The King in Boredom

Es ist Zeit für ein Geständnis: Ich habe bisher noch nie The King in Yellow von Chambers gelesen. Meine cthuloide Bekanntschaft mag bereits die Luft anhalten und ich rate ihr, dies auch weiterhin zu machen. Ich befürchte, ich muss einen weiteren Frevel begehen. Denn ich habe dies nun nachgeholt und fand ihn nicht gut. Das letzte Viertel habe ich vorzeitig abgebrochen – es ging einfach nicht mehr! Und ich kann schwerlich den Finger darauf legen, was es war, was mich langweilte. Trotzdem will ich es probieren.

The King in Yellow war zumindest zu alten Cthulhu-Forums-Zeiten sehr beliebt. Geradezu legendären Status bekam es durch das alte Laurin-Abenteuer Narrenball. Immer wieder schwärmte der cthuloide Fandom vor sich hin und ich beobachtete das stets nur still. Denn ich kannte ihn nicht und hielt mich daher heraus. Wenn ich von etwas keine Ahnung habe, muss ich auch nicht mitdiskutieren. Oder um es mit Dieter Nuhr zu sagen: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.“ Das ist immer ein guter Ratschlag.

Trotzdem schien The King in Yellow ein Klassiker und ich war neugierig. Auch die Kreaturen, wie sie das damalige Monsterbuch und der spätere Malleus Monstrorum schilderten, wirkten spannend. Die Idee eines Theaterstücks von bizarren und cthuloiden Ausmaßen faszinierte mich, auch ohne The King in Yellow gelesen zu haben. Aber … ich kannte den King in Yellow nicht. Vielleicht wäre es besser gewesen, ich hätte nie diese Kurzgeschichtensammlung geöffnet – so cthuloid ironisch das nun auch klingen mag, so profan ist es am Ende leider für mich.

Musikstück zur Anthologie

Es tut sich was – auch in meinem sonstigen Leben! Dazu aber demnächst erst mehr, denn noch sind nicht alle Sachen dazu konkret. Vorerst daher nur ein kleiner Hinweis zur Anthologie „Verbotene Bücher“: Es wird ein Ebook geben!

Allerdings wird es laut Torsten noch mindestens ein Jahr bis dahin dauern. Trotzdem lohnt es sich, die klassische Buchvariante zu bestellen, denn in jedem Buch wird es einen Download-Code für ein kostenloses Musikstück geben.

Wer sich an unsere Anfänge zurückerinnern kann, weiß vielleicht noch, dass wir damals viele kleine Gimmicks hatten. Lesezeichen, eingeklebte Blätter, Nummerierungen, blutsignierte Bücher …
Vieles davon ist im Lauf der Zeit auf der Strecke geblieben.
Aber eine schöne Sache lassen wir mit den „verbotenen Büchern“ wieder aufleben.
Jedes Buch hat einen Download-Code für ein Musikstück der Band „Sea Of Disorder“.
„Sea of Disorder“ wurden 2012 auf der Heimfahrt von einem Konzert in München gegründet.
Die Band besteht aus den Mitgliedern Robert Czeko (Gitarre, Bass, Effekte) und Christian Hubmann (Schlagzeug, Gitarre, Bass), welche in Salzburg leben.
Die Musik wird neben ihren Brotjobs ausgebübt, und in der Freizeit beschäftigen sie sich neben der Musik mit allerlei anderen Hobbies, wie dem Rollenspiel – beide sind bereits seit Langem Fans von H.P. Lovecraft und dessen Cthulhu Mythos – und Filmen, Serien sowie Computerspielen.
Das erste Album »Sea Of Disorder« kann man auf bandcamp kostenlos herunterladen, und für dieses Buch stellen sie einen Track vom Album »Merging Land and Sky« zur Verfügung, der für alle Käufer mit einem speziellen – im Buch befindlichen – Code herunterladbar ist.
Ein ganz großes Dankeschön an Robert & Chris.
(Quelle: Verlag Torsten Low – Facebook)

Außerdem, ganz ehrlich, eine Anthologie über „Verbotene Bücher“ als Ebook? Ja, das hat etwas Ironisches und daraus kann man auch ein wunderbares Thema für eine Kurzgeschichte machen. Aber ich denke, ihr wisst, was ich damit meine. Die Protagonistin meiner Geschichte hat sogar einen Kommentar zu einem ähnlichen Thema abgegeben. Edit: Das werdet ihr aber ab dem 17.10. auf dem BuCon in Frankfurt oder ab dem 19.10. zu Hause sehen.

„Verbotene Bücher“ erscheint ab dem 17.10.!

„Is it some new horror?“ I asked.
He shook his head. „It is not new to me. I have known and felt it for years—a horror utterly beyond anything your prosaic brain can conceive.“
— (Frank Belknap Long, „The Space-Eaters“)

Das ging jetzt doch deutlich schneller als gedacht. Vor etwas mehr als einer Woche habe ich die Druckfahne meiner Kurzgeschichte „Bitte nicht lesen!“ abgegeben und jetzt wird schon die Anthologie damit angekündigt. Ihr könnt „Verbotene Bücher“ hier kaufen: Verlag Torsten Low. Bis zum 16.10. gibt es sogar einen Rabatt für Vorbesteller. Also gerne schnell zuschlagen.

Worum geht es? Cthuloides Grauen auf den Spuren H.P. Lovecrafts. Der Großteil wird damit vermutlich etwas anfangen können. Wer allerdings neu im lovecraftschen Horror ist: Es geht um kosmischen Horror, um Dinge, die von außerhalb unseres Verstehens in unsere Welt eindringen. Es geht um das Unbeschreibbare. H.P. Lovecraft ist eine zentrale Figur für die moderne Phantastik und so umstritten er wegen seines Schreibstils auch ist, so hat er dieses Genre geprägt, wie vermutlich kaum jemand anders.

Lovecraft hat mich schon seit meinem 12. Lebensjahr begleitet, als ich bei meiner Pen&Paper-Runde zum ersten Mal das Rollenspiel „Auf Cthulhus Spuren“ nach den Motiven von Lovecraft in den Händen hielt. Ich kann mich noch gut an meinen ersten Lovecraft-Roman erinnern: „Der Schatten aus der Zeit“. Es war etwas vollkommen Neues für mich und ich weiß noch sehr genau, wie ich abends vollkommen angespannt, aber auch fasziniert im Bett gelegen und gelesen habe. Lange Zeit habe ich Cthulhu geleitet beim Rollenspiel, dann sogar für den Verlag Pegasus-Spiele Supplements geschrieben, am Ende sogar meine Magister-Arbeit über Lovecraft geschrieben. Daher freue ich mich um so mehr, in dieser Anthologie auftauchen zu dürfen.

At the beginning

Beim Thomas gibt es einmal wieder einen spannenden Artikel über den Zauber erster Sätze – ein wirklich spannendes Thema. Wenn ich bedenke, wie lange ich auch bei meinen Entwürfen ausgerechnet immer am ersten Satz hänge, ihn umarbeite, verwerfe und dann was ganz Anderes nehme.

Der erste Satz ist immerhin die Tür zum Roman – im Normalfall das Erste, was man liest. Das sollte schon direkt in die Geschichte ziehen oder eine Charakterisierung des Settings, des Hauptcharakters oder der Stimmung sein. Viele erste Sätze sind in Ordnung, aber krachen nicht. Ob ich auf 10 Sätze komme wie Thomas komme? Mal schauen. Allerdings ist das bei mir auch keine Reihenfolge der Gewichtung, sondern rein assoziativ.

Wusstet ihr…?

… dass es in Final Fantasy X-2 mindestens zwei Monster aus dem Cthulhu-Mythos gibt? Nämlich die Shantaks und die Tindalos.

Die Shantaks sind ähnlich wie in Dreamquest for Unknown Kadath von Lovecraft fliegende Echsen – eine eher weniger cthuloide Wesenheit. Auf ihnen flieht Randolph Carter aus den unterirdischen Kavernen und macht sich auf seine letzte Reise zum Kadath.

Die Tindalos im Spiel sind auch tatsächlich Hunde, worin sie sicht leicht unterscheiden von den Hounds of Tindalos aus der großartigen Geschichte von Frank Belknap Long. Dort werden diese Wesen zwar ständig mit Hunden verglichen, aber sie sind an sich formlos und nur über manche Vergleiche wie das Aufspüren einer Fährte, durch das Schnuppern und durch das Reißen der Opfer, dem Spielen mit ihnen und natürlich durch den Titel entsteht diese Assoziation. Denn an sich sind es keine Hunde. In FFX-2 schon.

Beides sind allerdings relativ gewöhnliche Trash-Monster in Final Fantasy X-2. Das war ein interessanter Fund, als ich mal mehr aus Neugierde durch das Bestienkompendium im Lösungsbuch blätterte und zuerst über die Shantaks gestolpert bin und mich dann fragte, ob es noch mehr cthuloide Wesen gibt.

Twinkle, twinkle, little star…

Ich traue es mich wieder: „Dead Space 2“! Nach dem Ende von „Atelier Totori“ habe ich zum kompletten Kontrast aufgerufen. Während es vorher ein beschauliches, fast kindliches Asia-RPG war, sitze ich jetzt wieder zusammengekauert und äußerst schreckhaft im Wohnzimmer vor der PS3. Das geht sogar so weit, dass ich wie ein kleines Kind vor Schreck aufschreie, wenn meine Frau im Computerzimmer irgendwas fallen lässt. Na gut, ganz so extrem ist es nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es auf manchen so wirken könnte.

„Dead Space“… das ist wirklich ein Kapitel für sich. Das Spiel fasziniert mich ungeheuer – hat bereits der erste Teil. Und trotzdem fühle ich mich so, als ob ich das nicht sagen dürfte, denn es hat seine FSK18 so absolut zu recht. Aber ich habe selten ein so stimmiges und verdammt gut gemachtes Spiel erlebt. Da sitze ich wirklich vor der PS3 mit einer Mischung aus Angst, Faszination und Bewunderung. Nein, nicht wegen der Brutalität, die vorhanden ist. Sondern wegen den Details im Spiel.

Die Macher von „Dead Space“ haben sowohl im ersten Teil wie auch jetzt im zweiten Teil das Genre des „Space Horror“ (Stichwort: „Alien“, „Event Horizon“) absolut perfekt auf die Konsole umgesetzt. Sie spielen auf den Konventionen des Genres wie ein Klaviervirtuose einen Mozart. Jeder Ton sitzt perfekt und man glaubt es kaum, wie einfach es von der Hand geht und wie ideal das Ergebnis aussieht. Da kennt jemand definitiv das Genre in und auswendig und liebt es.

Denn nicht nur spielen sie mit den Klischees, sie brechen sie auch immer wieder – an den genau richtigen Stellen! „Dead Space“ ist brutal, ohne Zweifel. Immerhin muss man die Monster durch taktisches Zerstückeln besiegen. Doch das ist nicht, was mich fasziniert. Der tolle Horror des Spiels wird nämlich nicht über die Splatter-Elemente für mich erzeugt. Viele mögen das Spiel vermutlich gerade wegen dieser Ekeleffekte. Story, Sounds, Musik… alles passt perfekt ineinander.

I’ve been searching through the dark…

Ich bin gerade ungeheuer gerührt und sitze mit hoch rotem Kopf vor dem Computer. Wieso? Eigentlich wollte ich mir nur das Abschiedsportfolio von Manfred Escher bei ihm vorbestellen. Er hatte jahrelang die graphische Gestaltung für viele Produkte aus der Cthulhu-Linie angefertigt. Da ich ihn persönlich kannte und schon immer seinen Stil grandios und so ungeheuer passend für Cthulhu fand, wollte ich mir so ein kleines Sammlerstück gönnen – als Erinnerung an die verdammt coole Zeit, in der man zusammen gearbeitet hat.

Was bekam ich? Eine wirklich nette Antwort per Mail von ihm und ein Hinweis auf das Impressum des Portfolios – in das ich noch nicht reingeschaut hatte. Denn wieso sollte ich mir den Teaser von etwas ansehen, von dem ich sowieso weiß, dass ich es verdammt gut finden werde? Aber hätte ich es mal gemacht! Denn dort wurde ich im Impressum erwähnt! Das ehrt. Das rührt. Das macht stolz. Ich  muss gestehen, dass ich im ersten Moment fast ein wenig beschämt war, denn wenn man einfach miteinander arbeitet und eben an etwas quasi in seiner Freizeit arbeitet, was sowieso das eigene Hobby ist, dann denkt man da vielleicht nicht genauer darüber nach.

Aber Lovecraft und Cthulhu waren für mich immer ein ganz besonderes Steckenpferd. Daher war ich um so stolzer, als Frank mich damals ins Team geholt hatte. Durch diese Erwähnung im Impressum wurde mir aber etwas bewusst: Ich wurde bemerkt! Klar, das ist nichts ungewöhnliches, denn immerhin habe ich Manfred persönlich getroffen, mit ihm gegessen, wir haben uns lange unterhalten und es waren wirklich sehr spannende Gespräche. Aber so richtig bewusst wird einem das häufig nicht. Bis auf in diesen Momenten, in denen man für einen kurzen Moment irritiert innehält und dann bemerkt, wie schnell der Moment doch an einem vorbeigehuscht war, obwohl das genau die Momente sind, für die man all die Energie überhaupt investiert.

Es ist ein so schönes Gefühl – etwas ähnliches hat Thomas schon vor kurzem auch geschrieben, ebenso zum Manfreds Abschied. Jetzt hat es mich mit ein wenig Zeitverzögerung an genau der gleichen Stelle gepackt und berührt. Es ist einfach toll, wenn man merkt, dass man doch Spuren hinterlässt, dass man tatsächlich etwas gemacht hat, das angekommen ist bei jemand anders. Ich kann es schwer ausdrücken, was für ein Gefühl es genau ist. Aber das genau ist es vermutlich, was viele Menschen überhaupt erst dazu bringt, Idealismus, Ideen und Kreativität in Dinge zu stecken. Das sind vermutlich die Momente, in denen man nicht nur arbeitet, sondern merkt, dass man wirklich lebt.

Danke für diesen wunderschönen Moment, in dem meine Welt kurzzeitig wieder entschleunigt wurde und mir so ein paar Dinge wieder mehr bewusst wurden. Faszinierend, wie sowas durch eine eigentlich so simple, aber schöne Geste passieren kann. Das sind Momente, in denen selbst der mittlerweile verbitterte Idealist in mir lächelt.

Auch wenn ich es erst vor kurzem verlinkte, aber dieses Lied umschreibt genau das alles einfach zu schön:

Into the Rift

Gestern habe ich einmal ein wenig in die Rift-Beta reingesehen, aber bisher sind meine Eindrücke eher durchwachsen. Trotz meiner ersten eher frustenden Eindrücke bin ich weiterhin neugierig auf das Spiel, denn zumindest das Klassensystem verspricht einiges und besonders freue ich mich auf cthuloide Rift-Action, von der ich aber natürlich nach meinen ersten paar winzigen Schritten noch nicht einmal ansatzweise mitbekommen habe.

Was ich gleich fürchterlich fand, waren das Interface, die Steuerung und die Animation. Gerade letztere hat mich vollkommen irritiert zurückgelassen. Wie sich meine arme Kelari da einen abstrampelt, um ein paar Schritte weiter zu kommen. Das wirkte auf mich vollkommen unglaubwürdig und hat mich dann erst einmal parallel weiter Aion spielen lassen, weil – ja, ich gebe zu, sowas stört mich – mir erst einmal ein wenig die Lust verhagelt hatte, weiter zu spielen.

Das ist eine Kleinigkeit, ich weiß. Aber mich reißt es total aus dem Anfangsgefühl raus, weil ich allein bei der Charakterbewegung merke, dass es nicht fließt. Das stört massiv meine Suspension of Disbelief, weil ich mir nicht denke: „Oh, gefährliches Gebiet, alles ist verloren und sie wollen mich in der Zeit zurückschicken“, sondern ständig in meinem Hinterkopf hämmert: „Die Bewegung sieht doof aus, doof aus, doof aus.“ Mir fällt es dann echt schwer, mich auf das Spiel zu konzentrieren.

Die Steuerung weicht in Kleinigkeiten von mir bekannten MMOs ab, so dass beispielsweise ein Rechtsklick den Questgeber aktiviert anstatt mit einem Linksklick. Kann man sich dran gewöhnen, aber hat mir auch massiv am Anfang beim ersten Erleben dazwischen geschossen. Ich mag sowas einfach nicht.

Das hat mir vor etwa einem halben Jahr auch Final Fantasy 14 verleidet, denn dann hat man das Gefühl, dass Spiele im Vakuum entwickelt werden und sich nicht angeschaut wird, was bisherige MMO-Spieler wohl gewohnt sind und was es für ungeschriebene „Konventionen“ im Genre gibt.

Nennt mich kleinlich, nennt mich pingelig und ich weiß, dass das eigentlich nicht der Rede wert ist und dass Rift vermutlich ganz andere Vorzüge hat. Aber ganz ehrlich: Zu denen bin ich eben (noch) nicht gekommen, weil mir diese Kleinigkeiten die Suppe einfach versalzen haben. Mal schauen heute Abend, was es sonst noch zu entdecken gibt.

Ich glaube ja schon, dass es mir Spaß machen könnte und auch die Sache mit den Klassen sieht gut aus – auch wenn ich mir da ein wenig mehr Komfort und Erklärung wünschen würde, denn bisher fühlte ich mich mit den Seelen nur erschlagen und außerdem habe ich keine Ahnung, wie es sich später weiter entwickelt, was mir auch im Spiel nicht erklärt wurde.

Ja, da kann ich auch in Foren nachlesen. Aber ich gehöre zu der Fraktion Spieler, die eigentlich gerne im Spiel bleibt, um es zu spielen. Ganz davon ab, dass MMO-Foren an sich eine Pest geworden sind mit einer schrecklichen Flamer-Community. Da möchte ich eigentlich nicht nach Antworten suchen. Die Grundsätze möchte ich vom Spiel im Spiel erklärt bekommen. Vielleicht kommt das noch bei Rift, denn – wie gesagt – es waren bisher nur ein paar wenige Schritte… auch wenn die ungeheuer hässlich animiert waren.

Mal sehen, ob mein erneuter Anlauf für das Spiel heute Abend besser wird.