Ein kleines Licht in der Dunkelheit – Teil 4

Ildan saß noch am Tisch und brütete über dem Tagebuch Aesons, das sie in Heiron gefunden hatten. Kassiopeia hauchte ihm noch einen Kuss in den Nacken mit den Worten, die man wohl so häufig bei Paaren in solchen Momenten hörte: „Kommst du bald?“

Er hatte genickt. Hatte er es mitbekommen? Oder war er zu vertieft darin, in Aesons Tagebuch zu schreiben. Kassiopeia blieb noch eine Weile hinter ihm stehen und betrachtete ihn. An sich hätte sie noch stundenlang dort stehen können und ihn betrachten und sie spürte bei diesem Anblick ein Brennen in sich, das ihr fast Angst machte – ein sehnsüchtiges Brennen. Kassiopeia strich ihm noch einmal mit der Hand über die Schulter, bevor sie sich dann tatsächlich erschöpft ins Bett legte.

Sie spürte nun die Strapazen des Tages und somit war es für ihre Träume ein leichtes, sie in ihr Reich zu holen.

*** *** ***

„Die Mauer bewegt sich! Sie gibt einen dunklen Gang preis!“

Kassiopeia stand angespannt neben Ildan – er seinen Stab kampfbereit in der Hand und sie Bogen in der Hand, Pfeil auf der Sehne und einen weiteren in ihrem Mund. Doch was ihnen entgegen blickte, war keine Schar des Schwarzen Tores. Es war nur ein Gang – ein dunkler, langer Gang mit einem schwachen Licht am anderen Ende.