Fun Returns

Ich bin sehr zwiegespalten, was ich von „Alice: Madness Returns“ halten soll. Der Anfang konnte mich nicht begeistern – ich war recht enttäuscht und hatte etwas anderes erwartet. Die Sequenzen in der realen Welt waren langweilig, wenig interaktiv und schienen mir recht sinnlos. Der erste Level mit dem Hutmacher war zwar nett, wirkte auf mich aber sehr altbacken – ein gewöhnliches Jump&Run, das mich teilweise eher an „Mario64“ erinnerte, aber dennoch nicht die Finesse und Abwechslung der Nintendo64-Titels hatte.

Doch ich biss mich durch und schon im zweiten Level, einer Unterwasserwelt, wurde es interessanter. Es riss mich noch nicht so richtig mit, auch wenn schon nette Sachen dabei waren und mir die Optik auch besser gefiel. Schon allein, wie sich das Kleid von Alice veränderte und sie somit eher Quallenähnlichkeit hatte durch den einen leuchtenden Faden, den sie hinter sich herzieht. Auch das war aber noch nicht das Wahre.

Dann kam ich jetzt am Wochenende jedoch in den dritten Level, der japanisch angehaucht war – das war schon deutlich interessanter und die Optik wurde bizarrer und faszinierender. Ebenso die Idee mit dem 2D-Jump&Run auf dem japanischen Papier war nett. Das gefiel mir schon deutlich besser.

Gestern riss mich das Spiel dann aber vollends: Im vierten Level! Wieso erst da? Ich bin fast mit dem Spiel durch und ich habe gestern Bauklötze im vierten Level gestaunt. Das war richtig toll! Wenn das gesamte Spiel von Anfang so vom Optischen gewesen wäre, so von der Spielidee, von den Sequenzen, von der Atmosphäre, dann wäre das Spiel richtig toll! Aber so weiß ich einfach nicht, was ich davon halten soll.

Es ist dadurch durchwachsen. Mittlerweile macht es mir Spaß zu spielen, aber auch erst seit den letzten Levels. Der Anfang war eher eine Qual, bei der ich häufiger das Spiel weglegte und überlegte, ob ich nicht doch etwas Anderes anfangen sollte zu spielen.

Wie bewertet man dann so ein Spiel? Wenn man sich erst durch einen Teil ackern muss, den man langweilig und belanglos findet (das ist natürlich persönlicher Geschmack), den man aber auch einfach nicht neu oder interessant zu spielen findet (die Mechaniken finde ich da schon objektiv langweilig). Dann aber kommen später Sachen, die richtig Spaß machen. Ich will nicht spoilern, aber es gab mehr als eine Mechanik im vierten Level, die mich absolut begeistert haben.

Die Steuerung von Alice ist auch nicht so das Wahre, sie bewegt sich manchmal ein wenig so, dass ich das Gefühl habe, einen Jump&Run-Titel auf der PS2 zu spielen. Das Spiel buggt an manchen Stellen unnötig rum, so dass ich aus Frust einfach mal aufhöre. Es gibt interessante Mechaniken, die aber so häufig stupide wiederholt werden, dass sie langweilig werden. Aber dann gibt es wieder die Momente, die einfach Spaß machen und mir das Gefühl geben, es war richtig, das Spiel zu kaufen.

Hinzu kommt, dass ich nicht weiß, ob die Übersetzung so schlecht ist, ich so dumm oder ob die Dialoge tatsächlich teilweise unverständlich und sinnlos sind. Ich habe mehr als einmal vor den Dialogen gesessen mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf, von was die da reden. Das waren manchmal einfach Aneinanderreihungen von Wörtern und Sätzen, die sich anhörten, als ob sie richtige Wörter und Sätze waren, aber sie ergaben einfach keinen Sinn – weder im Detail, noch im Zusammenhang. Gehört das zum Wahnsinnsmotiv des Spiels? Oder sind da die Übersetzer an manchem Wortspiel verzweifelt?

Ich kann es nicht sagen, aber auch das irritierte mich am Anfang, jetzt ab dem dritten Level ungefähr hat es aber sogar angefangen, mir Spaß zu machen, weil ich das durchaus passens für das Spiel finde. Was kann ich also zu dem Spiel sagen? Gefällt es mir? Finde ich es blöd? Ich weiß es nicht! Ich bin da vollkommen zwiegespalten!

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