King of Queens

In einem Beitrag letztens hat Sleth über die Zerg geschrieben, wozu ich ursprünglich auch einen Kommentar bei ihm machen wollte, aber dann wurde es einmal wieder länger, so dass ich es doch über einen Trackback und einen längeren Blog-Eintrag hier mache.

Vorweg sei gleich gesagt: Ich bin Noob. Ich spiele nur Bronze bisher. Wobei ich durchaus denke, wenn ich einfach mehr spielen würde, würde ich da auch höher kommen. Ich spiele eher mal sporadisch so ein oder zwei Spiele alle paar Tage. Da kommt man natürlich nicht hoch und seine Fähigkeiten trainiert man dabei sicherlich nicht. Daher ist das hier alles natürlich nur das Geschreibsel von einem kleinen SC2-Spieler und keinem Pro.

Allerdings spiele ich sehr gerne und leidenschaftlich und ich denke, dank meiner Schach-Vergangenheit (die durchaus glänzend ist als deutscher Vize-Jugendmannschaftsmeister 97) habe ich durchaus einiges an Taktik-Verständnis. Klar, für Schach und SC2 ist was anderes, aber so ein paar Grundprinzipien sind gleich und man erkennt Strategiemuster schneller, wenn man sich länger mit sowas auseinandersetzt.

Meine persönliche Hauptschwäche ist beispielsweise das Mikro- und nicht das Makro-Spiel, was aber nicht verwunderlich sein sollte, denn als Schachspieler ist man eben doch mit dem RT in RTS ein wenig überfordert – zumindest ich. Auch wenn ich sehr gerne Blitzschach gespielt habe und sogar den ein oder anderen Pokal von der Rheinland-Pfalz-Blitzmeisterschaft mitgebracht habe. Aber das ist eben doch rundenbasiert und nicht echtzeitbasiert.

Ich liebe es, Zerg zu spielen.

Zerg braucht in T1 eigentlich keine Anti-Air-Einheit, denn er hat sie schon: Die Queen. Ich denke, dass die Queen die mit am häufigsten unterschätzte Einheit in SC2 ist und auch ich habe sie erst mit der Zeit und nach unzähligen Replays von Dimaga zu schätzen gelernt.

Bei einigen Pro-Spielern gibt es mittlerweile sogar Mass-Queens am Anfang. Solange man nicht nur Speedlings pumpt und auf schnellen Druck setzt, sondern ins Macro-Spiel will, hat sich da wirklich ein Mass-Queen-Spiel durchgesetzt.

Zwei Queens an einer Base sind mit eine der besten Verteidigungen, die man am Anfang haben kann. Mit nur ein wenig Mikromanagement können diese Queens sich nämlich gegenseitig hochheilen und aus den Strahlen von Fast-Void-Rays rausrennen.

Ich persönlich tu mir auch noch schwer, mit meinen Queens gegen Fast-Voids zu bestehen, allerdings bin ich mir da ziemlich sicher, dass das eher an meinen mangelnden Mikro-Fähigkeiten liegt als an der Strategie an sich. Queens sind ungeheuer stark, aber eben auch nur auf Creep, daher darf man auch nie vergessen, den Creep zu setzen. Das habe ich nun schon ein paar Mal auch in Pro-Spielen gesehe, dass einfach vergessen wurde, den Creep auszuweiten – auch von solchen Leuten wie MadFrog.

Mehrere Queens auf Creep sind eine ungeheuer mobile und gute Verteidigung, denn sie saugen so einiges an Schaden auf. Und während man mit den Queens den Schaden saugt, kann man probieren, entsprechende Konter-Einheiten zu basteln.

Ein sehr beeindruckendes Spiel mit Mass-Queens sieht man hier und da sieht man auch, wie mächtig Queens doch sein können. Die Queens bekommen zwischendurch zwar kräftig auf die Mütze, aber dennoch finde ich, dass man sehr schön sieht, wie viel die aushalten und was die ausmachen können gerade in gewissen Mengen.

Teil1

Teil2

Ich bin mittlerweile absoluter Queen-Fan und habe auch das Gefühl, dass gerade in den Pro-Spielen vermehrt auf Queens gesetzt wird und so langsam deren Stärke immer mehr gefunden wird. Unterschätzt Queens nicht. Schon allein, dass man mit mehreren Queens die Choke schön zu machen kann – das gelingt einem als Zerg sonst sehr schwer.

Hier kann man beispielsweise auch noch sehen, wie Dimaga mit Queens Reaper abwehrt trotz Fast-Expansion und somit verhältnismäßig schwacher Verteidigung am Anfang. Ich finde, daran sieht man, wie gut Queens sind und das für nur 150 Kristalle:

2 thoughts on “King of Queens

  1. Naja, Du hast es ja schon richtig beschrieben: Für Zergs braucht man wesentlich mehr Micro/Macro um die gleichen Erfolge wie als Toss/Terra einzufahren. Das macht es gerade für Anfänger schwer mit den Zerg klarzukommen. Sicher, wenn man es drauf hat, sind die Zergs eine sehr starke Klasse. Aber ich finde es etwas unbalanced, dass die 3 Klassen nicht in etwa den selben „Anspruch“ an den Spieler haben.

    Und Queen-Fan bin ich auch, Freddie Mercury rockt! ;P

    • Ok, da stimme ich dir durchaus zu. Zerg spielt sich wirklich einfach anders schon allein durch die Sache mit den Larven. Aber das schönste Gefühl war für mich echt ein langes Makro-Game gegen einen Terraner, bei dem ich einfach alle Einheiten gegen ihn geworfen habe, alles verloren habe, aber ihn massiv dezimieren konnte und dann… einfach meine Hatches abgeklappert habe und alle zig Larven, die ich vorbereitet hatte, in Einheiten gewandelt habe, um ihn zu überrennen. Ich muss gestehen, dieses überwältigende Gefühl will ich nicht mehr missen und dieses „Schwarm“-Gefühl gibt es bei den anderen Völkern einfach nicht.

      Ich wollte eben nur eine Lanze für die Queen brechen, weil die so selten gespielt wird, wie ich das Gefühl habe und dabei so ungeheuer stark ist.

      Aber das Mikro bei Zerg wird schon heftig. Bisher habe ich auch genau aus dem Grund Infestors aus meinen Einheiten raus gelassen, weil das dann noch einmal eine Stufe heftiger wird – aber dann natürlich die eigene Armee um ein Vielfaches verbessert. Nach einer langen Reihe von schönen Zerg-Siegen habe ich aber beispielsweise gestern Abend gar kein Land gesehen – ständig Probleme mit dem Mikro gehabt, dann vor lauter Panik mein Makro vernachlässigt -> gg. Das ist eben auch die Kehrseite der Medaille bei Zerg, da hast du vollkommen recht. Aber das Mikro bekommt man eben auch nur durch Übung, da bin ich fest von überzeugt.

      Und Queen ist toll, ja. :)

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