Erinnert sich noch jemand an… Bard’s Tale?

Ich weiß gar nicht mehr, was mein erstes Rollenspiel war – entweder „Ultima 3“ oder „Bard’s Tale“. Ultima ist zu einer meiner liebsten Rollenspielreihen am Computer geworden, aber „Bard’s Tale“ hat sich auch einen nostalgischen Platz in meiner Erinnerung gesichert.

Das Spiel war einer der Vorläufer in diesem Sektor und viele Spiele, wie die ganzen SSI-Rollenspiele danach, die ich auch bis ultimo gespielt hatte. Man hatte eine Gruppe von Abenteurern und lief durch eine Stadt oder Dungeons – in späteren Teilen sogar die Wilderness oder andere Zeiten. Elementar zum Spielen war auch immer, ein kariertes Blatt dabei zu haben, um den Dungeon oder die Stadt mitzuzeichnen, um sich nicht zu verlaufen, denn es gab genug Labyrinthe oder auch Stellen, an denen man nur ein Feld weit sehen konnte.

Noch gut kann ich mich daran erinnern, wie mein Bruder mal mit der Anleitung zu Bard’s Tale kam und ich fasziniert durchblätterte und die ganzen Zauber sah und die Bilder von Monstern und Kriegern und… nichts verstand – denn es war auf Englisch. So war mein ganzes Spiel-Erlebnis des ersten Bard’s Tale immer ein wenig getrübt, denn ich verstand kein Wort.

Das hatte dann lustige Auswüchse zur Folge, denn natürlich hielt es mich nicht ab, das trotzdem zu spielen, denn immerhin ging es um Monster, Krieger und Zauberer. Wenn man im Spiel einen Zauber sprechen wollte, musste man eine Abkürzung dafür eingeben, nachdem man „C“ für „Cast“ gedrückt hatte. So gab es beispielsweise einen Zauberspruch namens „Aerial Fire“, der mit ARFI abgekürzt wurde.

In meinem kindlichen Denken malte ich mir aus, dass ein Charakter dann aus seinen Fingern diese Flamme abschießen konnte, als ich dann also etwas gefragt wurde, drückte ich die Nummer meines Gruppenmitgliedes – und wunderte mich, warum meine Gruppe immer so schnell starb. Dabei lag es daran, dass ich nicht gefragt wurde, wer die Flamme abfeuern soll, sondern wer das Ziel ist. Wenn ich also auf eine Gegnergruppe traf, metzelte ich mit diesem Zauberspruch mich immer selbst nieder ohne es zu merken. Das muss ein Bild für die Götter gewesen sein.

Den ersten Teil konnte ich leider nie durchspielen, weil es irgendwann ein Rätsel gab, das ich natürlich ohne Englischkenntnisse nicht lösen konnte, denn man musste die Lösung ganz old-school eintippen. Dumm gelaufen für mich. Den zweiten Teil von „Bard’s Tale“ konnte ich auch nie wirklich spielen, denn irgendwie war unsere Version kaputt – außerdem fand ich die Wilderness ziemlich blöd. Dafür war der dritte Teil ganz groß, denn man konnte mit dem Chronomancer durch verschiedene Zeiten reisen, was ein ganz neues Setting für mich war, denn zum ersten Mal für mich trafen Mittelalter-Fantasy-Helden sogar auf Roboter – und wenn ich mich richtig erinnere, gab es sogar eine Zeit-Ebene bei der man auf böse Faschisten traf. Beim dritten Teil war mein Englisch sogar einigermaßen brauchbar, so dass dies auch mein erster „Bard’s Tale“-Teil war, den ich ohne Komplettlösung durchspielte.

Es gab sogar schon eine weitere Fortsetzung für die PS2, die ich mir damals sogar holte. Entgegen der schlechten Rezensionen fand ich sie sogar ganz amüsant – zumindest gefiel mir der obskure Humor des Spiels, auch wenn ich leider nur sehr wenig davon gespielt habe. Andere Spiele waren dann doch verlockender.