Every man in his humour

Zwar hatte ich jetzt wieder eine kleine Pause gemacht seit der letzten DVD, doch habe ich vor kurzem mit der zweiten DVD von „Toradora“ angefangen und bin schon wieder einfach hin und weg. Das ist einfach ein so schöner Anime! Ich sitze wirklich in eigentlich jeder Folge gerührt davor, weil die Charaktere einfach so großartig sind – durch die Bank.

Sicherlich hat jeder so seine Favoriten an Charakteren, aber mittlerweile habe ich ein ähnliches Gefühl wie in Babylon 5: Ich hätte Schwierigkeiten, meine Lieblingscharaktere zu benennen. Na gut, dass mir Taiga tierisch ans Herz gewachsen ist, habe ich jetzt schon mehrfach geschrieben. Ich mag einfach den kleinen Handtaschentiger, wie sie cholerisch um sie schlägt und tritt, aber trotzdem so sensibel ist.

Toradora lebt nicht vom Plot, es lebt von Szenen und Momenten, denn in diesen werden die Charaktere ungeheuer stark. Kleine Gesten, die große Bedeutungen haben – das ist, was Toradora für mich so genial macht. Es sind kurze Dialoge, die ungeheuer tiefgründig sind und viel über die Charaktere erkennen lassen, mal auch nur eine Gesichtsmimik oder eine Handbewegung, mal auch nur eine Positionierung im Raum.

Ja, natürlich sind die Charaktere manchmal auch überzogen, aber dennoch authentisch auf ihre eigene Weise. Es ist ein wunderschönes Beziehungsfünfeck, das mich begeistert vor dem Fernseher sitzen und sagen lässt: „Wenn man Charaktere skizziert, dann so! Wenn man Spannungen in den Beziehungen aufbaut, dann so!“ Denn die Serie macht so unglaublich viel richtig und das obwohl es das häufig sehr still und leise macht; vielleicht liegt darin aber auch das Geheimnis.

Ich liebe beispielsweise aus dem ersten Ending, wie die drei weiblichen Hauptcharaktere mit den Schirmen laufen – jede auf ihre eigene Weise, teils recht subtil (na gut, Minorin ist nicht subtil). Das zeigt meiner Ansicht nach sehr schön, wie die Serie mit ihren Charakteren umgeht, die doch starke Profile haben und trotzdem wird vieles eher indirekt oder im Stillen gesagt. Finde ich eine wunderschöne Erzähltechnik.

Aber schaut euch das Ending einfach mal an und ihr versteht vielleicht, was ich meine und achtet auf Kleinigkeiten bei den Charakteren und schon habt ihr eine sehr gute Vorstellung davon, wie der Charakter ist – zumindest auf den ersten Blick. Denn das tolle an Toradora ist, dass so viel mehr noch unter der Fassade der Charaktere steckt.

Spannend wird es schon allein, wenn man sich die Regenschirme aus der ersten Einstellung anschaut und dann später, welcher Charakter zu welchem Schirm gehört. Denn dann fällt einem auf, dass die eigentlichen Freundinnen Taiga und Minorin ihre Regenschirme entgegengesetzt drehen, aber Taiga und Ami, die sich nicht ausstehen können, ihn in gleicher Richtung drehen. Oder die letzte Einstellung mit den fünf Regenschirmen: Riyui und Minorin stehen am weitesten auseinander und Taiga mittendrin. Vielleicht mag das alles gar nicht so beabsichtigt gewesen sein, wie ich es jetzt hereinlese, aber es passt einfach zu gut, um es ungesagt zu lassen.

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