The I in me

Bisher habe ich nur in Kurzgeschichten einen „Ich“-Erzähler benutzt. Bei meinen letzten beiden NaNoWriMo-Romanen habe ich einen personalen, ironischen Erzähler bevorzugt. Für Gadgette war es aber viel passender. Trotzdem fallen mir ein paar unangenehme Sachen auf, die es schwieriger auf ihre eigene Weise machen.

Wie gehe ich mit den Zeiten um? Denn der „Ich“-Erzähler berichtet immerhin rückblickend aus der Zukunft. Bisher bin ich mir noch nicht so richtig klar darüber, welcher Zeitpunkt in der Zukunft das sein sollte und muss ich dann auch die Sprache meines „Ich“-Erzählers entsprechend anpassen?

Das heißt: Gadgette ist ein sechzehnjähriges Mädel und entsprechend unterhält sie sich auch, wobei ich darauf achte, nicht in übermäßigen Teeny-Slang abzugleiten, sondern es natürlich wirken zu lassen. Aber momentan gleichen sich die Erzählstimme und die Stimme, die Gadgette in Dialogen hat doch sehr, denn ich gehe bisher davon aus, dass es die gleiche Stimme ist. Wenn aber beispielsweise die Geschichte von einer erwachsenen Gadgette, zehn oder gar zwanzig Jahre später erzählt wird, würde sie bestimmt anders erzählen.

Aber ich will schon gerne die Euphorie, das Hippelige und ähnliches in der Erzählstimme beibehalten, denn das macht den Charakter auf eine eigene Weise sympathisch und ist genau das Gefühl, das ich mit ihm erzeugen will. All zu weit in der Zukunft kann der Erzähler also nicht sein. Aber wenn ich zu wenig in die Zukunft voraus gehe, dann könnte es merkwürdig wirken, wenn rückblickend erzählt wird, denn zumindest müsste sie nach den Ereignissen des Romans erzählen.

Das ist eine Sache, die mir natürlicherweise in Kurzgeschichten nie aufgefallen ist, denn dort hat man meist einen überschaubareren Zeitrahmen. Je länger ich aber im Roman den „Ich“-Erzähler benutze, desto merkwürdiger fühlt es sich für mich an, denn ich muss viel mehr darauf aufpassen, was mit dem Erzähler in dieser Zukunft ist – von der ich schließlich noch wenig Ahnung habe.

In allen Büchern über das Schreiben, die ich bisher gelesen habe, habe ich nichts über dieses Zeitproblem beim „Ich“-Erzähler gefunden. Sehr merkwürdig.