King’s Speech

Heute ist mir eine witzige sprachliche Redewendung aufgefallen, die häufig benutzt wird, aber über die scheinbar nicht viel nachgedacht wird: “Person A möchte bitte dieses und jenes tun.” Klingt zunächst höflich, aber als ich darauf starrte, empfand ich es sogar als ziemlich unhöflich.

Klar, man kann es einfach als Konjunktiv sehen. Wobei, streng genommen, ist es überhaupt ein richtiger Konjunktiv im Deutschen? Oder ist das für mich Lateiner da nur mal wieder eine der üblichen Fallen, weil das im Lateinischen über einen Konjunktiv dargestellt würde, aber im Deutschen streng genommen nicht darüber läuft? Ich bin da selbst gerade leicht verunsichert.

Wie dem auch sei: Man könnte es als Konjunktiv schon irgendwie sehen. Dann wäre es als höfliche Aufforderung auch noch in Ordnung. Das wäre dann im Lateinischen Adhortativ.

Woran ich mich aber stoße ist: “Du möchtest dies und das tun.” Nein! Ich bin nicht geistig schwach und du bist kein Jedi, der seinen Mind-Trick bei mir durchbringt. Ich entscheide selbst, was ich möchte und was ich nicht möchte. Da wäre der richtige Konjunktiv doch eigentlich viel höflicher als dieser fast gemogelte: “Würdest du bitte dies und das tun?”

Vielleicht bin ich da einmal wieder zu lang in Korinth gewesen, aber ich finde das durchaus einen himmelweiten Unterschied. Fand ich lediglich sehr faszinierend, als mir diese Redewendung einmal wieder begegnet ist. Man stolpert ja häufig über solche Formulierungen, aber diesmal bin ich sogar nicht nur darüber gestolpert, sondern habe mich irgendwie in die schmerzhafte Horizontale bewegt.

I used to wonder what translation could be

Passend zum Start der zweiten Staffel in den USA, gibt es jetzt auch die erste Staffel von “My Little Pony: Friendship is Magic” auf Deutsch.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich deutlich Schlimmeres erwartet hatte. Trotzdem ist die Übersetzung weit davon ab, “gut” zu sein. Sie ist größtenteils schmerzfrei, aber dann gibt es doch so einige Sachen, über die ich mich stundenlang aufregen könnte und einmal wieder zeigen, in welch einem Zustand die deutschen Synchronisationen größtenteils sind, denn es sind die gleichen Fehler, die immer wieder und wieder und wieder gemacht werden seit einigen Jahren.

Schreib dich nicht ab

“Seit 3 Tagen heale ich mal wieder in einer Instanz…” – diesen “Satz” habe ich gestern im Rift-Forum gelesen und ich fragte mich einmal wieder: “Wieso schreibt man sowas?”

Es geht dabei nicht um den Inhalt, sondern um die Sprache. Wieso schreibt man nicht “Seit 3 Tagen heile ich mal wieder in einer Instanz…” Was ist daran so schwer und so unterschiedlich? Wieso benutzt man das englische Wort? Es klingt doch sogar gleich!

Ich möchte da nicht päpstlicher als der Papst erscheinen, denn auch ich benutze mal Fachausdrücke. Gerade wenn ich von Starcraft2 spreche, rede ich auch von “Magic Box” oder “Speedlings” oder ähnlichem. Ich benutze sowas auch, aber dennoch versuche ich, mich darauf bei Fachausdrücken zu beschränken.

Mag sein, dass nicht jeder etwas mit den Begriffen da oben anfangen kann, aber wer sich ein wenig mit SC2 auskennt, der wird bei “Magic Box” die perfekte Reichweite von Flugeinheiten verstehen, damit sie keinen “Splash Damage” (da haben wir wieder so ein Wort) abbekommen und der wird bei “Speedlingen” direkt wissen: Aha, die haben das Geschwindigkeitsupgrade – oder bei “Cracklingen”, aha, die haben auch die Angriffsgeschwindigkeitserhöhung. Das ist Fachsprache, um nicht jedes Mal das Konzept dahinter umständlich neu erklären zu müssen.

Aber ob ich jetzt sage “ich heile” oder “ich heale” hat nichts mit Fachsprache zu tun. Auch wenn ich sage “ich nehme Fast Expansion” (was ich durchaus mal sage), dann könnte ich auch besser sagen “ich mache eine schnelle neue Basis”. Auch mir passiert das also, aber ich fühle mich danach immer so ein wenig schmutzig.

Doch: Ich heale…? Oder noch schlimmer: Use mal den Heiltrank…? Was soll das? Vor allen Dingen tut es mir in der Seele weh, wenn das auch noch ganz normal konjugiert wird. Bei “Fast Expansion” wird wenigstens einfach ein englisches Wort genommen, aber wie sieht das bei “ich heale” aus?

Ich heale, du healst, er/sie/es healt, wir healen, ihr healt, sie healen?
Ich use, du used, er/sie/es used, wir usen, ihr used, sie usen?
Ich gette davon Schmerzen!

Ich gelobe Besserung, dass ich in Zukunft wieder bewusster meine Sprache benutzen will und mir andere Sachen ausdenke für “ich nehme eine Fast Expansion” oder “ich greife seine Second an”. Denn durch “ich heale” ist mir einfach wieder bewusst geworden, wie fürchterlich und vor allen Dingen unnötig das ist.

Wobei ich es verstehen kann, wenn jemand sagt “er tankt”, aber da muss es doch auch ein besseres Wort für geben! Blocken? “Ich blocke die Instanz” – nein, ist auch blöd. Was gibt es denn für Möglichkeiten?

Bitte seht es mir nach, wenn es in Zukunft immer mal wieder doch solche Wörter bei mir gibt, denn ich kann es sicherlich nicht von eben auf jetzt ausschalten; ich bemühe mich aber darum. Trotzdem werde ich auch in Zukunft von “Magic Box” reden, denn das gibt einfach kurz und bündig ein Konzept wieder, das man auch durch Google-Fu schnell nachschlagen kann, ebenso wie Speedlinge. Aber ich werde mich bemühen, nicht mehr zu “pushen”, sondern “anzugreifen”.

Gerade unter anderen Zockern fällt es einem schwer, von dieser Unart abzulassen, denn man ist es doch ziemlich gewohnt zu “nuken” oder zu “silencen” oder zu “sheepen”. Trotzdem: Macht ihr mit? Denn zumindest sehe ich in “ich heale…” keinen Vorzug gegenüber “ich heile…”.

I love your smile

Das Thema kommt immer einmal wieder auf und ich benutze sie schließlich auch selbst, aber trotzdem regen sie mich all zu häufig auf: Smileys. Sie werden leider viel zu häufig benutzt! Sie sind sogar so inflationär, dass ich mich häufig ein wenig schmutzig fühle, wenn ich sie selbst schreibe.

Aber manchmal will ich sie auch machen. Wann? Um etwas auszudrücken, was ich mit Worten nicht so schnell machen könnte, um etwas witziger auszudrücken oder um meinem Geschriebenen einen gewissen Tonfall zu geben.

Trotzdem entbindet das nicht davon, den eigenen Text anzusehen und darüber nachzudenken. Wenn ich schreibe: “Du bist ein Arschloch”, dann macht das Smiley das nur bedingt besser. Wenn man denjenigen kennt und das mit einem Augenzwinkern geschrieben ist, dann braucht derjenige das Smiley eigentlich nicht, denn er wird das sowieso richtig verstehen. Wenn ich jemanden nicht kenne und das Smiley brauche, dann sollte ich sowas sowieso nicht schreiben!

Das bemerkt man besonders, wenn man harte Kritik gegenüber jemandem sagt: “Ich finde, du machst dies und das zu viel… :)” Das Smiley macht den Ton sogar eigentlich nur härter, denn es verstärkt den Eindruck, dass man da etwas echt Fieses gesagt bekommt und der Smiley ist der Schild des Kritikers.

Wenn ihr also Kritik anbringt, dann probiert es mal ohne die Schwimmflügelchen des Smileys. Dann müsst ihr nämlich mehr darauf achten, wie ihr es formuliert und ich kann mir gut vorstellen, dass die Kritik dann besser ankommt, als wenn sie einfach so dahingerotzt wird und weil man sich ja immunisieren will, wird noch rasch ein Smiley drangeklatscht. So funktioniert das nicht.

Kritik ist immer ein Minenfeld und ein Smiley hilft einem da auch nicht weiter – ich wage sogar zu behaupten, dass es viele Sachen schlimmer macht. Smileys sind wie die Lacher aus der Konserver in Sit-Coms. Ein Witz wird nicht dadurch witziger, weil jemand mir vorlacht, wann ich lachen soll. Außerdem wirkt es viel zu häufig unecht.

Also: Benutzt weniger Smileys! Denkt mehr darüber nach, was ihr schreibt! Danke…

Jamas Tipp: Hot Fuzz

Gestern habe ich mit einem Kollegen einen kleinen Filmeabend gemacht, weil er “Hot Fuzz” noch nicht gesehen hatte.

“Was, du hast Hot Fuzz noch nicht gesehen?”, fragte ich.
“Nein, daher habe ich ihn mir ja gekauft.”
“Ein so großartiger Film! Aber den darfst du nicht allein schauen! Den muss man zusammen schauen!”

Daher war der Plan spontan gefasst und ich kann es auch hier nur noch einmal verdeutlichen: Den Film schaut man zusammen an! Was der großartige “Shaun of the Dead” für die Zombie-Filme ist, ist “Hot Fuzz” für die Action-Filme: eine herrliche Homage an das Genre.

Man kann ihn auf Deutsch sehen, aber auf Englisch ist es so viel besser – ähnlich wie “Shaun of the Dead”. Der britische Akzent in seinen unterschiedlichen Ausprägungen trägt einfach noch zur Atmosphäre und vielen witzigen Szenen bei. “Hot Fuzz” ist zwar stellenweise richtig albern, aber er hat auch keine Angst, das Genre ernst zu nehmen. Gerade aus diesem Spagat zwischen bizarren Albernheiten und dramatischen Szenen merkt man, wie liebevoll der Film gemacht ist.

Simon Pegg ist einfach einmal wieder großartig, wenn er den nahezu tadellosen Ausnahme-Cop Nicolas Angel spielt, der wegen zu gutem Dienst in ein Kleinstadtkaff “befördert” wird, in dem nichts – aber auch gar nichts – passiert. Aber um es mit Nicolas Angel selbst zu sagen: “There is always something going on!”

Der Film zitiert laufend bekannte Action-Filme, indem er Dialoge manchmal als Vorbild nimmt, manchmal Szenen, aber noch viel häufiger typische Motive daraus. Er nimmt aus einem großen Potpourri an Bildern und Ideen und fügt sie zu einer rasanten Action-Komödie heran.

Aber wieso muss man ihn zusammen sehen? Es ist ein Buddy-Film! Während “Shaun of the Dead” eine romantische Komödie (mit Zombies) ist, spielen Frauen in “Hot Fuzz” keine wirkliche Rolle. Es geht um Loyalität, Pflichtbewusstsein, Mut und männliche Freundschaft – also was für die ganz harten Kerle. Die Freundschaft zwischen Nicolas Angel und seinem tappsigen Sidekick ist so großartig geschrieben und in Szene gesetzt, wie in vielen “richtigen” Buddy”-Filmen.

Wer also Action-Filme mag, wer was mit britischem Humor anfangen kann, dem sei “Hot Fuzz” wärmstens ans Herz gelegt. Und lasst euch nicht irritieren: Im Deutschen haben sie mal wieder einen absolut beknackten Untertitel unter den Titel gehängt, nämlich “Zwei abgewichste Profis”. Aha! Das war sicherlich absolut nötig, bei der Übersetzung hinzuzufügen. Hat nur leider gar nichts mit dem Film zu tun.

Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass Untertitel bei der Übersetzung entweder einfach unnötigerweise hinzugefügt wurden oder krampfhaft und unpassend verändert haben. Vielleicht war es der klägliche Versuch des Übersetzers, der Feeling der alten Buddy-Filme durch diesen Untertitel zu transportieren. Ist bei mir zumindest nicht gelungen.

Die richtigen Trailer kann ich hier leider nicht einbetten und ich fand nur einen Teaser, der nicht sonderlich gut war. Folgt daher einfach diesem Link für einen kleinen Einblick in den Film – und ja, das spoilt! Leider verrät der Trailer einmal wieder sehr viel, aber andererseits sind viele Sachen im Film auch nicht überraschend. Daher, schaut es euch einfach an und freut euch auf die Szenen.

Let justice ring

Es gibt da ein ganz schreckliches Phänomen, das mich noch irgendwann in den Wahnsinn treibt und sicherlich für mein Magengeschwür in zehn Jahren verantwortlich sein wird: Je nachdem, wem man einen Text zuordnet, wird der Text entsprechend bewertet. Meint man, dass der Text von einer Person kommt, die man nicht ausstehen kann, dann wird man den Text auch scheiße finden – selbst wenn er nicht von dieser Person ist. Kommt der Text von einer anderen Person, die man mag, so wird man ihn auf jeden Fall nicht ganz so scheiße finden, selbst wenn er schlecht ist.

Natürlich gibt es Kriterien, an denen man einen Text beurteilen kann. Aber ich habe es nun schon in den letzten zehn Jahren – ach was, eigentlich 20 Jahren! – regelmäßig und ständig gesehen, wie ein Text massiv durch den Kontext bewertet wurde. Mag ich den Schreiber? Dann ist der Text gut oder zumindest nicht so schlimm. Kann ich den Schreiber nicht ausstehen? Dann ist der Text eine Frechheit. Will ich dem Schreiber eins reinwürgen? Dann sind die Fehler abgrundtief schlimm, die ich darin finde. Bin ich dem Schreiber wohl gesonnen? Dann werde ich wohlwollend über die Fehler hinwegsehen – sie passieren halt. Kann ich einen Regisseur nicht ausstehen, wird jeder Film von ihm mir nicht gefallen und ich werde zielsicher jeden Fehler finden. Mag ich einen Regisseur, so sehe ich über diese oder jene Kleinigkeit hinweg, denn es gibt ja so viel mehr.

Ich finde das traurig und traurig vor allem, dass wenigen Leuten dies bewusst ist. Und ich habe es schon wirklich mehrfach gesehen und erlebt – sogar “nachweisbar”. Interessanterweise haben die Leute da nämlich gerne auch mal Scheuklappen auf, selbst wenn ich ihnen händeringend etwas zu erklären versuche. Irgendwann macht mich das echt noch krank, wie wenig den Leuten bewusst ist, was für einen massiven Einfluss das Image des Schreibenden bei einem selbst auf die Bewertung eines Textes hat. Wieso ist das so wenig Leuten bewusst?

Schreiben ist nun einmal keine Mathematik, keine Null und keine Eins. Es ist keine in sich analytisch stimmige Welt (David Hume und so mit dem Unterschied zwischen den Sinneseindrücken der Welt und analytischen Wahrheit). Das sollte doch eigentlich jeder in der Schule bereits gelernt haben, wenn der Lieblingsschüler in Deutsch Müll schreiben konnte, wie er wollte, immer eine Eins bekam – ja, manchmal gehörte ich auch dazu. Und der Schüler, den man auf dem Kicker hatte, schreiben konnte, was er wollte und immer eine 4 bekam – ja, auch dazu gehörte ich mal – macht euch mit der vorherigen Klammer einen eigenen Reim darauf, warum gerade das meine These untermauert.

France has more need of me than I have need of France

Ich spiele immer noch Rift und das sehr begeistert – und ich habe jede Menge zu tun. Dank RP-Server komme ich momentan kaum dazu, Twinks zu leveln oder mich mal wirklich um die Experten-Instanzen, -Risse oder Kriegsfronten zu kümmern. Denn wir haben zur Zeit wirklich ständig im RP was zu tun, hier ein Plot, da ein Termin, da Diplomatiegespräche und so weiter.

Trotzdem ist es irgendwie schade, dass die Zusammenlegung der Server-Pools meinen Spielspaß in den Kriegsfronten sehr getrübt haben und leider sieht es auch zur Zeit nicht aus, als ob das geändert werden würde. Worum geht es? Die Server-Pools wurden zusammengelegt, um schnellere Eintritte in die Kriegsfronten zu ermöglichen. Doch leider wurden nicht mehrere deutsche Server zusammengelegt, sondern die bisherigen deutschen Pools wurden wahlweise mit englischen oder französischen Servern aufgestockt.

Für mich auf Akala bedeutet das, dass ich mit Franzosen in Kriegsfronten bin. Das ist an sich nicht schlimm, mein Problem ist nur, dass ich kein Französisch kann. Nein, nicht so, wie es viele sagen, dass man es zwar in der Schule hatte, aber immer schlecht war. Ich kann es tatsächlich nicht – gar nicht. Denn ich hatte es nicht in der Schule. Ich hatte in der zweiten Fremdsprache Latein und als dritte Fremdsprache Spanisch. Ich wollte Französisch als dritte Fremdsprache nehmen, durfte aber nicht, weil es nur noch zwei weitere aus meiner Jahrgangsstufe gab und da hat die Schule gesagt: “Nö, gibt’s nicht. Wenn ihr eine dritte Fremdsprache wollt, nehmt halt Spanisch.”

Daher verstehe ich kein Wort – so richtig gar nicht. Zwar hilft mir mein Latein hin und wieder und auch Englisch und Spanisch, aber Französisch ist leider so entfremdet von diesen Sprachen, dass ich da mehr schlecht als recht raten kann. Denn leider ist es so eine Eigenart der Franzosen in den Kriegsfronten in Rift, nur Französisch zu reden. Sogar Bitten darum, auf Englisch zu reden, weil man das Französisch einfach nicht versteht, wird normalerweise auf Französisch weiter geredet, manchmal sogar geflamed (soweit kann ich mir das noch zusammenreimen) und manchmal sogar auf Englisch geflamed – das sogar aber seltener.

Jetzt heißt es, dass man sich da nicht so anstellen soll, denn in Kriegsfronten wird sowieso kaum geredet. Das stimmt, aber jetzt ist es unmöglich geworden, dort sich abzusprechen. Außerdem habe ich mehr als einmal mitbekommen, dass kurze und schnelle Absprachen über Sieg oder Niederlage entschieden haben. Das geht jetzt alles nicht mehr, weil die Franzosen weiterhin nur Französisch reden – ein paar wenige löbliche Ausnahmen natürlich abgesehen.

Das erzeugt bei mir Frust, denn ich will meine Mitspieler auch in Kriegsfronten nicht als irgendwelche NSCs. Ich will da mit Menschen spielen! Daher spiele ich ein MMO! Aber dank dieser Zusammenlegung ist es fast, als ob ich da einfach mit computergesteuerten NSCs spiele, die meist eine komische KI haben. Mir macht das keinen Spaß, weswegen ich die Kriegsfronten zur Zeit sehr sporadisch aufsuche.

Sehr schade, denn mir hat das PvP in den Kriegsfronten sehr gut gefallen, weil es immer mal was Schnelles für zwischendurch war und nette Abwechslung gebracht hat. Ich kann nur hoffen und beten, dass Trion da irgendwann einmal eine Einsicht hat und etwas an dieser Pool-Verteilung ändert.

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich

Mir ist es im Zuge einer Diskussion zu den Non-RPlern auf Rollenspielservern in Rift aufgefallen: Jeder bemüht gerne einen Vergleich heran, der genau zu seiner Sichtweise passt und den er sich nicht widerlegen lässt. Wer das anders sieht, sagt den bekannten Satz aus der Überschrift “Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich” und bringt einen Gegenvergleich, der natürlich viel treffender ist.

Im  Falle der genannten Diskussion wurden FKK-Strände herangeführt, bei denen man sich auch entkleiden muss, wenn man dort sein will, andere wiederum holten Raucher-Kneipen hervor, in denen man auch als Nicht-Raucher sein darf und nicht rauchen muss, ganz andere bemühten die Disco mit einem Frauenabend und es gab noch viel, viel mehr Vergleiche. Alle passten zur jeweiligen Meinung und waren perfekt darauf zugeschnitten.

Auf der Autofahrt letztens wurde mir klar: Ich benutze auch gerne Vergleiche, aber sie bringen irgendwie nichts. Man zementiert nur seine Sicht, indem man eine Analogie aus dem richtigen Leben nimmt und meint, dass das der “Beweis” dafür wäre. Vergleiche können aber nie ein Beweis sein. Wieso auch? Es geht immerhin um etwas anderes und natürlich sucht man sich genau die Situation, die einem passt. So ein wenig wirkt das auf mich, wie das amerikanische Rechtssystem mit seinen Präzedenzfällen – jedenfalls so, wie man es aus Film und Fernsehen kennt.

Das hat doch alles keinen Sinn, oder? Vergleiche schön und gut und sie sind häufig nett, um Sachen zu illustrieren. Aber in Diskussionen kann man dann auch gleich “Nein!” – “Doch!” – “Nein!” – “Doch!” sagen; das kommt aufs gleiche raus, wenn auch vielleicht nicht mit einem so schönen Bild. Schade eigentlich, denn ich benutze auch gerne Vergleiche, aber mittlerweile bin ich ehrlich am Zweifeln, ob sie in Diskussionen wirklich Sinn machen, sofern es nicht darum geht, jemandem etwas zu erklären. Als Beweis sind sie jedenfalls äußerst fehl am Platz.

Signs

Meine Frau hat ein besonderes Faible für Gebärdensprache und ist da immer sehr interessiert. Daher habe ich über sie dieses Video hier finden dürfen, das ich ungeheuer faszinierend fand:

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut das alles auf die Musik passt und es hat tatsächlich eine ganz eigene Lyrik auf diese Weise. Allerdings habe ich einmal dann den Ton ausgemacht und mir das Video angesehen. Natürlich habe ich im Kopf trotzdem noch die Musik gehabt, was eigentlich bedeutet, dass die Gebärdensprache das hier sehr gut transportiert. Aber kommt das einem Gehörlosen wirklich ähnlich rüber, wie mir, wenn ich die Musik dazu höre?

Ich merke in so Momenten einfach, wie fürchterlich es sein muss, sein Gehör verloren zu haben und wie wichtig mir Musik ist. Das Lied aus dem Video ist eigentlich nicht so meins, aber in Zusammenhang mit der Gebärdensprache finde ich es wunderschön. Allerdings klappt das für mich echt nur in dem Zusammenspiel. Nur die Musik ist für mich deutlich weniger schön. Nur die Gebärdensprache geht schon besser, weil es sogar fast getanzt oder zumindest rhythmisch auf mich wirkt, wie das Lied erzählt wird. Trotzdem ist es sehr schade, wenn man nicht beides zusammen erleben kann.

Blog flieg und sieg!

Es wird ja viel über Follower-Power auf Twitter geredet, da ich ja doch ein wenig schlechter Twitterer bin und mich eher dem Bloggen verschrieben sehe, setze ich mal auf Blog-Power! Ich habe seit ein paar Tagen ständig die Lieder aus “Tangled” (“Rapunzel”) im Ohr und eine Sache, die mich fast umbringt: Wie kommt man bitte schön darauf, den Titel “Tangled” mit “Rapunzel – Neu verföhnt” zu übersetzen?

Übersehe ich da irgendwas? Das Original hat keinen direkten Bezug zum Märchen, auch hat das Original keinen Sub-Titel und schon gar keinen mit diesem blöden Wortspiel, da bei Badesalz damals vielleicht lustig war, aber in dem Zusammenhang einfach nur bäh ist. Übersehe ich da was? Heißt das Märchen “Rapunzel” auf Englisch auch “Tangled”? Eigentlich doch nicht, oder?

Eine erste Übersetzung, die ich gehabt hätte und die deutlich näher dran gewesen wäre: “Verwickelt” oder “Am Wickel”. Gibt sicherlich bessere, aber wenn mir sowas innerhalb von wenigen Minuten einfällt, wie kommt man dann auf den so unsagbar dämlichen Titel “Rapunzel – Neu verföhnt”?

Der Arbeitstitel war wohl “Rapunzel Unbraided”, was schon wiederum näher an der deutschen Übersetzung wäre. Aber der Release-Titel war nicht so! Spannend ist, wenn man sich die Liste auf der imdb ansieht, dass manche Länder es eher wörtlich probiert haben und manche – nicht.

Hilfe!