Das Necronomicon

Heute habe ich einmal wieder einen Blogtipp, nämlich den neuen Artikel in Yitus „PadLive“ zum Thema „Das eBook – keiner will es?

Ein sehr interessanter Artikel, der mir doch eher konservativem Büchermensch ein paar neue Perspektiven eröffnet hat. Ich muss gestehen, ich gehöre vermutlich zu dieser Schicht der Buchliebhaber, die sich bisher eher gegen den eReader sperren und ich habe mich in manchen der vorgebrachten Gründe wiedergefunden.

Aber in einem Punkt hat der Artikel absolut recht: Wieso immer „für oder wider“ und nicht „sowohl als auch“? Damit könnte ich dann tatsächlich leben. Denn ich will weiterhin ein Buch in der Hand haben, das nach dem Lesen auch gelesen aussieht – ich gehöre zumindest zu den Leuten, die Bücher als „Arbeitsmaterial“ ansehen und nicht als „heiliges Objekt“. Wenn es wirklich ein Buch gibt, das mir so wichtig ist, dass ich nicht will, dass es kaputt geht, dann besorge ich mir meist einmal die Handbuchausgabe zum Lesen und eine gebundene Ausgabe zum „schön Aussehen“.

Der Artikel hat tatsächlich meine Sichtweise erweitert – nicht geändert. Über manche Sachen muss ich noch länger nachdenken, aber vielen Punkten kann ich sogar als Bücherverfechter nicht widersprechen. Ganz davon abgesehen, dass die Publikationsmöglichkeiten, die sich mit einem solchen eReader eröffnen, auch ganz spannend sein könnten – da wird bestimmt aber der Thomas auch schon seine Fühler in diese Richtung gestreckt haben.

Lest euch den Artikel durch – ich kann ihn wirklich sehr empfehlen.

2 thoughts on “Das Necronomicon

  1. Immer diese Vorurteile – und dann stimmen die auch noch ;)

    Den verlinkten Artikel werde ich morgen lesen, mit Ruhe; ich versuche immer noch meinen Schlafrhythmus von einem fast schon anachronistisch wirkenden Wochenende mit Umzugsfeier bis zum Morgengrauen zu erholen ;)

    Aber generell ist das ein Thema, in das ich auch schon viel, viel Hirnschmalz investiert habe. Denn, generell, bin ich auch ein totaler Fan von gedruckten Büchern und solange es irgendwie möglich ist, werde ich auch auf Papier publizieren. Wobei das „auch“ doppeldeutig ist, durchaus ebenso im Sinne von ‚als eine von mehreren Alternativen‘ zu verstehen.

    Um es in eine Analogie zu bringen – ich habe letzte Woche meine erste digitale Musik gekauft. Ich liebe Musik, aber bisher war ich da immer stark Datenträger-Mensch, auch die Außenflügel meines Schreibtisches hier sind gesäumt von zwei Fächern voller CDs. Das, was mich jetzt aber überzeugt hat, war einfach letztlich Preis und Direktheit.
    Ich war bei Amazon, sah dass die CD rund 12 Euro kostete, die MP3s keine sechs Euro. Da die Disc nicht zudem ein schönes Design oder die Erwartung auf ein schönes Booklet nahelegte, war die Wahl dann klar – wenn die Optionen „das Album direkt haben“ vs. „mehr als das Doppelte bezahlen“ sind, dann ist es einfach.

    So sehe ich das bei eBooks generell auch. Ich würde weiterhin eine schöne CD etwa im Digipack kaufen, dann durchaus auch für den (subjektiven) Mehrwert des körperlichen Produktes bezahlen. Wohlgemerkt dahingehend, dass nicht das herkömmliche Produkt teurer, sondern das digitale Produkt billiger sein muss.

    Und hier liegt für mich bei deutschen eBooks noch immer der Hase im Pfeffer. Ich kann schlecht ein Produkt offerieren, was letztlich offenbar weniger Kosten verursacht (alleine die Produktionskosten pro Titel: keine Lagerung, kein Papier, kein Druck, keine Bindung) und es kaum billiger anbieten; dazu oftmals noch mit geringerem Komfort als ich den anderweitig hätte und glauben, damit dann die digital Revolution auslösen zu können.

    Gerade für Leute, die im Selbstverlag veröffentlichen wollen, liegt da jetzt schon viel Potential bereit und das wird mit der Zeit nur noch mehr werden.
    Die Frage ist alleine, wer es letztlich lernen wird zu nutzen. Denn eBooks sind nicht „Bücher auf dem Bildschirm“, sie sind letztlich ein neues Medium. Sehr ähnlich gedruckten Büchern, aber eben doch anders.

    Aber nun gut, soviel dazu aus der Hüfte, alles weitere wenn ich (hoffentlich) die Zeit finde und vor allem, nachdem ich den verlinkten Artikel gelesen habe ;)

    Viele Grüße,
    Thomas

    PS: Michael Stackpole verdient nach eigener Aussage teilweise mit einer Kurzgeschichte, die er auf seiner Webseite für rund eine Dollar verkauft, insgesamt mehr Geld als mit manchen Büchern im Handel… ;)

  2. Hallo!

    Danke für den Lob und den Link,

    Gerd (aka Y.)

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