To be or not to be

Nach dem Kino waren wir gestern noch kurz im nahen Burgerladen direkt hier um die Ecke und nahmen uns noch jeweils einen Burger mit hoch – manchmal gönnt man sich ja doch was und wir hatten in dem Moment Lust dazu. Ich kam oben an, packte ihn aus und ärgerte mich. Wieso?

Der Burger war an der Pappschachtel festgeklebt und ich bekam ihn nicht heraus. Keine Ahnung, was da passiert war, aber die untere Burgerhälfte war eine symbiotische Bindung mit der Verpackung eingegangen und wollte nicht mehr loslassen. Was also machen? Runtergehen und reklamieren? Oder versuchen, das Ding irgendwie loszubekommen, dabei aber vermutlich den Burger zerstören?

Ich war sauer genug, dass mein erster Impuls war: „Ich gehe wieder runter!“ Aber mir war das unangenehm und ich wollte nicht reklamieren. Meine Gedanken waren: „Tauschen die mir den überhaupt noch um? “ und „Ist nicht zu viel Zeit vergangen?“ Klar, sie müssten ihn eigentlich umtauschen, aber irgendwie hatte ich keine Lust auf solchen Stress. Ich wollte doch einfach nur essen und genießen.

Letzten Endes entschied ich mich dazu, meiner Frau das Messer zu übergeben und den Burger zu befreien – ich bin leider bei solchen Sachen reichlich ungeschickt. Ein wenig ärgerte ich mich über meinen fehlenden Mut schon. Es gibt sicherlich genug, die da runter gegangen wären und einen Aufstand gemacht hätten. Einen Aufstand hätte ich noch nicht einmal machen müssen, sondern wenn ich es gemacht hätte, hätte ich freundlich darauf hingewiesen und ob ich einen anderen Burger haben könnte. Aber getraut habe ich mich dann doch nicht.