Is there a soulmate for everyone?

Es ist jetzt 0.30 Uhr und ich habe „Dawson’s Creek“ zu Ende gesehen – endlich. Ursprünglich dachte ich, selbst wenn ich die zwei letzten Folgen sehe, komme ich bis um 23.30 Uhr gut zum Ende, aber dann entpuppte sich die letzte Folge als eine getarnte Doppelfolge.

Es war ein schönes Ende – ein würdiges Ende. Und trotzdem bin ich zwiegespalten, gerade was die letzte Folge betrifft. Die hat so ungeheuer tolle Momente, aber zwischendurch gab es dann auch Momente, die ich doof oder gekünstelt fand. Aber gerade die Geschichte um Jen war ungeheuer stark, ebenso hat mir die Geschichte um Jack gefallen, allerdings war überaus großartig, wie mit dem Liebesdreieck von Dawson, Pacey und Joey umgegangen wurde.

Mir haben die Selbstreferenzen gefallen, die tieferen Einsichten, aber auch bei dieser letzten Folge gab es ähnliche Probleme wie in dieser gesamten Staffel: Es war zu wenig Zeit! Mir schien es auch in der Staffel davor häufiger so, dass man eigentlich zwei Staffeln daraus hätte machen können, dass manche wirklich interessante Plots plötzlich mit einem Ruck beendet wurden, dass manche Charaktere irritierenderweise rausgeschrieben wurden, obwohl es da noch weit mehr zu erzählen gab.

Wenn ich da an Paceys Vermieterin denke, aber selbst schon bei Eddie, was einfach plötzlich aufhörte und obwohl die Charaktere einem ans Herz gewachsen waren, nie wieder auftauchten. Auch der ganze Plot um Audrey war zwar zeitweise absolut im Mittelpunkt, aber dann schien sie eher rausgeschrieben zu sein. Das ist sehr schade, denn daran krankt die letzte Staffel ein wenig und es ist so schade, denn sie hat so tolle Momente!

Daher bin ich zwiegespalten. Schlecht ist sie nicht, schlecht ist die letzte Folge auch nicht. Sie hat mich ungeheuer bewegt und gerührt und ich hoffe und denke, dass ich so einiges auch für mich mitnehmen kann – denn einmal wieder habe ich in vielem einige Ideen gesehen, einige Inspiration und viel Einsicht in „das Leben“. Das ist, wofür ich diese Serie liebe und immer lieben werde.

Sie wird häufig verkannt als „irgend so eine Teenie-Serie um Teenager-Angst“, aber sie ist so viel mehr – schon allein, weil sie so selbstreflektiv ist. Nein, auch wenn viele der Serie absprechen, dass sie authentisch ist, auch wenn viele behaupten, sie sei vollkommen unrealistisch, sie ist an vielen Stellen wie mir aus der Seele geschrieben und an anderen Stellen so geschrieben, dass ich weiß, in welche Richtung man gehen kann.

Ich glaube, selten hat mich eine Serie so inspiriert und ich vermute, sie wird mich immer begleiten.