The end

Ich finde das Ende von „Lost“ gut. Es ist ein wenig verschenkt und ich werde nach dem Spoiler-Cut sagen, wieso. Ich war absolut gerührt und sehr gut unterhalten und noch bis kurz vor Ende dachte ich mir: „Selbst wenn die letzten zehn Minuten jetzt blöd sind, das Ende hat mich bisher absolut mitgenommen und bewegt, wie kann ich da sagen, dass das Ende blöd ist?“

Doch wie unterhält man sich über das Ende von „Lost“? Scheinbar jeder findet es blöd. Ich kann mir bildlich schon vorstellen, wie ich mich mit diesen ganzen Leuten unterhalte und die mich vollkommen irritiert ansehen, als ob ich von einem anderen Stern wäre. Auch kann ich schon die Kreuzzüge kommen sehen, um mich davon zu überzeugen, indem man mir sagt, warum sie das Ende blöd fanden. Doch ich will mir das Ende nicht kaputt reden lassen – daher werde ich mich wohl kaum darüber unterhalten. Vielleicht werde ich mich hin und wieder hinreißen lassen, wie auch in diesem Blog-Beitrag, aber ich denke, das ist eine Sache, von der ich die Finger lasse.

Zum Glück scheine ich die Serie bis zum Ende genau aus der richtigen Perspektive gesehen zu haben. Wie man an meinen ganz alten Blog-Beiträgen zu „Lost“ sehen kann, habe ich schon am Anfang gesagt: Es geht nicht um den Plot, es geht um die Charaktere. Daher vermute ich, dass genau daher für viele Leute das Ende „blöd“ ist (von der Rührseligkeit abgesehen).

Ich war alle Staffeln lang gut unterhalten. Es gibt im Nachhinein nur zwei Folgen, die mich unzufrieden zurückgelassen haben. Das eine war die Folge, in der Locke Charlie verprügelt, denn das passte für mich überhaupt nicht zum Charakter und hat mich so massiv irritiert und rausgehauen, dass ich die Folge wirklich blöd fand. Die andere Folge habe ich sogar schon wieder vergessen.

Sicherlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie er „Lost“ findet und wie er das Ende wahrnimmt. Mir gefällt es und vielleicht konnte ich mit meinen Gedanken zur Serie dem ein oder anderen auch andere Sichtweisen zu „Lost“ aufzeigen. Denn nach wie vor glaube ich fest daran, dass viele die Serie sich selbst kaputt gemacht haben, indem sie entweder Anderes/“Falsches“ erwartet haben oder sich vieles kaputt reden wollten. Natürlich bleibt auch immer noch die Möglichkeit, dass es einem nicht gefällt. Das bezweifle ich aber, bei dem Eifer, den viele an den Tag legen, um „Lost“ und besonders das „Ende“ anderen kaputt zu reden und sich darüber aufzuregen.

Häufig habe ich den Vergleich zwischen „Lost“ und Neon Genesis Evangelion gezogen – seit der ersten Staffel sogar. Total kurios, dass ich mit diesem Vergleich so unglaublich richtig gelegen habe, denn so viele Parallelen gibt es und selbst das Ende ist thematisch ungeheuer nahe an dem, wie ich auch das Ende von NGE verstehe und auch die Serie selbst.

Spoiler-Cut