And now: Die, bunker noob!

Da schrieb ich noch gestern, wie gut es doch mit diesem Spanisiwa-Ansatz klappt und schon revidiere ich zum Teil. Allerdings ist es natürlich klar, dass keine „I win“-Strategie ist – gut so. Ich muss da noch einiges tüfteln und mit einigen Sachen klar kommen.

Vor allen Dingen mein Mineralienhaushalt – ich habe einfach zu viele Kristalle, die ich nicht verwerten kann! Und wenn ich Expansions aufbauen will, werden sie mir häufig weggesnipt, wenn ich die Map-Kontrolle nicht habe. Wobei ich dieses Problem bisher eigentlich nur gegen Terrans hatte. Ich verfluche euch, Medivac-Drops!

Aber ich bin guter Dinge. Vieles spielt sich mit diesem Ansatz für mich flüssiger, ich bekomme besser die Upgrades raus und achte mehr darauf, die Infestation Pit frühzeitig zu setzen, womit ich schön schnellen Zugang zu T3 habe. Das gibt doch noch einiges an schönen Möglichkeiten mit Cracklingen, Ultralisken oder Broodlords (wieso will ich da immer „Guardians“ schreiben, tzes!).

Gestern hatte ich auch mal wieder ein merkwürdiges Erlebnis. Es war ein recht langes Match (TvZ) und mir gefiel es soweit ganz gut, denn es gab Pushes und Konter von beiden Seiten. Ich habe mich natürlich verteidigt mit Krabblern, sowohl gegen Luft hinten an meiner Basis, als auch gegen Boden vorne. Hinten hatte mein Gegner nämlich mehrmals versucht, zuerst Hellions zu reinzudroppen, was ich gut mit meinen vier Queens abwehren konnte, später versuchte er ähnliches mit Mass-Vikings, die aber weder gegen die Queens noch gegen meine Speedlinge gut waren.

Es ging also hin und her. Mir machte es Spaß, vor allen Dingen, weil es mir mehrfach gelungen war mit meinen herzallerliebsten Infestors den riesigen Deathball meines Gegners zurückzudrängen – dank Stachelkrabblern und Fungal Growth. Unglaublich heftig, wenn man einmal damit umgehen gelernt hat! Was bin ich froh, dass ich mal ein Trainingsspiel gegen die KI gemacht habe, bei der ich mich zwang, nur Infestors zu spielen.

Doch dann, irgendwann, kam wieder so ein riesiger Ball an Marines, Marauders, Medivacs und Thors – und dann schrieb mein Gegner: „Die, bunker noob!“ Ich stutzte. Wieso flamte er mich? Was ist an Krabblern so noobig? Man setzt sie, wenn man sie braucht. Sie gehören zum Spiel und machen nichts irgendwie leichter oder schwerer, sie sind einfach Strategie. Vor allen Dingen, da man mit den Krabblern der Zerg schön rumlaufen kann und es meiner Ansicht nach die besten Verteidigungsmöglichkeiten im Vergleich zu den anderen Rassen sind, da es schön dynamisch ist.

Konnte er es nicht verknusen, dass er mehrfach erfolglos gegen meine Verteidigung an Stachelkrabblern, Speedlingen und Infestos ankam? Kann ich verstehen. Wobei man jetzt sagen muss, dass sein Mass-Marine-Marauder-Medivac-Spiel nun auch nicht gerade auf höchstem Niveau war. Aber trotzdem würde ich ihn nicht flamen dafür. Wieso auch? Ich bin schließlich auch nicht gut.

Wieso bin ich ein Noob, weil ich Krabbler benutze? Beim Fußball beschimpft man ja auch niemanden, wenn er einen Kopfball macht, anstatt den Ball normal anzunehmen und mit dem Fuß weiter zu spielen. Wieso? Weil es erlaubt ist, weil es vorgesehen ist, weil auch ein Kopfball eine eigene Technik hat und auf seine eigene Weise gemeistert werden muss. Auch das ist mit Krabblern und allgemein den stationären Verteidigungen in SC2 so. Wieso soll das noobig sein?

Sehr schade, dass ein eigentlich recht schönes Spiel, das ich dann nach einigem hin und her trotzdem verlor, so sehr in den Dreck gezogen wird in der Erinnerung. Im Nachhinein ärgern mich ein paar Fehler, die ich gemacht habe und ich glaube, ich werde in Zukunft häufiger den Neural Parasite der Infestor erforschen. Das wäre Gold gewesen in manchen Situationen mit den Thors von ihm. Aber dazu muss ich wohl auch noch ein Trainingsspiel gegen den Computer machen, um den Hotkey dann im Eifer des Gefechts besser finden zu können.