This is the end, you know

Kaum haben wir mit der letzten „Lost“-Staffel angefangen, bin ich schon wieder im Bann dieser Serie. Ich sitze wie gebannt dort und schaue fasziniert den Charakteren zu, was sie machen, aber vor allen Dingen, wie es sie es machen. Der Plot interessiert mich dabei wenig, sondern vielmehr diese kleinen Momente, in denen die Figuren charakterisiert werden – das ist, was die Serie großartig macht. Nicht die Überraschungsmomente, nicht der verwirrende Metaplot, nicht die tausend Fragen – es sind die Charaktere und die moralischen Fragen, die aufgeworden werden.

Jetzt mag man vielleicht zweifeln, ob ich überhaupt das Ende schlecht finden kann, wenn ich doch schon so auf die Serie eingeschworen bin. Nein, keine Bange, auch ich kann das Ende doof finden, wenn ich es doof finde – auch wenn das natürlich jetzt tauthologisch war. Aber ich denke, ihr versteht, was ich meine. Dennoch werde ich, selbst wenn ich das Ende blöd finden sollte, nicht bei der Erwähnung von „Lost“ als erstes sagen: „Oh ja, das Ende war doof.“

Wie kann das überhaupt das Erste sein, was einem bei so einer Serie in den Sinn kommt? Eine Serie, die mich jetzt mit jeder einzelnen Folge über mehrere Staffeln hinweg so gut unterhalten hat? Dann fallen mir doch als erstes vielmehr die Momente ein, die mich bewegt haben, die ich so großartig fand. Vermutlich auch das Ende – falls ich es blöd finden würde.

Aber ich sehe es realistisch: Ich konnte Spaß an der zweiten Staffel haben, obwohl da schon die ersten sagten, dass es ab da Müll wird. Dann hieß es, aber der dritten Staffel wird es wirr und blöd – auch diese Meinung teilte ich nicht, denn ich war äußert gut unterhalten, wie man an meinen Blog-Beiträgen aus der Zeit entnehmen kann. Und so ging es von Staffel zu Staffel weiter.

Das Problem ist einfach, dass „Lost“ mit jeder Staffel sich veränderte und dadurch gefiel sie eben noch mehr Leuten nicht, die sich auf diese Veränderungen nicht einstellen konnten. Das sind aber Leute, die dann doch besser bei einer statischen Serie bleiben sollten. Ich persönlich mag Serien, die sich entwickeln, die sich verändern und dadurch eben auch neu bleiben. Mit statischen Serien kann ich wenig anfangen – einzige Ausnahme hier vielleicht „Monk“.

Ich bin gespannt, was ich vom Ende halten werde – ehrlich.