Narrow Minds

Manchmal frage ich mich, wo der Weitblick der Leute ist. Was ist heute das Problem? Seit etwa einer Woche gibt es nun 2.0 und es gibt viele (wie mich), die ungeheuer viel Spaß an den neuen Inhalten haben. Ich laufe mit staunenden Augen durch die Welt, habe Rückschläge und Erfolge und würde am liebsten non-stopp spielen.

Es gibt aber einige Leute, die rumjammern, dass das PvP mit 2.0 kaputt gemacht wurde. Wurde es das? Ich bin mir da noch nicht so sicher. Was sicher ist: Ganken ist schwieriger geworden. All jene, die damals Aion aufgehört haben, weil sie nicht von Edeltwinks umgeholzt werden wollten, können also erleichtert aufatmen und vielleicht einmal wieder ins Spiel schauen.

Mit dem neuen Debuff in den alten Gebieten machen Besucher im Feindesland nämlich nahezu keinen Schaden mehr. Das bringt natürlich ein paar Probleme mit sich, denn solche Sachen wie die Xenophon/Betoni-Waffenquest ist nicht mehr möglich. Ich denke durchaus, dass es sicherlich bessere Lösungen gegeben hätte und hoffe, dass eine andere noch gefunden wird. Sicherlich war es wichtig, etwas zu ändern, doch denke ich, dass NCSoft ein wenig am Ziel vorbeigeschossen ist. Aber ein Weltuntergang ist es nicht, denn das Edeltwink-Ganking war schon ein wenig die Pest.

Und was mit dem Abyss, der seit 2.0 leer ist? So jammern sie rum und denken nicht nach, denn: Die Leute sind am Leveln! Woher soll denn der volle Abyss kommen, wenn alle sich erst einmal die neuen Gebiete ansehen wollen, leveln wollen, die neuen Instanzen sich ansehen und so weiter? Wieso kann man nicht einfach mal ein paar Minuten nachdenken, bevor man einen solchen Unsinn in den Äther bläst, dass der Abyss ja so leer ist und nun das PvP tot sei.

Das werden wir alles erst sehen, wenn sich der neue Content normalisiert hat und wenn der Großteil der Spieler seinen Maxlevel wieder hat. Dann kann man immer noch sehen, was passiert. Meine persönliche Prognose: Der Abyss wird dann voller werden, die Beteiligung an Keep-Raids wird wieder steigen und das Open-PvP in Balaurea wird zunehmen.

Was viele nämlich nicht so ganz zu kapieren scheinen ist, dass sich alles erst einmal einspielen muss. Da wird gejammert, dass man jetzt gar nicht mehr in Balaurea so toll PvPen kann, weil man ja ständig so heftige Mobs an sich kleben hat – in Heiron wäre das ja nie so gewesen! Stimmt nicht. Es war nur nicht so, wenn man in den Lowlevel-Gebieten rumgelungert und Lowies abgeschlachtet hat. Was das so richtig mit PvP zu tun hat, ist so eine Sache.

Aber auch in Balaurea wird sich das alles wieder relativieren, wenn die Leute 55 geworden sind. Natürlich zieht man dann immer noch Mobs, aber das wird dann kein Todesurteil sein. Doch man muss eben mehr aufpassen. Oder ist das doch zu viel für die Gankerhorde? Eigentlich könnte das doch viel eher der Beginn einer tollen Herausforderung sein und nicht mehr das übliche Lowlevel-Ganking – PvPvE eben, denn da muss man solche Sachen auch beachten.

Schon erschreckend, dass manche Leute immer noch zu engstirnig sind, um ein paar Wochen weiter zu denken.