They speak of liberty and justice! But for who?

Noch immer prügele ich mich als Connor durch das Amerika der Revolution in Assassin’s Creed 3 – kommendes Wochenende werde ich aber den Unabhängigkeitskampf wohl beenden. Denn es bricht die letzte Story-Sequenz an. Trotzdem habe ich erst ca. 50% des Spiels durchgespielt. Doch von was?

Nach wie vor bin ich sehr zwiegespalten, was AC3 betrifft. Es gibt durchaus viele, viele Momente, die richtig genial sind. Es gibt viele Momente, in denen Connor mir fast eine Klippe runterfällt oder von einer Muskete aufgespießt wird, weil ich staunend da sitze, weil es gerade einen genial cineastischen Moment gibt.

Die Geschichte macht mir Spaß, die Charaktere sind in Ordnung und das Setting ist einfach toll. Wunderschön ist das frühe Amerika eingefangen und obwohl man nicht die Häuserschluchten eines Venedigs oder eines Konstaninopels hat, fühle ich mich als Assassine nicht überflüssig und kann über Bäume klettern und spannende Verfolgungsjagden bestehen.

Und dennoch gibt es auch zu viele Momente, in denen mich etwas wurmt. Verbuggt ist es immer noch und das, obwohl ich mittlerweile mir sogar online Patches gezogen habe. Manchmal bricht das Spiel im Ladebildschirm ab oder lädt und lädt und lädt. Manchmal ist die Wegfindung so beknackt, dass ich bei einer Verfolgungsjagd mein Pferd über Steine springen lasse oder durch einen Fluss waten will, und das klappt auch am Anfang, doch dann komme ich nicht mehr weiter – aber auch nicht mehr zurück.

Die Brief-Nebenmissionen sind meiner Ansicht nach schon eine dreiste Frechheit wie minimalistisch und belanglos das ist. Manche Nebenmissionen sind nett, aber glänzen dann dadurch, dass man sie dreimal wiederholen darf – und dreimal auch exakt das gleiche gesagt wird. Da war in allen Teilen vorher wenigstens Variation dabei! Doch hier? Gerade bei den Nebenmissionen in New York ist mir das aufgefallen.

Außerdem fehlen mir einfach die Gräber. Ja, so etwas Ähnliches gibt es auch bei AC3 mit den Schätzen, die man finden kann. Ich hatte auch schon solche Missionen wie die Gräber, aber das ist kein Vergleich zu der Jagd nach der Rüstung Athairs oder diesen Geheimnissen um den Romulus-Kult in Brotherhood. Viel zu schnell war das vorbei, noch nicht einmal knifflig.

In dem Zusammenhang habe ich mir sogar gedacht: „Testest du doch einmal den DLC aus.“ Denn Maya-Tempel klang nett und ich dachte mir, vielleicht ist das ja genau so etwas wie die alten Grab-Missionen. Fast! Leider nur fast! Es fing gut an, gab dann auch eine knifflige Stelle und dann war es vorbei. Und dafür dann knapp 5 Euro bezahlen?

Klar, da waren auch noch ein paar Outfits und Waffen dabei; die brauchte ich aber nicht. Ich wollte ein solches Grab! Was bekam ich? Eine nette Map – optisch war das wirklich gut. Der Tempel an sich war nett und als sich gerade das alte Spielgefühl wieder melden wollte und sagen wollte: „Ja, das fängt gut an!“ – hörte es auch schon wieder auf. Das war enttäuschend. Dabei fand ich das noch nicht einmal schlecht. Vielleicht habe ich auch nur etwas übersehen?

Würde mich nicht wundern, denn bei AC3 kann man so einiges übersehen. Über das Tutorial habe ich ja bereits geschimpft. Ich glaube, das wird bei keinem Assassin’s Creed jemals anders werden. Aber so versteckt wie hier manche Dinge sind, ist das schon fast eine Frechheit – oder ich zu blind. Ich weiß es nicht und möchte den Fehler bei mir nicht ganz ausschließen.

Mir sind Dinge in den Statistiken aufgefallen, von denen ich noch nie was gehört habe. Besondere Missionen von Achilles? Habe ich bisher nicht gesehen. Bestimmte Manöver? Ja, wurden mal kurz erklärt, aber da alles meist mitten in einer Kampf- oder Verfolgungs-Sequenz aufplöppt, hat man nie genug Zeit, das zu lesen.

Viel zu häufig wird was angezeigt, während ich kämpfe oder jemanden verfolge, ich kann nur mit halbem Auge mitlesen und ehe ich mich dann wirklich darauf konzentrieren kann, ist es schon wieder weg – und ich weiß nicht mehr wie oder was. Was ist aus der Methode geworden, in solchen Momenten das Spiel mal anzuhalten? Oder zumindest diese Möglichkeit einzubauen? Mag sein, dass das doch langsam mein Alter ist, dass eine jüngere Generation das schnell aufnehmen kann – ich aber offensichtlich nicht.

Bloggen oder nicht bloggen

Meine Frau und ich waren letztens im Theater – streng genommen im Kabarett. An sich hatten wir uns darauf gefreut, wurden aber leider doch schwer enttäuscht. So sehr, dass ich bemerkte, dass mein Höflichkeitsklatschen war sogar vor ihrem kam und das muss schon was heißen. Denn an sich taue ich sehr viel schwieriger bei sowas auf.

In der Pause raunte sie dann zu mir: „Und? Wie gefällt es dir?“ Ich antwortete, dass es durchwachsen sei, ich mich langweile, aber es ein paar wenige gute Momente gab. Sie nickte daraufhin. Ich ahnte das immerhin schon durch ihre Reaktionen im ersten Teil, war aber dennoch leicht überrascht. Wir saßen es aber bis zum bitteren Ende durch; der zweite Teil war zum Glück deutlich kürzer und sehr viel schneller vorbei.

Die Reaktionen im Publikum waren ebenso durchwachsen. Wir hatten hinter uns ein paar Kinder/Jugendliche, die hatten recht viel Spaß und irgendwo vor uns wurde auch gelacht. Ich glaube, wir waren da wirklich eine Minderheit im Publikum. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass einige doch recht rasch aus dem Raum flohen, als es zu Ende war und sogar noch kurz angenervt waren, als es noch eine kurze Ansage zu DVD und Programm gab.

Warum schreibe ich das alles und überhaupt so vage? Ich wollte eigentlich schon am Freitag darüber bloggen. Dann wiederum dachte ich mir aber: „Nee, das kannst du nicht machen. Dieser Mensch verdient sein Geld damit und es war ja an sich nicht schlecht.“ Ich fragte mich nur häufiger: „Was soll das eigentlich?“ Und: „Das könnte sogar ich – und sogar besser.“

Der Mensch da vorne war keineswegs unsympathisch und gerade, wenn er was improvisierte, weil was nicht so lief wie geplant … das waren Lacher! Das war auch gut. Nur der Rest? Der war – zumindest für mich – sehr määäääääh. Aber muss ich das dann hier schreiben? Einen weiteren unseligen Verriss ins Internet setzen?

Die Amazonkritiken sind schon übel und was manche da auch noch ins Netz an Unnettigkeiten blasen, passt auf keine Kuhhaut mehr. Man muss einen Künstler nicht zerreißen und auch nicht beleidigen. Das hatte ich auch nicht vor. Andererseits … bei bekannteren Künstlern, bei Filmen oder renomierteren Autoren, da habe ich keine Berührungsängste und ich denke, ich weiß jetzt auch warum: Es schadet ihnen nicht. Und ich will diesen Leuten schließlich nicht schaden. Auch den „Großen“.

Im Gegenzug kann aber schon eine fiese Kritik dazu führen, dass jemand doch weniger verkauft. Das mag noch nicht einmal gerecht sein, weil sich vielleicht manche Leute abschrecken lassen, denen es doch gefallen hätte. Viele solche Kritiken sind schließlich im Brustton der Überzeugung und im Gallenton der Beleidigung geschrieben.

Also haderte ich mit mir, ob ich wirklich was darüber schreiben sollte. Denn Schreiben an sich, das wollte ich! Nur ihm nicht schaden. Doch wie darüber bloggen, wenn ich es nicht wirklich erkennbar machen und ihm nicht schaden will? Geht wohl nicht. Aber dann fiel mir auf, dass das Thema an sich eigentlich schon schreibenswert ist. Denn viel zu wenigen ist bewusst, was sie mit ihren Äußerungen gerade auch im Internet für solche Leute anstellen.

Da ist jemand – der lebt davon. Der macht seine Sache vielleicht nicht schlecht, aber es gefällt einem nicht. So richtig gar nicht sogar. Das wird dann hinaus geplärrt und mit vielleicht sogar ein paar Kraftausdrücken garniert. Das lesen manche und das verbreitet sich. Das kann wirklich schon ziemlich stark um sich schlagen.

Habe ich auch schon am eigenen Leib erlebt und ganz davon abgesehen, dass Kritik natürlich nie gut tut, fragt man sich da häufig: Ist das fair? Ist es sicherlich, denn es ist die Meinung desjenigen. Aber dennoch kommt man manchmal und vor allen Dingen bei manchen Leuten nicht umhin zu denken, dass das einfach Stimmungsmache ist und leider viele da sich mitziehen lassen.

Was man dagegen machen kann? Nichts – außer es einfach selbst nicht zu machen. Gelingt natürlich nicht immer; auch mir nicht. Keiner ist da perfekt. Aber man kann sich bemühen. Daher bleibe ich lieber bei meiner sonstigen Linie: Wer gesund auf festen und großen Beinen steht, der kann Kritik sicherlich vertragen und da ist es sogar auch eine gewisse Werbung. Aber bei kleineren Leuten? Muss nicht sein. Man kann auch einfach mal höflich schweigen. Ich will da immerhin durch keine Kritik eine finanzielle Existenz auf dem Gewissen haben.

To boldly go, where no series has gone before

Dass es wohl viele gibt, die spätestens mit der vierten Fringe-Staffel alles doof fanden, kann ich verstehen. Ich gehöre aber nicht dazu. Denn eigentlich macht Fringe etwas Ähnliches, was Babylon 5 damals mit Science-Fiction gemacht hat: Es packt das Charakterdrama rein und macht es zum Hauptfokus.

Was bei B5 recht gut geklappt hat, scheint für manche bei Fringe nicht zu funktionieren. Aber wenn ich mir einige Kommentare zu diversen Fringe-Videos anschaue, dann gibt es auch deutliche Stimmen, die gerade das lieben. Das verwundert mich, aber freut mich. Denn für mich schlägt Fringe damit genau die Richtung ein, die ich will.

Wir hatten eben eine Folge, in der das Fringe-Event passierte, aber so nebensächlich war, dass es noch nicht einmal wirklich erklärt oder aufgeklärt wurde. Das war mehr die Bühne, vor der hochdramatische Charakterentwicklungen passierten und mich hat es nicht gestört. Denn wer mich kennt weiß: Das ist genau das, was ich sehen will.

Eben habe ich fast wie bei den Weihnachtsfolgen von Toradora! da gesessen, die Decke fest umklammert, als Peter am Ende mit Olivia geredet hat. Die nächste Folge hat den tollen Titel: „A short story about love“ – ja! Das ist genau, wie ich es haben will. Danke, J.J. Abrams, du enttäuschst mich nicht. Genau so und nicht anders weiter, bitte.

Jamas Tipp: Dragonheart

Lange habe ich überlegt, welchen Film ich sonst noch für Weihnachten vorschlagen sollte. Denn die beiden, die mir als nächstes einfallen, habe ich bereits einmal vorgestellt. Daher hier nur der Link: Besser Geht’s Nicht und Das Letzte Einhorn. Beide auf ihre Weise passend.

Besser Geht’s Nicht kommt da mit wirklich weihnachtlichen Botschaften daher und ist einfach ein schweineguter Film. Das Letzte Einhorn ist thematisch nicht unbedingt Weihnachten, aber da ich damals zur Winterzeit im Kino war und der Film auch immer zu dieser Zeit im Kino lief, gehört er für mich dazu.

Um aber einmal wieder etwas Neues vorzustellen, empfehle ich zur Weihnachtszeit einen Film, den ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Nicht, weil er so schlecht ist oder weil er mich langweilt oder weil ich ihn nicht habe. Er steht bei mir schon seit langer, langer Zeit im Videoregal und ich habe sogar ein Filmplakat von ihm: Dragonheart.

Aber wieso schaue ich ihn dann nicht, wenn er doch so gut ist? Weil ich es nicht über mein Herz bringe, ihn zu Ende zu schauen. Das geht einfach nicht und ich bin mit diesem Problem wohl nicht alleine, wie ich mittlerweile weiß. Ich kann ihn immer bis zu einer gewissen Stelle schauen und ab da habe ich immer abgebrochen. Irgendwann dachte ich mir: „Nein, das kannst du doch nicht machen. Der Rest vom Film ist doch so gut, du kannst ihn nicht immer frühzeitig beenden, weil du das nicht aushältst!“

Daher habe ich ihn nicht mehr geschaut – vermutlich seit Anfang 2000. Aber trotzdem ist er in meinem Kopf, weil die Geschichte ist so schön, die Charaktere sind toll und die Dramaturgie ist eigentlich genau meins. Dieser Film gehört für mich zu den ganz großen Fantasyfilmen neben Willow und dem dunklen Kristall. Trotzdem kann ich ihn einfach nicht mehr ansehen. Dabei würde ich so gerne. Vielleicht traue ich mich doch einmal wieder. Denn an sich ist er so schön!

Wer den Film gesehen hat, wird wissen, warum ich da so Probleme habe … und schaut euch nur den folgenden Trailer an. Nicht den anderen, den es noch auf YouTube gibt. Der gehört nämlich zur Kategorie „Verratet doch den ganzen verdammten Film in der Vorschau“-Trailer.

Jamas Tipp: Ist das Leben nicht schön?

Ich mache weiter mit meinen Empfehlungen an Weihnachten und bin mir sicher, dass folgender Film auch im Fernsehen laufen wird: Ist das Leben nicht schön?

Ursprünglich kannte ich den Film nur als: „Der Film, der bei Gremlins im Hintergrund läuft“ – dann habe ich ihn vor ca. 10 Jahren mal über die Feiertage gesehen und war ganz hin und weg. Das ist einfach nur ein schöner, wenn auch stark kitschiger Film.

Es ist keine innovative oder neue Geschichte und dennoch macht sie Spaß. Ein Wohltäter will seinem Leben ein Ende machen, weil sein Leben zusammenzubrechen droht. Also springt er von der Brücke, wird aber von seinem Schutzengel gerettet. Da besagter Wohltäter denkt, die Stadt wäre ohne ihn besser dran gewesen, wünscht er sich, dass er nie existiert hätte. Dies gewährt der Schutzengel und zeigt ihm die Auswirkungen, die das haben könnte.

Ich mag den Film – sehr. Trailer ist halt mal wieder leider fürchterlich, aber was Besseres konnte ich nicht finden:

Erinnert sich noch jemand an … Adventure?

Ja, das war wirklich der Name des Spiels! Heute stelle ich euch nämlich eines meiner ältesten Spiele vor, die ich damals auf unserem Atari 2600 gespielt habe. Ich glaube, das ist eines der Spiele, bei denen man wirklich der heutigen Zockergeneration sagen kann: „Ihr habt keine Ahnung, was wir damals gespielt haben! Und womit wir zufrieden waren! Verzogene Bande!“

Das Spiel hatte keine wirkliche Grafik, nur Pixel. Das Spiel hatte keine wirkliche Geschichte, sondern nur Aufgaben. Aber es war vermutlich eines der ersten Action-Adventures.

Worum geht es? Ein wenig habe ich es vergessen, aber man war dieses Quadrat – ein Held. Es gab Burgen, Schlüssel, Magneten, es gab Drachen, es gab bösartige Fledermäuse. Die Burgen hatten keine Gänge, sondern waren unrealistische Labyrinthe Die Aufgabe war die Suche nach dem heiligen Gral – oder dem bunt leuchtenden Kelch, wie man es nimmt. Den musste man zurück in seine Burg bringen.

Auf dem Weg konnte man verschiedene Gegenstände finden, beispielsweise eine Lanze, um die Drachen besiegen zu können – dargestellt durch einen simplen Pfeil. Es gab sogar Brücken, die man mit sich mittragen konnte – oder waren es Leitern? Für mich waren es damals immer Brücken, die man über Abgründe gelegt hat. In dem Video seht ihr eine davon. Das sind diese beiden nach außen gerichteten Klammern.

Mit diesem Spiel habe ich als Kind wirklich einiges an Zeit verbracht. Denn ich fand das spannend. Das hat außerdem wirklich in meinem Kopf Geschichten erzeugt und meine Fantasie angeregt. Für mich waren diese Pixelhaufen wirklich gefährliche Drachen. Für mich war der Pfeil wirklich eine Lanze und für mich war der bunt leuchtende Kelch der heilige Gral.

Was für ein Spiel!

A Chinese Remake Story

Es gibt einen Film, der hat mich zutiefst berührt und den ich immer wieder gerne empfehle, wenn man das Genre mag: A Chinese Ghost Story – für mich einer der wunderschönsten und poetischsten Filme, die ich je gesehen habe.

Letztens bin ich über ein Remake gestolpert und habe das dann auch zum Geburtstag geschenkt bekommen: A Chinese Ghost Story – Die Dämonenkrieger. Jetzt haben wir ihn uns angesehen, auch wenn ich ein wenig Angst hatte. Aber die Angst war unbegründet, denn er ist schon gut. Er hat sehr schöne Ideen und schöne Momente. Leider bleibt er aber dennoch hinter dem Original zurück. Das ist nicht schlimm und macht ihn nicht zu einem schlechten Film.

Er krempelt die Geschichte und auch die Charaktere um und erzeugt dadurch neue Momente, die sehr interessant sind. Dennoch sind sie leider nicht so magisch, wie im alten A Chinese Ghost Story.

Der Anfang wirkt leider ein wenig wirr und gerade, wenn man den alten Film kennt, weiß man erst gar nicht, wo der Film hin will und ob man nicht doch aus Versehen gerade das Ende des Films sieht. Macht man nicht. Die neue Charakterkonstellation wird nur vorgestellt. Aber dadurch habe ich erst einige Zeit gebraucht, bis ich wirklich in den Film gekommen bin.

Die Bilder sind auch immer wieder schön, die Kämpfe sind toll choreographiert. Wer also etwas mit fliegenden Menschen in Eastern etwas anfangen kann, kommt hier auf seine Kosten. Aber der Film ist bei weitem nicht so bezaubernd, nicht so poetisch und nicht so magisch wie sein Vorbild. Trotzdem ist es ein solider und guter Fantasy-Film.

Eigentlich ist es unfair, ihn mit dem alten Film zu vergleichen, denn da konnte er eigentlich nur verlieren. Wenn ich mich also versuche, krampfhaft davon zu lösen, dann kann ich ohne Zögern ihn als guten Film bezeichnen. Nur die Magie, mit der der alte Film mich in seinen Bann gezogen hat, lässt mich ein wenig unzufrieden zurück. Aber das könnte eher mein Problem sein und nicht das des Films.

Dreams are forever

Heute habe ich das erste Mal in das neue Giana Sisters: Twisted Dreams reingespielt. Die Töne sind teilweise fürchterlich, die „Cut-Scene“-Grafik ist gewöhnungsbedürftig, die Musik ist grandios und es macht verdammt viel Spaß.

Dabei sollte ich allerdings sagen, dass ich es auf meinem XBox-Controller an meinem PC spiele. Wie die Tastatur-Steuerung ist, kann ich nicht beurteilen. Aber am Controller spielt es sich ungeheuer flüssig und natürlich. Ein richtig schönes Jump&Run, das ich nur jedem empfehlen kann.

Nachdem ich außerdem durch die ersten zwei Levels gesehen habe, dass man im Trailer nicht viel gespoilt wird, weil viele Szenen bereits aus dem Anfang sind, kann ich den auch endlich verlinkten, um neugierig zu machen.

Noch eine Weile geht der Steam-Sale mit Rabatt. Mein Tipp wäre, zuzuschlagen, wenn man Jump&Run mag. Es ist auf eine moderne Art und Weise richtig schön Old School.

UICOM: Usability Unknown

XCOM: Enemy Unknown … ja … ist durchaus nett. Es macht mir definitiv Spaß und dennoch habe ich bereits am Anfang so ein paar Dinge, wo ich das Gesicht verziehe und mir denke: Nein, das löst Valkyria Chronicles einfach besser.

Oh, mein Gott! Fängt Holger jetzt wieder mit Valkyria Chronicles an? Ja, so leid es mir tut. Denn für mich ist das tatsächlich so dicht beieinander, dass ich nicht um den Vergleich herumkomme und bisher hatte ich beim Spielen von XCOM wirklich das Gefühl, dass Valkyria Chronicles in jedem Bereich besser war.

Optisch ist das sicherlich Geschmackssache, aber der Anime-Look von VC ist einfach stimmiger und handwerklich sauberer umgesetzt als der Comic-Look von XCOM. Aber gut, um Grafik geht es bei einem solchen Strategiespiel nicht. Was gibt es dann? Benutzerfreundlichkeit. Selbst das Tutorial fand ich bei Valkyria Chronicles flüssiger und spaßiger.

Dann so ganz grundsätzliche Elemente, wie dass ich bei VC recht direkt sehen kann, welche Klasse meine Einheit hat und bei XCOM muss ich raten oder mir die Soldaten so individualisieren, dass ich sie direkt erkenne. Aber hätte es nicht auch ein Symbol getan? Ich hoffe immer noch, dass ich so ein Symbol, ob ich jetzt einen Unterstützer, Sniper oder Soldat vor mir habe, einfach übersehen habe bisher.

XCOM ist auch frustiger. Das kann an sich etwas Gutes sein, wenn man auf einen hohen Schwierigkeitsgrad steht. Der Witz ist nur: Valkyria Chronicles ist zwischenzeitlich auch verdammt schwer. XCOM macht es einem Neuling aber auch bereits am Anfang nicht leicht und toter Soldat ist toter Soldat. Das ist anders als bei Valkyria Chronicles. Dennoch habe ich mir an vielen Karten bei VC die Zähne ausgebissen, bin an manchen Bossen verzweifelt und es war ein absolut erhebendes Gefühl, es dann doch geschafft zu haben. Bei XCOM werden meine Soldaten am Anfang durch Aliens einfach so zerlegt, während ich noch mich mit dem Interface auseinandersetze und dank des schlechten Tutorials manche Dinge noch nicht so ganz verstanden habe.

An sich ist XCOM ein nettes Spiel – es könnte aber mehr sein und ich persönlich würde in diesem Genre definitiv mehr zu Valkyria Chronicles raten. Gibt es sogar extrem günstig mittlerweile und zwar hier als UK-Import. In diversen Saturns habe ich es auch schon billig jenseits der Mainstream-Wände gesehen.

Hope is living in any time and place

Kaum beschwere ich mich darüber, dass ich nirgendwo den Anime zu Valkyria Chronicles 3 finden kann, da entdecke ich ihn wenigstens auf YouTube. Das ist nicht dasselbe, denn ich will den haben und ich würde gerne den Leuten, die das gemacht haben, auch Geld dafür geben. Aber da mir bisher noch keine Möglichkeit über den Weg gelaufen ist, das zu machen, ohne nach Japan zu reisen oder im Crash-Kurs Japanisch zu lernen, muss ich wohl vorerst damit Vorlieb nehmen.

Aber eines sei über Valkyria Chronicles gesagt: Das Spiel als auch der erste Anime haben mich so emotional berührt, dass ich wirklich fast geheult hätte, als ich einen der Charaktere in VC3 gesehen habe, die dort auf extrem tragische Weise gestorben sind. Denn VC3 spielt zur gleichen Zeit wie VC1, weswegen zu diesem Zeitpunkt alle noch am Leben sind. Ich denke, das sagt Einiges über die Qualität der Charaktere und der Erzählweise aus, wenn einen das so berührt.

Ich kann nur immer wieder und wieder wiederholen, was für eine Schande es ist, dass sich der erste Teil wohl so schlecht verkauft hat, dass Valkyria Chronicles 2 bereits nur noch für die PSP erschien, aber wenigstens lokalisiert wurde, aber dieser Aufwand schon nicht mehr für Valkyria Chronicles 3 gemacht wurde. Meiner Ansicht nach ist das eines der Spiele, die absolut zu unrecht wohl gefloppt sind, wie man auch an der ungeheuer starken und treuen Fanbase erkennt.

Das kann ich mir daher aber wiederum kaum vorstellen, dass sich das dann so gar nicht rechnen sollte. Denn meinem Gefühl nach liegt es nicht daran, dass es so wenig verkauft wurde, weil die Leute es nicht kaufen wollen, sondern weil sie nicht darauf aufmerksam gemacht wurden und es nicht mitbekommen haben. Denn gerade der erste Teil von Valkyria Chronicles auf der PS3 hat einfach so viel, was viele Strategie-Spieler gerne hätten – sofern sie eben mit dem Anime-Stil klarkommen. Aber darüber sollte man doch hinwegsehen können, wenn man im Gegenzug ein herausragendes Stategie-Spiel mit einer tollen Geschichte und glaubwürdigen Charakteren bekommt.

Ja, ich glaube, dass Valkyria Chronicles hier im Westen nicht gut gelaufen ist, ist für mich eine ähnliche Katastrophe wie die Absetzung von Firefly – mir vollkommen unbegreiflich und ein Jammer, wenn Qualität sich nicht durchsetzt.