Why do books end?

Am letzten Samstag liefen die neuen Episoden der 3. Staffel My Little Pony: Friendship is Magic – und ich habe sie verpasst! Das ist an sich nicht schlimm, wurmt mich aber trotzdem. Zum Glück gibt es YouTube und ich freue mich jetzt wieder darauf, erneut Woche für Woche eine neue MLP:FiM-Folge zu sehen – oder je nachdem, wann ich eben dazu komme.

Im Zuge dessen habe ich auch ein Bild gefunden, das ich unbedingt teilen wollte und für manche von uns bücherliebenden Menschen vermutlich aus der Seele spricht. Zur kurzen Erklärung vorher sollte ich aber den Charakter auf dem Bild charakterisieren, damit auch Nicht-MLP-Zuschauer das Bild verstehen können.

Auf dem Bild sieht man eine Fohlenvariante eines der Hauptcharaktere – Twilight Sparkle. Twilight ist mein persönliches Lieblingspony der gesamten Serie, aber das tut hier eigentlich nichts zur Sache. Was viel wichtiger ist: Twilight ist ein Büchernarr. Sie liebt es zu lesen, sie hat sogar anfangs ihre Bücher und das Studium über Freundschaft und andere Ponies gestellt. Das ist, was sie im Laufe der Serie ablegt und den Wert von Freundschaft erst so langsam wirklich kennenlernt.

Häufiger in der Serie wird darauf hingewiesen, dass Twilight Sparkle wohl früher kaum etwas Anderes gemacht hat außer lesen. Oder um es mit einer Zeile auf “BBBFF” zu sagen: “When I was just a filly, I found it rather silly | To see how many other ponies I could meet | I had my books to read, didn’t know that I would ever need | Other ponies to make my life complete.”

Da setzt das Bild ein wenig an, auch wenn es einen anderen Aspekt beleuchtet und eine so einfache Frage stellt, die so naiv und schön ist, dass ich sie einfach teilen muss: “Mommy, why do books end?”

So ähnliche Fragen gehen mir auch manchmal durch den Kopf – nicht nur bei Büchern, sondern auch bei Serien, die ich sehr mag. Da ist dann wirklich auch ein wenig Verzweiflung in meinen Gedanken dabei, weil ich so viel Spaß hatte dabei und es mich traurig stimmt, dass es vorbei ist. So schön es auch ist, dass eine Geschichte zu Ende erzählt wird (zumindest im Idealfall), so traurig ist es doch dann auch. Das geht mir bei Fernsehserien auch so oder bei Computerspielen, bei denen mich die Geschichte so sehr mitreißt.

Das ist eine so spannende Frage und so schön mit dem Bild dargestellt, dass ich das teilen musste.

When all those shadows almost killed your light

Vor zwei Jahren habe ich während des NaNoWriMos 2010 mit einer kleinen Sache angefangen, die ich gerne beibehalten will, denn sie hat mir viel Ideen und Inspirationen gebracht. Und zwar: Ich poste hier immer mal wieder Lieder, die zu dem Entwurf passen, seiner Stimmung oder manchen Szenen.

Natürlich gibt es dann möglicherweise den Vorwurf, dass man klaut. Aber es geht hier nicht um das Klauen, sondern um die Verwandtschaft zu Bildern im Kopf, zu Stimmungen, zu Eindrücken. Denn alles gehört zusammen und man kann das einfach nicht trennen und sicherlich spielen so ein paar Dinge mit rein, wenn man schreibt. Das ist trotzdem noch lange kein Klauen.

Anfangen will ich dieses Jahr mit einem Lied, das ich erst vor ein paar Wochen so richtig entdeckt hatte – dabei habe ich es sogar schon vorher gehört, nämlich im großartigen Film Die Tribute von Panem. Das Lied ist mir aber jetzt erst wieder so richtig bewusst geworden und ich hatte keine Ahnung, dass es von Taylor Swift gesungen ist – deren Stimme und Stil ich ungeheuer mag.

Das Lied passt ungeheuer gut von der Stimmung und dem Text – auch wenn mein Roman kein Depri-Drama sein sollte. Es geht mir hier vielmehr um die Hoffnungslosigkeit, die in allem steckt, aber dennoch dieser Ansporn, nicht aufzugeben und dagegen zu kämpfen… es wird wieder alles gut – selbst wenn es nicht so aussieht; und trotzdem weiß man, dass es eine Lüge ist, denn es wird nicht mehr sicher sein.

Das ist zumindest die Stimmung, in der sich meine Protagonistin aus dem ersten Teil zur Zeit des zweiten Teils befindet und wo auch meine (andere) Protagonistin des zweiten Teils so langsam hinsteuert. Ich mag dieses Lied – sehr. Und es fängt genau diese Stimmung sehr schön ein.

Schon kurios, denn das Lied passt ideal auf die Tribute von Panem und obwohl meine Geschichte wirklich nichts damit zu tun hat, passt es ebenso dazu. Und das Lied hat mich dazu inspiriert, ab jetzt so richtig alles zusammenkrachen zu lassen. Drama, Baby! Drama! Heute Abend bricht ein Sturm über die Stadt der Nebel ein. Denn da will ich hin.

Follow the signal

Es gab bei Alan Wake noch zwei Zusatz-Episoden, die bei meiner Edition dabei waren, die ich aber bisher übersehen habe! Die habe ich jetzt auch zu Ende gespielt und muss sagen: Zumindest Das Signal war verdammt schwer! Der Schriftsteller hingegen recht kurz und auch einfach.

Ungeachtet der Schwierigkeit haben beide Episoden aber spannende Situationen gehabt und die Geschichte auch interessant und postmodern weitergeführt. Meiner Ansicht nach eine ungeheuer gelungene Überleitung zu Alan Wake’s American Nightmare – zumindest vermute ich es.

Vor meinem Urlaub werde ich aber den Nachfolger von Alan Wake nicht anrühren, denn ansonsten komme ich da sowieso total raus. Dennoch freue ich mich schon sehr darauf, wie die Geschichte weitergeht. Ich muss gestehen, dass einiges beim Spielen doch sehr wiederholend wird, aber allein für diese tolle Geschichte blicke ich da gerne drüber hinweg.

Ponies are magic

Mittwoch ist heute einmal Pony-Tag – Ninja-Pony-Beitrag! Ich muss gestehen, ich wollte nicht bis Samstag mit einem MLP:FiM-Beitrag warten. Denn My Little Pony: Friendship is Magic ist eine so besondere Serie, dass sogar ich mich selbst spoile, weil ich die dritte Staffel kaum erwarten kann. Es gibt seit einiger Zeit bereits Lieder (Achtung: Spoiler) aus der dritten Staffel auf YouTube und seitdem ich da reingeschaut habe, halte ich es kaum noch aus.

Manche werden vielleicht jetzt die Augen rollen, wie ich eine solche Serie schauen kann – und es wirkt so, als ob das einfach ein ungerechtfertigter Hype im Internet ist. Ich gebe zu, dass der  Meme-Hype ungeheuer groß bei MLP:FiM ist, aber nichtsdestotrotz ist das eine so verdammt gute Kinderserie… auch ohne diese ganzen Memes würde ich sie mir anschauen und gut finden. Denn auch heute noch schaue ich gerne Disney’s Gummibärenbande oder ähnliche Serien. Wem sowas gefällt und auch in gehobenerem Alter jung geblieben ist, dem kann ich diese Serie echt empfehlen.

Meiner Ansicht nach spielt diese Serie in einer Liga mit den Dinos. Denn für Kinder ist sie einfach toll und lehrreich und unterhaltsam. Aber auch ein erwachsener Zuschauer, der bereits viel gesehen und gelesen hat, kann sich an so vielen Referenzen und Anspielungen und hintergründigen Witzen erfreuen, dass das einfach eine tolle Familienserie ist. Schade, dass My Little Pony durch die alte Serie einen so schlechten Ruf hat. Aber dieser Reboot von Lauren Faust ist sowohl optisch, als auch inhaltlich großartig.

Das sind nicht mehr die Mary-Sue-Ponies, bei denen man einen Zuckerschock bekommt. Jedes Pony hat seine Stärken und Schwächen und sie zoffen sich auch immer mal wieder gehörig. Natürlich geht das alles immer gut aus, denn immerhin ist es trotzdem eine positive Kinderserie und es heißt auch Friendship is Magic und nicht Frienship is Impossible. Die grundlegende Aussage der Serie ist nämlich, wie man trotz Unterschieden Freunde sein kann und worauf man zu achten hat.

Das sind einfach so tolle Charaktere…! Mein persönlicher Favorit ist bekanntermaßen Twilight Sparkle – das lilane Einhorn. Aber die anderen Ponies sind auch so großartig auf jeweils ihre eigene Art. Schon allein der Texas-Akzent von Applejack ist großartig, aber auch die postmodernen Witze Pinkie Pies sind so großartig, Fluttershy lässt mich immer wieder zufrieden aufseufzen und leise kichern und Rainbow Dash ist einfach cool. Die größte Überraschung hatte ich aber bei Rarity, denn – das habe ich schon einmal geschrieben – in nahezu jeder anderen Serie wäre Rarity “die Böse von der anderen Gang”. Aber hier ist der Charakter trotzdem sympathisch und nicht oberflächlich. Im Prinzip erinnert sie mich sehr an die spätere Cordelia aus Buffy.

Das sind alles so tiefe Charaktere, bei denen es mir ungeheuer viel Spaß macht, egal wie albern und vorhersehbar die Plots manchmal sind. Wer also ohne Zahnschmerzen Disney sich anschauen kann, dem sollte das mindestens mit MLP:FiM gelingen. Es ist einfach eine tolle Serie. Also hier einmal wieder mein Appell: Wer Spaß an Kinderserien hat, der sollte mal über seinen Schatten springen und sich MLP:FiM anschauen – aber bitte nur auf Englisch. Ich verlinke das direkt auch mal. Gebt der Serie mal eine Chance, wenn euch die Gummibären, die Dinos, Chip & Chap und all solcher Kram gefällt.

Die Serie hat herzlich wenig mit dem alten My Little Pony zu tun. Aber seht selbst nach dem Spoiler-Cut.

Spoiler-Cut

Just imminent danger, in the middle of it: me

Bei Castle schauen wir zur Zeit die 2. Staffel in ziemlicher Rekordzeit durch. Häufig sind es drei Folgen am Stück, weil wir nach jeder Folge denken: “Ja, noch eine!”

Eigentlich ist das ungewöhnlich für mich, denn ich habe lieber Serien mit Meta-Plot oder zumindest fantastischen Elementen. Was macht Castle für mich also so gut, obwohl es sogar eine Krimi-Serie ist und Krimi nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Genres zählt?

Nathan Fillion! Ich mag ihn einfach. Für die Rolle als Richard Castle ist er einfach perfekt – ebenso übrigens, wie er für die Rolle als Nathan Drake aus Uncharted, doch das ist ein anderes Thema. Man könnte fast meinen, dass die Rolle des Rick Castles ihm auf den Leib geschrieben ist. Was war zuerst da? Der Charakter und es wurde ein passender Schauspieler gesucht? Oder wollten sie eine Serie mit Nathan Fillion machen und haben ihm den perfekten Charakter geschrieben? Ich weiß es nicht. Aber dieser Charakter ist einfach großartig und er die beste Besetzung dafür.

Die anderen Rollen! Ähnlich wie bei Monk sind auch hier die anderen Rollen neben Castle wichtig und sympathisch. Natürlich Kate Beckett, die man schon nicht mehr wirklich als Nebenrolle bezeichnen könnte. Aber auch in allen restlichen Nebenrollen steckt so viel Liebe und Detail, dass ich mir echt schwer tue, sie Nebenrollen zu nennen. Meine Lobeshymne auf Alexis schrieb ich ja bereits, aber auch Castle Mutter ist großartig und bei den anderen Detectives und Becketts Chef geht mir auch immer wieder das Herz auf. Und mich freut auch, wie viel Spotlight doch die Forensiker im Team haben. Dadurch gehört die Serie schon fast in die Reihe der Ensemble-Casts, auch wenn es natürlich noch ein ganzes Stück von solchen Serien wie Buffy oder Lost oder Heroes entfernt ist, denn der Fokus ist und bleibt natürlich auf Castle und Beckett.

Die Serie ist postmodern! Kein Wunder, dass mich das so fasziniert. Da ist so viel intelligenter Witz in der Serie, so viele Anspielungen, so viel Selbst-Reflektivität… das macht mir ungeheuren Spaß. Allein die doppelten Ebenen dadurch, dass Castle über seine Krimi-Partnerin Kate Beckett Krimis schreibt… großartig!

Das macht einfach immer wieder und wieder Spaß und ich könnte vermutlich den ganzen Tag Castle durchschauen. Neben Monk und Detektiv Conan eine der wenigen Krimiserien, die mich echt in Begeisterung ausbrechen lässt. Außerdem ist es angenehm, mal wieder eine “Case of the Week”-Serie zu haben, bei der es zwar ein wenig Meta-Plot gibt, aber bei der man damit nicht erschlagen wird. Dann werde ich sicherlich auch demnächst wieder richtig viel Spaß an Meta-Plot-Serien haben; da habe ich mich zugegebenermaßen die letzte Zeit wohl ein wenig überfuttert.

Face to face

Mancher kennt sicherlich meine Begeisterung mit Dawson’s Creek – meiner Ansicht nach eine vollkommen unterschätzte und von vielen Leuten wegen Vorurteilen verschmähte Serie. Häufig habe ich da schon Kritik gehört: Welche Jugendlichen unterhalten sich denn so? Ich – teilweise. Nicht jeder Jugendliche ist durch die Welt gezogen mit “ey, krass”. Außerdem ist diese Serie kein Beverly Hills 90210 und Ähnliches. Ich gebe zu, dass die erste Staffel vielleicht einen komischen Eindruck macht, aber ich denke, spätestens ab der zweiten Staffel sollte man merken, dass mehr an dieser Serie dran ist als irgendwelche unglaubwürdigen Dramen oder dauernden Beziehungswechseldich-Spielchen.

Dawson’s Creek ist eine postmoderne Serie über das Erwachsenwerden und all die Probleme, die man als Mensch bekommen kann. Denn gerade in den späteren Staffeln dreht es sich nicht mehr nur um Teenager, denn da sind sie schließlich (teilweise) auf dem Kollege. Es geht an sich auch weniger um Jugendliche als vielmehr um Menschlichkeit. Da sind so viele Weisheiten über das Leben und den Umgang miteinander in dieser Serie, dass es mir auch heute noch bei ein paar Dingen eiskalt über den Rücken läuft, wenn ich manche Dialoge mir auf YouTube ansehe… oder sie auf Facebook lese.

Das ist nämlich eine ganz tolle Sache, denn auf Facebook verfolge ich natürlich auch die Dawson’s-Creek-Seite und immer mal wieder ploppt in meiner Timeline dann ein Zitat aus einer Folge samt Bild auf. Das lese ich und denke mir meistens: “Ja, genau.” Ich erinnere mich häufig an die Szene, denn Dawson’s Creek hat sich wirklich in mein Hirn gebrannt, so sehr hat mich das bewegt. Das lese ich immer wieder gerne und freue mich auch heute noch, Jahre nachdem Dawson’s Creek fertig ist, über die Dialoge.

Ich finde es traurig, dass diese tolle Serie einen so schlechten Ruf hat.

Go into the light!

Nein, ich gehöre nicht zu Steam, auch wenn ich immer wieder auf deren Angebote hinweise und man es daher meinen könnte. Mir geht es da in erster Linie um eins: Ihr lest hier meine Lobeshymnen auf manche Spiele und vielleicht mache ich den ein oder anderen neugierig. Daher weise ich euch gerne darauf hin, wenn eines der Spiele, die mich so fesseln, auch mal zu einem günstigen Preis erhältlich ist.

Normalerweise würde ich mich nämlich nicht darüber freuen, wenn ich einen Titel sehe, der reduziert ist, den ich aber schon habe. So jedoch? Da freue ich mich dann riesig, weil ich mir denke: “Vielleicht holt es sich jemand und hat mächtig viel Spaß!” Das wäre echt riesig.

Langes Vorwort, kurzer Sinn: Alan Wake auf Steam im Angebot! Das ist bis Montag 75% runter – für das komplette Paket mit Collector’s Edition und der Fortsetzung Alan Wake’s American Nightmare nur 9 Euro! Postmoderner Horror-3rd-Person-Shooter mit mächtig viel Atmosphäre! Zugreifen, Spaß haben, danke Holger.

In der Dunkelheit leuchtet das Licht am hellsten

Die Handlung von Alan Wake ist phantastisch – im doppelten Sinne. Das hat so schöne postmoderne kleine und größere Ideen drin, dass mein Poststrukturalisten-Herz sich einmal wiederfreut. Aber ebenso ist das eine ungeheuer fesselnd Horrorstory.

Ich steuere vermutlich auf den Showdown zu und gerade weil es so postmodern ist, zieht mich das noch mehr mit in die Handlung hinein. Es ist schwer zu erklären, ohne zu spoilern. Schon allein die Sprüche, die manche NPCs auf dem Weg von sich geben sind so witzig und intelligent und tief, dass ich breit grinsend, aber auch extrem angespannt vor dem Computer sitze.

Das packt mich und ich kann Alan Wake wirklich nur jedem empfehlen, der was für Schriftsteller und Horror und Postmoderne übrig hat. Wer aber nicht die Zeit oder Muße dazu findet, das selbst zu spielen oder auch das Geld (noch) nicht ausgeben will, der kann sich beim Marc ein Let’s Play anschauen.

Mich persönlich hat das Let’s Play nach ca. 3-4 Minuten überzeugt und ich holte es mir direkt auf Steam. Ich habe es nicht bereut – im Gegenteil. Ich bin heilfroh, dass ich darüber gestolpert bin. Schaut es euch einfach mal an und dann seht ihr, ob das was für euch sein könnte.

Klar, das Ende habe ich noch nicht gesehen, aber ich bezweifle, dass es mich enttäuschen wird. Das sagt mir einfach ein Bauchgefühl, dass das genauso hervorragend endet, wie es mich bisher unterhalten hat.

Lost in Synch

Mittwoch Abend bleibe ich meist noch ein wenig vor dem Fernseher hängen – auf Pro7. Denn dort läuft fast durchgängig “How I met your mother”. Wie großartig ich diese Serie finde, sollte langsam hinreichend bekannt sein. Ich liebe diese Serie wirklich, denn sie ist witzig, charmant, dramatisch, philosophisch und an vielen Stellen postmodern. Die deutsche Synchronisation geht aber gar nicht.

Jetzt mögen manche vielleicht sagen: “Doch, geht sicherlich.” Nein, tut mir leid. Es ist mir persönlich wirklich unbegreiflich, wie man das Original gehört hat und dann auch noch im Ansatz behaupten kann, dass die Synchronsprecher ähnliches ausdrücken wie die Originalstimmen. Lily ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, Ted klingt vollkommen belanglos und bei Marshal fehlt einfach dieses trocken-naive; von Barney will ich gar nicht erst anfangen, denn das wäre einfach nur traurig, wenn ich das vergleiche und aufzählen muss, was alles in der Synchronisation verloren geht.

Es gibt wirklich ein paar Synchronisationen, da ist es egal, denn die sind gelungen. Das ist häufig bei Animationsfilmen so. Direkt fällt mir “Drachenzähmen leicht gemacht” ein, der auch auf Deutsch einfach sympathisch und verdammt gut gemacht ist. Die Entscheidung zum norddeutschen Akzent ist großartig und passt wie die Faust aufs Auge. Außerdem sind die Sprecher mit Feuer dabei. Das merkt man.

Bei “How I met your mother” sind sie das nicht – das merkt man auch. Das wirkt nach Runterspulen des Textes und sehr belanglosem Vorlesen. Sowas ist leider nicht mehr selten in deutschen Synchronisationen. Wenn ich allein an die Übersetzung von Buffy denke und wie die Sprecher das vollkommen gelangweilt runterlabern, da wird mir ganz anders. Da fehlt einfach die Seele und man hat das Gefühl, dass nicht die Zeit blieb, dass die Synchronsprecher sich das Original ansehen und versuchen, das irgendwie rüberzubringen. Dadurch geht einfach ungeheuer viel verloren. Wem das nicht auffällt, dem muss ich leider wirklich absprechen, ein Gespür für solche Dinge zu haben.

Man kann damit leben, klar. Ich schaue mir schließlich auch “How I met your mother” mittwochs auf Pro7 an. Ich würde es mir aber lieber auf Englisch ansehen, denn da fehlt so viel und man merkt es mit nahezu jedem Dialog. Sicherlich ist das nicht einfach und gerade “How I met your mother” ist ungeheuer schwer zu übersetzen. Aber die Synchronisation? Da geht mehr! Da versagen die Sprecher einfach und das liegt noch nicht einmal an der Übersetzung.

Karma chameleon

Am Samstag hatte ich einen Fall, nachdem man wirklich überlegt, ob es nicht doch so etwas wie Karma gibt. Ich musste nämlich zur Post, um ein Päckchen abzuholen, das am Freitag geliefert wurde, als keiner da war. Also stiefelte ich los.

Da die Postfiliale ein wenig weiter weg ist, fahre ich da immer mit dem Bus – Kurzstrecke. Als ich an der Haltestelle ankam, sah ich: “Noch 10 Minuten. Na prima!” Was mache ich? Normalerweise hole ich mein Busticket immer beim Fahrer, aber da der Automat dort stand, dachte ich mir, dass ich das schon einmal machen könnte.

“Und wenn ich schon einmal dabei bin, kann ich mir auch für die Rückfahrt das Ticket holen”, sagte ich, zog es und fluchte. Denn da merkte ich, dass man die nicht abstempeln musste, weil die direkt gültig waren. Also hatte ich 1,60 EUR in den Sand gesetzt.

Natürlich ärgerte ich mich, aber ändern konnte ich es auch nicht. Also in den Bus eingestiegen, zur Post gegangen, dann wieder zurück zur Haltestelle und da sah ich den Bus bereits stehen. Die Türen schlossen sich, ich rannte los, kam gerade noch so an und der Busfahrer öffnete netterweise noch die Tür; auch keine Selbstverständlichkeit heutzutage.

Ich hechtete in die mittlere Tür rein und ging direkt vor und bedankte mich beim Busfahrer und sagte: “Und dann bräuchte ich noch einmal Kurzstrecke.”

Der Busfahrer blickte mich an, winkte ab und sagte: “Vergessen Sie es. Bleiben Sie einfach bei mir stehen.” Wobei das weniger Kulanz oder Nettigkeit war, sondern einfach nur ein Fehler in dem Ticketsystem im Bus. Kurzfahrten wollte das Ding nämlich nicht berechnen. Aber witzigerweise nur Kurzfahrten. Alle anderen Tickets konnten ganz normal gelöst werden.

Zuerst überlegte ich, ob ich mich ärgern sollte, denn hätte ich anfangs die zwei Tickets nicht gezogen, hätte ich jetzt Geld gespart. So hatte ich “nur” das verschwendete Geld der fälschlich gezogenen Karte wieder drin. Daher entschied ich mich, mich zu freuen, dass das Universum das anscheinend mitbekommen hat, dass ich das alles ganz korrekt machen wollte und auch gemacht habe. Manchmal belohnt es einen dafür doch – irgendwie. Eine beruhigende Erkenntnis.

Das Päckchen war übrigens nicht in der Postfiliale.