The incident

Nun sind wir auch mit der 5. „Lost“-Staffel durch – ich bin erstaunt, wie schnell. Haben amerikanische Serien nicht eigentlich 24 Folgen? Das waren irgendwie weniger, sehr komisch. Wir haben zwar auch mal drei Folgen am Stück gesehen, aber dennoch war ich überrascht, als wir plötzlich auf der letzten DVD ankamen.

Ich bin weiterhin absolut begeistert von „Lost“. Wie auch schon letztens berichtet, ist es doch deutlich anders zur Zeit. Während „Lost“ für mich bis zur 3. Staffel eher eine Charakterstudie war, ist mittlerweile der Plot deutlich dominanter. Das ist nicht schlimm, das ist ganz normal, wenn die Serie langsam dem Ende entgegen geht. Auch gibt es nicht mehr ganz so viel skurrile Szenen oder Begebenheiten. Natürlich ist der Plot noch verwirrend genug und ich will nicht zu viel verraten, aber: Mit der 5. Staffel macht die ganze Erzählstruktur mit den Zeitsprüngen einen ungeuer witzigen Sinn. Lost“ beantwortet langsam mehr Fragen als dass es auswirft. Es überrascht mich auch nicht mehr so häufig wie früher. Aber auch das ist nicht schlimm. Irgendwann muss auch damit einmal Schluss sein.

Viele Stränge aus der 1. Staffel werden wieder aufgegriffen in der 5. Staffel, viele Querverweise werden gezogen, die überraschenderweise ungeheuer gut passen. Man könnte fast meinen, dass das vorher alles doch geplant war, ich bin mir jedoch sicher: War es nicht. Die Richtung war geplant, wenn überhaupt, mehr nicht – nicht die Details.  Aber ist das so schlimm, wenn das nicht von vornherein geplant war? Was wäre so schlimm daran, wenn die Serie sich einfach auch mit dem Drehen entwickelt? Eigentlich doch nichts, oder?

Ich fühle mich jedenfalls mit jeder einzelnen „Lost“-Folge ungeheuer gut unterhalten. Die Charaktere machen weiterhin Spaß, auch wenn ich mehr Character-Spotlight mir wünschen würde, doch man kann nicht alles haben. Viele würde das vermutlich langweilen und wir sind auch nicht bei meiner heiß geliebten „Dawson’s Creek“-Serie, bei der ständige Character-Spotlights einen solchen Platz hätten.

Die 5. Staffel ist auf jeden Fall sehr rund und ich bin schon gespannt auf die 6. Staffel, denn das Ende war doch (mal wieder) ein ziemlicher Cliff-Hanger – anders wäre es aber auch kein „Lost“.