You had a temper…

Während meines Studiums war Gothic Literature eines meiner Spezialgebiete neben Gender Studies und amerikanische Kolonialzeit. Gerade Gender Studies und Gothic Literature war ungeheuer dankbar, wenn man es verband – so habe ich ein paar spannende Einsichten in “Wieland” gewonnen und auch meine Zwischenprüfung darüber geschrieben. Natürlich funktioniert es noch mehr, wenn man sich im englischen Raum die Bronte-Schwestern anschaut – so großartig! Ich liebe “Jane Eyre”!

Um so peinlicher aber fast, dass etwas sehr bizarr Postmodernes in der Richtung an mir vorbei gegangen ist bis vor ein paar Monaten. “Wuthering Heights” von Emily Bronte habe ich bisher nur in Ausschnitten gelesen, denn es gibt gerade im Bereich der Gothic Literature so viel, was man lesen könnte, dass dieser Klassiker bei mir bisher ein wenig hinten runter fiel. Aber jetzt habe ich ein altes Musikvideo entdeckt, das mir durchaus Lust gemacht hat, doch endlich mal die teilweise versäumte Lektüre nachzuholen.

Wovon rede ich? Kate Bushs postmodernes Gezappel – das Musikvideo zum Roman:

Allerdings muss ich sagen, so faszinierend und bizarr das wirkt, gefällt mir die modernere (also postpostmoderne) Version von Hayley Westenra deutlich besser. Da gibt es zwar nicht mehr den postmodernen Ausdruckstanz einer Kate Bush, aber das lenkt zu sehr vom eigentlich sehr schönen Lied und seinem tollen Text ab.

Bei Hayley Westenra kann ich mich vollkommen auf das Lied konzentrieren und außerdem finde ich, dass sie deutlich mehr Charisma besitzt als Kate Bush – ihre Fans werden mich dafür vermutlich steinigen, aber für mich wirkt sie einfach eher wie ein Autounfall, bei dem man ständig hinschaut, obwohl man sich dabei so ein wenig schmutzig fühlt.

Das Lied hat sich in den letzten Wochen jedenfalls zu einem mich ständig begleitenden Ohrwurm entwickelt. Ich verstehe es nicht so ganz, denn durch die hohen Töne versteht man den Text kaum. Aber trotzdem ist der Klang und vor allen Dingen die Atmosphäre des Liedes in beiden Versionen ganz eigen und faszinierend.

Merkwürdig, dass ich erst vor kurzem darüber gestolpert bin. Aber andererseits ist es immer wieder schön, wenn man plötzlich solche Momente hat, in denen einem etwas begegnet, das ganz neue Bilder bringt, ganz neue Assoziationen und einen inspiriert. Das ist, was das Leben ungemein bereichert.

Ich hatte schon häufiger Momente, meist nach unglaublich tollen Serien wie “Firefly” oder “The Melancholy of Haruhi Suzumiya”, dass man sich danach sagt: “So, das war es jetzt. Jetzt kann mich nichts mehr zum Erstaunen bringen, denn das war fantastisch!” Danach fühle ich mich dann immer ein wenig leer, als ob die Inspiration durch solche Sachen ausgebrannt hätte.

Aber es gibt dennoch weiterhin immer wieder diese Momente, in denen einem etwas Neues begegnet. Denn nach “Buffy” kam “Firefly” und dann kam “The Melancholy of Haruhi Suzumiya” oder “Lost” oder “Fringe” oder “Harry Potter” oder eben solche kleinen Momente wie einfache Musikvideos, die einen tief beeindrucken auf die eine oder andere Weise. Es ist ein so tolles Gefühl, wenn man merkt, dass es das eben nicht war – sondern immer weiter geht, weil es so viele tolle Sachen da draußen gibt, die einfach nur entdeckt werden wollen.

Mark my words

Der neue “Assassin’s Creed”-Teil ist für November angekündigt! Und schon wird gejammert, dass das viel zu schnell ist. Sogar bei der guten Dodger, deren Meinung ich häufig teile – nur in diesem Punkt nicht. Ich verstehe sowieso das Argument nicht, dass man sagt: “Es wird sicherlich ein gutes Spiel, aber es kommt zu schnell hintereinander raus und das schadet der Marke.”

Ja, es mag sein, dass man die Marke dadurch abnutzt, aber ehrlich: Ich freu mich wie ein Schnitzel! Ich finde es auch zu schnell, aber jetzt sich zu beschweren, dass das zu schnell ist, finde ich ein wenig künstlich. Wenn das Spiel den Qualitätsstandard halten kann, ist es mir schnuppe, ob die Spiele im 2-Jahres-Rhythmus kommen oder alle halbe Jahre. Der einzige, der sich Gedanken machen muss, ist Ubisoft, ob die Leute nicht erst einmal warten müssen, um die alten Teile zu spielen, ehe sie sich das neue Spiel kaufen. Das muss uns Spieler aber nicht wirklich berühren muss.

Aber es ist ja nicht nur das, was bejammert wird. Manche sagen: “Nicht schon wieder Ezio!”  Da kann man sicherlich geteilter Meinung sein, denn ich liebe Ezio. Auf wen ich mich gar nicht freue ist Althair. Vielleicht gelingt es ihnen diesen wirklich extrem blassen und teils sogar unsympathischen Charakter ähnlich Profil zu geben wie Ezio – aber für mich ist Ezio “der” Assassine und es stimmt mich wirklich traurig zu hören, dass mit diesem Teil Ezios Geschichte zu Ende ist. Ich mag den Renaissance-James-Bond ungeheuer gerne.

Aber bei einem bin ich mir ziemlich sicher mit dem Blick in die Glaskugel (Achtung: Spekulation!): Es wird keine Auflösung des Meta-Plots geben! Es wird die Geschichte um Ezio zu Ende erzählt. Es wird nicht dieses “wtf”-Gefühl am Ende jedes Teil aufgelöst und ich hoffe und bete, dass sie es nicht auflösen. Da werden viele drüber schimpfen und jammern – das weiß ich jetzt schon. ”

“Assassin’s Creed” bezieht, meiner Ansicht nach, die Stärke seines Meta-Plots aus diesem “wtf”-Gefühl, aus dem “Lost”-Feeling, das einem dabei immer wieder beschleicht. Sie sind gut daran beraten, wenn sie das nicht ändern. Ähnlich wie bei “Lost” wird es aber auch hier dann wieder Gemecker geben und ich hoffe, dass sie davor keine Angst haben. Lösen sie es nämlich auf, geben sie zu viele Antworten, verliert der Meta-Plot ungeheuer und ich könnte mir vorstellen, dass es zwar viele freut, auf lange Sicht aber das den Biss von “Assassin’s Creed” verlieren lässt – und mir würde es vermutlich auch weniger Spaß machen.

Daher mein Tipp: Stellt euch nicht darauf ein, dass da irgendwas zu Ende erzählt wird außer der Geschichte um Ezio – wenn überhaupt, denn ich gestehe, dass ich selbst da skeptisch bin. Es wird offen bleiben. Das hoffe ich zumindest sehr.

Call the Bishops

Am Wochenende haben wir wieder viel “Fringe” (2. Staffel) geschaut und ich nage mittlerweile an meinem Sofa bei jeder Folge, denn es wird immer schlimmer. Es gibt zwar natürlich immer noch Plot und Meta-Plot, was mir aber so ungeheuer gut gefällt und mich an den Rand der Verzweiflung treibt, sind die Beziehungen zwischen Walter, Peter und Olivia. Das ist großartige Schreibkunst!

Wie sehr einem die Charaktere doch ans Herz wachsen können und wie sehr man mit ihnen mitleidet und wie sehr doch der eigentlich Plot in den Hintergrund tritt und man eigentlich nur wissen will, wie das ganze Beziehungsgeflecht aufgelöst wird. Aber es wird nicht aufgelöst! Naja, doch ein wenig, aber nicht so, dass es gut ist, sondern dass man sich denkt: “Nein, nein, ich kann gar nicht hinsehen.”

Das ist Whedonismus pur: “Don’t give the audience, what they want, give them, what they need” – in Reinkultur! Ich will, dass das alles aufgelöst wird! Dass es wieder schön harmonisch weiter geht. Aber die Serie gibt mir das genaue Gegenteil! Und so sehr ich da mitleide, so sehr mich das frustriert und wirklich runterzieht – ich finde das verdammt toll. Das bewegt und so soll es doch auch sein!

“Fringe” ist einfach eine grandiose und vollkommen unterschätzte Serie. Ähnlich wie bei “Lost” geht es bei “Fringe” weniger um den Plot als vielmehr um die tollen Charaktere und die moralischen Situationen, in die sie gebracht werden; wenn auch nicht ganz so extrem wie bei “Lost”. Aber dafür ist “Fringe” viel, viel philosophischer und hintergründiger. Da, wo “Lost” mehr Charakterstudie pur ist, ist “Fringe” eher eine philosophische Parabel über Religion, Moral und Wissenschaft. Da das sowieso Sachen sind, die ich ungeheuer spannend finde, fängt die Serie mich natürlich genau an dem Punkt.

Wenn ihr “Fringe” noch nicht gesehen habt und ich euch vielleicht hin und wieder durch meine Blog-Beiträge neugierig gemacht habe, schaut die Serie nicht wegen der Mystery-Plots. Die sind in Ordnung und nicht schlecht – manche davon sogar echt gut. Achtet viel mehr auf die Charaktere und genießt die Serie mal aus der Perspektive. Ich wage zu behaupten, dass das ein absoluter Gewinn ist und denke, dass man viel häufiger Serien aus diesem Blickwinkel schauen sollte. Dann ärgert man sich auch viel weniger über mögliche (meist nur angebliche) Plotlöcher oder an den Haaren herbeigezogenen Plots. Bei einer guten Serie sind die Charaktere nämlich immer glaubwürdig.

Ohne Drama keine competition

Jetzt habe ich doch bei Ebay “Toradora” gefunden und zwar sogar beide Staffeln – toll! Ich habe zwar lange nichts mehr bei Ebay gekauft, aber da habe ich direkt zugeschlagen und freue mich tierisch. Da ich bezweifle, dass meine Frau das mit mir sehen wird, werde ich mir das für Karlsruhe aufheben. So eine Folge vor dem Schlafengehen – da freue ich mich drauf.

Eine Sache ist mir beim Stöbern auf YouTube rund um die Serie aufgefallen: Die Mimik ist extrem gut getroffen und vieles scheint sich darüber abzuspielen – wobei das natürlich nur eine Vermutung ist, da ich bisher nur Auszüge gesehen habe, da ich mich nicht spoilern will. Aber das kann man auch sehr gut an dem Video von gestern sehen.

Allein In der Schluss-Szene des Openings, wenn Ryuji sein Essen zu Taiga stellt und zuerst richtig grimmig schaut – und dann nur durch die Erweiterung seiner Mundlinie sein Gesicht einen ganz anderen Ausdruck bekommt. Im Gegenzug legt Taiga ihren Kopf leicht schief und ähnliches dort. Gefällt mir ungeheuer gut, wie man mit so kleinen Sachen bereits riesige Unterschiede in den Stimmungen  machen kann. Da freue ich mich drauf, wenn ich den Anime bekomme.

Der Zeichenstil ist zwar nur so gerade meiner, aber er ist noch vertretbar für mich. Er ist mir an vielen Stellen ein wenig zu minimalistisch, aber ich vermute, dass sonst diese Sache mit der Mimik nicht ganz so gut rauskommt. Von daher kann ich damit leben.

Außerdem hört sich alles nach einem wunderschönen “Love-Triangle” an. Na gut, vermutlich ein wenig komplexer als nur drei Personen, sondern wohl eher vier, wenn nicht sogar fünf. Genau mein Ding! Ich bin so gespannt und freu mich so!

Auch wenn ich sicherlich wieder vor dem Fernseher mitzittern werde und in das Sofa beiße bei bestimmten Sachen. So ging es mir immerhin auch immer bei “Wedding Peach”, “Tokyo Mew Mew”, und allen voran natürlich dem Klassiker in der Hinsicht: “Love Hina”.

Wie vielleicht bekannt sein dürfte, schaue ich Animes oder generell Serien weniger wegen des Plots, sondern wegen der Charaktere und der Verwicklungen. Daher liebe ich es, wenn es Verwicklungen gibt, tiefe Einblicke in das Wesen der Charaktere entstehen und es komplexe Charakterentwicklungen gibt. Nicht umsonst gehören “Babylon 5”, “Buffy”, “Dawson’s Creek” und eben auch “Lost” zu meinen Lieblingsserien. Für mich geht es selten um den Plot. Es geht eigentlich immer um die Charaktere und: “Drama! Drama! Drama!”

Das extremste Beispiel in dieser Hinsicht ist für mich “Ranma 1/2” – meiner Ansicht nach das Meisterwerk von Rumiko Takahashi, auch wenn ich ihre anderen Mangas auch sehr mag, weil sie genau das aus Ranma auch in den anderen schafft, wenn auch nicht ganz so perfekt. Ranma hat zwar einen Meta-Plot – der ist aber vollkommen unerheblich und kommt fast nie vor. Es geht lediglich um die verqueren Charaktere und deren Beziehungen untereinander und Takahashi wirft diese Charaktere immer wieder erneut in eine Situation, aus der sie nicht rauskommen und bei der alles bunt durchgewürfelt wird. Herrlich! Das ist so meisterhaft inszeniert, wie die Charaktere sich plötzlich verhalten… ich liebe das.

The end

Ich finde das Ende von “Lost” gut. Es ist ein wenig verschenkt und ich werde nach dem Spoiler-Cut sagen, wieso. Ich war absolut gerührt und sehr gut unterhalten und noch bis kurz vor Ende dachte ich mir: “Selbst wenn die letzten zehn Minuten jetzt blöd sind, das Ende hat mich bisher absolut mitgenommen und bewegt, wie kann ich da sagen, dass das Ende blöd ist?”

Doch wie unterhält man sich über das Ende von “Lost”? Scheinbar jeder findet es blöd. Ich kann mir bildlich schon vorstellen, wie ich mich mit diesen ganzen Leuten unterhalte und die mich vollkommen irritiert ansehen, als ob ich von einem anderen Stern wäre. Auch kann ich schon die Kreuzzüge kommen sehen, um mich davon zu überzeugen, indem man mir sagt, warum sie das Ende blöd fanden. Doch ich will mir das Ende nicht kaputt reden lassen – daher werde ich mich wohl kaum darüber unterhalten. Vielleicht werde ich mich hin und wieder hinreißen lassen, wie auch in diesem Blog-Beitrag, aber ich denke, das ist eine Sache, von der ich die Finger lasse.

Zum Glück scheine ich die Serie bis zum Ende genau aus der richtigen Perspektive gesehen zu haben. Wie man an meinen ganz alten Blog-Beiträgen zu “Lost” sehen kann, habe ich schon am Anfang gesagt: Es geht nicht um den Plot, es geht um die Charaktere. Daher vermute ich, dass genau daher für viele Leute das Ende “blöd” ist (von der Rührseligkeit abgesehen).

Ich war alle Staffeln lang gut unterhalten. Es gibt im Nachhinein nur zwei Folgen, die mich unzufrieden zurückgelassen haben. Das eine war die Folge, in der Locke Charlie verprügelt, denn das passte für mich überhaupt nicht zum Charakter und hat mich so massiv irritiert und rausgehauen, dass ich die Folge wirklich blöd fand. Die andere Folge habe ich sogar schon wieder vergessen.

Sicherlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie er “Lost” findet und wie er das Ende wahrnimmt. Mir gefällt es und vielleicht konnte ich mit meinen Gedanken zur Serie dem ein oder anderen auch andere Sichtweisen zu “Lost” aufzeigen. Denn nach wie vor glaube ich fest daran, dass viele die Serie sich selbst kaputt gemacht haben, indem sie entweder Anderes/”Falsches” erwartet haben oder sich vieles kaputt reden wollten. Natürlich bleibt auch immer noch die Möglichkeit, dass es einem nicht gefällt. Das bezweifle ich aber, bei dem Eifer, den viele an den Tag legen, um “Lost” und besonders das “Ende” anderen kaputt zu reden und sich darüber aufzuregen.

Häufig habe ich den Vergleich zwischen “Lost” und Neon Genesis Evangelion gezogen – seit der ersten Staffel sogar. Total kurios, dass ich mit diesem Vergleich so unglaublich richtig gelegen habe, denn so viele Parallelen gibt es und selbst das Ende ist thematisch ungeheuer nahe an dem, wie ich auch das Ende von NGE verstehe und auch die Serie selbst.

Spoiler-Cut

Unfinished

So viel hatte ich jetzt am Wochenende vor, fertig zu machen. Na gut, eigentlich nur zwei Sachen: Endlich die letzten drei “Lost”-Folgen schauen und “Valkyria Chronicles” zu Ende spielen. “Lost” sind wir nur eine Folge weit gekommen und “Valkyria Chronicles” habe ich zwar wieder vier Missionen spielen können, aber bin trotzdem noch nicht am Ende. Dafür hatten es diese Missionen absolut in sich und ich bin stolz, so weit gekommen zu sein, denn das waren echt harte Nüsse.

Aber schlimm ist das keineswegs, denn so konnte ich mich mal wieder mit dem Marc treffen, was mal wieder sehr angenehm war und mich daran erinnert hat, wie ich das Quatschen und DVDs sehen doch vermisst habe und weder “Lost” noch “Valkyria Chronices” laufen mir weg; es gibt immerhin noch nächstes Wochenende.

In Aion habe bin ich auch mal wieder ein wenig mehr versumpft, weil ich dann doch meine Templerin endlich in den Nochsana-Bereich leveln wollte und meine Zauberin auch mal die 45 für die Theobomos-Kampagnen-Quest erreichen sollte. Das habe ich wiederum geschafft, auch wenn ich dadurch heute deutlich später ins Bett komme, als eigentlich gewollt. Denn ein paar Cut-Scenes von “Valkyria Chronicles” sehe ich mir jetzt auch noch an bis zur nächsten Mission, denn die würde bestimmt wieder zwei Stunden dauern.

Taking the stage

Anscheinend war ich doch nicht erst bei der Hälfte von “Valkyria Chronicles” – es geht in die finale Phase über, wie es mir scheint. Ein Charakter wurde auch heute Nacht herzergreifend umgebracht. Zwar hatte ich sowieso damit gerechnet, dass es eine solche Szene gibt und der Charakter war auch bei meinen Vermutungen, “wer dramatisch sterben könnte”, aber ich hatte doch auf andere Charaktere getippt.

Jetzt bin ich sauer und es geht zum großen Endkampf. Der wird aber vermutlich noch bis nächstes Wochenende warten müssen, denn bald ist RP-Taverne in Aion. Auch die letzten “Lost”-Folgen werden bis nächstes Wochenende warten müssen – davon sind es auch nur noch drei. Es liegt also einiges ab nächstem Freitag vor mir!

The Game

Die letzte “Lost”-Staffel geht gut voran und bisher kann ich noch keine Ungereimtheiten oder “blöde Ideen” erkennen. Witzigerweise geht es momentan in eine Richtung, die ich ungefähr bereits schon in der 2. Staffel gebloggt hatte, als ich meinte, dass es bei “Lost” nicht um den verwirrenden und mysteriösen Plot geht, sondern dass es eine Charakterstudie über Moral ist, bei der verschiedene Charaktere in unterschiedliche Situationen geworfen werden, bei der in erster Linie der moralische Aspekt interessant und wichtig ist. Einige Aussagen bisher deuten ziemlich genau in diese Richtung bisher. Ob das stimmt, weiß ich nicht – dazu  muss ich wohl erst zu Ende sehen.

Heute hatten wir einmal wieder eine Folge, die Sun und Jin als Fokus hatte – zwei meiner Lieblingscharaktere neben Locke. Ich bin wirklich gespannt, wie es weiter geht und ob eventuell meine Vermutungen ganz zu Anfang der Serie zutreffen.

This is the end, you know

Kaum haben wir mit der letzten “Lost”-Staffel angefangen, bin ich schon wieder im Bann dieser Serie. Ich sitze wie gebannt dort und schaue fasziniert den Charakteren zu, was sie machen, aber vor allen Dingen, wie es sie es machen. Der Plot interessiert mich dabei wenig, sondern vielmehr diese kleinen Momente, in denen die Figuren charakterisiert werden – das ist, was die Serie großartig macht. Nicht die Überraschungsmomente, nicht der verwirrende Metaplot, nicht die tausend Fragen – es sind die Charaktere und die moralischen Fragen, die aufgeworden werden.

Jetzt mag man vielleicht zweifeln, ob ich überhaupt das Ende schlecht finden kann, wenn ich doch schon so auf die Serie eingeschworen bin. Nein, keine Bange, auch ich kann das Ende doof finden, wenn ich es doof finde – auch wenn das natürlich jetzt tauthologisch war. Aber ich denke, ihr versteht, was ich meine. Dennoch werde ich, selbst wenn ich das Ende blöd finden sollte, nicht bei der Erwähnung von “Lost” als erstes sagen: “Oh ja, das Ende war doof.”

Wie kann das überhaupt das Erste sein, was einem bei so einer Serie in den Sinn kommt? Eine Serie, die mich jetzt mit jeder einzelnen Folge über mehrere Staffeln hinweg so gut unterhalten hat? Dann fallen mir doch als erstes vielmehr die Momente ein, die mich bewegt haben, die ich so großartig fand. Vermutlich auch das Ende – falls ich es blöd finden würde.

Aber ich sehe es realistisch: Ich konnte Spaß an der zweiten Staffel haben, obwohl da schon die ersten sagten, dass es ab da Müll wird. Dann hieß es, aber der dritten Staffel wird es wirr und blöd – auch diese Meinung teilte ich nicht, denn ich war äußert gut unterhalten, wie man an meinen Blog-Beiträgen aus der Zeit entnehmen kann. Und so ging es von Staffel zu Staffel weiter.

Das Problem ist einfach, dass “Lost” mit jeder Staffel sich veränderte und dadurch gefiel sie eben noch mehr Leuten nicht, die sich auf diese Veränderungen nicht einstellen konnten. Das sind aber Leute, die dann doch besser bei einer statischen Serie bleiben sollten. Ich persönlich mag Serien, die sich entwickeln, die sich verändern und dadurch eben auch neu bleiben. Mit statischen Serien kann ich wenig anfangen – einzige Ausnahme hier vielleicht “Monk”.

Ich bin gespannt, was ich vom Ende halten werde – ehrlich.