Blind spot

Manchmal verstehe ich die Menschen nicht. Ich schreibe nun nicht Fußgänger, denn wenn ich selbst Fußgänger bin, verstehe ich auch viele Autofahrer nicht. Das gehört immerhin nicht zu einer bestimmten Gruppe wie Autofahrern oder Fußgängern oder Radfahrern – ich glaube, das Problem ist einfach ein bestimmter Schlag Menschen.

Kann mir jemand mal erklären, warum es so viele Leute gibt, die mit einer suizidiösen Ruhe über eine Straße gehen ohne links und rechts zu schauen? Oder bei Parkplätzen an einem ausparkenden Auto vorbeigehen, ohne das Auto auch nur eines Blickes zu würdigen? Zebrastreifen einfach benutzen anstatt mal zu schauen, ob das überhaupt anhält? Was für ein großes Vertrauen in die Autofahrer!

Eigentlich ist Vertrauen ja etwas Schönes, aber mir kommt es eher sehr egozentrisch vor. „Der hat schon zu halten, immerhin habe ich ja das Recht.“ Ja, und wenn er nicht hält? Oder selbst gerade abgelenkt ist? Sowas provoziert doch nur Fehler. Wenn einfach jeder ein bisschen mehr mitdenken würde, dann würde es weniger Unfälle oder Aufregungen geben. Aber wenn jeder denkt: „Die Anderen denken schon an mich.“ Dann denkt niemand an den Anderen.

Das Ergebnis sehen wir jeden Tag in Radfahrern, die über Autofahrer schimpfen, Autofahrer, die über Fußgänger schimpfen und mich, der über alle schimpft. Eigentlich doch nicht schön, oder?