The real Torv

Letztens war ich schon begeistert von den Schauspielern in der dritten Staffel von „Fringe“, denn ich fand es beeindruckend, wie sie ihre Alter-Egos aus der anderen Dimension mit teilweise so feinen Unterschieden gespielt haben, die glaubwürdig, nicht zu plump, aber doch markant waren. Allen voran hat mir da Anna Torv gefallen, die bei beiden Olivias Kleinigkeiten in ihr Spiel eingebaut hat – wie das großartige „not easy with a smile“, das Peter in einer Folge anspricht.

Spoiler-Cut!

Lost in series

Heute wäre eigentlich Ponytag, aber dann habe ich überlegt, was ich heute in dem Bereich schreiben sollte und dann fiel mir auf: Nein, ich muss nicht auf Zwang unbedingt was zu Ponies schreiben, wenn ich nicht will. Das ist nicht schlimm oder schlecht oder bedeutet, dass ich die Serie nicht mehr mag. Aber heute will ich einfach über etwas anderes schreiben, nämlich einmal wieder über „Fringe“. Kein Wunder eigentlich, denn am Wochenende schauen meine Frau und ich zur Zeit wieder die dritte Staffel.

Während ich letzte Woche durchaus wieder von der Serie angetan war nach einer kurzen Pause, aber dennoch so meine kleinen Problemchen mit einem Plot-Twist hatte, haben die beiden Folgen heute mich wirklich wieder extrem mitgerissen. Das war großartig!

Spoiler-Cut! 

Akte Fringe

Es ist jetzt schon eine Weile her, dass meine Frau und ich die dritte Staffel von „Fringe“ weitergesehen haben. Irgendwann im Dezember hatten wir eine kleine Pause gemacht, weil es doch alles sehr stressig um uns herum war und wir daher was leichtes und kurzes sehen wollten.

Daher wurde es fast immer „How I met your mother“, auch wenn es dabei sogar 3-5 Folgen waren und die auch manchmal nicht weniger dramatisch sein konnten. Trotzdem war es angenehmer portionierbar und „Fringe“ war gerade dabei, in das große Charakterdrama einzusteigen.

Eigentlich wollte ich schon weitersehen, denn genau das ist, was ich an so Serien liebe – was mich aber auch immer wieder fertig macht. Trotzdem war um Weihnachten herum einfach eine schlechte Zeit für „Fringe“. Daher machten wir Pause – bis dieses Wochenende.

Zunächst war ich noch ein wenig zögerlich, ob wir wirklich weitersehen sollten, denn das Charakterdrama hat an einer unangenehmen Stelle aufgehört, aber eigentlich wollte ich auch eine Auflösung sehen – in irgendeine Richtung. Also Augen zu und durch und ich bin froh.

Denn die drei Folgen, die wir jetzt am Wochenende gesehen haben, haben mich wieder begeistert. Gerade die Folge mit dem Gedankenleser war so großartig! Einfach raffiniert, den Folgen-Plot lediglich als Hintergrund zu nehmen, um weiter das Charakterdrama anzukurbeln.

Ich hatte also wieder ungeheuer viel Spaß – lediglich bei der letzten Folge jetzt, die wieder im anderen Universum spielt, hatte ich zwar größtenteils auch Spaß, aber ich muss gestehen, dass einer der Plot-Twists (keine Sorge, ich verrate nichts) mir doch ein wenig schwer im Magen gelegen hat und ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich nur ist, weil er das bevorstehende Drama verschärft.

Vielleicht ist es das. Aber so dicht nach der Folge kann ich das schwer sagen. Ein Bauchgefühl sagt  mir, dass mir das unabhängig davon nicht so ganz gefällt. Das wäre aber das erste Mal überhaupt bei „Fringe“, dass ich so etwas habe.

Von daher: Selbst wenn ich herausfinden sollte, dass das nicht nur ein ungutes Gefühl ist, weil das so viele Sachen verkompliziert, glaube ich, dass ich dennoch weiterhin gut Spaß an der Serie und den Entwicklungen haben kann. Denn dafür stimmt das Drumherum einfach auch viel zu sehr, denn tolle Charaktere bleiben tolle Charaktere – und das haben sie wirklich hervorragend geschafft, dass auch die Charaktere aus der alternativen Welt einem irgendwie ans Herz wachsen; selbst Walternate.

How could you not see it?

Die dritte Staffel von „Fringe“ ist genau so, wie ich sie haben wollte! Ich bin so ungeheuer gefesselt und mitgerissen und sie geht mir so nahe. Wir sind jetzt bei der dritten DVD und haben noch die Hälfte vor uns und meine Frau meinte eben zu mir nach der Folge: „Ich sehe, wie du mitleidest.“ Ja, und wie ich das tue! Denn es ist so verdammt gut gemacht!

Spoiler-Cut! 

Infiltration achieved

Samstag ist zwar Ponytag, aber trotzdem schreibe ich heute über die dritte „Fringe“-Staffel, denn die haben wir eben angefangen zu sehen. Auch wenn ich ebenso gerne die neue „Chuck“-Staffel geschaut hätte und die schon längere Zeit hier liegt, hat mich „Fringe“ doch mehr gereizt – denn die ersten zwei Staffeln fand ich großartig. Wie fängt also die dritte Staffel an?

Die ersten beiden Folgen haben mich zumindest direkt wieder in den Bann gezogen. Ich muss gestehen, mich interessiert der Plot der jeweiligen Folgen bei dieser Serie kaum. Mich faszinieren in erster Linie die Charaktere und das haben diese beiden Folgen auch wieder richtig gut hinbekommen und ich fiebere schon wieder mit. Die Konflikte, die aufgebaut werden, sind wirklich unangenehm und führen dazu, dass ich am liebsten direkt weiterschauen würde – aber trotzdem haben wir jetzt einmal eine Pause eingelegt.

Spoiler-Cut! 

Wusstet ihr…?

… dass Anna Torv, die Schauspielerin von Agent Dunham aus „Fringe“ auch den Hauptcharakter im PS3-Spiel „Heavenly Sword“ gespielt hat?

Ich habe sowieso immer den Eindruck, dass Schauspieler, die auch Synchronisationen zu entweder Zeichtentrick oder Computerspielen machen, meist die sympathischen Idealisten sind, die in ihrem Beruf als Berufung aufgehen. Denn da geht es dann meist darum, dass sie ein Projekt machen, das sie cool finden.

Wenn ich da nur an Patrick Stewart denke, einen Shakespeare-Schauspieler, der nicht nur eben in Star Trek mitgespielt hat, sondern auch für beispielsweise „Castlevania: Lords of Shadow“ eine tragende Rolle gesprochen hat… da merkt man, dass es den Leuten nicht nur um Ruhm und Ehre geht. Sie sind Schauspieler und sie machen das in jedem Medium, weil das eben einfach dazu gehört.

Mein Blog ist nicht das, was man News-Blog nennen könnte. Aber hin und wieder stolpere sogar ich über Dinge, die vielleicht nicht jeder weiß. Auch wenn an vielen Stellen bestimmt ein: „Jo, wusste ich schon“ kommt. Keine Ahnung, ob das daher regelmäßig passieren wird, aber ich war sehr verblüfft, als ich das mit Anna Torv beim Wikipedia-Surfen gelesen habe.

You had a temper…

Während meines Studiums war Gothic Literature eines meiner Spezialgebiete neben Gender Studies und amerikanische Kolonialzeit. Gerade Gender Studies und Gothic Literature war ungeheuer dankbar, wenn man es verband – so habe ich ein paar spannende Einsichten in „Wieland“ gewonnen und auch meine Zwischenprüfung darüber geschrieben. Natürlich funktioniert es noch mehr, wenn man sich im englischen Raum die Bronte-Schwestern anschaut – so großartig! Ich liebe „Jane Eyre“!

Um so peinlicher aber fast, dass etwas sehr bizarr Postmodernes in der Richtung an mir vorbei gegangen ist bis vor ein paar Monaten. „Wuthering Heights“ von Emily Bronte habe ich bisher nur in Ausschnitten gelesen, denn es gibt gerade im Bereich der Gothic Literature so viel, was man lesen könnte, dass dieser Klassiker bei mir bisher ein wenig hinten runter fiel. Aber jetzt habe ich ein altes Musikvideo entdeckt, das mir durchaus Lust gemacht hat, doch endlich mal die teilweise versäumte Lektüre nachzuholen.

Wovon rede ich? Kate Bushs postmodernes Gezappel – das Musikvideo zum Roman:

Allerdings muss ich sagen, so faszinierend und bizarr das wirkt, gefällt mir die modernere (also postpostmoderne) Version von Hayley Westenra deutlich besser. Da gibt es zwar nicht mehr den postmodernen Ausdruckstanz einer Kate Bush, aber das lenkt zu sehr vom eigentlich sehr schönen Lied und seinem tollen Text ab.

Bei Hayley Westenra kann ich mich vollkommen auf das Lied konzentrieren und außerdem finde ich, dass sie deutlich mehr Charisma besitzt als Kate Bush – ihre Fans werden mich dafür vermutlich steinigen, aber für mich wirkt sie einfach eher wie ein Autounfall, bei dem man ständig hinschaut, obwohl man sich dabei so ein wenig schmutzig fühlt.

Das Lied hat sich in den letzten Wochen jedenfalls zu einem mich ständig begleitenden Ohrwurm entwickelt. Ich verstehe es nicht so ganz, denn durch die hohen Töne versteht man den Text kaum. Aber trotzdem ist der Klang und vor allen Dingen die Atmosphäre des Liedes in beiden Versionen ganz eigen und faszinierend.

Merkwürdig, dass ich erst vor kurzem darüber gestolpert bin. Aber andererseits ist es immer wieder schön, wenn man plötzlich solche Momente hat, in denen einem etwas begegnet, das ganz neue Bilder bringt, ganz neue Assoziationen und einen inspiriert. Das ist, was das Leben ungemein bereichert.

Ich hatte schon häufiger Momente, meist nach unglaublich tollen Serien wie „Firefly“ oder „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“, dass man sich danach sagt: „So, das war es jetzt. Jetzt kann mich nichts mehr zum Erstaunen bringen, denn das war fantastisch!“ Danach fühle ich mich dann immer ein wenig leer, als ob die Inspiration durch solche Sachen ausgebrannt hätte.

Aber es gibt dennoch weiterhin immer wieder diese Momente, in denen einem etwas Neues begegnet. Denn nach „Buffy“ kam „Firefly“ und dann kam „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“ oder „Lost“ oder „Fringe“ oder „Harry Potter“ oder eben solche kleinen Momente wie einfache Musikvideos, die einen tief beeindrucken auf die eine oder andere Weise. Es ist ein so tolles Gefühl, wenn man merkt, dass es das eben nicht war – sondern immer weiter geht, weil es so viele tolle Sachen da draußen gibt, die einfach nur entdeckt werden wollen.

Find the crack

Wir sind am Wochenende mit der 2. Staffel von „Fringe“ fertig geworden. Während der Cliffhanger am Ende der 1. Staffel zwar interessant, aber aushaltbar war, finde ich den von der 2. Staffel sehr fies. Nicht, dass ich ihn nicht habe kommen sehen, denn ich habe genau so etwas vermutet, aber… ich will, dass es aufgelöst wird!

Zumindest die Charakterbeziehungssache, die ich vor kurzem bejammert hatte, wurde einigermaßen aufgelöst – wenn auch natürlich nicht vollständig. Zum Glück, denn so bleibt noch genug Spannung drin, um die Charakterkonstellationen interessant zu halten. Auch in den letzten Folgen dreht es sich allerdings hauptsächlich um genau diese Charaktere und nicht (ich betone: nicht!) um den Plot.

Was mich so ungeheuer gefesselt hat, waren die Beziehungen der Charaktere untereinander, die Eigenheiten der Charaktere, die kleinen und größeren persönlichen Probleme und wie die Charaktere damit umgehen. Ja, natürlich gibt es einmal wieder Meta-Plot, aber das ist für mich wirklich nur der Hintergrund, vor dem das wirkliche Finale der 2. Staffel sich abspielte: Wie reagiert welcher Charakter?

Von daher kann ich die 3. Staffel kaum erwarten. Zwar mag ich alle Charaktere von „Fringe“, aber dass ausgerechnet dieser Charakter in so einer Lage nun ist? Das hat mich wirklich frustriert. Andererseits hat das so viel tolles Potenzial. Da freue ich mich echt drauf, denn wenn das aufgelöst wird… da verspreche ich mir so einiges davon.

„Fringe“ ist einfach eine tolle Serie, die ich jedem wirklich nur ans Herz legen kann, wenn er toll geschriebene Charaktere, Charakterdrama und Mystery-Serien mag. Wobei ich da wirklich noch einmal betonen will, dass die Serie – zumindest für mich – hauptsächlich in den ersten beiden Punkten besticht und es daher so viel mehr als „Akte X“ ist und sowieso eigentlich ganz anders, dass der Vergleich kaum zählt.

Außerdem ist die Serie einfach so toll verspielt und nimmt sich zwar so ernst, dass sie einfach episch ist, aber andererseits können sie auch über sich selbst lachen und sind einfach natürlich. Daher will ich an dieser Stelle ein besonderes Intro einer Folge zeigen, ohne zu spoilen. Um es aber zu verstehen, sollte ich sagen, dass diese Folge hauptsächlich in der Retrospektive gezeigt wird und in den 80ern spielt. Ich denke, dass das nicht all zu viel verrät. Aber so könnt ihr vielleicht verstehen, was ich mit dem „toll verspielt“ meine – und dennoch so tief!

Zuerst das klassische Opening:

Und hier das besondere aus der Folge „Peter“:

Ich liebe dieses Musikstück des Openings einfach. Vergleicht bitte auch mal bei den beiden Openings die Textfragmente, die eingeblendet werden. So schlicht und dennoch so episch.

Call the Bishops

Am Wochenende haben wir wieder viel „Fringe“ (2. Staffel) geschaut und ich nage mittlerweile an meinem Sofa bei jeder Folge, denn es wird immer schlimmer. Es gibt zwar natürlich immer noch Plot und Meta-Plot, was mir aber so ungeheuer gut gefällt und mich an den Rand der Verzweiflung treibt, sind die Beziehungen zwischen Walter, Peter und Olivia. Das ist großartige Schreibkunst!

Wie sehr einem die Charaktere doch ans Herz wachsen können und wie sehr man mit ihnen mitleidet und wie sehr doch der eigentlich Plot in den Hintergrund tritt und man eigentlich nur wissen will, wie das ganze Beziehungsgeflecht aufgelöst wird. Aber es wird nicht aufgelöst! Naja, doch ein wenig, aber nicht so, dass es gut ist, sondern dass man sich denkt: „Nein, nein, ich kann gar nicht hinsehen.“

Das ist Whedonismus pur: „Don’t give the audience, what they want, give them, what they need“ – in Reinkultur! Ich will, dass das alles aufgelöst wird! Dass es wieder schön harmonisch weiter geht. Aber die Serie gibt mir das genaue Gegenteil! Und so sehr ich da mitleide, so sehr mich das frustriert und wirklich runterzieht – ich finde das verdammt toll. Das bewegt und so soll es doch auch sein!

„Fringe“ ist einfach eine grandiose und vollkommen unterschätzte Serie. Ähnlich wie bei „Lost“ geht es bei „Fringe“ weniger um den Plot als vielmehr um die tollen Charaktere und die moralischen Situationen, in die sie gebracht werden; wenn auch nicht ganz so extrem wie bei „Lost“. Aber dafür ist „Fringe“ viel, viel philosophischer und hintergründiger. Da, wo „Lost“ mehr Charakterstudie pur ist, ist „Fringe“ eher eine philosophische Parabel über Religion, Moral und Wissenschaft. Da das sowieso Sachen sind, die ich ungeheuer spannend finde, fängt die Serie mich natürlich genau an dem Punkt.

Wenn ihr „Fringe“ noch nicht gesehen habt und ich euch vielleicht hin und wieder durch meine Blog-Beiträge neugierig gemacht habe, schaut die Serie nicht wegen der Mystery-Plots. Die sind in Ordnung und nicht schlecht – manche davon sogar echt gut. Achtet viel mehr auf die Charaktere und genießt die Serie mal aus der Perspektive. Ich wage zu behaupten, dass das ein absoluter Gewinn ist und denke, dass man viel häufiger Serien aus diesem Blickwinkel schauen sollte. Dann ärgert man sich auch viel weniger über mögliche (meist nur angebliche) Plotlöcher oder an den Haaren herbeigezogenen Plots. Bei einer guten Serie sind die Charaktere nämlich immer glaubwürdig.