In Memoriam: Sabine Schumacher und Andreas Adelhardt

Noch ein In-Memoriam-Beitrag – der September scheint im Nachhinein betrachtet nicht sonderlich positiv für mich zu sein, denn vor drei Jahren sind zwei Kommilitonen und Arbeitskollegen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

Dieses Jahr ist es mir wieder ganz besonders bewusst geworden, als ich im Flugzeug in die Türkei und zwei Wochen später im Flugzeug nach Spanien saß, denn eigentlich habe ich keine Flugangst. Doch seitdem beschleicht mich ein merkwürdiges und ungutes Gefühl. Denn normalerweise dachte ich mir immer: „Flugzeugabsturz? Ja, kann passieren, ist aber unwahrscheinlich und passiert Anderen.“

Doch in dem Moment damals, in dem ich in die Videothek kam und Leo mir das mitteilte, ist es plötzlich ungeheuer näher an mich gerückt. Es war nicht mehr „Eher gewinnst du im Lotto“, sondern: „Das ist jemandem aus deinem direkten Bekanntenkreis passiert“ – erschreckend persönlich ist es dadurch geworden und das trage ich seither mit mir herum.

Ich habe immer noch keine Flugangst, aber ich muss mich dennoch immer sehr aktiv ablenken, denn ansonsten stelle ich mir vor, wie Sabine und Andreas da drinnen gesessen haben müssen und an ihre letzten Momente.

Letztens waren „Wir sind Helden“ im Frühstücksfernsehen auf SAT.1. Schon kurios, dass das so kurz vor Sabines und Andreas‘ Todestag ist, denn Sabine hat „Wir sind Helden“ bei unseren Videothekenschichten rauf und runtergehört und jedes Mal, wenn ich im Radio oder sonstwo „Wir sind Helden“ höre, dann muss ich an Sabine denken – und an Andreas.

Und ich denke mir dann: „So schlecht sind ‚Wir sind Helden‘ doch gar nicht“ – denn ich mochte sie nicht, mag sie eigentlich immer noch nicht, aber dennoch ist es etwas, das von den beiden noch übrig geblieben ist. Dadurch ist es auch irgendwie für mich wertvoller geworden.

Ich weiß noch genau, dass ich auf dem Weg zu Marc war für eine unserer damaligen Anime-Sessions und ich wollte vorher noch in der Videothek Filme abgeben. Marc und ich haben dann unseren „Tokyo Mew Mew“-Marathon weiter gemacht und ich weiß noch, wie ich mich anfangs kaum auf die Serie konzentrieren konnte. Vermutlich lag es aber auch daran, dass der Hauptcharakter Ichigo mich zu sehr an Sabine erinnerte – rothaarig und quirlig. Vermutlich muss ich daher bei „Tokyo Mew Mew“ auch immer wieder an diese Sache denken.