It’s a mess

Letzte Woche bei der Popstars-Folge habe ich mal wieder ein tolles Beispiel für Geschlechter-Klischees mitbekommen. Es ging um ein nicht ganz so einwandfreies Bad und eine der Kandidatinnen meinte: „Ich meine, wir sind Mädels, wir müssten das eigentlich wissen, dass man Ordnung halten muss.“

Genau! Denn das ist ja genetisch so drin – in Mädels! Jungs? Nein, da gibt es das nicht. Aber so ein Mädel, das hat das ja schon so per Definition drin! Bitte nun keine empörten Aufschreie, sondern erst einmal weiter lesen. Ich bin mittlerweile ja doch sehr vorsichtig, wenn ich etwas über solche Sachen schreibe, denn das gerät irgendwie – fast immer – in den falschen Hals.

Jetzt werden sicherlich wieder ein paar sagen: „Ach, das war doch nicht so gemeint und damit ist Erziehung gemeint.“ Nein – beziehungsweise ja. Natürlich liegt es an der Erziehung oder besser gesagt „Sozialisation“ – das ist es ja immer. Ich wehre mich nur immer gegen solche Sätze wie: „Das ist eben typisch Mann/Frau“ – wie vermutlich viele mittlerweile wissen, die schon länger hier mitlesen.

Ich habe kein Problem damit, wenn das eben ein normaler Charakterzug ist, aber der ist nicht darauf zurück zu führen, dass man ein Mann oder eine Frau ist – ehrlich. Oder meint ihr wirklich, dass es ein Ordnungs-Gen da irgendwo gibt? Das ist reine Sache der Kultur – oder unreine, wie man es nimmt. Aber mit allgemeinen Wahrheiten über Männer und Frauen hat das nichts zu tun.

Und bei „Wir sind Mädels, wir müssten das wissen…“ da bekomme ich wirklich Magenschmerzen. Das ist nicht schön. Ich trete für das Recht ein, dass auch Mädels das nicht wissen müssten! Sie dürfen, aber sie müssten nicht…

Schöner fände ich ja den Satz: „Wir sind erwachsene Menschen, wir müssten das wissen…“ und schon hätte ich kein Problem mehr damit, denn damit sind erwachsene Menschen gemeint – Männer und Frauen. Keine Aufteilung in Geschlechter und sogar viel sinnvoller in dem Moment, denn solche Sachen, wie dieses unordentliche Badezimmer sind sowohl bei Männern wie auch bei Frauen gleich schlimm.

Für mich ist diese Staffel bei Popstars daher überaus faszinierend, denn die läuft unter dem Motto „Girls forever“ und ich bin gespannt, was mir da noch für Geschlechter-Klischees begegnen, wo ich als Gender-Studies-Mensch die Hände über dem Kopf zusammenschlage. Ja, ich stehe dazu, ich rege mich zwar immer wieder gerne darüber auf, unterhalte mich dabei aber immer köstlich.

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