Jamas Tipp: Spider-Man 1 und Spider-Man 2

Meiner Ansicht nach gehören diese beiden Filme zu den besten Comic-Verfilmungen. Natürlich muss man Spider-Man mögen und auch die Nolan-Batmans sind großartig – ohne Frage. Aber ich als alter Spider-Man-Fan finde diese beiden Filme einfach den Knüller. Ich persönlich finde sogar den dritten noch in Ordnung, auch wenn man ihm leider seine Schwächen anmerkt; trotzdem hat auch er einige richtig tolle Szenen.

Vielleicht finde ich die Filme auch so toll, weil Spider-Man mir so sehr aus der Seele spricht und ich mich in so vielem wiederfinden kann – na gut, ohne Netz, ohne Wand klettern und so. Aber ich denke, ihr versteht, was ich meine. Also seht euch diesen tollen Trailer an und wenn ihr danach keine Lust auf die Filme habt, dann weiß ich auch nicht mehr:

„Flawless victory“! Man merkt in jeder Szene, bei jedem Dialog, wie viel Spaß Sam Raimi und seine Crew haben, den Comic ins Filmgewand zu bekommen. Die Essenz von Spider-Man ist so grandios aufgearbeitet, das Motiv des „menschlichen Superhelden“ ist so hervorragend gezeichnet – einfach episch. Spider-Man 1 war so rasant, dass ich im Kino regelrecht in den Sessel gepresst wurde bei den Luftkämpfen mit dem Goblin.

Aber auch die Kampfszenen mit Doc Oc im zweiten Teil sind unglaublich. Der Kampf auf dem Zug! Unfassbfar! Doc Oc gehörte definitiv zu den Spider-Man-Gegnern, die ich nie mochte. Aber Alfred Molina? Was für ein großartiger Schauspieler! So viel holt er aus dieser Rolle heraus und macht meiner Ansicht nach den schlechtesten Spider-Man-Gegner auch wieder episch.

Nicht nur Spider-Man selbst ist überaus menschlich – manche bezeichnen ihn ja auch als den „Emo der Superhelden“, weil er ständig Selbstzweifel hat, sich fragt, ob es denn so richtig ist, was er macht, ständig in moralische Dilemmas gerät. Auch seine Gegner sind überaus menschlich. Willem Dafoe, Schauspieler der alten Schule, spielt einen überragenden Goblin und man hört in fast jeder Zeile des Goblins einen Hauch Shakespeare, besonders wenn Osborne vor dem Spiegel mit sich selbst spricht. Das ist Kino! Unglaublich, wie tief auch Popcorn-Kino sein kann und gerade diese beiden Teile beweisen es.

Denn auch Doc Oc ist überraschend menschlich und sympathisch. Eigentlich sind die Gegner in Raimies Spider-Man so menschlich wie jeder von uns, womit die Filme genau das werden, was das Superheldengenre eigentlich schon immer war: eine allgemeingültige Parabel über Moral, Anstand und Menschlichkeit. So viel kann man tatsächlich auch als Leitfaden für das tägliche Leben übernehmen und ich muss gestehen, dass Spider-Man und Peter Parker massiv  meinen persönlichen Moralkodex und mein Verhalten geprägt haben. Es ist nicht immer leicht, ist es aber auch für Peter Parker nicht. Manchmal droht man darunter zu zerbrechen. Aber mit großer Kraft kommt eben große Verantwortung – nicht nur für Spider-Man, sondern in jedem von uns. Denn wie Tante May sagt: „I believe there is a hero in all of us.“ Es geht nicht um abgehobene Superhelden. Gerade diese Spider-Man-Filme erzählen eine Geschichte über Menschen wie du und ich.

Und zu all diesem noch die grandiose Musik von Danny Elfman. Ich liebe das Spider-Man-Thema:

Es gibt Szenen aus beiden Filmen, die man nicht häufig genug sehen kann. Ich weiß, dass ich eine dieser Szene schon einmal gebloggt habe, aber es ist unglaublich, wie viel Kraft sie einem doch immer wieder geben kann. Es ist meiner Ansicht nach einer der epischsten Szenen, die ich jemals gesehen habe und die genau das verkörpert, was „Helden“ ausmacht. Es ist kein Kampf, es ist keine Schlacht, die so episch ist. Es ist eine einfache, stille Szene aus Spider-Man 2, die in mir immer wieder die Gänsehaut entstehen lässt.

Peter Parker bekommt in Spider-Man 2 Selbstzweifel; eigentlich wie immer – das ist ein Grundthema bei Spider-Man. Ist es richtig, was ich mache? Wieso muss ich es machen? Wieso kann ich es nicht auch so einfach haben, wie die Anderen und mich zurücklehnen? Und wieso bekomme ausgerechnet ich dann auch immer noch einen auf die Fresse, obwohl ich der Einzige bin, der etwas probiert? Daher gibt es diesen Moment, in dem sein Körper ihm sagt: „Du brauchst das nicht mehr zu machen“ und Peter verliert seine Superkräfte – eine riesige Erleichterung für ihn und eine große Last, die ihm von den Schultern genommen wird. Jetzt kann er sein, wie jeder Andere. Aber er ist es trotzdem nicht.

Eine der besten Szenen, die jemals gedreht wurden:

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