Fear of the Dark

Ich muss gestehen, dass ich „Dead Space“ zur Zeit ein wenig vor mir herschiebe – und das, obwohl ich mir den zweiten Teil bereits geholt habe. Denn das Spiel ist großartig! Aber das ist für mich auch sein Problem. Der Marc meinte mal letztens zu mir, bevor ich das Spiel hatte, dass er es nicht all zu lang spielen kann, weil die Atmosphäre so dicht sei. Diesen Punkt kann ich absolut unterschreiben.

Zwar ist es für mich bei „Dead Space“ nicht ganz so schlimm, wie bei meinem Horrorspiel „Project Zero“ – das ich aber um so mehr liebe. „Dead Space“ lockert gerade durch die Action-Sequenzen so viel für mich auf, dass ich es zumindest länger am Stück spielen kann, als dieses großartige „Project Zero“, bei dem ich auch alle drei Teile hier liegen habe, aber nur bis zum dritten Tag im ersten Teil gekommen bin – das Spiel schafft mich einfach. Aber das ist an sich toll.

Nur führen solche Sachen dazu, dass ich beispielsweise im Fall von „Dead Space“ dann nicht abends vor dem Schlafengehen „nochmal rasch das Spiel anwerfe“ – wie ich es mit allen Assassin’s Creed-Teilen gemacht habe und dann teilweise bis 4 Uhr morgens vor meiner PS3 hockte. Das klappt mit „Dead Space“ für mich nicht. Daher stecke ich zur Zeit ein wenig in der Mitte dieses wirklich toll atmosphärischen Survival-Spiels fest.

Als Alternative hatte ich die letzte Zeit „Portal 2“ gespielt, aber da das doch eher kurz war, musste jetzt was anderes ran: Auch nach den Erzählungen von Marc habe ich mir „Infamous“ zugelegt, zumal da auch bald der zweite Teil rauskommt und ich muss sagen – toll! Das macht ungeheuer Laune und spielt sich an eigentlich wie „DC Universe Online“ – ähnliche Mechaniken und ähnliches Spielprinzip. Es ist super leicht portionierbar, die Synchronisation finde ich ausnahmsweise einmal wieder gelungen und es scheint genau meinen Spielnerv zu treffen.

Scheinbar kristallisiert sich bei mir heraus, dass ich einfach mehr der Action-Adventure-Typ mittlerweile geworden bin. Wenn ich bedenke, dass „Castlevania: Lords of Shadow“ und alle „Assassin’s Creed“-Teile mich ungeheuer gefesselt und fasziniert haben, dann schlägt mein Herz wohl in dieser Richtung. „Infamous“ würde ich auch diesem Genre zuteilen, denn auch da gibt es wieder eine recht offene Welt, die man erkunden kann und bei der man Missionen lösen kann.

Na gut, das neue „Castlevania“ fällt da ein wenig aus der Reihe, weil dort der „Open World“-Aspekt fehlt. Aber trotzdem funktioniert es auf ähnliche Weise.

Ein wenig pfupfert mich jedoch, dass ich so ungeheuer empfindlich auf „Survival Horror“ reagiere – dabei liebe ich dieses Genre, aber ich glaube, mir gelingt die Charakterimmersion bei einem gut programmierten Titel aus dem Genre einfach zu gut, dass mich das nicht aufwühlt. Sicherlich gibt es auch Spiele aus dem Genre, die ich ebenso distanziert sehen würde. Aber „Project Zero“ und „Dead Space“… aua, aua, aua…

Nach dem Spoiler-Cut ein paar Videos zu den genannten Spielen, sowie noch ein paar Erklärungen von mir dazu.

„Project Zero“ ist so ungeheuer großartig! Es ist eine Gespenstergeschichte, in der man nur mit einer Kamera bewaffnet ist, denn mit der Kamera kann man die Energie der Geister aufsaugen. Für diese Kamera kann man besondere Fähigkeiten freispielen, aber das fieseste am ganzen Spiel ist: Man kann sich entscheiden, vor den Geistern wegzulaufen, aber sobald man kämpfen will (und an vielen Stellen muss man es!), muss man stehen bleiben, um die Kamera auf sie zu richten. Man ist also vollkommen bewegungslos und wechselt die ganze Zeit zwischen dem unbeweglichen Kameramodus und dem Rennen.

Eine besonders fiese Mechanik lässt mein Adrenalin immer wieder höher schnellen: Die Kamera macht den meisten Schaden, wenn man ein Foto macht, kurz bevor der Geist auf einen zuspringt. Das bedeutet, man wartet und wartet – man sehnt diesen „Cat-Scare„-Effekt herbei, erschrickt aber im gleichen Moment, aber in diesem Moment muss man auch drücken. Großartige Spielmechanik! Leider kann ich das Spiel maximal eine halbe bis ganze Stunde spielen und bin danach extrem angegruselt. Ich habe selten eine so dichte Atmosphäre in einem Spiel gesehen. Hoffentlich kommt irgendwann mal ein Teil für die PS3 raus, denn ich bezweifle, dass ich die alten Teile auf meiner PS2 doch noch einmal durchspielen werde. Meiner Ansicht nach ist Project Zero absolut unterschätzt im Survival-Horror-Genre. Es spielt viel mit den üblichen asiatischen Geisterfilmmotiven und kommt daher extrem nahe an einen meiner persönlichen Lieblingsfilme „The Ring„.

„Dead Space“ macht es anders. Dort ist man nicht an der Stelle verwurzelt im Kampf, aber dafür muss man die doch sehr abstrusen Monster sich genau anschauen, denn man besiegt die Monster nur, indem man sie ihrer Extremitäten entledigt. Sinnlos draufholzen hilft also nur bedingt – ein wenig hilft es natürlich, denn man trifft dann eben auch mal einen Arm oder ein Bein.

Die Atmosphäre ist ungeheuer dicht und während „Project Zero“ eher „The Ring“ nacheifert, kommen bei „Dead Space“ all jene auf ihre Kosten, die „Event Horizon“ großartig fanden. „Dead Space“ kann ich definitiv länger spielen, aber dennoch wühlt es mich auch auf, denn es setzt sehr gut auf Lichteffekte und Schockmomente – wenn auch für meinen Geschmack verträglicher als „Project Zero“. Ich liebe übrigens das Opening mit dem „Twinkle, twinkle, little star“. Hervorragende Atmosphäre!

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