Knavery’s plain face is never seen till us’d

Nachdem dir die letzte Castle-Staffel wirklich fast in einem durch geschaut haben, sitzen wir nun an der letzten Fringe-Staffel – und ich muss sagen: Oh je!

Der Anfang hat mich echt gefesselt. Ich bin wieder voll drin und ich mag den Setting-Wechsel und wie sich die Charaktere entwickelt haben, obwohl das zum Teil off-screen war. Das ist richtig gut erzählt und glaubwürdig, auch wenn Einiges erst über die Dialoge klar wird, was genau passiert ist, denn als Zuschauer hat man wenig Ahnung davon, was vor 20 Jahren passiert ist. Auch die neue Welt hat so viel Potenzial für moralische und philosophische Fragen. Großartig!

Wieso also “oh je”? Ganz einfach: Mich macht die Charakterentwicklung fertig – mal wieder! Ich liebe es und es bringt mich um den Verstand. Das ist das gleiche Phänomen, warum ich so ungeheure Schwierigkeiten habe, mir Othello von Shakespeare anzuschauen. Ich liebe dieses Theaterstück, aber es macht mich einfach fertig. Bei Othello ist es, dass Jago dem Zuschauer ständig seine Pläne sagt und man genau weiß, was passieren dürfte – und man sitzt hilflos dabei und würde am liebsten schreien. Doch die Tragödie nimmt ihren Lauf bis zum bitteren Ende. Es ist eine Fahrt in den Abgrund, an der man nichts drehen kann und man weiß genau, wo sie hinführt.

Eine ähnliche Situation haben sie nun in der letzten Fringe-Staffel geschaffen und mit jeder weiteren Folge geht mir das um so näher. Ich sitze vor dem Fernseher und sage innerlich die ganze Zeit: “Tu es nicht! Noch kannst du das und das machen! Geh diesen Weg nicht weiter!” Und was passiert? Genau, natürlich. Es geht ja um das Drama und das hat so viel Potenzial, aber ich verzweifle daran.

Das ist einerseits gut und andererseits wühlt es mich einfach auf. Ein merkwürdiges Gefühl. Eigentlich genau so, wie es sein sollte, denn es bewegt. Aber dennoch hoffe ich, dass sie diese Spannung bald auflösen, denn ich habe wirklich Schwierigkeiten, solche Bögen über einen langen Zeitraum hinzunehmen. Mal schauen, wie es weitergeht.

Wer die zentralen Themen der letzten Staffel sehen will, wird vielleicht etwas bemerken: Bei den bisherigen Staffeln waren immer nur übernatürliche Themen der Kernpunkt. Das waren die “Fringe”-Fälle. Was sind jetzt die Fringe-Fälle? Achtet mal auf die Texteinspielungen, denn es stehen nicht mehr solche Dinge wie “Teleportation” oder “Precognition” oder “Pyrokinesis” oder “Quantum Entanglement”. Nein! Schaut in das Opening und ihr versteht, was ich meine. Das ist so philosophisch! So genial!

Battlestar Graylactica

Die erste Staffel der neuen Battlestar Galactica haben wir nun auch zu Ende geschaut und ich bin doch sehr angetan. An dieser Serie habe ich Spaß. Sie hat genau die richtige Mischung aus Epik und Charakterkonflikten.

Auch wenn ich persönlich düsteren Settings nicht all zu viel abgewinnen kann, machen sie es genau so, wie ich es gerne habe: Durch dieses düstere Setting wird es nicht einfach nur brutal und dunkel und überhaupt. Dieses Setting wird nur benutzt, um Menschlichkeit mehr hervorzuheben, um heldenhafte und selbstlose Taten zu unterstreichen. Das gefällt mir.

Als mir damals jemand mal sagte, dass es bei BSG keine guten und bösen Charaktere gäbe, sondern nur graue Charaktere, dachte ich mir: “Wie langweilig.” Denn das ist so eine Manie, die ich mittlerweile schon mehrfach gesehen habe, dass es viele Leute so toll finden, wenn alles so grau ist. Doch dadurch wird alles viel beliebiger, wie ich finde.

Doch diese Umschreibung hat BSG keinen Gefallen getan und stimmt so auch nicht. Ich würde die Charaktere nicht als grau bezeichnen, denn das sind sie nicht. Es sind Menschen mit Wünschen, Fehlern und Hoffnungen. Das macht Charaktere nicht direkt grau – zum Glück. Aber das war zu der Zeit wohl einfach in, dass man bei etwas das Label “Grau” und “Düster” draufpackt.

Das bedeutet nicht, dass ich keine grauen Charaktere mag. Aber wenn alles grau ist, dann empfinde ich das einfach als beliebig und langweilig. Ich will alle philosophischen Wege ausgeleuchtet sehen und das tut BSG.

Dass die Charaktere also grau sind, dagegen wehre ich mich. Es sind Menschen. Es sind vernünftige und glaubwürdige Charaktere – mehr nicht.

Making me feel glad that I’m not you

Manchmal frage ich mich, wie gehässig Menschen sein können und warum. Ich erinnere mich noch daran, wie ich mich über einen Kommentar von jemandem aufregte, der sagte: “Gut, dass Heroes abgesetzt wurde! Wurde sowieso immer wirrer!” Mir hat Heroes bis zum Schluss gefallen und ich war traurig, dass es abgesetzt wurde.

Vor einiger Zeit las ich einen Jubelschrei, dass Dead Space 4 angeblich nicht mehr geplant ist, weil Dead Space 3 so schlechte Verkaufszahlen erreicht hätte. Kann das jemandem nicht egal sein, der sowieso keinen Spaß daran hat? Es gibt genug Dinge, die ich auch nicht mag, die ich sogar blöd finde – trotzdem jubele ich nicht, wenn sie eingestellt werden, denn es ist mir schlicht egal. Wenn jemand Spaß an Sachen hat, an denen ich keinen Spaß habe, dann sei ihm dieser Spaß gegönnt und ich freue mich doch nicht, wenn dieser Spaß ihm weggenommen wird!

Ich habe Dead Space 3 bisher noch nicht gespielt. Dabei bin ich mir sicher: DS3 wird mir Spaß machen und ich freue mich darauf – sehr. Kann natürlich sein, dass es für mich ein Reinfall wird, aber das bezweifle ich, nach dem, was ich bisher so gesehen habe. Wie viel Gehässigkeit muss also in Menschen stecken, die sich darüber freuen, wenn eine Reihe eingestampft wird, die sie sowieso nicht mögen? Kann man nicht einfach sagen: “Gefällt mir nicht, lasse ich einfach in Ruhe” – und es dabei belassen?

Ich erinnere mich an Motivational-Wallpaper mit Pacey Whitter aus Dawson’s Creek, dessen Spruch perfekt auf diese Situation passt: “I’d be satisfied if all of us just did what made us happy and left it at that.” In diesem Satz steckt so viel Wahrheit drin, dass es mich wirklich frustet, wie gemein manche Menschen doch sein können.

Sicherlich kann man den Satz auch falsch verstehen und sehr egoistisch sehen. Ich interpretiere ihn aber in diesem Zusammenhang hier, dass man das macht, womit man zufrieden ist – und was einem nicht gefällt, das lässt man und man macht es auch Anderen nicht kaputt. Aber das scheint für manche Menschen schwierig zu sein.

My soul, your beats

Zur Zeit schaue ich abends hin und wieder eine Anime-Serie, die mir Amazon empfohlen hat: Angel Beats. Ich lasse mich da gerne mal dazu hinreißen, auf die Empfehlungen von Amazon relativ blind zu hören und bei der Serie habe ich es bisher noch nicht bereut.

Die erste Folge war schon verdammt gut, dann gab es ein paar Durchhänger, aber mittlerweile bei Folge 9 bin ich doch extrem angetan davon, wie tief und komplex das Setting eigentlich ist und was damit möglich ist. Ich bin sogar kurz davor, mir den Manga dazu zu holen, da es dort wohl noch mehr um die Charaktere geht und sich sogar mehr Zeit gelassen wird.

Was ist Angel Beats? Ich würde es mal als meta-physischen Anime bezeichnen, der mich hin und wieder stark an Neon Genesis Evangelion erinnert – ohne Mechas halt, aber die waren bei NGE sowieso immer unwichtig meiner Ansicht nach. Was die Serie ausmacht sind extrem interessante Charaktere, deren Hintergründe erst mit der Zeit rauskommen und ein doch recht philosophisches Setting.

Was passiert mit uns, wenn wir sterben? Wann hatte man ein erfülltes Leben? Was ist der Sinn des Lebens? Was ist gut und was ist böse? Wer oder was ist Gott und wo ist er? Das sind alles Dinge, die Angel Beats streift und natürlich nicht im Stile einer Philosophie-Diplomarbeit aufarbeitet, sondern unterhaltsam in den Raum stillt. Wie viel man sich darüber Gedanken machen will, bleibt einem selbst überlassen.

Die Serie beginnt mit Otonashi, der mit Gedächtnisschwund in einer Welt aufwacht, die sehr merkwürdig ist. Nach und nach erfährt er, dass es sich hierbei anscheinend um eine Zwischenwelt handelt – und er selbst gestorben ist. Doch er ist natürlich nicht allein. Mit der weiteren Beschreibung bin ich sehr vorsichtig, denn einerseits könnte es spoilern und andererseits vermute ich, dass da noch mehr ist, als ich selbst jetzt bei Folge 9 so genau sagen kann.

Wer eine krachige Anime-Serie erwartet, sollte Angel Beats lieber außen vorlassen. Angel Beats ist langsam, still und extrem charakterzentriert – also so, wie ich es mag. Mit gerade mal 12 Folgen ist die Serie auch nicht all zu lang.

Angel Beats haut mich als Serie jetzt nicht um, aber es beschäftigt mich auch nach dem Sehen noch weiter und ich schaue sie wirklich gerne. An solche Serien wie Toradora! kommt es nicht ran – zumindest noch nicht. Wer weiß, was ich sage, wenn ich mit Angel Beats fertig bin. Denn ich könnte mir vorstellen, dass es zum Ende extrem spannend wird.

Schon allein das Opening der Serie ist einfach toll – und so poetisch! Ebenso wie das Ending. Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie es Animes gelingt, durch ihre Opening noch mehr Tiefe und Poesie in das alles zu legen. Das Anfangslied gibt einen sehr schönen Einblick in die Stimmung der Serie. Übersetzung des Lieds seht ihr in den Untertiteln des Videos – leider ein wenig verschwommen.

Out of character

Ich habe Spaß bei Tomb Raider – und zwar so richtig. Sicherlich kann man da vieles überanalysieren, aber dadurch macht man sich viel kaputt. Noch gut weiß ich, wie ich vor vielen Jahren im Kino immer mit dem großen Kritikerhut gesessen habe. Mit Argusaugen habe ich auf jeden Fehler geachtet, um ihn dann im Usenet aufzuzeigen und zu beweisen, warum dieser oder jener Film blöd ist. Das wurde gerne gelesen. Aber Spaß an Filmen? Den hatte ich dadurch bestimmt nicht.

Das habe ich zum Glück irgendwann ändern können. So ganz konnte ich das nicht ablegen und das ist auch nicht schlimm. Sicherlich ist es gut, sich Gedanken zu machen und kritisch zu sein. Aber gerade bei Computerspielen ist es mittlerweile so, dass ein wahrer Verrisskult entstanden ist. Das mag bei manchen mehr und bei manchen weniger unterhaltsam sein. Während ich beispielsweise beim Angry Video Nerd noch hin und wieder schmunzeln kann und grundsätzlich noch die Ausflüge in alte Videospielzeiten schätze, werde ich bei Zerodotpunctuation regelmäßig sauer – weswegen ich mir das schon lange nicht mehr anschaue.

Was haben wir also bei Tomb Raider? Einen soliden Third-Person-Shooter mit Jump&Run-Elementen, starkem Story-Fokus, QTE und Cut-Scenes. Und das ist tatsächlich sehr nahe am alten Tomb Raider – da kann man rütteln und zetern, wie man will. Man bekommt das, was versprochen wurde. Sogar die Grüfte bekommt man und es gibt optionale Grüfte, in die man steigen kann, um Jump&Run-Rätsel zu lösen. Passt für mich, ich habe Spaß.

Eine Sache möchte ich allerdings noch ansprechen, da diese auch als massiver Kritikpunkt an mancher Stelle erwähnt wird: Die Entwicklung Lara Crofts wäre unglaubwürdig. Dabei wird gesagt, dass Lara häufig so unschuldig tut und dass sie dem allem nicht gewachsen ist, aber im Gegenzug man mordernd und schnetzelnd über die Insel läuft. Das, was das Spiel uns also erzählt, soll angeblich nicht das sein, was wir spielen. Das kann ich so nicht bestätigen.

Denn hier machen einige den Fehler, den auch viele Rollenspieler machen: Charaktere sind keine Einbahnstraßen und laufen nicht auf Autopiloten. Das ist etwas, das ich in diversen Rollenspiel-Szenen schon seit etlichen Jahren predige, aber was so selten jemand versteht. Ein Charakter, der auf bestimmte Ereignisse immer auf eine bestimmte Art reagieren muss, ist kein Charakter, das ist eine Farce. Ein guter und interessanter Charakter hat immer mindestens zwei Möglichkeiten zu reagieren. Das macht Geschichten erst interessant.

Nur weil wir denken, dass wir dies oder das nicht machen würden, muss das nicht für einen Charakter stimmen. Jeder Charakter hat eine Wahl – immer. Und jeder Charakter kann unterschiedlich auf das gleiche Ereignis reagieren.

Ja, die unschuldige Lara Croft könnte total an allem verzweifeln, sich eingraben, niemandem etwas tun wollen und dann jämmerlich sterben. Das wäre aber kein besonders unterhaltsames Spiel, oder? Die gleiche unschuldige Lara Croft kann aber genauso glaubwürdig sagen: “Ich bin eine Croft! Und meine Freunde sind in Gefahr! Und verdammte scheiße, ich will nicht sterben! – aber im gleichen Atemzug sich dann übergeben, sobald sie jemanden erschossen hat und auch “Oh Gott, was ich hier?” schreien, während sie über sich selbst hinauswachsen muss.

Das sind alles glaubwürdige Möglichkeiten des Charakters und wer behauptet, dass es unglaubwürdig ist, der kennt sich vielleicht wirklich nicht gut genug mit dem Charakter aus, liest die ganzen Hintergrundschnipsel nicht oder hört sich die Dialoge im Spiel nicht an. Der Charakter Lara Croft wird absolut glaubwürdig dargestellt und ich finde ihre Entwicklung ebenso authentisch und auch das, was ich im Spiel mache, stimmt mit dem überein, was in den Cut-Scenes und den Trigger-Events gezeigt wird.

Lara Croft wächst in diesem Spiel. Sie entwickelt sich. Ständig kassiert sie es. Überall fällt sie herunter, verletzt sich, kämpft ums Überleben – aber sie hält durch, sie gibt nicht auf. Sie wächst über sich hinaus. Daraus wird dann genau die Lara Croft, die wir auch kennen. Meiner Ansicht nach ein absolut glaubwürdiger weg bisher und ich mag diese ganzen kleinen Charakterentwicklungen, die sie durchläuft.

Sie ist nicht eiskalt – das war die Lara Croft aus den alten Spielen. Das fand ich unsympathisch. Diese Lara Croft hier ist menschlich, sie ist zerbrechlich, aber dennoch kämpft sie! Das ist es, was eine Heldin ausmacht und daher habe ich auch so viel Spaß an diesem Spiel. Schade, dass viele den Charakter scheinbar nicht so lesen. Ich denke, dann hätten sie mehr Spaß.

Wer sich das ansehen will, der kann gerne mal in den Trailer reinschauen, der eigentlich nicht zu viel verrät, denn die meisten Szenen sind aus den ersten Spielstunden. Dennoch packe ich es hinter den Spoiler-Cut und ich denke, spätestens danach versteht ihr, was ich meine. Denn obwohl ich den Trailer erst gesehen habe, nachdem ich den Beitrag hier geschrieben habe, unterstützt er genau das:

Spoiler-Cut

How to tame your story

Ein kleines Problem habe ich mit Pixar, das ich auch von Disney kenne: Sie unterhalten mich, sie fesseln mich, aber es überrascht mich alles nicht unbedingt – und dann doch wieder im Kleinen. Das ist an sich nicht schlimm, denn das Zielpublikum ist vermutlich nicht ganz so geschult im Storytelling, so dass sie die immer wiederkehrenden Mechanismen, die es bei Disney extrem offensichtlich gibt, aber eben auch bei Pixar.

Nichtsdestotrotz macht es Spaß, sich das anzuschauen, denn die Dinge, die sie machen, sind alle richtig. Da sitzen also Menschen dran, die wirklich was von ihrem Handwerk verstehen und von denen man sich viel abschauen kann. Denn solange es unterhält, solange es Spaß macht, ist das alles, was zählt. Nichts könnte mehr egal sein, als dass man die Richtung schon erahnen kann oder nicht immer überrascht ist.

Ich bin über eine recht nette Liste gestolpert: “Pixar’s 22 Rules of Storytelling”. Das sind größtenteils Sachen, die man bereits kennt, wenn man sich ein wenig mit Storytelling beschäftigt. Vieles davon ist so formuliert, dass man es auch endlich versteht, warum es so ist. Manches kann neue Anstöße geben und ein paar der Punkte haben mich manche Sachen in neuem Licht sehen lassen.

Die Liste war durchaus also Gold wert, auch wenn es nichts Neues oder Überraschendes war – womit sich der Kreis übrigens dann auch wieder schließt. Egal, wie simpilifiziert vieles in der Liste erscheint, es ist sicherlich kein Fehler, als Schreiber hin und wieder eine Auszeit zu nehmen und die Punkte sich durchzulesen. Das kann Blockaden lösen – gebe ich Brief und Siegel drauf. Bei mir hat es zumindest funktioniert.

Spread the love

Nein, ich kriege Toradora! einfach nicht aus meinem Kopf raus – und das obwohl es jetzt schon über eineinhalb Jahre her ist, dass ich diesen Anime gesehen habe. Immer wieder muss ich mir ein paar Schlüsselszenen anschauen, bei denen mir eine Gänsehaut über den Rücken läuft, ich mich freue, aber auch ebenso verzweifelt bin, wie damals beim ersten Mal schauen.

Häufig habe ich schon geschrieben, dass Toradora! durch seine Charaktere es sich eigentlich unmöglich gemacht hat, eine Beziehungsstruktur aufzubauen, die alle glücklich macht. An sich ahnt man bereits von Anfang an, wo der Anime hin will, doch auch wenn man das Ziel weiß, fragt man sich die ganze Zeit: “Aber wie soll das gehen?”

Ich habe selten ein besser funktionierendes Charakterdrama erlebt, das mit so wunderschönen Momenten voll Menschlichkeit glänzt. Alle Charaktere haben ihre Fehler, manche mehr, manche weniger und sie wachsen einem so ans Herz, dass man am liebsten eine für alle zufriedenstellende Lösung haben will. Doch die gibt es nicht.

Es ist schwer, einen besonderen Moment dabei herauszustellen, denn es gibt so viele in dieser doch so kurzen Serie. Als ich dann in meiner Toradora!-Nostalgie ein wenig in AMVs (Anime-Music-Videos) gestöbert habe, bin ich über dieses hier gestolpert, das einfach so schön ist und einen der großen Höhepunkte und eine der großen Epiphanien der Serie einfängt – der Grundkonflikt der Serie, der bei jedem Charakter ähnlich ist.

Daher warne ich natürlich vor einem Spoiler, denn dieser Moment kommt erst recht spät, dass diese Erkenntnis passiert. Das AMV zeigt nicht, wie das Problem aufgelöst wird – sofern man es auflösen nennen kann. Es ist so schön, dass ich es mir hier einfach mal – zumindest für mich – im Blog merken wollte.

Und zugegebenermaßen habe ich immer noch die Hoffnung, den ein oder anderen Anime-Fan für diese Serie zu begeistern. Dieses Video trifft diesen Moment der Erkenntnis einfach so ungeheuer gut und fängt das Gefühl der Verzweiflung bittersüß ein.

Spoiler-Cut!

We are the only ones who can do it

Spiele bestelle ich häufig vor. Das mache ich in erster Linie aus drei Gründen:

1. Ich will das Spiel sowieso spielen.
2. Ich sammle Collector’s Editions.
3. Ich will die Macher unterstützen.

Im Zuge des Debakels um Aliens: Colonial Marines bin ich dabei, dies ein wenig zu überdenken. Wieso? Total Biscuit hat ein paar wahre Dinge in seiner Video-Meinung zu Vorbestellungen angesprochen. Mit ein paar Dingen gehe ich nicht konform, aber einige haben mich nachdenklich gemacht.

Time after time

Es ist Valentinstag. Häufig wird er hoch stilisiert und manchmal auch vollkommen unnötig. Ich finde ihn dennoch schön, auch wenn ich ihn heute nicht mit meiner Frau verbringen kann. Mitten in der Woche bin ich nun einmal auf der Arbeit. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht aneinander denkt.

Auch wenn der Tag überkommerzialisiert ist, so kann man ihn dennoch auch für vernünftige Dinge nutzen. Es ist nichts Schlimmes dabei, am Valentinstag Essen zu gehen – es ist ein schöner Anlass. Im Gegenzug sollte es nicht der einzige Tag sein, an dem man etwas gemeinsam macht. Ist er das doch? Dann erfüllt er wenigstens den Zweck, dass man diesen Anlass hat. Das kann auch schon etwas wert sein.

Passend zum Valentinstag möchte ich aber einmal wieder einen meiner persönlichen Lieblings-Animes empfehlen: Toradora! Ich habe selten einen ergreifenderen, spannenderen und schöneren Anime erlebt. Dabei ist er sehr bodenständig, denn es dreht sich einfach um die Beziehungen der fünf Hauptcharaktere. Fünf? Ja, bedeutet, dass da etwas nicht aufgeht und das ist auch, was ich dem Anime hoch anrechne, dass er sich eine unmögliche Aufgabe gestellt hat und daraus zieht der Anime auch sein gesamtes Dramapotenzial.

Natürlich dreht es sich um noch viel mehr Beziehungen, aber die fünf Hauptcharaktere haben so ein Kuddelmuddel untereinander, das von Folge zu Folge schlimmer wird und dann in den späteren Folgen so herzzereißend gipfelt, dass es mir eiskalt den Rücken runterläuft, wenn ich nur daran denke.

Dabei möchte ich betonen: Der Anime kommt ohne Magie aus, ohne epischen Plot, ohne Übernatürliches oder ähnliches. Es ist der Schulalltag der fünf Charaktere und ihr Weg ins Erwachsensein.

Es gibt Leute, die geben diesem Anime keine Chance, weil sie gerade Taiga am Anfang richtig blöd finden. Aber Taiga ist ein so wunderbarer und tiefer Charakter, der mich so ungeheuer gerührt hat … ich finde es schade, dass manche nur die Oberfläche sehen, dabei kann man bereits in der ersten Folge entdecken, dass so viel mehr noch unter dieser Oberfläche steckt.

Der Anime steckt so voller wunderschöner Szenen, die man auch fast alle auf YouTube sich ansehen kann. Da sind in regelmäßigen Abständen solch tiefe Momente dabei, voller Symbolik und voller Gefühl, dass ich mir die auch heute immer noch gerne anschaue. Wer hier schon länger mitliest, wird beispielsweise wissen, wie sehr mich die Weihnachtsepisoden mitgenommen haben und bis heute noch mitnehmen.

Aber natürlich ist die Valentinstagsfolge auch ein solcher Moment. Genau die war nämlich jene Folge, bei der meine Frau gerade aus dem Computerzimmer ins Wohnzimmer kam, während ich sie schaute, und mich vollkommen irritiert ansah, weil ich vollkommen verzweifelt wohl auf den Fernseher starrte, das Kissen umschlungen, weil ich das fast nicht ausgehalten habe, was da gerade passierte.

Toradora! ist ein wunderschöner Anime über Freundschaft, Liebe und das Erwachsenwerden – ich finde, das ist ein passender Tipp für den Valentinstag und es würde mich freuen, wenn ich euch neugierig gemacht habe, sofern ihr grundsätzlich Animes nicht abgeneigt seid und kein Problem mit Beziehungsdramen habt. Wenn ihr sowas nämlich mögt, wage ich zu behaupten, dass es kaum einen besseren Anime als diesen gibt.

Hier die anfänglichen Worte von Ryuji und Taiga:

Ryuji: There is something in this world that nobody has seen yet. It is something gentle and very sweet. And if you had been able to put your eyes on it, then you would yearn for it.
Taiga: That is why the world has hidden it. To make sure that not just anyone can get their hands on it.
Ryuji: But at some point, someone will find it.
Taiga: That one person who is supposed to find it, is also the one who will be able to find it.

Nach dem Spoiler-Cut verlinke ich die erste Episode mit englischen Untertiteln. Mit deutschen Untertiteln lässt es sich bestimmt ebenso finden.

Viel Spaß mit einem meiner Lieblingsanimes!

Spoiler-Cut!

Jamapi Troopers

Shooter waren nie so ganz mein Ding. Klar, ich habe die alten Shooter gespielt, Wolfenstein, Doom, Quake, Duke Nukem – gerade Quake und der Duke waren ein Dauerbrenner auf unseren Netzwerksessions. Ich mochte diese moderne Art des Fangenspielens, denn mehr ist es für mich nicht, egal wie sehr manche Medien diese Spiele zum Teufel persönlich stilisieren wollen. Doch diese Diskussion will ich nicht entfachen, das nur lediglich als Einleitung.

Später habe ich mit meiner Frau viel Unreal Tournament gespielt. Das war genau mein Ding und verdeutlicht vielleicht, wieso es für mich einfach nur ein modernes Fangenspielen ist: Das ist nicht unbedingt realistisch in der Darstellung und gerade die bunten und unrealistischen Waffen und Lichteffekte haben mir immer gefallen.

Mit den ganzen eher realistischen Shootern konnte und kann ich nichts anfangen. Schon allein, wenn ich die Waffen nicht an Hand Aussehen und Lichteffekt oder Projekteffekt gut auseinander halten kann. Ein Call of Duty habe ich nie gespielt, ebenso ein Battlefield oder wie sie auch alle heißen mögen. Das geht nicht an mich und auch ein Far Cry mochte mich nicht fesseln.

Gut war ich in diesen Spielen nie. Musste ich auch nicht sein, denn ich habe sie eigentlich immer nur einmal wieder so nebenbei mit meiner Frau gespielt oder auch hin und wieder sogar noch später Unreal Tournament bei den letzten Netzwerksessions, die wir so hatten. Mit Counterstrike hatte ich ein paar sehr unschöne Erlebnisse und ich kann diesem Spiel bis heute nichts abgewinnen.

So schön es vielleicht sein mag, taktisch zu arbeiten, so hat es mich dort immer genervt, wie ähnlich die Waffen aussahen, das System zum Kaufen blieb mir verschlossen und wenn man direkt nach Spawn gleich erwischt wird und dann ein paar Minuten bis zum Rundenende warten muss, ist das nicht mein Verständnis von Shooter-Spaß. Shooter sollten für mich schnelle und einfache Spiele sein. Daher habe ich den Rummel um Counterstrike nie nachvollziehen können – und werde es wohl auch nie.

Shooter waren nie eines meiner bevorzugten Genres, dennoch habe ich sie immer mal wieder gerne gespielt. Aber dann sind sie ein wenig bei mir untergegangen. Zu realistisch wurden mir die ganzen Dinger. Meine ersten Begegnungen mit den neueren Shootern hatte ich dann bei Left 4 Dead 2 – was im Koop-Modus einfach unglaublich amüsant ist. Gerade mit Marc und Dominik hatte ich da echt sehr, sehr schöne Spiele, die wir unbedingt mal wieder wiederholen müssten!

Später fand ich dann über F.E.A.R. 2 wieder mehr zu Shootern zurück – diesmal an der Konsole, auch wenn ich bei der Controler-Steuerung extrem versagt habe. Doch ich habe mich durchgebissen, denn das Spiel fesselte mich ziemlich was Story und Atmosphäre betrifft – auch wenn die Handlung da nicht gerade komplex oder tief war. Mir hat das sehr gefallen. So fand ich meinen Weg wieder zu Shootern ein wenig zurück und dann mit Dead Space und Uncharted entdeckte ich eine neue Liebe: Die 3rd-Person-Shooter.

Soweit ich mitbekommen habe, können viele mit dieser Perspektive wenig anfangen. Mir gefällt sie deutlich besser als die normale Ego-Ansicht und daher habe ich beispielsweise auch ein Skyrim gleich in 3rd-Person eingestellt, denn mir gefiel das nicht und war auch damals einer der Gründe, warum ich mit Morrorwind nie wirklich warm geworden bin.

Jetzt bin ich in der Beta zum neuen Shooter-MMO von Trion, aber ich glaube, da ist die NDA soweit, dass ich da wenig drüber erzählen kann. Ich erwähne es auch nur am Rande, pro forma. Aber ich bin sehr gespannt darauf, was daraus noch wird. Wo ich mich aber dieses Wochenende ein wenig drin verloren habe, war Planetside 2. Das ist schon draußen und wenigstens nicht so richtig realistisch. Lediglich stört mich, dass es doch ein Ego-Shooter und kein 3rd-Person-Shooter ist.

Dafür ist das echt ansehnlich gemacht und es erinnert mich in vielen Aspekten an das gute alte Unreal Tournament – zumindest was Realismus (oder dessen Nicht-Vorhandensein) und die Lichteffekte betrifft. Das macht Laune und wenn man in so einem riesigen Zerg von 100 Leuten einen Hang hinauf kraxelt, um eine Stellung einzunehmen und man sich wie bei Starship Troopers fühlt, dann ist das schon spannend und fesselnd.

Gut werde ich darin nie – muss ich auch nicht werden. Spaß macht es dennoch und ich ziehe meinen Spaß aus den kleinen Erfolgserlebnissen: Wenn ich mit einem Luftjäger nicht direkt den Boden küsse, wenn ich dann nach dem zigsten Mal Sterben doch den gegnerischen Sniper erwische, wenn ich Assists machen kann, wenn ich als Sanitäter durch die Reihen laufen kann, um Leute aufzustellen und zu heilen – solche Dinge. Da muss ich nicht der größte Roxxor und Rul0r sein. Auch wenn ich vermute, dass dieses andere Shooter-MMO doch mehr mein Ding sein könnte als Planetside 2.

Zeit – wieso habe ich nur so wenig Zeit?