Sorry, I never told you…

Don’t give people what they want, give them what they need. (Joss Whedon)

Das gilt sicherlich auch für Autoren und es ist ungeheuer schwierig, sich von Figuren zu trennen, die man mag. Gestern kam mir allerdings eine Idee, denn ich saß in einer ideenlosen Grube, weil ich wusste, wo meine Protagonistin jetzt hin sollte, aber ich habe mir ein paar Probleme eingebaut. Das ist an sich gut, denn ein Roman ohne Probleme ist langweilig. Doch ich bekam langsam Panik, dass es doch nicht mehr gelingen könnte.

Doch dann wusste ich, wie ich das mache – auch wenn es mich schmerzt. Und vermutlich kann und muss ich mich nicht ganz von dieser Figur trennen, aber ich glaube, heute Abend oder morgen Abend wird es soweit sein und es wird eine sehr heroische Szene geben, die mich endlich dahin bringt, wo ich hin muss.

Danke an Mariah Carey und Boyz II Men für diese Inspiration:

Wobei es in diesem Fall weniger heißen müsste: “Never had I imagined living without your smile” als vielmehr “… living without your growling.” Das wird so großartig. Da ist so viel Dramapotenzial und so viel Tragik drin und so viel, was zunächst ungesagt bleibt. Ich muss mich nur dazu durchringen.

Is this a dagger I see before me…?

Jamas Tipp: Avengers

Gerade wieder gesehen: Avengers – einer der besten Filme diesen Jahres und auch einer der besten Superheldenfilme überhaupt. Joss Whedon hatte mich damals im Kino nicht enttäuscht, aber ich muss gestehen: die Synchro … die Synchro. Das haben wir gerade gemerkt, als wir ihn im Originalton zum ersten Mal geschaut haben.

Die Charaktere verlieren bei den deutschen Stimmen leider so viel – und zwar eigentlich alle. Am schlimmsten trifft es aber Tom Hiddleston als Loki. Was für ein Charisma und Ausstrahlung er doch im Originalton hat! Auf Deutsch wirkt er schon eher fast schon ein wenig lächerlich. Die deutsche Synchronisation schafft es einfach nicht, was Tom Hiddleston mit seiner eigenen Stimme gelingt: diesem unglaublich albernen Kostüm Würde, Hinterlist und Macht zu verleihen.

Avengers glänzt nicht durch Handlung, sondern durch Charaktere. Es glänzt durch Momente, nicht durch Logik. Es glänzt dadurch, dass es eine der besten Adaptionen des Comic-Genres bis zum heutigen Tage. Das macht der Film anders als die Nolan-Batmans, die auf ihre eigene Weise diesen Status erreicht haben. So gerne ich die ersten beiden Nolan-Batmans mag, Avengers ist dann doch eher meine Richtung.

Ein wenig Angst habe ich vor dem zweiten Teil. Aber solange Joss ihn macht, bin ich zuversichtlich – mit lediglich ein wenig Angst. Solange er aber machen darf, wie er will und ihm niemand reinpfuscht, könnte das auch wieder ganz, ganz groß werden.

We need equality… kind of now!

Aus aktuellem Anlass verlinke ich hier eine der besten Reden zu diesem Thema von meinem großen Idol. Es gibt theoretisch so viel mehr dazu zu sagen, so viel mehr Platitüden aus dem Weg zu räumen, so viele festgefahrene Ansichten umzukrempeln, aber das hier trifft in knapp 6 Minuten die Essenz all dessen sehr gut (beginnt richtig ab 2:00)

Da es in dem Video erwähnt wird: Leider durfte Joss Whedon nie seine Vision von Wonder Woman als Film transportieren: “We just saw different movies, and at the price range this kind of movie hangs in, that’s never gonna work. Non-sympatico. It happens all the time.” (Joss Whedon)

Das ist so traurig vor diesem Hintergrund, denn in seiner Rede hat Joss Whedon gezeigt, warum er genau das geschafft hätte, was den Film so großartig hätte machen können: eine emanzipierte, aber glaubwürdige Superheldin zu zeichnen. Eine Vision, die sicherlich auch mal gegen den Strom schwimmt, die auch mal zeigt, dass Emanzipation nicht einfach nur platt durchgesetzt kann, dass Emanzipation nicht einfach dadurch funktioniert, dass man manche Zustände als “gleich” definiert.

Ich bin mir sicher, nach dem bahnbrechenden Erfolg von Avengers gibt es da ein paar Leute, die sich kräftig ärgern. Denn das hätte ihr Erfolg sein können – mit Wonder Woman. Ja, sicherlich anders, denn Avengers waren mehr Superhelden und Wonder Woman wäre das eben nicht gewesen. Dennoch hat dieser Film gezeigt, was für ein Genie Joss Whedon ist und wie sehr er dieses Genre versteht und was er machen kann – wenn man ihn lässt.

Jeden einzelnen Satz von Joss Whedon aus der Rede da oben möchte ich ausnahmslos unterschreiben. Wer meine Position zu Emanzipation wissen will, der findet sie da oben – witziger und besser formuliert, als ich es je könnte. Danke, Joss.

What have I to fear?

Bekanntermaßen habe ich eine Hassliebe zu Trailern: Es gibt manche, die verdammt gut sind, aber trotzdem schätze ich eher kurze Teaser, denn viel zu häufig sind Trailer einfach ärgerlich. Trailer haben die Eigenart, zu viel zu verraten, weil irgendjemand, der diesen Trailer gemacht hat, häufig nicht weiß, wann er seine Klappe zu halten hat. So gab es schon ein paar Trailer, die mich neugierig gemacht haben und ich hätte den Film geschaut – wenn der Trailer nicht eine halbe Minute länger gegangen wäre. Krassestes Beispiel in der Hinsicht war der Trailer zu “Shutter Island”.

Zum Glück gehört der Trailer der “Avengers” nicht dazu – auch wenn er mir leider eine kleine Story-Entwicklung spoilte, die ich recht flott mir im Film zusammenreimen konnte. Aber nur halb so wild, denn es gibt nicht viel zu spoilen in “Avengers”. Dazu ist der Plot dann doch nicht komplex genug und das war auch gut: Riesige Weltbedrohung, Superhelden-Team muss zusammengestellt werden, aber irgendwie können sie nicht so recht miteinander und trotzdem vereint diese Bedrohung. Das sind keine großartigen Twists und trotzdem schafft es Joss Whedon mit kleinen Twists durchaus Spannung zu erzeugen und zu überraschen.

Was ich aber mit wachsender Begeisterung mir die letzten Tage angeschaut habe, waren die TV-Spots zu “Avengers”, die so verdammt gut waren. Schon allein der “Hulk-Smash”-Spot war großartig; und hat mir leider gezeigt, dass diese kleine Anspielung so vollkommen in der deutschen Übersetzung “Hulk – immer fest drauf” (oder so ähnlich) verloren gingen.

Ein verdammt guter Teaser ist übrigens folgender TV-Spot, den ich jedem nur empfehlen kann, wenn er noch ein wenig angefixt werden will, um den Film sich doch noch anzusehen, denn das ist die Essenz des Films und was einen erwartet:

Das Lachen von Tony Stark am Ende ist so… großartig – ich finde keine anderen Worte dafür. Wenn ich mir den TV-Spot so gerade immer wieder und wieder anschaue, dann will ich einfach noch einmal ins Kino und diesmal in die englische Version! Der Film ist so abartig gut…

Not to men like you

Meine Angst, dass mir “Avengers” nicht gefallen könnte, war vollkommen unbegründet. Aber ich war unsicher, ob nicht sogar mein großes Idol Joss Whedon an diesem Film scheitern könnte. Wieso? Weil es bisher fast immer so war, dass wenn viele interessante Charaktere in einem Film waren, das irgendwie “Määääääh!” wurde. Mein Lieblingsbeispiel für eine vollkommen versiebte Sache in der Hinsicht ist “X-Men 3” und auch wenn ich “Spider-Man 3” durchaus auch ganz gerne noch sehe, zählt er auch genau zu den Filmen, die daran scheiterten

Meine Hoffnung war: So wenig Plot wie nötig, so viel Charakterinteraktion wie möglich. Das ist auch die Formel, die Joss Whedon für den Film genommen hat und das hat dem Film so ungeheuer gut getan. Denn die Handlung? Die lässt sich sehr schnell umreißen, aber darum geht es nicht.Denn die ist nur die Bühne für einen ganzen Film voller Charakterentwicklung, Dialoge, moralischer und philosophischer Wettstreite. Wen interessiert da die Handlung? Mich jedenfalls nicht und ich bin froh, dass Joss Whedon das genauso sieht, denn gerade dadurch ist “Avengers” einfach herausragend geworden.

Die deutschen Stimmen sind teilweise leider ungeheuer schlecht besetzt. Das merkt man vor allen Dingen bei Loki, dessen deutsche Synchronstimme bei weitem nicht das schlängelnde Charisma des Originals hat. Da ist absolut an der Vorlage vorbei besetzt worden und ist sehr traurig, da das dem Film so einiges nimmt. Wer Loki einmal auf Englisch gehört hat und das mit der deutschen Synchronstimme vergleicht, wird verstehen, was ich meine. Auch Thor kommt in der Synchronisation deutlich farbloser weg, was ungeheuer traurig ist, weil die Schauspieler da so viel Charakter in die Stimme legen, dass das einfach Spaß macht zuzuhören. Aber um so mehr freue ich mich auf den DVD-Release, wenn ich dann endlich auf Englisch mit Untertiteln sehen kann.

Es passt einfach alles bei diesem Film und nicht zuletzt die Musik und dieses grandios heldenhafte Thema:

Joss Whedon hat einmal wieder bewiesen, was für ein grandioser Künstler er ist und wie sehr er doch das alles verstanden hat. Wenn ihr einen X-Men-Film wieder machen lasst, lasst ihn Joss Whedon machen – bitte. Dann müssen wir nicht diese schreckliche letzte Hälfte von “X-Men 3” ertragen, denn er kann es so viel besser!

Dieser Film hat es gezeigt und ich finde, das ist ein solcher Schlag mitten in das Gesicht von Fox, dass sie ihm zwei (!) Serien abgesetzt haben, die unglaublich stark hätten einschlagen können, wenn sie zu Ende gesendet worden wären.

Joss Whedon is my master now!

Wollt ihr meine Lieblingsszene des Films wissen? Nach dem Spoiler-Cut.

Spoiler-Cut!

Room with a view

Endlich war ich in “Avengers”! Zum Glück hat es geklappt, dass meine Frau trotz mangelndem räumlichen Sehen in einem 3D-Film auch was erkennen konnte! Was für ein toller Film – dazu später vielleicht mehr! Aber… was für ein unnötiger 3D-Quatsch.

Der Film war großartig, aber wozu das 3D? Kann mir das mal jemand verraten? Das hat dem Film nahezu Null gebracht – und mit Null meine ich wirklich Null. Mich hat sogar manche Kameraeinstellung eher wieder aus diesem tollen Film gerissen, weil ich gemerkt habe, dass die nur für den 3D-Effekt so gedreht wurde. Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass Joss Whedon da herzlich wenig dagegen machen konnte.

War das also wirklich notwendig, dass ich hier den Film nicht auch auf 2D in Deutsch sehen konnte? Die Antwort ist ein klares: Nein, verdammt! Das ist absoluter Humbug, gerade bei diesem Film. Denn er klappt super ohne diesen Schnickschnack und braucht es nicht.

Wollen wir hoffen, dass sich dieses ausschließliche 3D-Modell nicht durchsetzt.

You have made me very desperate

Verdammtes 3D-Kino! Ja, anders kann ich es nicht sagen, denn ich würde so gerne endlich “Avengers” sehen – und zwar nicht in 3D. Wieso nicht? Weil meine Frau das dann vermutlich nicht sehen kann. Trotzdem will ich den Film mit ihr gemeinsam sehen. Aber es scheint bisher hier im Umkreis nur Kinos zu geben, die den Film in 3D zeigen.

Zugegeben, ich habe jetzt nicht die kleineren Kinos abgesucht. So gut kenne ich mich hier auch nicht aus. Allerdings habe ich auch noch unser 5-Sterne-Ticket für das Cinestar, das ich gerne benutzen würde. Aber mit dem Kinopolis könnte ich mich auch anfreunden. Doch selbst dort Fehlanzeige. Sogar in Mainz habe ich geschaut und dort den Film nicht in 2D gefunden. Muss das echt sein, dass ich da jetzt merkwürdige Organisationsverrenkungen machen muss, damit ich diesen Film endlich sehen kann?

Das ist zudem schlimm, weil ich mich tierisch auf den Film gefreut habe – so sehr, wie schon lange nicht mehr auf einen Film. Klar, denn er ist ja auch von meinem großen Idol Joss Whedon. Und ausgerechnet diesen Film kriege ich nur in diesem verdammten 3D?

Sowieso finde ich diese ganze 3D-Welle absolut nervig. Ich finde es nicht schlimm, klar. Es gibt auch 3D-Momente, die sicherlich nett sind und ich muss gestehen, dass “Avatar” in 3D definitiv seine Momente hatte. Trotzdem mochte ich die 2D-Version lieber, weil ich das Gefühl hatte, dass die ganzen 3D-Effekte vom Film selbst abgelenkt haben. Hinzu kam, dass zumindest bei uns im Kino eine 3D-Technik benutzt wurde, bei der der Hintergrund verschwommen war. Der Film schrieb mir also vor, was ich mir gerade anschaue und was ich im Blickfokus hatte. Aber gerade bei “Avatar” mit der tollen Landschaftsumgebung mit den liebevollen Details der Natur hat mich das echt geärgert.

Ist es wirklich so, dass alle Welt 3D so toll findet, dass nur noch in 3D produziert wird? Ich kann es mir kaum vorstellen. Das kann doch nur irgendein Missverständnis sein, dass alle denken, das ist die Technik der Zukunft, aber so wirklich will es keiner – es beschweren sich nur nicht genug. Viele Leute nehmen es vermutlich einfach nur hin – zumindest ist das die Beobachtung bei mir im Freundes- und Bekanntenkreis. Da wird zwar kurz gemeckert, aber wirkliche Konsequenzen zieht da keiner draus und viele gehen dann trotzdem in den Film. Aber ob ich das auf die Allgemeinheit der Kinobesucher übertragen kann? Vermutlich nicht. Trotzdem kann ich es mir schwer vorstellen, dass das Publikum echt nur noch 3D sehen will – und zwar alles.

Über “Titanic” in 3D lasse ich mich jetzt nicht aus – den Film mag ich eigentlich, aber war 3D da wirklich von Nöten? Oder “Findet Nemo”? Einer meiner Lieblings-Animationfilme, aber dass der jetzt auch in 3D erscheinen soll, hat mich schockiert. Wozu braucht dieser Film denn das 3D? Ja, ich kann mir Szenen da vorstellen, die damit funktionieren, aber was soll das?

Muss ich vermutlich noch ein paar Wochen warten und hoffen, dass das Cinestar und Kinopolis sich das doch noch anders überlegen. Denn dass er auch in 2D gezeigt wird, weiß ich. Ein Arbeitskollege war nämlich in einem Stuttgarter Kino in 2D. Wieso also nicht auch in Frankfurt? Über hilfreiche Links zu 2D-Vorstellungen bin ich natürlich definitiv dankbar, falls da jemand was hat und ich einfach nur etwas übersehen oder nicht gefunden habe.

Ich will das hier endlich sehen und zwar in 2D, danke:

Jamas Tipp: Dr. Horrible’s Sing-Along Blog

Als Einstimmung auf den Avengers-Film will ich heute einmal etwas empfehlen, das ihr euch ganz einfach, kostenlos und ohne Probleme direkt über YouTube anschauen könnt. Dabei handelt es sich um das ultimative Superschurken-Musical: Dr. Horrible’s Sing-Along Blog von Joss Whedon.

Wieso so einfach und kostenlos? Vor mittlerweile schon ein paar Jährchen gab es einen Autorenstreik in Amerika. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch daran oder bemerkte, dass seine Lieblingsserie in einer Staffel so ungewöhnlich kurz war. Das war dann vermutlich besagter Autorenstreik – ein kleiner Machtkampf zwischen Autoren und Vertrieben… oder so ähnlich. Ich muss gestehen, so richtig habe ich mich damit nie auseinander gesetzt.

Aber auch Joss Whedon trat in den Streik. Doch das hinderte ihn nicht daran, trotzdem zu schreiben und zu produzieren. Nur… anders. Er produzierte mit minimalem Budget und nur mit seinen Freunden – wobei das eben schon einige hochklassige Schauspieler waren. Außerdem schrieb Joss Whedon zu dem Thema einen Brief. Den könnt ihr auf dieser Seite nachlesen. Ruhig reinschauen. Das ist sehr lesenswert, denn in seiner typisch sympathischen Schreibweise hat Joss das alles sehr schön und witzig erklärt. In diesem Brief könnt ihr übrigens sehen, warum Joss Whedon für mich einfach der große, postmoderne Schreiber ist, den ich einfach vergöttere.

Das Musical selbst wurde in Abständen von drei Tagen gesendet – jeweils ein Akt. Das gesamte Stück ist auch wirklich nicht lang. Worum geht es? Um einen Superschurken, seinem unsympathischen Erzfeind und seiner heimlichen Liebe.

Der Trailer gibt einen schönen Einblick:

Mich hat das damals sehr bewegt und berührt und ich muss gestehen, ich war lange Zeit nicht sicher, ob ich gerade das Ende so gut finde. Mittlerweile weiß ich doch: Genau so, nicht anders. Danke, Joss! Mit “Dr. Horrible’s Sing-Along Blog” hat er mir einmal wieder gezeigt: “Don’t give people what they want, give them what they need.” Das ist es, was es so großartig macht.

Lust bekommen? Dann einfach auf den Spoiler-Cut klicken. Ich verlinke alle drei Akte und ihr könnt die dann in aller Ruhe euch ansehen und Spaß haben – sofern ihr halt Musicals, Superhelden, Superschurken und so Sachen mögt. Meiner Ansicht nach extrem intelligente Unterhaltung, die man nicht verpassen sollte, mit so viel Tiefe trotz wirklich witzigen Dialogen und Szenen.

Also auf, klickt unten drauf und lasst euch unterhalten. Jeder Akt ca. 15-20 Minuten, macht bei drei Akten knapp 60 Minuten. Da könnt ihr natürlich auch pro Tag einen Akt schauen und habt ein ähnliches Erlebnis, wie damals beim Release.

Neil Patrick Harris (“How I met your mother”) und Nathan Fillion (“Firefly”, “Castle”) – yay! Na gut, Felicia Day ist auch ganz in Ordnung hier, aber das Musical lebt meiner Ansicht nach von den anderen beiden.

Spoiler-Cut!

Take back the night

In letzter Zeit bekomme ich immer mehr und immer häufiger Lust auf einen erneuten “Buffy”-Rerun. Einfach einmal wieder diese Serie komplett anschauen.

Mittlerweile haben sich viele, viele Serien hinzugesellt, die mich begeistern und beeindruckt und inspiriert haben und die ich zu meinen Lieblingsserien zähle, doch ich vermute, “Buffy: The Vampire Slayer” ist und wird auch für immer meine Lieblingsserie im Singular bleiben.

Da rümpfen manche von euch die Nase, doch ich sage nach wie vor: “Buffy” wird verkannt. Sicherlich zu einem Großteil auf Grund der echt fürchterlichen deutschen Synchronisation, die nicht nur tatsächliche Fehler enthält (“Dagon’s Sphere” wird zu “Dagons Furcht”), sondern die Sprecher werden den Stimmen der originalen Sprecher.

Das ist tragisch, denn die Serie lebt von ihrer Sprache. Da ist so viel Witz, so viel Tiefe, so viel Dramatik allein darin. Das geht sowohl durch die schreckliche Übersetzung als auch die schrecklichen deutschen Sprecher vollkommen verloren.

Hinzu kommt, dass das Setting mit der “High School” und später “College” die üblichen Vorurteile bedient und die Serie bei vielen in eine Ecke rückt, in der sie nicht ist. Daher breche ich immer wieder gerne eine Lanze für “Buffy”. Zwar ist die Serie merklich gealtert und das merkt man auch den ersten Folgen an, aber sie ist immer noch großartige und tiefsinnige Unterhaltung. Man muss ihr nur eine längere Chance geben und sich darauf einlassen.

Es spielt natürlich am Anfang in der High School. Buffy ist eine Schülerin. Damit gibt es auch viel Schuldrama, aber gerade diese Passagen und diese Probleme bereichern die Serie so ungemein und werden so schön und selbstironisch und häufig auch sehr dramatisch einbezogen. Die Charaktere sind die absolute Stärke der Serie, aber genauso die Dialoge und die Ideen – und dass Joss Whedon so häufig alte Klischees im Horror-Genre aufbricht und damit spielt.

Was macht “Buffy” für mich zu dieser herausragenden Serie? David Boreanaz hat das sehr schön gesagt:

“You can’t really pin Buffy: The Vampire Slayer as an action show or a dramatic series or a comedy. I think it has elements of all of that. It breaks it up. At a moment you can be enthralled by the adventure in it and the next minute you can be saddened by the drama. So, it has all these elements.”

Buffy ist selbstironisch, Buffy ist intelligent, Buffy ist spannend, Buffy ist atmosphärisch, Buffy ist gruselig – Buffy ist postmodern. Damit ist es für mich die erste wirklich postmoderne Serie, die ich je gesehen habe.

Auch wenn “Akte X” und “Babylon 5” mich vorher bereits in den Bann gezogen haben und mich allgemein sehr auf Fernsehserien eingeschossen haben, “Buffy: The Vampire Slayer” hat meine Vorliebe für genau diese Art von Serien geöffnet, die mich bis heute noch begeistern bei “Lost”, “Chuck”, “Fringe” und wie sie alle heißen.

Na gut, und hinzu kommt, dass ich Joss Whedon einfach mag und sympathisch finde. Er wird vermutlich auch immer mein Idol und Vorbild bleiben. Bei so vielen Sachen kann ich nur aufstehen und sagen: “Ja!”

Wenn mich in zehn Jahren jemand fragen wird, welches meine Lieblingsserie war oder die Serie, die mich am meisten beeinflusst oder beeindruckt hat, wird die Antwort vermutlich sein: “Buffy: The Vampire Slayer”. Das wird sie auch vermutlich in zwanzig und in dreißig Jahren und so weiter sein.