Als Pausenverkürzung auf das grandiose „Castlevania: Lords of Shadow“ auf meiner PS3 habe ich mir damals für mein NintendoDS „Castlevania: Order of Ecclesia“ geholt. Allerdings kam es dann doch ganz anders, denn ich hatte es zwar angespielt und irgendwie hatte es was, aber es war einfach zu schwer! Ich fand keinen Zugang und zusätzlich nervte mich, dass es keine Steuerung über den Stylus gab.
Kann mir das eigentlich mal jemand verraten, wieso man Spiele für das NintendoDS macht und dann auf teilweise wirklich unangenehme Handkrampf-Steuerung setzt anstatt die eleganten Möglichkeiten des NintendoDS mit dem Stylus zu nutzen? Ist mir ein Rätsel. Auch wenn die Steuerung von „Order of Ecclesia“ nicht ganz so verkorkst ist, wie bei „Assassin’s Creed: Discovery“ hatte ich durchaus Momente, an denen mir einfach die Hände schmerzten von merkwürdigen Verrenkungen, die ich damit gemacht habe – und mein armer Daumen!
Ich glaube, mein rechter Daumen ist sowieso ein Zockerheld, der irgendwann einen ruhmvollen Tod sterben wird, aber er hat mich schon so häufig in kniffligen Spielesituationen gerettet, selbst wenn er kurzzeitigen Schmerz ausgesetzt war. Aber was ihn nicht umbringt, macht ihn nur stärker!
Zurück zum Thema, „Castlevania: Order of Ecclesia“: Die Türkei war der Ort, an dem ich dem Spiel noch einmal eine Chance gegeben habe und nach kurzem erneuten Zocken wusste ich wieder, warum ich es bei Seite gelegt hatte. Doch in der Türkei hatte ich die Zeit und Muße und auch den Ehrgeiz, mich auf das Spiel einzuschießen.
In diesem Castlevania kommt man gleich zu Anfang in ein Dorf, dessen Dorfbewohner entführt wurden. Im Laufe des Spiels kann man diese wiederfinden und damit Quests freischalten, die einem bei der Erfüllung Belohnungen geben. Ein paar der Quests sind ganz nett, bei denen man Monster oder Orte fotografieren oder zeichnen muss. Ein paar sind einfach simples Besorgen von Items und manchmal ist das extrem nervig, wenn man sich fragt, bei welchem Mob welches Item droppt.
Gleich vorweg sollte ich sagen, dass ich die Optik mal wieder sehr gelungen und stimmungsvoll finde und ich habe mehr als einmal einfach nur dagesessen, mein NintendoDS angemacht und das schöne Opening mit der heroischen Musik mir angesehen. Oh ja, die Musik! Das ist nun kein Meilenstein und deutlich hinter vielen anderen Openings, aber ich finde, das hat einfach etwas Episches und das gefällt mir ungeheuer gut:
Wer ein schweres und herausforderndes Spiel auf dem DS zocken will, der sollte es sich holen. Es ist mittlerweile wirklich günstig und meiner Ansicht nach eine absolute Herausforderung. Die Bosskämpfe gehören mit zu den härtesten Dingern, die ich seit langem erlebt habe und manche waren nur mit Glück zu überstehen. Wobei ich auch keinen Walkthrough zur Hand hatte, so dass ich alles selbst herausfinden musste und vielleicht habe ich ein paar Kniffe bei den Bossen nicht verstanden.
Es ist ein durchaus klassisches Castlevania und macht demzufolge Spaß, wenn man allgemein mit der Reihe etwas anfangen kann. Für mich war Castlevania ja immer eine der großen Videospielreihen, die ich früher selbst nie spielen konnte, sondern immer nur die Testberichte in der Powerplay verfolgt habe, weil ich keine Konsole hatte.
Angenehm von der Story ist, dass man mal ausnahmsweise kein Mitglied des Belmont-Clans spielt – und dann auch noch eine Frau! Also genau mein Spiel, auch wenn es natürlich wieder in gewisser Weise gegen Drakula geht. Allerdings muss ich sagen, dass ich es nur glaube, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich das Spiel durch habe oder nicht.
Spoiler-Cut!
Denn ich habe es zwar bis zum scheinbaren Endkampf gespielt, der aber wiederum war viel zu einfach und danach stirbt mein Charakter dann – zwar in einer kleinen Story-Sequenz, aber sie stirbt. Mir war es nicht gelungen, alle Secrets vorher zu finden und daher fehlte mir ein Dorfbewohner, den ich nicht befreien konnte. Der wurde mir nach dem Tod gezeigt und vielleicht geht es noch weiter, wenn es mir endlich gelingt, diesen Dorfbewohner zu befreien.
Doch wie? Ich habe keine Ahnung. Es gibt zwei Glyphen, die ich ums Verrecken nicht bekommen konnte und ich habe wirklich Stunden in diesen zwei Räumen verbracht. Einer ist im Kloster und hat sich hinter einer Wand mit unzähligen zerstörbaren Quadraten versteckt. Die andere Glyphe ist in einem anderen Level und wird von einem Wind beschützt, gegen den man sich stemmen muss und ich vermute, dass man einfach das richtige Timing braucht, um möglichst weit rechts mit dem Glyphenabsaugen zu beginnen – ist mir trotzdem nie gelungen.
Vielleicht hat das also etwas damit zu tun. Ich denke, ich werde da auch mal einen Walkthrough die nächste Zeit konsultieren, ob ich etwas falsch gemacht habe und wenn ja, was. Auch wenn ich das Spiel eigentlich selbst und ohne Komplettlösung durchspielen wollte. Doch das Ende kommt mir reichlich Spanisch vor, als ob da irgendwie noch mehr ist, wenn man alle Dorfbewohner gerettet hat.
Seitdem ich aus der Türkei aber wieder da bin, konnte ich mich nicht dazu aufraffen, der Sache nachzugehen. Das sollte ich aber demnächst nachholen, denn wenn ich zu lange warte, komme ich aus der Übung und kann nicht mehr mit dem Charakter umgehen; und das Spiel noch einmal von vorne anfangen würde ich vermutlich nicht. Dafür habe ich zu lange damit verbracht, an Secrets zu knabbern und meinen Charakter zu leveln.
Am Ende habe ich bisher also nur gegen meinen ehemaligen „Mitschüler“ gekämpft, ihn besiegt und dann selbst gestorben, als ich alle Drakula-Glyphen einsaugen wollte. Daher vermute ich, weil Drakula bisher nicht aufgetaucht ist, sondern sozusagen nur seine Essenz in Form dieser Glyphen, die man zerstören soll, dass da noch was passieren könnte.
Die Geschichte war auf jeden Fall sehr nett und hat mir ein paar interessante Inspirationen gegeben und ist auf seine Weise mal eine andere Herangehensweise an die Castlevania-Thematik. Auch wenn es natürlich überhaupt nicht an das phänomenale „Castlevania: Lords of Shadow“ herankommt, das für mich eines der besten Spiele des letzten Jahres war.
Grade mal nachgeforscht: AC: Discovery ist gleichtzeitig auch für iOS entwickelt worden (also das iPhone). Das ist zumindest eine mögliche Antwort für die Steuerungsproblematik.
Was Castlevania angeht kann ich aber keine Erklärung anbieten, ausser dieser: der Entwickler hat auch schon die alten Handheld-Ableger von Castlevania gemacht, möglich, dass er einfach nur die eigentlich bewährte Steuerung beibehalten wollte (wobei ich keine Ahnung habe, wie sich die Prä-NDS-Teile steuerten).
Assassin’s Creed: Wobei doch gerade, wenn es für das iPhone entwickelt wurde, eine Steuerung mit dem Stylus sich anbieten müsste, oder täusche ich mich da? Da ich kein iPhone habe und daher auch die Spiele damit nicht kenne, kann es natürlich sein, dass ich da komplett falsch liege. Aber die Spiele funktionieren dort doch auch über Touchscreen?
Castlevania: Zumindest ein Castlevania-Teil auf dem NintendoDS („Dawn of Sorrow“) benutzt den Stylus sogar. Allerdings wohl nur, um am Ende eines Bosskampfes den Gegner mit einer Rune zu bannen. Eine richtig tolle Idee, wie ich finde. Aber ob der Stylus durchgängig benutzt wird, weiß ich nicht, da ich den Teil bisher (noch) nicht gespielt habe. Ich stelle es mir allerdings merkwürdig vor, die ganze Zeit über das normale Steuerkreuz zu spielen und dann am Ende des Bosskampfes panisch nach dem Stylus zu greifen.
Der Teil ist sogar älter als „Order of Ecclesia“: http://de.wikipedia.org/wiki/Castlevania#Castlevania:_Dawn_of_Sorrow_.282005.29
Sowas! Da hat mir WordPress mal wieder das Video rauseditiert. Das passiert mir leider häufiger, denn das Einbetten von YouTube verschwindet schon seit ein paar Monaten ständig.
Ist jetzt aber nachgefügt. Wie nervig, wenn sowas passiert!
Und: Ich bin nicht „noch“ wach, sondern „schon“.