You know what the first rule of roleplaying is?

Malcolm: „You know what the first rule of flying is? Well, I suppose since you already know what I am about to say.“
River: „I do, but I like to hear you say it.“

Manchmal fühle ich mich mit meiner Einstellung zu Rollenspiel wie ein Browncoat von Firefly, denn es gibt so wenige von uns und man kämpft aus dem Untergrund heraus. Aber wovon träume ich? Wie sollte die Einstellung zum Rollenspiel aussehen?

Man muss Rollenspiel mit Leidenschaft betreiben und nicht aus Selbstsucht oder aus Profilierungsgründen. Es geht nicht darum, dass man der Tollste ist, es geht darum, gemeinsam eine erlebenswerte Geschichte zu erzählen und faszinierende Charaktere entstehen zu lassen.

Es gibt genug, die Rollenspiel betreiben, um Macht auszuüben. Vielleicht fingen sie einmal anders an, erreichten dann aber Positionen, die sie haben vom Weg abkommen lassen. Sie bleiben stecken, haben keinen Spaß mehr, weil die Leidenschaft fehlt und im Gegenzug saugen sie genau diese Leidenschaft aus anderen Spielern heraus – denn es grämt sie, dass es Andere gibt, die noch unbekümmert und mit Spaß an die Sache gehen.

Sie ertragen es nicht, Neulingen zuzuschauen, wie sie ihre ersten Schritte machen, hier und da mal stolpern. Und wenn sie stolpern, dann helfen sie den Neulingen nicht wieder auf, sondern sagen ihnen „Was bist du so scheiße, dass du hinfällst?“ Dabei ist es nicht schlimm, einen Fehler zu machen – zumal „Fehler“ im Rollenspiel eine sehr subjektive Sache ist. Meist ist es der „Futterneid“/“Spaßneid“, der dann RP-Polizisten sich darauf stürzen lässt. Denn es geht ja nicht, dass man Spaß hat, obwohl man sich nicht an ihre Regeln hält.

Wenn man vor nichts Respekt hat, dann wird einem auch das Rollenspiel  keinen Spaß machen und man wird früher oder später aufhören. wer keinen Respekt vor seinen Mitspielern hat, der hat auch keinen Respekt vor dem Rollenspiel.

Denn Rollenspiel ist eine dynamische, unberechenbare, menschliche Tätigkeit und keine Lore dieser Welt, kein Supplement, kein Regelwerk, kein Rp-Polizist kann den Spaß am Rollenspiel für einen erhalten – höchstens vernichten. Respekt hält den Spaß am Rollenspiel aufrecht und die Distanz und dadurch baut man sich ein Verhältnis zu seinen Mitspielern auf, das ein gutes Fangnetz ist. Denn selbst wenn etwas schief geht, fangen sie einen wieder auf – denn Fehler passieren jedem. Es ist nur die Frage, wie man damit umgeht.

Toleranz ist das Zauberwort. Doch einfach ist das nicht. Denn wie sagte es mal ein guter Bekannter aus dem LARP so treffend? „Toleranz gegenüber der Intoleranz ist Intoleranz gegenüber der Toleranz.“ Es ist also eine Gratwanderung. Denn man darf natürlich Sachen scheiße finden, man darf das auch sagen, aber dennoch darf man dabei auch wieder den Respekt nicht vergessen. Außerdem sollte man wissen, wann man seine Meinung auch einfach mal zurückhalten sollte. Wie hat es Dieter Nuhr einmal so schön gesagt? Meinungsfreiheit bedeutet, dass man seine Meinung sagen kann, aber nicht immer sagen muss.

Es geht nicht darum, alles toll zu finden, aber es geht darum zu erkennen, was man mag und was man nicht mag. Wenn man das erkannt hat, dann sucht man sich das aus und um den Rest macht man einen Bogen – sofern das nicht zu aufdringlich ist und ansonsten redet man einfach mit demjenigen, aber bevorzugt auf menschliche Weise und nicht pampend.

Der einzige Punkt, den man im RP beeinflussen kann, ist man selbst. Dort kann man ansetzen, aber bitte nicht woanders. Wenn man anfängt, anderen Spielern reinzureden, kann es nicht funktionieren – es ist bevormundend und intolerant und das werde ich nie, nie, niemalsnie gut heißen. Man kann Ratschläge geben, wobei man dabei beachten sollte, dass das Wort „Ratschlag“ nicht von „Schlagen“ kommt. Man kann Hilfestellung geben, aber nicht jemanden zwingen, nicht drohen, nicht beleidigen, denn dann schlägt man sich selbst eine Tür zu, die man vielleicht bei seinem Mitspieler öffnen könnte. Es ist erstaunlich wie offen Menschen sind, wenn man nett und vernünftig mit ihnen redet. Das würde ich all den Rp-Polizisten gerne mal empfehlen: „Nett sein“ ausprobieren. Hilft ungemein, macht viele Sachen einfacher und die Mitspieler sehen auch mal Dinge ein.

Es gibt auch bei mir Sachen, die ich doof finde. Es gibt auch für mich Sachen, die mich stören, die mich sogar rausreißen können. Aber entweder ich arbeite trotzdem mit diesen Sachen oder ich mache einen Bogen darum. Das ist eine Lektion, die ich aus dem LARP gelernt habe – aus dem DKWDDK. Und Wunder, oh Wunder: Es funktioniert! Trotz aller Unkenrufe ist das immer noch die universalste Rollenspielansicht, mit der man der größten gleichzeitigen Spielermenge den meisten Spaß bringen kann. Dadurch entstehen zwar viele kleine Universen, die alle nebeneinander existieren, aber warum auch nicht?

Man muss sich von der Idee lösen, dass es im Rollenspiel „eine“ Welt gibt. Es gibt im Rollenspiel genau so viele Welten, wie es Spieler gibt, denn jeder hat seine eigene. Manche Welten stimmen mehr überein und daher fühlt man sich dort heimischer. Aber manche passen nicht – und das müssen sie auch nicht. Ein Charakter mag in der einen Welt ein Held sein, in der anderen aber ein geisteskranker Irrer. Das ist nicht schlimm. Denn die Welt, die denjenigen für einen geisteskranken Irren hält, kann diese Welt nun wiederum für kurzsichtig und eingebildet halten und so weiter.

Es geht stets darum, Welten zu erschaffen, nicht sie zu zerstören. Toleranz hilft dabei, dass diese Welten nebeneinander existieren können. Man muss nicht mit dem RP-Polizei-Weltenzerstörer auf andere Planeten schießen.

Diese Regeln sind keine allgemeinen Wahrheiten, keine Naturgesetze – es sind meine Regeln, mit denen ich seit Jahren gut fahre. Das ist, wie ich Mitspieler finde, die Spaß mit mir haben. Das ist, wie ich Mitspieler gewinne, die auch bleiben, weil sie Spaß am Spiel mit mir haben. Mal werde ich still sein, weil mir die Kraft fehlt, aber das sind die Regeln, für die ich stehe – immer stehen werde. Denn sie fühlen sich richtig an.

Doch es ist schwer, dafür einzustehen und dafür zu kämpfen und manchmal fehlt einem die Kraft – das ist ganz natürlich. Wir können für lange Zeit ohne Rettung bleiben, doch nicht für immer – man kann uns fangen, uns jagen, wir werden uns verstecken, wir werden mal Kraft schöpfen, aber wir verschwinden nicht.

Leider gibt es nur noch wenige von uns. Aber wir, die an diese Werte glauben, dürfen nicht aufgeben – niemals.

Malcolm: „Love. You can learn all the math in the ‚verse, but you take a boat in the air you don’t love, she’ll shake you off just as sure as the turning of the worlds. Love keeps her in the air when she oughta fall down, tells you she’s hurting ‚fore she keens. Makes her a home.“
River: „Storm is getting worse.“
Malcolm: „We’ll pass through it soon enough…“

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