nudelsalat.

Damit erspart man sich auch noch solche Sachen, dass man manchmal als Kind in zwei Straßen wohnte – oder nicht weiß, ob man nun “Straße” oder “Strasse” geschrieben hat. Oder ob man nun beim Lieblingsschriftsteller “Lovecraft” oder “H.P. Lovecraft” oder sonstwas getippt hat. Nudelsalat ist dann die Antwort auf alles – außer bei Essen.

Die Sicherheitsfrage wird somit zum zweiten Passwort. Nichts Anderes ist sie auch eigentlich. Nur dass die persönliche Grundstruktur der Sicherheitsfrage sie theoretisch viel unsicherer macht – denn die Antworten können in Zeiten von Facebook und Blogs viel zu einfach auch mal ergooglet werden. Ich möchte jedenfalls nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass ich nirgendwo hier im Blog meinen Lieblingsfilm auch genau so benannt habe.

Disclaimer: Die Antwort auf meine Sicherheitsfragen ist natürlich nicht Nudelsalat.

Der Telefonmann

Eben musste ich bei DHL anrufen, da ich intelligenterweise meine MTAN für die Packstation falsch eingegeben hatte und sie somit gesperrt war. Die Mitarbeiterin war ungeheuer nett und hilfsbereit – das klappt also wieder. Darüber will ich aber auch gar nicht schreiben, sondern über die Warteschleife!

Wer kommt bitteschön auf die Idee, in eine Warteschleife unter die Musik eine Männerstimme zu legen, die fragt: “Wo ist das Problem?” Denn das war eine fetzige Melodie, bei der immer mal wieder “bitte warten” gesagt wurde, aber dann gab es an einer Stelle so ein Sammelsurium von Stimmen in verschiedenen Sprachen, die wohl alle “Wo ist das Problem?” sagten – eine eben auf Deutsch.

Am Anfang dachte ich, ich wäre verbunden worden, aber es gäbe einen Fehler mit der Warteschleife. Später war ich immer nur irritiert und verunsichert. Können wir uns nicht darauf einigen, dass eine Warteschleife eine belanglose Melodie hat und von mir aus auch “Bitte warten, sie werden gleich verbunden” als gesprochenen Text, aber nicht mehr? Schon gar kein, “Wo ist das Problem”? Das ist nämlich verdammt irritierend!

Can’t stop the signal!

Angeregt durch eine Diskussion mit Thomas letztens und seinem neuerlichen Jubiläums-Beitrag auf seinem Blog sind bei mir auch ein paar Gedanken ins Rollen gekommen.

Letztens hatten wir es über Idealisten und Pessimisten und Zynismus. Währenddessen wurde mir klar, dass es wohl wirklich verschiedene Arten von Idealisten gibt und ich habe da wirklich Hochachtung vor den Idealisten, die weiterhin optimistisch bleiben können.

Ich denke, dass ich nicht zynisch bin – höchstens mittlerweile verbittert. Dennoch habe ich zum Glück nicht die Tendenz, dass ich gleich bei neuen Kinofilmen oder Spielen sage: “Das wird nix!” Sicherlich gibt es solche Momente auch, aber dann sage ich das nicht aus einer generellen Einstellung, sondern weil es Gründe dafür gibt, warum ich denke, dass dieses oder jenes nichts wird.

Als ich letztens mal wieder nach ein paar netten Merchandise-Artikeln gesucht habe, bin ich über Firefly-T-Shirts gestolpert und da wurde mir klar: An sich bin ich vermutlich ein Browncoat – durch und durch. Mag sein, dass ich Browncoat anders definiere als viele, doch für mich sind Browncoats Idealisten, die Kämpfe verloren haben, aber sich weigern aufzugeben.

Ein Browncoat mag vielleicht hier und dort nicht mehr den Optimismus und die Energie zeigen, die er in seiner Blütezeit hatte – bevor er den Kampf im Serenity Valley verlor. Aber dennoch scheint es immer wieder durch. Denn Browncoats glauben immer noch an die Ideale, für die sie kämpften – und immer noch kämpfen. Sie haben nur zu viele Schlachten verloren und leider auch zu bedeutende.

Das bedeutet nicht, dass ein Browncoat nicht kämpft. Das bedeutet nicht, dass er keine Ideale hat, für die er einsteht. Das bedeutet auch nicht, dass er unbedingt zynisch sein muss. Gut, Malcolm Reynolds in Firefly ist häufig zynisch. Aber ich denke, ihr versteht, worauf ich hinaus muss. Nicht jeder Browncoat muss ein Reynolds sein. Ich denke, Browncoat zu sein, ist mehr.

Ein Browncoat ist ein Idealist, der nicht aufgibt. Oder um es mit Joss Whedon zu sagen:

“Faith in humanity means believing absolutely in something with a huge amount of proof to the contrary – we are the true believers.” (Quelle: Joss Whedon on Humanism)

Doch da ereignet sich etwas Ungeheuerliches …

Ich habe es getan! Schon seit längerer Zeit liebäugele ich mit der kompletten Jan-Tenner-Sammlung als MP3 auf Amazon (Teil 1 / Teil 2). Das sind insgesamt 150 Euro und damit schon eine ganz schöne Stange Geld. Hinzu kommt, dass ich alle Folgen bereits als Kind auf Hörspielkassette gesammelt hatte – na gut, fast alle. “Mimo, der Rächer” ist die einzige Folge, die ich nicht kenne.

Jan Tenner ist eine unrealistische und hanebüchene Sci-Fi-Serie, die in den 80er Jahren als Hörspielkassette rausgekommen ist. Alles dreht sich um den namensgebenden Titelhelden Jan Tenner, einen Physik-Student, der im fiktiven Westland um das Überleben der Menschheit kämpft. Denn wir sind nicht allein im Weltraum und es gibt nicht nur viel Gefahr von Außerirdischen, auch menschliche Experimente oder Katastrophen müssen abgewehrt werden.

Dabei hilft ihm besonders der geniale Wissenschaftler Professor Futura, der alles mögliche an wahnwitzigen Erfindungen bastelt – und außerdem auch einen extrem überraschend trockenen Humor hat, der mir als Kind irgendwie vollkommen entgangen ist. Bei diesen Erfindungen sind ein Serum, das Menschen in Tiere verwandelt, oder Menschen fliegen lässt und solche Dinge. Darüber funktionieren viele Plots der Serie.

Natürlich gibt es noch andere Charaktere, wie die beiden Assistentinnen Tanja (nur die ersten drei Folgen) und Laura oder der mürrische General Forbett. Aber auch der große Widersacher und Hauptbösewicht der ganzen Serie Zweistein – na gut, später kommen noch andere Gegner hinzu, aber ich denke, Zweistein ist wirklich der herausragenste Gegner der ganzen Serie.

Wie man schon allein an den Namen merkt: Jan Tenner ist kein Literaturnobelpreis. Jan Tenner war einer meiner großen Kindheitshelden. Während andere sich mit dem manchmal übertrieben pseudo-wissenschaftlichen Perry Rhodan rumgeschlagen haben, nahm ich dann doch lieber die Philologen-Variante mit weniger Pseudo-Wissenschaft und dafür mehr C-Movie und Trash-Flair. Sogar als Kind hatte ich da einen guten Geschmack.

Jan Tenner ist Trash – aber sehr unterhaltsamer Trash, wie ich als Kind fand und auch als Erwachsener kann ich sehr viel Spaß damit haben, wie ich gemerkt habe. Denn vor etwa einem Jahr habe ich schon einmal ein paar Folgen mir geleistet. Jetzt gibt es seit einiger Zeit eine Sammlung aller Folgen – sogar mit “Mimo, der Rächer”! Diese Folge kam leider lange, nachdem ich immer wieder verzweifelt als kleines Kind in den Läden auf neue Folgen wartete.

Der Spaß war mir dann doch das Geld wert. Jan Tenner ist Kult – zumindest für mich. Was habe ich einen Spaß derzeit auf der Autobahn mit diesem Rerun, den ich mir jetzt gegönnt habe! Einfach großartig!