Sind wir bald da?

Eigentlich wollte ich den lila Drachen für die WoW-Achievements. Vorletztes Jahr war ich nicht wirklich immer dabei und habe daher einige schleifen lassen. Nicht zuletzt, weil mich die Kinderwoche zutiefst frustrierte. „School of Hard Knocks“ ist meiner Ansicht nach das dämlichste Achievement, das sich jemand ausdenken konnte.

Dann hatte ich allerdings letztes Jahr dennoch so eine Phase, wo ich dann doch hinterher war und aufräumte und mir sagte: „Ich hole mir alle versäumten Achievements und School of Hard Knocks hole ich mir eben nächstes Jahr – muss schließlich dann nur noch in Eye of the Storm die Flagge holen.“

Dachte ich mir, loggte heute ein, probierte es – und loggte dann wieder aus… Frust. Wieso? Es ging genau da weiter, wo es letztes Jahr aufhörte. Eye of the Storm scheint in meinem Realmpool unspielbar zu sein und das nicht nur in der Kinderwoche. Die Chancen, Eye of the Storm zu gewinnen, sind verschwindend gering, die Flagge zu holen noch geringer – was die Wahrscheinlichkeit, das Achievement zu erfüllen, für mich auf ein Minimum reduziert.

Natürlich kann man mir nun vorwerfen, dass ich es nur einmal probierte. Ja, kann man. Aber muss ich es wirklich probieren, wenn ich merke, dass nicht nur meine Lust schwindet, sondern der Frust steigt? Nein, muss ich nicht.

Nun kann man auch sagen: Eye of the Storm muss man eben gewinnen, um das Achievement zu holen. Ich muss gestehen, dass ich bis heute Eye of the Storm trotz verschiedener Guides nicht so richtig verstanden habe – zumindest ist es auch in einer Random-Gruppe unspielbar. Dann extra eine Stammgruppe dafür organisieren? Ja, das wäre eine Möglichkeit, aber für mich nicht mehr.

Hinzu kommt, dass ich eben nicht finde, dass „School of Hard Knocks“ dazu führt, dass man Eye of the Storm „richtig“ spielt. Wieso könnte man das Achievement nicht in „gewinne ein Eye of the Storm mit einem Waisenkind draußen“ machen? Wäre noch schwer genug, aber die Flagge holen? Es macht für manche Klassen einfach keinen Sinn und ist strategischer Blödsinn, wenn sie die Flagge holen. Damit ist man bei „normalem“ Spielen von EoS darauf beschränkt, zu hoffen, dass die Flagge aus irgendeinem Grund kurz vor der eigenen Basis fallen gelassen wird, man sie dann aufheben kann und zur Basis schafft. Tolle Wurst.

Meine Hoffnung war, dass Blizzard dieses dämliche Achievement umändert. Mein Änderungsvorschlag steht da oben. Wäre sowieso für jedes der „School of Hard Knocks“-Achievements eine gute Möglichkeit, denn Alterac mag zwar durchaus nicht hinderlich sein, aber ist dennoch Blödsinn bei 40 Leuten, außer man spricht sich mit der Horde ab und Warsong… darf ich mal kurz lachen?

Nein, das ist einfach nur Frust pur. Das Kuriose: Bei Aion stört es mich nicht, wenn ich etwas nicht erreiche, wenn etwas schwer ist, wenn ich mich anstrengen muss. Bei WoW habe ich dazu aber eine erschreckend geringe Frustschwelle. Liegt vermutlich an mir, das ist mir bewusst. Aber ich finde diesen Unterschied bei beiden Spielen bemerkenswert. Was man daraus für eine Schlussfolgerung zieht? Keine Ahnung.

Auch weiß ich nicht, ob ich diese Kinderwoche doch noch einmal EoS gehe und das Achievement probiere. Eher geht mir gerade durch den Kopf: „Der Drache kann mich mal, so gerne ich ihn hätte, so sehr ich mich in die Achievements nun reingehängt habe.“

Eigentlich mag ich diese Mecker-Artikel nicht, daher bemühe ich mich, nicht wie bei vielen Anderen zu meckern, aber… das musste einfach raus, denn ich bin vollkommen frustriert aus dem so einfachen WoW ausgeloggt und bin in das schwierigere und eigentlich dank verschwindender Procc/Drop-Chancen frustrierendere Aion eingeloggt. Kurios, nicht wahr? Keine Ahnung, warum meine Wahrnehmung da so viel unterschiedlicher ist, obwohl bei Aion das Frust-Potenzial bei beispielsweise der Experten-Handwerksquest viel höher ist.

Ist es vielleicht einfach, weil trotzdem jeder Depp das Achievement schafft, bloß ich nicht? Klar, nicht jeder. Ich kenne genug, die auch an „School of Hard Knocks“ verzweifeln. Sicherlich wäre es machbar, aber wenn ich keine innere Motivation dafür verspüre, wäre es verkehrt, wirklich den Aufwand dafür zu machen. Und eigentlich sollte ein Spiel diese Motivation, diesen Anreiz im Spieler erzeugen, um diese Frust-Schwelle zu überwinden. Keine Ahnung, warum es dem Spiel hier bei mir nicht gelingt.