Erinnert sich noch jemand an… Mail Order Monsters?

Bei diesem Spiel würde es mich fast schon wundern, wenn es noch jemand kennt, aber wieso nicht einmal probieren? Bei dem Spiel handelte es sich um ein Bastel- und Kampfspiel. Das Grundprinzip ist simpel: Hier hast du deinen Baukasten mit unterschiedlichen Eigenschaften und Grundtypen an Monstern – bastel dir was Nettes draus und haue alle anderen Monster platt! Fühlte sich für mich damals wie ungeahnte Freiheit an!

Alles drehte sich darum, ein Monster mit unterschiedlichen Fähigkeiten zu basteln und es dann in den Kampf gegen andere Monster zu schicken. Die Kämpfe selbst liefen wie beim Klassiker “Archon” ab, aber die unterschiedlichen Möglichkeiten zum Erschaffen der Monster waren großartig!

Da konnte man schnelle, ausdauernde Monster bauen oder auf Nahkampf alles setzen oder einen Fernkämpfer machen. Wenn ich mich richtig erinnere, waren da auch so Möglichkeiten wie Lähmungen und ähnliches dabei. An die ganzen unterschiedlichen Spielmöglichkeiten konnte ich mich gar nicht erinnern, aber habe sie in dem Longplay gesehen und da war doch so einiges möglich!

Die Musik war fürchterlich, die Sounds ebenso, aber trotzdem habe ich das Spiel geliebt und stundenlang gespielt, auch wenn ich dank meiner damals noch fast nicht vorhandenen Englischkenntnisse kaum etwas davon verstanden habe. Was mich aber wieder einmal daran erinnert, wie viel Englisch ich doch durch das frühe Computerspielen gelernt habe.

Erinnert sich noch jemand an… Black Lamp?

Die “Erinnert sich noch jemand an…”-Sektion schreibt sich manchmal von allein und ich könnte Beitrag um Beitrag täglich hintereinander setzen. Wieso ich das nicht mache? Ich finde es schöner, immer mal wieder zwischendurch diese kleinen Nostalgie-Flashs zu haben und will auch nicht, dass diese Reihe sich abnutzt. Dafür gefällt es mir zu sehr, in meinen Erinnerungen über vergangene Computerspiele zu schwelgen.

Wie ich darauf jetzt komme? Als ich letztens von “Druid 2: Enlightenment” schrieb hatte ich wieder Bilder im Kopf von einem anderen Spiel, dessen Namen ich einfach vergessen hatte. Ich kam nicht mehr darauf und steuerte von dort zu anderen Titeln – unter anderem “Cauldron”, weil ich nach “Black Cauldron” suchte. “Cauldron” war auch super, aber dazu in einem anderen Beitrag mehr… ihr merkt, ich könnte schon wieder mich in unzähligen Beiträgen dabei verlieren.

Welches Spiel ich aber meinte? Ich wusste nur noch, dass man einen Hofnarren spielte, es um irgendwelche bunten Lampen ging, Drachen auftauchten und ich es verdammt schwierig fand. Aber es war Fantasy und ein Hofnarr als Held! Und Drachen – natürlich Drachen! Keine Ahnung, wie ich dann doch auf den Titel kam, aber er hatte nichts mit “Cauldron” zu tun, sondern natürlich mit den Lampen: “Black Lamp”.

Es war ein recht simpler Jump&Run-Sidescroller, bei dem man immer wieder von ganz unterschiedlichen Gegnern angegriffen wird, die ich damals alle sehr einzigartig fand. Ich glaube, es war für mich eines der ersten Spiele, bei denen unterschiedliche Gegner wirklich unterschiedliche Dinge machten und auch auf andere Weise bekämpft werden mussten. Meine Erinnerung ist wirklich nur sehr schwammig, aber man musste irgendwie an diese bunten Lampen gelangen und von jeder Farbe eine Lampe bekommen, die häufig (wenn nicht sogar immer) von Drachen beschützt wurden.

Was habe ich Stunden bei diesem Spiel verbracht und habe gegen meinen sinkenden Health-Balken gekämpft, doch das half mir häufig nichts. Entweder ich war so schlecht damals oder das Spiel so schwer. Im Nachhinein wirkt es durchaus einfach, aber damals habe ich selten mehr als ein paar Lampen überlebt – von den Drachen gar nicht zu reden. Aber wie mir scheint, hätte man die sowieso besser umgehen sollen, wenn ich mir das Longplay so ansehe. Ich habe sie immer angegriffen – und versucht zu besiegen. Ja, auch damals war ich schon ein naiver Krieger des Lichts, der sich vor keinem Kampf scheut.

Die Musik habe ich immer noch im Kopf, leider habe ich kein vernünftiges Video zur C64-Version gefunden, sondern nur die ungleich buntere Version des Amigas und Ataris. Schade eigentlich, denn irgendwie habe ich es nicht ganz so knallig bunt in Erinnerung. Daher gibt es nur das schöne Cover und die großartige Musik dazu. Wer sich das Spiel genauer ansehen will, der wird auf YouTube bei den weiterführenden Videos sicherlich fündig.

Wie so häufig bei “Erinnert sich noch jemand an…” bin ich darüber erstaunt, was für schöne Melodien mit diesen wirklich begrenzten Möglichkeiten gezaubert wurden, die noch Jahre danach bei mir im Ohr hängen. Normalerweise kommt dann natürlich als erstes “Turrican”, aber gerade von meinen Lieblingsspielen von damals bekomme ich die Musik kaum aus dem Ohr, wie hier bei “Black Lamp”:

Ich fand es damals einfach toll, dass mal ein Anti-Held ein Held war – auch eines der ersten Spiele für mich, bei denen das so war. Ein Hofnarr! Ha!

Erinnert sich noch jemand an…. Druid 2: Enlightenment?

Ich erinnere mich noch gut an den ersten Teil von “Druid” auf dem C64: Ich fand es als Kind zu schwer und zu gruselig.  Von überall strömten Monster auf mich zu und ich hatte nur begrenztes  Mana und bin einfach nicht hinterher gekommen. Das Spiel war im Prinzip immer ein Wettrennen gegen meine Trefferpunkte. Wobei das auch größtenteils daran lag, dass ich als Kind die ganzen Zauber nicht verstand und auch nicht wirklich haushalten konnte.

Wie ich dann aber darauf gekommen war, mir “Druid 2: Enlightenment” zuzulegen? Keine Ahnung, aber ich erinnere mich noch, wie ich stolz wie Oskar im Auto bei meinen Eltern gesessen habe und die Packung in den Händen hielt. Außerdem fand ich das Handbuch toll – war es bestimmt nicht, aber ich mochte die Geschichte vom Anfang mit dem Untoten. Das ist alles so verschwommen in meiner Erinnerung, dass ich das leider wirklich nicht genauer erklären kann.

Der zweite Teil war auch nicht wirklich anders wie der erste. Nur die Level waren irgendwie komplexer und außerdem hatte ich endlich eine Anleitung! Damit war es mir möglich, das Spiel endlich zu verstehen und ich bin in dem Spiel versumpft.

Man steuerte einen alten Druiden, der gegen urböse Mächte kämpft, die das Land korrumpiert und verändert haben. Aber fragt mich nicht mehr, wieso und überhaupt. Das Spiel war eigentlich eine Weiterentwicklung des damals schon eher alten “Gauntlet”-Klassikers, auf dem so viele andere Spiele später aufbauten.

“Gauntlet” habe ich immer gehasst, weil man es noch viel schwieriger in dem Wettrennen gegen seinen Health-Balken hatte. In “Druid 2” ging das einigermaßen und zwar habe ich auch “Gauntlet” ewig gespielt, aber bei “Druid 2” passte einfach so viel mehr für mich zusammen.

Grundsetting also: Land verloren, man selbst ist der magische Held, der alles wieder bereinigen kann. Und ich habe es geschafft! Ich glaube, “Druid 2” war eines der ersten Spiele, die ich ohne Trainer damals geschafft habe – und auch ohne Komplettlösung.

Ich kämpfte mich also durch die verschiedenen Level, befriedete die verschiedenen Element-Ebenen und zerstörte diese komischen… Dämonenschädeldinger, die das Urböse darstellten. Ganz allein… ich! Daran könnt ihr sehen, wie sehr ich mich in dieses Spiel verbissen hatte.

Ich glaube sogar, dass dieses Spiel ein wenig aufgepeppt auch heute noch gut funktionieren würde und an sich unterscheidet es sich jetzt auch nicht ganz so sehr von modernen Hack&Slay-Adventures wie “Castlevania: Lords of Shadow”. Vielleicht hat sich da auch damals einfach schon meine Vorliebe für dieses Genre gezeigt.

Zuerst spielte ich es auf dem C64, aber dann gab es auch noch eine Amiga-Version, an die ich mich noch gut erinnern konnte. Was für ein Unterschied das doch in der Grafik war! Es spielte sich auch vollkommen anders. Was für ein tolles Spiel!

Ich erinnere mich noch als ob es gestern wäre an das Intro: Man sah das Bild des Druiden, der gerade irgendeinen Strahl ins Bild feuert, eine Hand hoch erhoben und dann ertönte eine Computerstimme: “Enlightenment!” – und die Retromusik ging los. Ich liebte diese Musik…

Merkwürdigerweise habe ich diesen Anfang bei YouTube nicht mehr gefunden, sondern nur diesen hier und da fehlt die Computerstimme aus meinen Kindheitserinnerungen – unglaublich!

Erinnert sich noch jemand an… Nebulus?

Was war das für ein großartiges Puzzle-Spiel! Prinzip eigentlich recht simpel: Die Level bestehen aus einzelnen Türmen, die erklommen werden müssen, damit man sie innerhalb eines Zeitlimits zerstört und zwischendrin gab es immer einen Bonuslevel mit einem U-Boot. Warum man die Türme zerstören musste? Keine Ahnung.

Der Bonuslevel erinnert mich übrigens daran, dass es sowas heute irgendwie kaum noch gibt, oder? Ich habe lange keinen “Mario Brothers”-Titel mehr gespielt, aber dort gab es sowas ja ständig. Findet man die wenigstens dort noch? Denn die restlichen Computerspiele von heute scheinen keine Bonuslevel mehr zu kennen.

Man findet sowas hin und wieder vielleicht noch ansatzweise, aber nicht mehr diese reinen: “Ich hatte eben eine verdammt schwierige Sequenz und jetzt bekomme ich einen ganzen Level, in dem die einzige Schwierigkeit ist, gar nicht so viel Zeit zu haben, wie viel Bonuspunkte ich hier bekommen könnte.” Jedenfalls habe ich so etwas schon lange nicht mehr gesehen.

Der Puzzle-Teil des Spiels war, dass es einerseits unterschiedliche Plattformen gab, die einen haben herunterfallen lassen, hoch transportiert haben, einen haben schlittern lassen und so weiter. Auch gab es Monster, die einen heruntergeworfen haben, wenn man sie berührte – allerdings gehörte das sogar manchmal zum Rätsel dazu, da man nur so auf manche Vorsprünge gekommen ist.

Dabei drehte sich der Turm ständig und hat sogar auf dem C64 sowas ähnliches wie 3D simuliert. Ein wenig erinnert es mich jetzt im Nachhinein an Rubiks Würfel, da man zumindest auch hier räumliches Vorstellungsvermögen brauchte, um sich nicht hoffnungslos auf den Türmen zu verlaufen.

Es ein recht simples, aber ebenso geniales Spiel, an dem ich früher wirklich Stunden verbracht habe und manche Türme einfach nicht geschafft hatte. Ein recht anspruchsvolles Plattform-Puzzle-Spiel von damals “vor’m Kriesch”.

Erinnert sich noch jemand an… M.U.L.E.?

Das war ein Spiel! Stunden konnte ich da vor dem Rechner verbringen! Was war das? Ein paar Außerirdischen kolonisieren einen unbewohnten Planeten und bauen dort Rohstoffe ab. Dabei hat man zwar gegeneinander gespielt, aber konnte den Anderen nicht direkt schaden. Man kämpfte in erster Linie gegen die unwirtlichen Umstände. Im Prinzip war es wieder “die Siedler” – nur im All und deutlich früher als Brettspiel.

Aber zuerst musste man sich Land erkämpfen. Dabei ging so ein Quadrat über den Bildschirm und man konnte sich sein Land aussuchen – aber manchmal (ich weiß schon gar nicht mehr, wann) konnten die anderen Spieler mitbieten und dann konnte so ein Quadrat Land schon äußerst teuer werden. Auf diesem Land konnte man dann farmen und zwar in unterschiedlichen Sachen: Bergbau, Essen und… noch irgendwelche Sachen, die ich nicht mehr weiß.

Zwischendurch gab es dann immer mal Handelsaktionen, bei denen jeder seine Rohstoffe an den Mann bringen konnte. Das war so gelöst, dass man mit seiner Figur solange laufen musste, wie hoch der Preis sein sollte oder wie viel man bereit war, auszugeben. Leider wird da meine Erinnerung schon wieder sehr schwammig, aber man konnte manchmal ziemliche Schnäppchen machen und manchmal waren das absolute Preisschlachten. Dann gab es immer mal wieder Meteoriten, die auf die eigenen Farmen gefallen sind, gemeingefährliche Organismen, die einem alles weggefressen haben, oder der Planet wurde von Piraten überfallen.

Den Namen des Spiels gab ein Arbeitstier, das man auf seinen Farmen brauchte und das man auch immer wieder kaufen und entsprechend ausbilden musste, um sein Land zu bestellen. Auch hier kann ich mich nur noch dunkel an irgendwelchen Höhlen erinnern, in denen auch irgendwelche M.U.L.E.s (oder irgendwas anderes?) waren, die einem einen Bonus gegeben haben.

Es ging bei dem Spiel darum, dass man so viele Punkte wie möglich bei der Kolonisation sammeln musste. Nach zwölf Monaten kommt dann das Mutterschiff wieder und sammelt eine ein. Wer zu diesem Zeitpunkt an Platz 1 der Rangliste steht, hat gewonnen.

Man konnte sogar mit mehreren Spielern spielen, dann waren die anderen Außerirdischen nicht vom Computer gesteuert, sondern natürlich von den Mitspielern. Das hat mir auch immer wieder viel Freude gemacht mit Freunden. Sowieso habe ich solche Sessions geliebt, wenn ich mit meinen Kumpels sowas gemeinsam zocken konnte.

Aber das war eines meiner absoluten Lieblingsspiele früher auf dem C64. Schon allein die Musik war so grandios! Meiner Ansicht nach ein gerne vergessener Spieleklassiker. Aber schaut euch das Longplay gleich einfach einmal an und vielleicht erinnert sich auch der ein oder andere an dieses wirklich tolle Spiel:

Erinnert sich noch jemand an… Archon?

Ich bin Schachspieler, wie manche sich vielleicht erinnern können – oder war es. Von aktivem Schach kann man bei mir (leider) seit Jahren nicht mehr reden. Eines meiner Lieblingsspiele früher auf dem C64 war aber, und das dürfte nach dieser Einleitung nicht überraschen, “Archon” – eine Art Schachspiel, bei dem man Fantasyfiguren über ein Brett zieht und wenn sie sich gegenseitig schlagen würden, wird das als richtiger Kampf ausgetragen, den man verlieren oder gewinnen kann.

Ein tolles Spiel! Ich konnte mich da echt stundenlang drin verlieren. Jede der Figuren hatte eigene Angriffe und war gegen manche der anderen Figuren besser oder schlechter. Gewinnen konnte man aber auch mit einem simplen Goblin gegen den gegnerischen Zauberer. Der Basilisk hat beispielsweise bei jedem Treffer den Gegner verlangsamt, der Golem war langsam, aber hat viel Schaden gemacht und so weiter.

Ziel war es, entweder alle gegnerischen Figuren zu zerstören oder alle “Machtpunkte” auf dem Spielbrett zu besetzen. Dazu konnte man auch noch spezielle Zauber benutzen, solange der eigene Zauberer auf dem Spielfeld war. Diese Zauber reichten von Teleport, über Tauschen der Kreaturen und Heilung bis hin zum Beschwören von Elementaren.

Es gab später mal einen Remake des Spiels, der mir auch sehr gut gefallen hat und sogar noch mehr ins Spiel eingebaut hat. Ebenso gab es auch noch “Archon 2”, das andere Kreaturen, ein anderes Spielfeld und andere Mechanismen hatte, meiner Ansicht nach auch deutlich schwerer, aber dennoch toll war. Zu “Archon 3” hingegen habe ich nie den Zugang gefunden. Schade eigentlich.

Bei all den Spiele-Remakes der letzten Jahre wäre es doch toll, mal eine neue Archon-Variante auf aktuellen PCs oder Konsolen zu sehen, oder nicht? Ich würde mir das jedenfalls direkt kaufen!

Edit: Ich weiß noch sehr gut auf einem LARP, bei dem irgendwann einfach die ultimative OOC-Blase zuschlug und wir im Kaminraum munter quatschend allesamt saßen und wir mit unserem guten Kumpel Christian (ja, der von der Sindarin.de) rumalberten und Geräusche erraten mussten. In “Archon 2” gab es diesen Juggernaut – oder Buggy, wie ich ihn immer nannte: Sah aus wie ein Auto und brummte immer während des Fahrens und wenn man angriff, brummte es höher. Christian konnte diesen Ton perfekt nachmachen, sowohl das normale Fahren als auch den Angriff. Wir haben auf dem Boden gelegen vor Lachen. Selbst da hat sich also Archon in mein Leben gebrannt.

Erinnert sich noch jemand an… Ultima 4?

Letztens hatten wir es noch in den Kommentaren zu “Zak McKracken” von Ultima 4 und schon bekomme ich von jemandem genau dieses Spiel im Browser spielbar verlinkt. Das sind die Momente, in denen man schwerlich an Zufall glauben kann.

Ultima 4 – Quest of the Avatar (im Browser)

Ultima 4 ist für mich eines der besten Computer-Rollenspiele, die jemals geschrieben wurden. Nicht, weil es so toll ist – das auch. Aber bereits Ultima 5 ist einfach deutlich besser, komplexer und hat mich mehr in seinen Bann gezogen, denn das habe ich (fast) durch gespielt, Ultima 4 noch nicht einmal ansatzweise.

Wie komme ich dann zu dieser Aussage, dass ausgerechnet ein Spiel, das ich nicht durchgespielt habe, eines der besten Computerspiele war? Es hat meinen Horizont erweitert und mich bis heute in meinem Denken über Rollenspiele beeinflusst, hat mich bis heute für Charakterideen und Hintergründe inspiriert und es war damals auch bahnbrechend.

Zumindest kenne ich kein Computer-Rollenspiel aus der damaligen Zeit, in dem es keinen Erzbösewicht gab. Worum drehte es sich? Britannia ist am Abgrund. Zwar konnten die drei Erzbösewichte (aus den vorherigen Teilen) besiegt werden und Sosaria unter dem großen Lord British vereint werden, doch das langt nicht. Denn dem Volk fehlt etwas – Tugend. Daher ergeht ein Aufruf von Lord British hinaus in die Welt: Wer dort draußen kann ein leuchtendes Vorbild für das Volk des neuen Britannias sein?

Man selbst kommt auf mysteriöse Weise aus dieser realen Welt in die Welt von Britannia durch ein Mondportal und folgt diesem Ruf. In der Folge muss man der Avatar der Tugend werden, ein leuchtendes Vorbild in: Honesty, Compassion, Valor, Courage, Justice, Honor, Sacrifice, Spirituality und Humility – den acht Tugenden Britanniens, die von den Grundprinzipien Truth, Love and Courage vereint werden.

Das Ziel ist es also nicht, irgendeinen bösen Schurken zu besiegen, sondern Erleuchtung zu erlangen. Das gab es bis zum damaligen Zeitpunkt noch nicht und war ungeheuer neu für mich. Ganz davon abgesehen, dass ich das Tugendsystem sowohl im Spiel als wunderschöne und komplexe Idee empfinde, es ist auch etwas, das meine reale moralische Einstellung stark beeinflusst hat. Denn das sind tatsächlich alles Werte, nach denen man streben sollte.

Das klingt zunächst nicht komplex? Ist es aber, wenn man genauer darüber nachdenkt, denn wie man beim Spielen von Ultima sehr schnell mitbekommt, ist es sehr schwer, wirklich alle Tugenden im Gleichgewicht zu halten. Gerade Spirituality und Humility können sich sehr schnell gegenseitig ausschließen, wenn man nicht aufpasst. Der wahre Avatar kann dies aber natürlich vereinen.

Auch bei der Charaktererschaffung mit den Tarot-Karten merkt man dies schnell, denn bei der bekam man eine Situation gesagt und man musste sich entscheiden, für welche Tugend man sich entscheidet und man konnte nie allen folgen. Damit bestimmte man seine Anfangsklasse und auch seine Anfangswerte, je nachdem, welche Tugend bei einem am höchsten war. Auch diese Charaktererschaffung hat mich damals ungeheuer begeistert und inspiriert und ich habe immer wieder gerne einfach nur diese Fragen beantwortet. Schaut es euch einfach mal über das Ultima 4 im oben verlinkten Browser-Spiel an.

Die anfänglichen Teile waren recht einfach gestrickt, so dass man sich zwar mit den NSCs unterhalten konnte, allerdings brauchte man nie ganze Sätze zu tippen – auch wenn man es konnte. Der NSC suchte immer nach Schlüsselwörtern, auf die er dann antwortete, wie “Job”, “Name” oder das berüchtigte “Join”, mit dem man dann seine Gruppe aus tapferen Helden aufstellen konnte.

Ich habe lange Zeit auf UO-Freeshards Rollenspiel betrieben und zwar haben die alle in ihren eigenen Welten gespielt, aber dennoch war der Hintergrund meist auf diesen Tugenden aufgebaut, wodurch ich noch tiefer in die Materie einsteigen konnte. Außerdem kann man über alle weiteren Ultima-Teile nach dem vierten erkennen, wie tief dieses Thema geht, denn mit jedem Teil gibt es neue Aspekte, die die Diskussion darum bereichern.

Seit dem vierten Teil dreht sich nämlich alles in Ultima um den Avatar und die Tugenden. Eine großartige Saga über Moral und daher mein persönlicher Rollenspielfavorit – ich sehen mich sogar immer noch nach einem Ultima Online 2, auch wenn ich befürchte, dass nie wieder die Rollenspielerdichte von damals geschehen kann, denn dazu haben sich alle Rollenspieler seither zu sehr auf die verschiedenen Spieleplattformen verteilt.

Ultima 4 war der Grundstein, auf dem alle späteren, natürlich besseren Teile füßten – ja, mir gefiel sogar Ultima 9 und ich empfinde es als würdigen Abschluss der Saga um den Avatar, wobei ich mit dieser Meinung allerdings relativ allein stehe. Die Bugs aus Ultima 9 sind natürlich fürchterlich, aber ich hatte sehr viel Spaß mit diesem furiosen Ende.

Toll fand ich damals auch die Gimmicks, die bei den Spieleschachteln dabei waren: eine sehr schöne Karte, häufig aus Stoff, ein Avatar-Symbol und ein “Mondstein”. Das hat natürlich als Kind meine Fantasie noch weiter angeregt und so bin ich auch abseits des Computers immer mal wieder in diese wunderbare Welt eingetaucht.

Auch die Handbücher waren sehr schön geschrieben und gerade das Monsterhandbuch war hin und wieder als “Buch aus der anderen Welt” geschrieben. Alles sehr stimmungsvoll und ungeheuer liebevoll, wie ich fand. Ich muss gestehen, dass man wirklich viel über Richard Garriott, Lord British, lästern kann, aber für mich war das damals einfach ein Held und eigentlich der einzige Spieleentwickler, den ich mir wirklich gemerkt habe und schlicht bewundert habe für die Ideen.

Sogar die Musik von Ultima fand ich großartig – nicht nur das Hauptthema, sondern besonders “Stones”, das auch innerhalb der Welt von dem Barden Iolo geschrieben wurde, der ein durchgängiger Charakter bis Ultima 9 ist. Das war sowieso immer wieder auch der Charme der Spiele, denn nach einem Teil kehrte man in die eigene Welt zurück, aber die Zeit verging in Britannien immer schneller, so dass man in späteren Teilen die gealterten Charaktere traf und es interessant war, wie sich Iolo, Shamino und all die Gefährten, die man in Ultima 4 gefunden hatte, weiter entwickeln. Auch in dieser Hinsicht habe ich Ultima 9 geliebt, denn es war unglaublich, was aus vielen Charakteren geworden war. Jedes Mal, wenn man einen neuen Ultima-Teil einlegte, hatte man somit das Gefühl nach Hause zu kommen.

Hier zum Abschluss die Story-Zusammenfassung aller Ultima-Teile mit dem wunderschönen “Stones” (Achtung, Spoiler):

Ultima würde ich jederzeit wieder spielen, auch wenn das dank der wirklich großen Welt häufig extreme Zeitfresser waren. Aber ich liebe diese Rollenspiel-Saga – ein anderes Wort als “Saga” passt zu dieser Reihe einfach nicht. Ich gebe zu, dass mich keine der späteren Rollenspielreihen, heißen sie “Baldur’s Gate”, “Morrowind” und so weiter, so gut die auch bestimmt waren, so geprägt und inspiriert haben.

Erinnert sich noch jemand an… Elite?

Die Mutter der Weltraumflugsimulationen – zumindest für mich. Keine Ahnung, ob es da schon vorher etwas Vergleichbares gab, aber Elite war für mich immer der Vorläufer von so Sachen wie “X-Wing”, “Wing Commander” und “Privateer”.

Handlung gab es damals irgendwie wohl auch, aber ich habe es nie so gespielt. Für mich war “Elite” spielen immer zwischen den Planeten hin und her pendeln, Sachen kaufen und verkaufen und zwischendurch angreifende Raumschiffe abschießen – und natürlich mein Raumschiff aufrüsten.

Es gab dann noch Spezialmissionen wie beispielsweise die “Tribbles”-Mission, bei der man einen Haufen merkwürdiger Tiere an Bord nehmen konnte, die sich im Laderaum ungeheuer schnell vermehrten. Wenn man dann nicht rechtzeitig nahe an eine Sonne flog, wurde das Raumschiff übervölkert und… was passierte dann eigentlich? Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass wenn man alles richtig machte, man dann jede Menge Felle zum Verkaufen hatte.

Wenn es einem zu viel wurde oder man Action wollte, ballerte man einfach auf eine befreundete Raumstation und konnte sich dann in den Raumkampf mit den übermächtigen Streitkräften der Station begeben. Habe ich zwar sehr selten gemacht, aber ein paar solcher Selbstmordaktionen waren dabei – und danach war man dann steckbrieflich gesucht.

Legendär war auch der Docking-Computer, mit dem man die sauschwere (zumindest für mich damals) Landung auf der Raumstation automatisch erledigen konnte. Legendär deshalb, weil währenddessen ein wunderbarer Walzer erklang, während das Raumschiff sich von selbst bewegte und somit ein kleines Ballett aus Formen und Farben entstand – na gut, Farben damals noch nicht, aber dann zumindest später in der Amiga-Version, die ich auch ungeheuer gerne gespielt habe.

Elite ist für mich einer der absoluten Spiele-Klassiker, auch wenn ich wette, dass es heute nur noch als stupide abgestempelt werden würde. Denn die Reisen zu den Planeten konnte manchmal schon recht lange dauern. Ich erinnere mich noch gut, dass ich richtige “Elite”-Nächte gemacht habe, in denen ich mir in den Ferien eine Bettdecke nahm, mich damit vor den Computer hockte und die komplette Nacht durchzockte. Was waren das noch für Zeiten!

Erinnert sich noch jemand an… BC Quest for Tires?

Ein Urzeitmensch, der auf einem Einrad seine Geliebte rettet! Dazu hat er noch wehende Haare im Wind und sieht aus, als ob er ein Röckchen an hat. Diese Absurditäten sind mir früher nie aufgefallen, denn auch dieses Spiel hat meinen Ehrgeiz geweckt und war gar nicht so einfach.

Erinnert sich noch jemand an… Impossible Mission?

“Another visitor! Stay for a while – stay… forever!” Sprachausgabe bei einem C64-Spiel!

Eine Mischung aus Puzzle-Spiel und Jump&Run war dieses Kleinod an Spiel, in dem man sich in irgendeinen Turm irgendeines verrückten Wissenschaftlers einschleichen musste und seine sämtlichen Möbel durchsuchte – mit diesem viel zu langen “Searching”-Balken. Ich kann mich kaum noch an die Geschichte erinnern und auch das ist vermutlich auch besser, denn warum in diesen merkwürdigen “Räumen” irgendwelche Möbel standen, die da nicht hingehörten und gemeingefährliche Roboter mit Elektrizität rumbrutzelten.

Das Ziel des Spieles war es, in diesen Möbeln Puzzleteile zu finden, um später in einen geheimen Raum zu kommen. “Mission Impossible” habe ich nie gelöst – dafür aber “Mission Impossible II”, der auch komplexer war und mehr Spaß machte. Es gab unterschiedliche Roboter mit unterschiedlichen Verhaltensmustern. Außerdem gab es einige Gimmicks, die man einsetzen konnte, um die Roboter außer Gefecht zu setzen. Dafür war das Puzzle auch komplexer, denn unter anderem musste man Tonbänder finden und ein Musikstück in der richtigen Reihenfolge abspielen.

Die Rätsel waren nicht nur diese Puzzle-Teile, sondern auch die Bewegungen der Aufzüge und wie man sich an den Robotern vorbeimogeln konnte. Auch, wie man eventuell ein paar der Roboter aus dem Bildschirm rausschubsen konnte oder ein paar Sekunden noch gewinnen konnte, um den Kühlschrank zu durchwühlen.

Ich weiß noch genau, wie ich mit meiner Frau damals bei unserem guten Kumpel Christian Buzek die Nacht durchgezockt habe. Christian war bereits ins Bett gegangen und wir haben noch bis um 5 Uhr morgens “Mission Impossible II” gespielt – und fast geschafft. Denn leider haben wir ein Tonband aus Versehen überspielt und als wir in den letzten Raum gehen wollten, fiel uns auf, dass wir ein Musikstück zweimal hatten. Da hatten wir dann auch keine Lust mehr.

Aber ein großartiges Spiel und mich verfolgen diese Laufgeräusche der Hauptfigur immer noch. Auch wenn ich mich lange Zeit fragte, warum die Figur aus den ganzen Sportspielen wie “Summer Games” und “Winter Games” die Hauptrolle in “Mission Impossible” spielte.