Is this a cow?

Nachdem „Chuck“ nun durch ist bei uns, haben wir eine neue Serie angefangen. Die Wahl war zwischen der 3. Supernatural-Staffel und „Fringe“. „Superatural“ haben wir vorerst noch einmal auf Urlaub geschickt. Nicht, weil wir es nicht sehen wollen, aber vom Bauchgefühl hat meine Frau und mich „Fringe“ mehr interessiert – einfach auch mal wieder was neues.

Wie ich vermutet habe, macht die Serie durchaus Laune. Ich hatte anfangs ein wenig Schwierigkeiten reinzukommen, da doch viel mit Abkürzungen um sich geworfen wurde, irgendwelche wissenschaftlichen Besonderheiten in einem wahnsinnig schnellen Dialog runter ratterten, aber zum Großteil war das sowieso – zum Glück – unwichtig. Jedenfalls war ich erstaunt, dass ich trotz meines eigentlich sehr guten passiven Englischs einige Sachen einfach nicht auf die Schnelle verstand. Nach einiger Zeit hatte ich mich auch darauf eingestellt und es lief.

Die Charaktere sind eigentlich naheliegend, aber das macht sie nicht unbedingt schlecht. Diese Dreier-Konstellation aus der scheinbar idealistischen Olivia, dem verschrobenen Wissenschaftler Walter Bishop und seinem hoch-intelligenten Sohn Peter verspricht einiges an Spannung. Besonders der „wahnsinnige“ Alte hat natürlich viel Potenzial, wenn er über irgendwelche dubiosen Phänomene philosophiert, dann vollkommen abstruste Sachen über Pudding oder Kühe einwirft und im Hintergrund sein hoch-intelligenter Sohn zynische Bemerkungen einwirft.

Mir hat es Spaß gemacht und ich freue mich auf die weiteren Folgen. Olivia sieht nach genau so einem starken, weiblichen Charakter aus, wie ich es mag und Joshua Jackson ist die Rolle von Peter Bishop einfach auf den Leib geschrieben. Böse Zungen könnten jetzt sagen, dass Peter Bishop auch nicht viel anders ist als Pacey Whitter, aber einige wissen vielleicht, dass ich großer Fan von „Dawson’s Creek“ bin und Pacey Whitter mein absoluter Lieblingscharakter. Daher bin ich nicht böse drum, wenn so ein ähnlicher Charakter auch in „Fringe“ auftaucht. Außerdem ist es sicherlich nicht einfach Pacey, sondern schon „ein bisschen“ anders. So genau kann ich das jetzt nach dem Pilot-Film natürlich nicht sagen. Vielleicht schätze ich die Charaktere auch einfach vollkommen falsch ein.

Die Musik ist übrigens auch sehr nett und überraschend dominant für eine Fernsehserie. Nur Frage ich mich, was Abrams an diesem Minimal-Logo in der üblichen Schrift so lieb gewonnen hat? Zwar hat er sich diesmal doch einen hübscheren Vorspann als bei „Lost“ geleistet, aber dennoch sieht dann die Einblendung von „Fringe“ eher nach solchen Sachen aus, die ich vor 20 Jahren mit meinem C64 gebastelt habe. Aber das nur als witzige Beobachtung am Rande.

„Fringe“ verspricht eine nette Serie über paranormale Phänomene zu werden mit interessanten Charakteren, dem richtigen Schuss skurrilem Humor und tollen Dialogen.

2 thoughts on “Is this a cow?

  1. Heyho :)

    Na, alles klar bei dir?

    Nur ganz kurz eigenwerbend: Das Thema „Title Cards“ (das sind diese Mini-Logo-Dinger) habe ich im Eifelarea-Blog vor fast zwei Jahren mal was geschrieben, u.a. auch mit Verweisen auf Lost und Supernatural:
    http://eifelarea.wordpress.com/2008/08/10/weniger-ist-manchmal-mehr-title-cards/

    Tatsächlich habe ich mittlerweile sowohl Fälle gesehen, wo diese Zeiteinsparung letztlich für mehr Plot genutzt wurde, aber durchaus mehr, wo die Dinger ja auch mit der Zeit eh immer kürzer wurden…
    Und so ein Vorspann à la Battlestar Galactica frisst einfach viel Zeit, das muss man einfach so zur Kenntnis nehmen…

    Twin Peaks hatte noch ca. 50 Minuten pro Folge, heutiger Standard ist 42 Minuten.
    Ja, FOX haben damit experimentiert, weshalb die erste Dollhouse-Staffel auch 50er-Episoden hat, aber die Zuschauer haben das nun auch nicht weiter honoriert, ergo sinkt die Dauer pro Sendestunde halt weiter…

    Was darin jetzt offen bleibt ist die Frage, warum Abrams teilweise einen solchen Hang zu ultra-minimalen Logos hat. Das weiß ich natürlich auch nicht.
    Spannend finde ich dabei, dass das LOST-Logo ja dennoch nicht willkürlich ist; etwa das Spiel mit Schärfe und Unschärfe ist schon sehr, sehr präzise genutzt…

    Nicht, dass das bei traditionellen Vorspännen, also bei den guten, nicht ähnlich wäre. Sei es das unübliche Theme bei Firefly, die Tilt-Shift-Optik bei Dollhouse … aber hey, ich predige hier ja eh dem bekehrten ;)

    Viele Grüße,
    Thomas

  2. Jap, alles klar – mittlerweile nach meiner Kreislaufachterbahn gestern. Zwar noch einen ziemlichen Brummschädel wie nach einer durchzechten Nacht, aber ich bin nicht mehr „am Ende“. :)

    Den Beitrag auf Eifelarea kannte ich gar nicht und das, obwohl ich ja regelmäßig mitlese. Wie peinlich. Aber da sind ein paar Punkte dabei, die ich echt nicht bedacht habe mit dem „weniger Plot durch mehr Vorspann“.

    So gesehen macht das natürlich durchaus Sinn. Eine Sache nur, die mich da ein wenig stört: Während ich meine Buffy-RPG-Runde hatte, habe ich die Sessions regelmäßig mit dem Buffy-Theme eingeleitet. Die Idee hatte ich von der guten Daniela Nicklas aus de.rec.spiele.rpg.misc – damals… im guten alten Usenet – zumindest glaube ich, dass das von ihr war… sicher bin ich mir dabei aber gerade nicht.

    Die Idee dahinter war einfach aber auch großartig: Wer kennt das bei Rollenspielsessions nicht? Man trifft sich, die Chips werden ausgeteilt, Getränke geholt, es wird gelacht, Blödsinn erzählt und schon geht eine Stunde ins Land bevor man anfangen kann. Manchmal fällt es dem Spielleiter da sehr schwer, wirklich mit der Runde anzufangen und vor allen Dingen auch die Spieler direkt in der „richtigen“ Stimmung für das Setting abzuholen. Das gelingt aber mit so einem Theme-Song.

    Bedeutet, wenn die Leute noch plaudern, ich aber anfangen will, dann können die ruhig noch plaudern, ich kann dann sagen: „So, wir fangen an.“ Zack – Theme abgespielt. Zwar plappern die Leute noch sicherlich eine Weile, aber während dem „Vorspann“ wird es stiller und plötzlich sind wir mittendrin und haben auch schon direkt die richtige Stimmung.

    Das klappt natürlich auch mit diesen minimalistischen Trailern, aber ich denke, dass die längeren Trailer da mehr Wirkung in der Hinsicht habe. Du führst da genau die richtigen Beispiele an mit Firefly und Dollhouse – und natürlich gehören für mich auch Buffy und Angel dazu. Schon allein bei den ersten Tönen des „Angel“-Vorspanns ist es mir immer (!) eiskalt den Rücken runtergelaufen. Vielleicht bin ich durch diese Vorspänne auch nur zu verwöhnt, aber das ist einfach großartig und egal, was ich vorher gemacht habe, ich bin nach dem längeren Trailer „direkt“ drin. Bei den kürzeren – das merke ich zumindest – nicht immer direkt. Daher vermisse ich das ein wenig und bin daher eher für „längere“ Vorspänne.

    Aber du hast natürlich recht: Das Lost-Logo passt einfach und der Vorspann passt genau so auch sehr gut eigentlich auf die Serie. Mich hatte die Begegnung mit fast demgleichen bei „Fringe“ nur irritiert, weil der Vorspann dort doch deutlich (!) verspielter ist als bei Lost. Zwar nicht so lang wie ein Whedon-Trailer, aber im ersten Moment dachte ich: „Ui, schöner Trailer.“ Und dann kam… das Fringe-Logo und ich dachte mir: „Huch? Lost?“ Das war nicht schlimm, aber merkwürdig. Ich werde mal bei den nächsten Folgen drauf achten.

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