Pit Stop

Als ich am Freitag die letzten Kilometer nach Frankfurt reinfuhr, bremste ich und hörte ein merkwürdiges Geräusch im Auto. So richtig ausmachen konnte ich es nicht, also fuhr ich ganz normal weiter, bis dann bei der nächsten Ampel aus dem merkwürdigen Geräusch ein unangenehmes Geräusch wurde – das immer schlimmer wurde. Es klang so ein wenig als ob Metall auf Metall geht und bei jedem Bremsen zuckte ich innerlich zusammen und dachte, dass mir gleich das Auto zusammenbricht – wobei es auch nicht immer beim Bremsen knirschte. Die letzten Meter schaffte ich dann doch noch, obwohl ich schon Schiss hatte, einen Kilometer vor dem Ziel auf der Straße zu liegen und eine Stunde auf den ADAC warten zu dürfen.

Am nächsten Morgen ging es dann los – erst einmal Werkstattsuche. Zum Glück gab es in der Nähe einen ATU, der geöffnet hatte, bei dem ich sofort anrief. Ich wurde weiter verbunden und kam dann wohl beim Kfz-Mechaniker heraus, der fragte, was es ist. Es gab ein kurzes Gespräch, bei dem ich dank des pampigen Tonfalls des Mechanikers, am liebsten direkt wieder aufgelegt hätte. Aber ich wollte ja, dass mein Auto wieder geht, also schluckte ich es herunter und wir machten uns auf den Weg.

Zurück zu meinem Auto: Zum Glück fuhr meine Frau, denn ich zuckte bei jedem Knirschen zusammen und so konnte ich wenigstens lediglich leidend auf dem Beifahrersitz jammern. Wir kamen sogar noch dort an und wie sich dann herausstellte, war der Mechaniker tatsächlich so, wie am Telefon, aber das war nicht böse gemeint, sondern einfach seine Art, die im normalen Umgang deutlich netter wirkte – auch wenn dieses oder jenes ein wenig merkwürdig war. Wir ließen das Auto zur Untersuchung da und sollten in einer Stunde wieder kommen. In der Zwischenzeit spazierten wir ein wenig, gingen sehr lecker bei einem überraschend guten Kebab-Haus essen und kamen wieder: Die Bremsbeläge waren weg – oder irgendwie sowas in der Richtung. Ich bin da einfach zu sehr Auto-Noob, um mir den genauen Fehler merken zu können.

Das war deutlich billiger als erwartet und sollte schon am selben Tag fertig sein, was mich freute, denn ich hatte mich mit dem Gedanken schon abgefunden, mit dem Zug fahren zu müssen. Nach zwei Stunden konnten wir das Auto dann wieder abholen, allerdings wurde uns nahe gelegt, so schnell wie möglich den Bremssattel reparieren zu lassen, denn der sei fest vorne links. Ich fragte, ob ich damit noch nach Karlsruhe runter komme und mir wurde gesagt: „Geht ja nicht anders, sollte aber machbar sein“, auch wenn ein anderer Mechaniker ein wenig das Gesicht verzog. Auf dem Rückweg wurde uns auch klar warum, denn ca. 50 Meter vor der Haustür (wieder) qualmten die Räder. Also doch das Auto in Frankfurt lassen, denn so fahre ich bestimmt keine 140 km.

Jetzt bin ich mit dem Zug einmal wieder nach Karlsruhe gependelt, das Auto ist in Frankfurt und ich hoffe, dass alles einigermaßen gut abläuft, denn jetzt muss sich natürlich meine Frau um das Auto kümmern und ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich das natürlich nicht übernehmen kann. Wollen wir einfach einmal hoffen, dass der doch recht kurze Weg zur Werkstatt nicht wieder etwas kaputt macht und wenigstens am nächsten Wochenende das Auto wieder bereit ist, denn wie ich jetzt am Wochenende bemerkt habe, ist Bahn fahren anscheinend doch noch einmal teurer geworden. Dazu aber vermutlich ein anderes Mal mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.