Die Legende der Hörbücher

Nach Glenkill habe ich mir gestern Abend im Saturn das nächste Hörbuch geholt: Die Legende der Wächter. Der Film wurde mir mehrfach empfohlen, steht auch schon bei uns zu Hause im DVD-Regal, ist aber bisher noch ungeschaut. Als ich dann die Kombi-Box mit anscheinend den ersten drei Büchern für einen ziemlich guten Preis gesehen habe, schlug ich zu. Der Preis war im Saturn übrigens gute 10 EUR billiger als bei Amazon.

Die Hinfahrt am Montag so ganz ohne Hörbuch war zwar durch Jan Tenner nicht unangenehm, aber so lange gehen die Jan-Tenner-Hörspiele eben doch nicht. Nachdem ich schon ein wenig reingehört habe, freue ich mich daher doppelt auf die Heimfahrt morgen, denn was ich bisher gehört habe, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Eine angenehme Abwechslung zu Glenkill, das mich nur hin und wieder unterhalten hat.

Die Qualitätsunterschiede bei den Vorlesern sind wirklich gewaltig. Während die Vorleserin bei Glenkill alles in ein und demselben Tonfall vorgelesen hat und ich das eher einschläfernd als spannend fand, hat Stefan Kaminski wieder ganz eigene Stimmen für die Figuren und ich merke endlich auch wieder, wenn geredet wird und wann erzählt wird. Denn das war bei Glenkill wirklich entnervend, wenn ich mich auf die Autofahrt konzentrieren musste und daher so den Anschluss verloren hatte, dass ich nicht mehr irritiert mitkam. Je unterschiedlicher die Stimmen sind, um so besser daher.

Der Anfang der Geschichte hat mich durchaus so gefesselt, dass ich am Wochenende doch mal meine Frau dazu überreden muss, den Film zu sehen. Ich hatte nämlich kurzzeitig überlegt, ob ich mir wirklich das Hörbuch holen will, bevor ich den Film gesehen habe. Aber nur Musik beim Autofahren mag ich nicht mehr – lieber die Möglichkeit mal ins Hörbuch zu schalten und mal auf meine MP3-Musikliste. Doch jetzt will ich den Film schauen! Eulen! Yay!

Jamas Tipp: Der Rabe

Ich liebe Poe – anders kann ich es nicht sagen. Es gibt wirklich wenige Schriftsteller, die sich in meinen Kopf eingebrannt haben und zwar so richtig mit Bildern, mit Wörtern, mit Melodien.

Ja, bei Poe sind es auch die Melodien, denn wer “The Raven” einmal gehört hat, der wird verstehen, was ich meine. Ich habe einmal hier eine Lesung von einem meiner absoluten Lieblingsschauspieler Vincent Price dazu verlinkt und empfehle sie immer wieder gerne, denn das ist Magie in Wörtern. Hört es euch an. Schade, dass die Bild- und Tonqualität nicht so gut ist, aber es ist einfach so unglaublich gut. Ich habe selten etwas Fesselnderes auf Englisch gehört und das unterstreicht die Schönheit dieser Sprache.

Womit wir auch zu dem Punkt kommen, an dem ich wirklich einfach nur begeistert bin: Poe und Vincent Price. Das ist einfach eine unschlagbare Kombination. Ja, diese alten Gruselschinken mögen manchmal fürchterliche Dialoge haben oder schreckliche Effekte, aber sie haben Charme. Schon allein, weil Vincent Price einer der charismatischsten Schauspieler ist, die ich kenne.

Ich liebe seine Auftritte in sämtlichen Filmen, die ich von ihm gesehen habe und das sind so einige. Wenn ich allein an Satanas – das Schloss der blutigen Bestie (ja, fürchterlicher Titel) denke, dann ist da so viel in meinem Kopf hängen geblieben, ich glaube, es gibt wenig, was mich so inspiriert hat. Trotzdem verlinke ich hier nicht diesen Film, denn er ist sehr speziell, auch wenn ich es einen sehr gelungenen Mix an verschiedenen von Poes Werken finde. Aber unübertroffen ist für mich immer noch Der Rabe.

Der hat als Film nichts mehr mit dem Gedicht zu tun – nicht so wirklich. Ein wenig schon, aber mehr auch nicht. Trotzdem ist das einfach so gut und lustig und stimmungsvoll und dennoch auch gruselig. Das ist eine Atmosphäre, die ich an diesen alten Gruselfilmen liebe und weswegen ich sie mir immer wieder und wieder und wieder ansehen kann. Das sind Filme, die mich auch heute noch begeistern, trotz fürchterlicher Trickeffekte, trotz hanebüchener Story, trotz skurriler Dialoge… trotzdem ist es einfach verdammt gut.

Auf den neuen Raben bin ich natürlich auch gespannt, auch wenn das mit Sicherheit nicht das gleiche wird. Aber bis dahin empfehle ich diesen alten Klassiker immer wieder gerne – und bestimmt auch noch danach.

Der Trailer malt den Film deutlich gruseliger als er ist. Er ist eher eine Horror-Komödie, als wirklich gruselig. Also nicht irreführen lassen.

Aber Vincent Price! Das war ein Schauspieler! Leider sehr verkannt, aber wenn mich jemand fragen würde, wer mein Lieblingsschauspieler ist, dann würde ich vermutlich direkt sagen: “Ohne Frage: Vincent Price.”

Jamas Tipp: Contact

Manchmal werden richtig großartige Filme vollkommen falsch angepriesen oder vermarktet: Contact ist ein perfektes Beispiel dafür. Der Trailer ist vollkommen irreführend und man denkt, man bekommt einen gigantischen Science-Fiction-Film über Erstkontakt mit Außerirdischen. Was man aber viel mehr bekommt, ist ein herausragender Film über den ewigen Kampf zwischen Wissenschaft und Religion. Das ist der Film, nicht das, was im Trailer beworben wurde.

Als Ergebnis hatten wir im Kino damals leider sehr unschöne Situationen mit dem Publikum, das für diesen Film weder gewappnet war, noch ihn wirklich sehen wollte. Am Anfang gibt es beispielsweise eine Sequenz, in der es einen langen, wirklich sehr langen Zoom aus dem Weltall auf die Erde gibt. Dabei hört man immer mehr an Funkwellen, die von der Erde ausgestrahlt werden. Das ist eine sehr lange und sehr ruhige Szene – aus der Erinnerung würde ich die wirklich auf 3-5 Minuten schätzen. Kann sein, dass die Erinnerung das aber ungenau verlängert. Am Anfang war es noch ruhig, aber bereits nach einer Minute begann die Unruhe durch das Kino zu schwappen und die Leute fingen an, sich zu unterhalten. Das war sehr schade, denn das hat die Szene einfach zerstört.

Auch später gab es mehrere solche Momente. Aber verständlich, denn viele haben wohl einfach einen krachigen Science-Fiction erwartet. Dabei ist der Film sehr ruhig, sehr langsam, konzentriert sich sehr auf die Charaktere und ihre Beziehungen zu Wissenschaft, Religion und dem Menschen an sich. Dieser Erstkontakt mit Außerirdischen ist nämlich nur die Bühne für ein paar grundlegende Fragen, die auf unterhaltsame Art für die Pop-Kultur aufbereitet werden.

Das Einzige, was man dem Film meiner Ansicht nach vorwerfen könnte, wäre: Lange Zeit sind sowohl Wissenschaft als auch Religion gleichberechtigt und beide Positionen werden mit ihren Vor- und Nachteilen dargestellt und es wird auch geschaut, was eine mögliche Symbiose sein kann und wie man das verbinden kann. Gegen Ende hin weicht sich das leider ein wenig auf und ein ansonsten sehr kritischer und interessanter Film verlagert sich doch arg auf eine Seite, wie ich finde. Das ist für mich nicht schlimm, denn diese Seite ist vermutlich die, der ich mich als Agnostiker auch eher zurechnen kann. Aber trotzdem ist es schade.

Ändert aber nichts daran, dass ich noch genau weiß, wie wir damals nach dem Kinobesuch in unserer Viergruppe noch hinter dem Residenz in Mainz gestanden haben und uns bis um 5 Uhr morgens (!) über Gott, Wissenschaft und die Welt im wahrsten Sinne des Wortes unterhalten haben. Das war sehr spannend, sehr inspirierend und ich bin wirklich beeindruckt, wie wir uns trotz teilweise sehr unterschiedlicher Ansichten so friedlich und interessiert über das alles unterhalten konnten. Denn für mich gehören Religion, Politik und Geschlechterrollen zu den Themen, die man besser meiden sollte – sofern man sich nicht mit Menschen zerstreiten will, die man mag. Denn hier wird meist viel zu verbissen gekämpft und um sich geschlagen.

Aber es geht auch friedlich und ich denke, dieser Film hat das gezeigt und gemacht. Dafür gehört er für mich immer noch in die Reihe der ganz großen Filme. Lasst euch von dem Trailer also nicht in die Irre führen: Es geht nicht um dieses Signal und es geht nicht um Außerirdische. Es geht um solche Fragen wie: Was ist Wissen? Was kann Naturwissenschaft? Was ist Glaube? Was kann Religion? Was kann ich beweisen? Was ist empirisch? Was ist nur meine Gefühlswelt? Darum geht es. Es wird zwar auch im Trailer thematisiert, aber sehr, sehr kurz. Ja, und die Aliens halt im Hintergrund – geschenkt.

Room with a view

Endlich war ich in “Avengers”! Zum Glück hat es geklappt, dass meine Frau trotz mangelndem räumlichen Sehen in einem 3D-Film auch was erkennen konnte! Was für ein toller Film – dazu später vielleicht mehr! Aber… was für ein unnötiger 3D-Quatsch.

Der Film war großartig, aber wozu das 3D? Kann mir das mal jemand verraten? Das hat dem Film nahezu Null gebracht – und mit Null meine ich wirklich Null. Mich hat sogar manche Kameraeinstellung eher wieder aus diesem tollen Film gerissen, weil ich gemerkt habe, dass die nur für den 3D-Effekt so gedreht wurde. Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass Joss Whedon da herzlich wenig dagegen machen konnte.

War das also wirklich notwendig, dass ich hier den Film nicht auch auf 2D in Deutsch sehen konnte? Die Antwort ist ein klares: Nein, verdammt! Das ist absoluter Humbug, gerade bei diesem Film. Denn er klappt super ohne diesen Schnickschnack und braucht es nicht.

Wollen wir hoffen, dass sich dieses ausschließliche 3D-Modell nicht durchsetzt.

Jamas Tipp: Willow

Es gibt Filme, die sind Klassiker und trotzdem kennen sie viele überraschenderweise nicht. “Willow”zählt für mich dazu. Heute mag gerade die Tricktechnik ein Schmunzeln hervorbringen und auch so manches wirkt alt – es ist eben einer der typischen Fantasy-Filme, die in den 80er Jahre erschienen sind. Für mich ist es aber immer noch einfach einer der besten Fantasy-Filme, die ich mir auch heute immer wieder gerne anschaue. Dieser Film ist meiner Ansicht nach die beste Rolle von Warwick Davis – und hat ihn unsterblich gemacht.

Alles passt bei “Willow” einfach zusammen – die Musik, die Charaktere, der Plot… ja, zugegebenermaßen, die sind alle recht vorhersehbar und der Plot ist auch nicht neu. Die Charaktere sorgen auch nicht gerade für Überraschungen, aber das brauchen sie auch nicht. Denn “Willow” ist einfach ein Film zum Entspannen und Spaß haben. Auch wenn der Film von George Lucas ist, finde ich doch, dass es ein Film mit Seele ist, der trotz seines Alters auch heute immer noch berühren kann und mit vielen der modernen Fantasy-Action-Spektakel mithält.

Wieso? Weil es so Kleinigkeiten sind, die den Film so wertvoll und besonders machen. Die Bodenständigkeit der Charaktere ist einfach schön. So ist der Hauptcharakter Willow eben kein jugendlicher Draufgänger, der seine große Liebe findet. Nein, er ist Familienvater, der hinauszieht, um diese zu beschützen und das Richtige zu tun. Klar, das ist im Prinzip das Hobbit-Motiv, dass Bodenständigkeit wichtig ist und kleine Menschen auch große Dinge bewegen können. Aber es ist trotzdem einfach verdammt gut und stimmig umgesetzt.

Für mich eine der größten und bewegensten Szenen ist, wenn Willow aus dem Dorf abreist und seine Frau Kiaya ihm ihren abgeschnittenen Haarzopf mitgibt. Das ist für mich immer noch eine Szene, die ich nicht aus dem Kopf bekomme, einfach weil sie so einfach und doch so tief und tragisch ist. Ich finde, das ist der Moment, der Willow als Charakter dem Zuschauer so sympathisch werden und auch später mitfiebern lässt.

Klar, über Madmartigan hat man dann den klassischen Charakter im Stile von Han Solo. Heutzutage wäre eher dieser Charakter der Protagonist, denn er ist heldenhaft, witzig, charmant und man kann die große Liebe schön inszenieren. Doch hier ist Willow der Hauptcharakter und das macht den Film so besonders im Vergleich zu vielen modernen Fantasy-Filmen, die sich sowas nicht trauen.

Dieser Film ist an sich ungeheuer simpel, aber trotzdem eine meiner größten Inspirationsquellen für das Rollenspiel und das Schreiben. Nicht unbedingt im Plot und auch nicht unbedingt in den konkreten Charakteren. Sondern vielmehr diese Mischung aus Epik und Selbst-Ironie, die da häufig durchscheint.

Wer Fantasy-Filme mag und “Willow” noch nicht kennt, der sollte ihn sich einmal anschauen. Mit 10 Euro könnt ihr da echt nichts falsch machen. Er ist natürlich nicht mit solchen Feuerwerken wie “Herr der Ringe” zu vergleichen, da muss man ihn auch einfach im Rahmen seiner Zeit sehen können. Der Trailer sagt es einfach richtig:

“It was a different time…”

Ich habe gerade wieder beim Schreiben richtig Lust bekommen, diesen Klassiker mir anzuschauen. Meine Frau bekomme ich bestimmt auch dazu, denn die mag den genauso wie ich und hat sogar den Soundtrack.

Das nennst du Archäologie?

Ein wenig habe ich gegooglet, denn so langsam könnte mal mehr vom “Uncharted”-Film durchsickern. Ein wenig habe ich gestöbert und natürlich alte Artikel gefunden, so richtig viel Neues aber nicht. Da gibt es dann diesen Artikel hier und dieses Video:

Hat da noch jemand mehr?

Ich muss gestehen, ich werde ganz hippelig, wenn ich lese, dass eventuell Nathan Fillion die Rolle des Nathan Drake übernehmen könnte? Wie großartig das wäre! Ich mag Nathan Fillion – sehr. Außerdem würde die Rolle perfekt in sein übliches Charakterportfolio passen und ich bin mir sicher, er würde das absolut hervorragend spielen.

Worüber ich übrigens auch noch bei dieser kleinen Suche gestolpert bin: Da hat jemand alle drei “Uncharted”-Teile zusammengeschnitten, so dass man sich die Spiele mit möglichst wenig Gameplay ansehen kann. Das bedeutet, auch ihr da draußen, die keine PS3 besitzen, können sich jetzt einmal ansehen, warum ich so von “Uncharted” schwärme.

Warum ausgerechnet “Uncharted”? An sich ist das Spiel ein 3rd-Person-Shooter. Aber da das Spiel mehr ein interaktiver Film ist, bietet es sich ungemein an, denn: “Uncharted” ist ein großartiger interaktiver Film! Das spielt sich toll und ich finde es schön, dass man jetzt auch als nicht PS3-Besitzer in den Genuss der Cinematic kommen kann.

Ich befürchte, dass die nicht lange on sein werden, daher: Wer es sich ansehen will, sollte sich das runterladen, wie auch immer das geht.

Der erste Uncharted-Teil ist durchaus gut, aber halt sowohl storymäßig als auch optisch bei weitem nicht so gut wie Teil 2 und 3. Ich weiß daher nicht, wie viel Spaß der erste Teil macht, wenn man es nicht selbst spielt. Trotzdem führt der erste Teil die tollen Charaktere sehr gut ein und es gibt so einige Gänsehaut-Momente. Sind trotzdem gute 2 Stunden.

Schaut es euch einfach an. Zur Not, wenn ihr Teil 1 zu langweilig findet, startet mit Teil 2, denn… da ist das alles viel, viel cinematischer gemacht. Die Filme seht ihr nach dem Spoiler-Cut.

Spoiler-Cut!

Show, don’t tell!

Der Film “die Tribute von Panem” ist toll, Erklärbären im Kino dafür aber scheiße. Wenn die Kameraführung des Films nicht so gewesen wäre, wie sie ist, dann wäre der Film sogar großartig. So hat es mich mehr irritiert, weil ich mich zwischendurch immer wieder fragte, wer auf die idiotische Idee kam, das als (in meinen Augen) unnötiges und äußerst nerviges Stilmittel zu benutzen.

Ja, die Kameraführung ändert sich und wird angenehmer, sobald man aus Distrikt 12 draußen ist. Ja, ich verstehe, warum man auf so eine Idee kommen kann. Ja, es macht sogar Sinn. Aber es hat mir trotzdem beim Anschauen keinen Spaß bereitet und ich habe häufiger da gesessen und mir gedacht: “Verdammt! Jetzt haltet mal die Kamera still, ich will den tollen Film sehen!” Versteht mich nicht falsch, denn ich mag “Blair Witch Project” und “Cloverfield” finde ich einen ganz hervorragenden Film – wegen dieser Kamera. Aber in “Tribute von Panem” habe ich das echt nicht gebraucht und empfand ich als störend.

Mindestens genauso störend, wie die Erklärbären hinter mir, wegen denen ich häufig mal eine Minute vorher wusste, was gleich passieren wird. “Gleich passiert…” und “Jetzt kommt…” und “Das ist der…” Wenn ich nicht eine Diskussion hätte vermeiden wollen, wäre ich echt kurz davor gewesen, mich umzudrehen und die Kinder da mal zusammenzupfeiffen. So dachte ich mir, ich will den Film mitbekommen und die Diskussion und der mögliche Trotz der Jugendlichen wären dafür sehr gefährlich gewesen. So habe ich sie versucht, durch pure Willenskraft auszublenden. Ging wenigstens größtenteils – war trotzdem nervig. Vor allen Dingen, da einer davon mir ein “Force Feedback” in den Rücken meines Sessels ständig gab, was am Anfang bei der verwackelten Kamera zu einem merkwürdigen Synergieeffekt führte.

Das waren aber auch die einzigen beiden Mängel des Kinoabends gestern, denn der Film war echt ansonsten verdammt gut. Das Setting war spannend und stimmig, die Charaktere waren gut skizziert und die Atmosphäre hat mich mitgerissen. Mich hat das echt bewegt und auch nachdenklich gemacht. Meiner Ansicht nach war das sehr intelligente Jugendunterhaltung, die moralisch gesehen wirklich nicht ohne war, aber genau dadurch dann auch wieder schön zum Nachdenken anregete.

Schon allein, dass der Film nicht mit dem Holzhammer durch die Szenen ging, um Dinge zu erklären oder festzulegen – es wurde einfach gemacht. Es wurde gezeigt, nicht erzählt. Vieles lief auch zwischen den Zeilen ab und manches mag vielleicht in Büchern, die ich nicht gelesen habe, deutlicher rauskommen, aber gerade die Beziehung zwischen Peeta und Katniss war hervorragend kompliziert dargestellt! Natürlich kann man sich da oberflächlich festlegen, wie man denkt, dass sie ist. Aber ich fand, dass die Probleme da sehr deutlich gezeigt wurden und man nicht wusste: Ist es jetzt Fake? Ist es nie ein Fake gewesen? Ist es ein Fake, aus dem doch mehr wurde? Oder ist es Fake, dass daraus mehr wurde? Das hält einen durchaus nachdenklich und reißt mit, wenn man da mitdenken will. Ungeheuer spannend von der Charakterdarstellung.

Mir hat der Film ungeheuer viel Lust auf die Bücher gemacht, die vermutlich durch die Ich-Perspektive und die Jetztzeit-Erzählung auch interessante Probleme beleuchten und keine deutliche oder eindeutige Welt wiederspiegeln.

Insgesamt ein echt rundrum gelungener Film, auf dessen Fortsetzung ich mich wirklich sehr, sehr freue und hoffe, dass sie geschieht. Selbst wenn sie nicht geschieht, haben sie ein zwar recht offenes Ende, aber der Film kann auch durchaus für sich stehen. Auch wenn sie sehr deutlich gezeigt haben: “Das sind übrigens die Themen, die noch dran kommen werden, wenn wir weiter machen und dort und dort wollen wir noch hin – freut euch drauf!” Das war Charakterdrama pur, das wird noch viel mehr Charakterdrama werden – da bin ich mir sicher und das ist genau mein Ding.

Wenn nur nicht diese verdammte Kameraführung gewesen wäre… sehr intelligenter und bewegender Jugendfilm! Ich hatte zwar einen guten Film erwartet, aber er hat meine Erwartungen doch deutlich übertroffen sogar.

Jamas Tipp: Was Mädchen wollen

Wer mich kennt oder schon länger hier liest, kennt meinen obskuren und sehr breit gefächterten Geschmack – und auch, dass ich Filme für Jugendliche mag. Daher habe ich mich zu meiner Zeit in der Videothek ziemlich durch die ganzen Teenager-Komödien durchgeschaut und manche besser gefunden, manche schlechter. Eine Perle habe ich dabei aber entdeckt, die bei mir im DVD-Regal steht und die ich mir immer wieder gerne anschaue: “Was Mädchen wollen” – “What a Girl Wants”.

Das ist ein extrem kurzweiliger und sehr amüsanter Film. Die Geschichte ist nicht neu – sogar recht alt. Mädchen wächst allein bei ihrer Mutter auf, sie erfährt, dass ihr Vater ein hohes Tier ist und will ihn kennenlernen. Nein, das ist alles andere als neu. An sich ist das sogar so ähnlich wie “Plötzlich Prinzessin”, aber ich muss gestehen: Ich finde diesen Film hier deutlich besser – witziger, intelligenter. Außerdem mag ich Colin Firth und in der Rolle als verstockter britischer Minister ist das einfach ein wunderschönes Zusammenspiel zwischen ihm und der quriligen Amanda Bynes.

Wenn man es genau nimmt, ist es eine moderne Märchenvariante und wenn man den Film als solches sieht, denke ich, dass man viel, viel Spaß damit haben kann. Es ist kein Film mit Tiefgang, aber trotzdem mit schönen Charakteren. Es ist kein Film mit großer Philosophie, aber trotzdem auch Momenten, die einen nachdenklich machen können. Ich mag ihn in seiner einfachen Art, die einfach sympathisch bodenständig ist.

Funktioniert zwar auch in der deutschen Synchronisation, aber auf Englisch gewinnt er so viel mehr, weil: Amerika < -> England. Total super, wenn man da auch in der Sprache die Unterschiede erkennt.

Das ist ein Guter-Laune-Film, den ich mir wirklich immer wieder gerne ansehe. Wer die Art von Filmen also mag, an “Plötzlich Prinzessin” Spaß hatte, an “30 über Nacht” oder ähnlichen bekannteren, sollte auch mal in diesen unbekannteren Vertreter dieses Genres schauen. Es lohnt sich – vertraut mir.

Trailer: The Trailer

Das Video hier kennen vielleicht schon einige, ich habe es letztens erst gezeigt bekommen und wollte es mit euch teilen. Es ist sehr nett gemacht, leider ein wenig zu lang. Denn der Anfang ist wirklich richtig gut und auch später gibt es noch richtig gute Momente, in denen ein paar Klischees schön parodiert werden – trotzdem gibt es einige Längen. Mehr Kürze wäre da besser gewesen. Trotzdem witzig, trotzdem sehenswert.

We are not a team, we are a time bomb

Jetzt habe ich es mich doch getraut, obwohl ich eigentlich keine Trailer mir anschaue. Aber auf YouTube war er zu verführerisch verlinkt und ich musste einfach draufklicken. Worum geht es? Den “Avengers”-Film.

Ich muss gestehen, dass ich ein wenig Angst davor habe. Wie ihr wisst, bin ich großer Joss-Whedon-Fan und sagen wir es so: Eigentlich denke ich nicht, dass der Film was wird. Wenn nicht Joss Whedon dran stehen würde, würde ich ihn mir vermutlich nicht ansehen.

Denn bisher war es in nahezu allen Superheldenfilmen so: Wenn zu viele Hauptcharaktere auftaucht sind, war es einfach nichts – zu wenig Spotlight für interessante Charaktere und Tiefen und es wurde zu viel in zu wenig Zeit gepresst. Aber Joss Whedon? Ich traue es ihm zu, das Unmögliche dabei zu schaffen.

Sogar bei “Serenity” hat er es geschafft, Serien-Charaktere vernünftig in einen Film mit begrenzter Länge zu betten, so dass die ihre Auftritte hatten. Klar, auch da hat man dem Film angemerkt, dass er lieber eine Serie mit mehreren Folgen wäre. Aber wenn es jemand schaffen kann, dann Joss Whedon.

Jetzt habe ich den Trailer gesehen und denke mir: Mach doch eine Serie draus, Joss Whedon! Das sieht gut aus – verdammt gut. Ich habe nur immer noch die Befürchtung, dass es zu viele Charaktere und zu wenig Film ist. Ich kann nur hoffen, dass es möglichst wenig Plot gibt, damit die Charaktermomente besonders vertieft werden können.

Ideal wäre für mich also, wenn es eine möglichst generische Hintergrundstory gibt, vor dem das Charakterdrama entsteht – und Popcorn-Kino… von mir aus. Es könnte was werden, aber trotzdem habe ich immer noch (berechtigte) Angst, dass dies das erste Whedon-Werk sein könnte, dass mir nicht gefällt.

Joss, enttäusch mich nicht! Ich glaube an dich! Und ein wenig freue ich mich da echt schon drauf.