Magicka: The Gathering

Bisher ist „Magicka“ ziemlich an mir vorbei gegangen. Ich habe es zwar schon mehrfach als Casts bei TotalBiscuit oder HomerJ gesehen, aber so richtig damit befasst habe ich mich nicht. Bis zu letztem Wochenende, wo ich es mir dann doch ganz spontan einfach mal bei Steam gekauft und runtergeladen habe – im Komplettpaket.

Das Ende vom Lied war, dass ich nach zwei Stunden spielen mit meiner Frau und jemandem aus meiner Rift-Gilde Schmerzen vor Lachen hatte. Denn es waren weniger die Gegner, die uns zugesetzt hatten, als vielmehr wir selbst. Denn bei Magicka spielt man Zauberer, die zaubern können – oder auch nicht, wie in unserem Fall.

Man hat ein rudimentäres Set an Elementen, die man zu verschiedenen Zaubern frei kombinieren kann – ähnlich wie das alte Runensystem bei „Dungeon Master“ (wer das noch kennt). Das Spiel tendiert dazu, sehr chaotisch zu werden, besonders da man keine gegenteiligen Strahlen/Elemente kreuzen sollte, gerne mal aus Versehen seine Mitspieler wegsprengt oder ähnliches macht.

Die gegnerischen Monster dienen einfach nur dazu, das Ganze noch chaotischer zu machen, damit man sich noch beherzter gegenseitig ins Jenseits zaubern kann. Kurzum: Ich hatte einen gewaltigen Spaß, denn das Spiel schafft es, mit einer sympathischen Portion Humor und einer passenden Optik eine pratchetteske Atmosphäre zu schaffen, in der man die eigenen Tode dann doch sehr gelassen sieht.

Fun Returns

Ich bin sehr zwiegespalten, was ich von „Alice: Madness Returns“ halten soll. Der Anfang konnte mich nicht begeistern – ich war recht enttäuscht und hatte etwas anderes erwartet. Die Sequenzen in der realen Welt waren langweilig, wenig interaktiv und schienen mir recht sinnlos. Der erste Level mit dem Hutmacher war zwar nett, wirkte auf mich aber sehr altbacken – ein gewöhnliches Jump&Run, das mich teilweise eher an „Mario64“ erinnerte, aber dennoch nicht die Finesse und Abwechslung der Nintendo64-Titels hatte.

Doch ich biss mich durch und schon im zweiten Level, einer Unterwasserwelt, wurde es interessanter. Es riss mich noch nicht so richtig mit, auch wenn schon nette Sachen dabei waren und mir die Optik auch besser gefiel. Schon allein, wie sich das Kleid von Alice veränderte und sie somit eher Quallenähnlichkeit hatte durch den einen leuchtenden Faden, den sie hinter sich herzieht. Auch das war aber noch nicht das Wahre.

Dann kam ich jetzt am Wochenende jedoch in den dritten Level, der japanisch angehaucht war – das war schon deutlich interessanter und die Optik wurde bizarrer und faszinierender. Ebenso die Idee mit dem 2D-Jump&Run auf dem japanischen Papier war nett. Das gefiel mir schon deutlich besser.

Gestern riss mich das Spiel dann aber vollends: Im vierten Level! Wieso erst da? Ich bin fast mit dem Spiel durch und ich habe gestern Bauklötze im vierten Level gestaunt. Das war richtig toll! Wenn das gesamte Spiel von Anfang so vom Optischen gewesen wäre, so von der Spielidee, von den Sequenzen, von der Atmosphäre, dann wäre das Spiel richtig toll! Aber so weiß ich einfach nicht, was ich davon halten soll.

Es ist dadurch durchwachsen. Mittlerweile macht es mir Spaß zu spielen, aber auch erst seit den letzten Levels. Der Anfang war eher eine Qual, bei der ich häufiger das Spiel weglegte und überlegte, ob ich nicht doch etwas Anderes anfangen sollte zu spielen.

Wie bewertet man dann so ein Spiel? Wenn man sich erst durch einen Teil ackern muss, den man langweilig und belanglos findet (das ist natürlich persönlicher Geschmack), den man aber auch einfach nicht neu oder interessant zu spielen findet (die Mechaniken finde ich da schon objektiv langweilig). Dann aber kommen später Sachen, die richtig Spaß machen. Ich will nicht spoilern, aber es gab mehr als eine Mechanik im vierten Level, die mich absolut begeistert haben.

Die Steuerung von Alice ist auch nicht so das Wahre, sie bewegt sich manchmal ein wenig so, dass ich das Gefühl habe, einen Jump&Run-Titel auf der PS2 zu spielen. Das Spiel buggt an manchen Stellen unnötig rum, so dass ich aus Frust einfach mal aufhöre. Es gibt interessante Mechaniken, die aber so häufig stupide wiederholt werden, dass sie langweilig werden. Aber dann gibt es wieder die Momente, die einfach Spaß machen und mir das Gefühl geben, es war richtig, das Spiel zu kaufen.

Hinzu kommt, dass ich nicht weiß, ob die Übersetzung so schlecht ist, ich so dumm oder ob die Dialoge tatsächlich teilweise unverständlich und sinnlos sind. Ich habe mehr als einmal vor den Dialogen gesessen mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf, von was die da reden. Das waren manchmal einfach Aneinanderreihungen von Wörtern und Sätzen, die sich anhörten, als ob sie richtige Wörter und Sätze waren, aber sie ergaben einfach keinen Sinn – weder im Detail, noch im Zusammenhang. Gehört das zum Wahnsinnsmotiv des Spiels? Oder sind da die Übersetzer an manchem Wortspiel verzweifelt?

Ich kann es nicht sagen, aber auch das irritierte mich am Anfang, jetzt ab dem dritten Level ungefähr hat es aber sogar angefangen, mir Spaß zu machen, weil ich das durchaus passens für das Spiel finde. Was kann ich also zu dem Spiel sagen? Gefällt es mir? Finde ich es blöd? Ich weiß es nicht! Ich bin da vollkommen zwiegespalten!

You had a temper…

Während meines Studiums war Gothic Literature eines meiner Spezialgebiete neben Gender Studies und amerikanische Kolonialzeit. Gerade Gender Studies und Gothic Literature war ungeheuer dankbar, wenn man es verband – so habe ich ein paar spannende Einsichten in „Wieland“ gewonnen und auch meine Zwischenprüfung darüber geschrieben. Natürlich funktioniert es noch mehr, wenn man sich im englischen Raum die Bronte-Schwestern anschaut – so großartig! Ich liebe „Jane Eyre“!

Um so peinlicher aber fast, dass etwas sehr bizarr Postmodernes in der Richtung an mir vorbei gegangen ist bis vor ein paar Monaten. „Wuthering Heights“ von Emily Bronte habe ich bisher nur in Ausschnitten gelesen, denn es gibt gerade im Bereich der Gothic Literature so viel, was man lesen könnte, dass dieser Klassiker bei mir bisher ein wenig hinten runter fiel. Aber jetzt habe ich ein altes Musikvideo entdeckt, das mir durchaus Lust gemacht hat, doch endlich mal die teilweise versäumte Lektüre nachzuholen.

Wovon rede ich? Kate Bushs postmodernes Gezappel – das Musikvideo zum Roman:

Allerdings muss ich sagen, so faszinierend und bizarr das wirkt, gefällt mir die modernere (also postpostmoderne) Version von Hayley Westenra deutlich besser. Da gibt es zwar nicht mehr den postmodernen Ausdruckstanz einer Kate Bush, aber das lenkt zu sehr vom eigentlich sehr schönen Lied und seinem tollen Text ab.

Bei Hayley Westenra kann ich mich vollkommen auf das Lied konzentrieren und außerdem finde ich, dass sie deutlich mehr Charisma besitzt als Kate Bush – ihre Fans werden mich dafür vermutlich steinigen, aber für mich wirkt sie einfach eher wie ein Autounfall, bei dem man ständig hinschaut, obwohl man sich dabei so ein wenig schmutzig fühlt.

Das Lied hat sich in den letzten Wochen jedenfalls zu einem mich ständig begleitenden Ohrwurm entwickelt. Ich verstehe es nicht so ganz, denn durch die hohen Töne versteht man den Text kaum. Aber trotzdem ist der Klang und vor allen Dingen die Atmosphäre des Liedes in beiden Versionen ganz eigen und faszinierend.

Merkwürdig, dass ich erst vor kurzem darüber gestolpert bin. Aber andererseits ist es immer wieder schön, wenn man plötzlich solche Momente hat, in denen einem etwas begegnet, das ganz neue Bilder bringt, ganz neue Assoziationen und einen inspiriert. Das ist, was das Leben ungemein bereichert.

Ich hatte schon häufiger Momente, meist nach unglaublich tollen Serien wie „Firefly“ oder „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“, dass man sich danach sagt: „So, das war es jetzt. Jetzt kann mich nichts mehr zum Erstaunen bringen, denn das war fantastisch!“ Danach fühle ich mich dann immer ein wenig leer, als ob die Inspiration durch solche Sachen ausgebrannt hätte.

Aber es gibt dennoch weiterhin immer wieder diese Momente, in denen einem etwas Neues begegnet. Denn nach „Buffy“ kam „Firefly“ und dann kam „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“ oder „Lost“ oder „Fringe“ oder „Harry Potter“ oder eben solche kleinen Momente wie einfache Musikvideos, die einen tief beeindrucken auf die eine oder andere Weise. Es ist ein so tolles Gefühl, wenn man merkt, dass es das eben nicht war – sondern immer weiter geht, weil es so viele tolle Sachen da draußen gibt, die einfach nur entdeckt werden wollen.

Gaming birds

Dazu brauche ich wohl nicht viel zu schreiben, oder?

Vielleicht doch ein wenig für all jene, die Final Fantasy nicht gespielt haben: Der Vogel pfeift eine Musik, die in verschiedenen Variationen in fast jedem FF vorkommt!

Ich habe lange vergeblich versucht, Marcs Vogel „Bögenhaven“ aus einer Warhammer-Kampagne sagen zu lassen- nicht gelungen. Aber dieser Vogel…

Will it be yes or will it be sorry

Es sieht momentan wirklich so aus, als ob ich die letzte Staffel von „Dawson’s Creek“ endlich zu Ende sehen könnte. Danke „Toradora!“ habe ich mir nämlich einen netten Rhythmus angewöhnt, vor dem Schlafen noch eine Episode zu schauen. Zwar waren es bei „Toradora!“ normalerweise nur ca. 20 Minuten, aber da ich die Serie kaum bei Seite legen konnte, wurden es auch häufiger mal zwei oder drei hintereinander.

Zugegeben, bei „Dawson’s Creek“ wurden es auch schon einmal jetzt zwei Folgen hintereinander, weil ich den Cliffhanger so nicht stehen lassen konnte – dadurch wurde es auch schon mal 24 Uhr. Langsam nähere ich mich der letzten DVD.

Eine witzige Sache bei „Dawson’s Creek“ ist, dass mich diese Serie schon lange begleitet und witzigerweise immer doch so einige Parallelen zu meinem Leben hat. Vielleicht ist es daher auch eine meiner Lieblingsserien, weil sie mich tatsächlich berührt und über ein paar Punkte nachdenken lässt – manchmal sogar Anstoß gibt.

So haben meine Frau und ich beispielsweise letztes Wochenende uns endlich von unserem alten Fernseher getrennt und einen LCD-Fernseher gekauft. Wie mir dann erst auf dem Heimweg vom Media Markt klar wurde, hatte ich wenige Tage zuvor die Folge gesehen, in der sich Pacey und Jack einen neuen Fernseher besorgen. Das ist nur eine Kleinigkeit, aber es gibt auch durchaus größere Parallelen, die mir im Laufe immer wieder aufgefallen sind.

Dadurch, dass die Charaktere bei „Dawson’s Creek“ alle sehr introspektiv sind, viel über sich und die Welt um sich herum nachdenken, gibt es interessante Gedankenanstöße oder Richtungen, aus denen man manches betrachten kann. Es ist schon schade, dass „Dawson’s Creek“ von vielen auf eine Ebene mit einer Serie wie „Beverly Hills 90210“ gesetzt wird, denn „Dawson’s Creek“ ist deutlich intelligenter, witziger und tiefer – nur sehen das viele leider nicht.

Für mich bleibt „Dawson’s Creek“ weiterhin eine großartige Serie und es ist auch schön zu sehen, dass ebenso in der letzten Staffel Pacey richtig viel Spotlight bekommt – nach wie vor bin ich dafür, die Serie in „Pacey’s Creek“ umzubenennen, denn er ist und bleibt einfach der interessanteste Charakter der Clique.

Master of the Hotkeys

Starcraft 2 ist zur Zeit ein Wechselbad der Gefühle. Es gibt Abende, da bekomme ich nur aufs Fressbrett und dann gibt es wieder Abende, wie gestern, da läuft es wie am Schnürchen. Eines habe ich jedoch in der letzten Zeit gemerkt: Druck, Druck, Druck. Es verunsichert den Gegner ungemein, wenn man gleich von Anfang an Druck macht. Gerade ein Protoss verschanzt sich dann gerne auf nur einer Basis, wenn ich meine Roaches vor seiner Choke parke und immer mal wieder hoch gehe und zu einem kleinen Snipe ansetze.

Aber was noch viel wichtiger ist: Hotkeys! Ich hatte schon früher mal von den „Grid“-Einstellungen gehört. Aber nie habe ich herausgefunden, wo man das einstellen kann. Was das ist? Man stellt die Hotkeys für alle Rassen komplett so um. Dabei wird das Fenster auf dem Bildschirm als Grundlage für ein Raster genommen und da wird die linke Seite der Tastatur genommen und drüber gelegt.

Das bedeutet: Die Fähigkeit, die links oben im Fenster ist, liegt immer auf „Q“ – egal in welchem Unterfenster, egal bei welcher Rasse. Die Fähigkeit rechts daneben auf „W“, die daneben auf „E“ und so weiter. Dadurch kann man viel intuitiver steuern, denn ich muss mir nicht jeden Key für eine Fähigkeit merken, sondern schaue einfach, wo auf dem Bildschirm die Fähigkeit steht. Damit kann man auch viel besser die Rassen wechseln.

Klingt kompliziert? Ist es gar nicht. Hier gibt es ein sehr gutes Video, das „Grid“ für Starcraft 2 erklärt – leider auf Englisch:

Probiert es einfach einmal aus. Es ist am Anfang schon eine gewaltige Umstellung und man baut auch mal die falschen Sachen. So habe ich häufiger anstelle des Spawning Pools meine Evolution Chamber gebaut – und mich tierisch über mich geärgert, weil ich dadurch viel zu spät mit meiner Queen und dem weiteren Tech war.

Aber so langsam gewöhne ich mich dran und es macht einen riesigen Unterschied. Ich kann jetzt so viel einfacher Sonderfähigkeit wie Fungal Growth oder Neural Parasite benutzen – gerade gegen die Colossi der Protoss ist das immer Gold wert.

Meine APM sind deutlich hoch gegangen und liegen jetzt normalerweise im Schnitt bei ca. 50 – ja, immer noch nicht viel, ich weiß. Aber ich bin dennoch stolz darauf und freue mich tierisch darüber, wenn meine Infestors jetzt noch nerviger sind.

Erinnert sich noch jemand an… Budokan?

Eines der letzten Beat’em’ups, die ich am Computer gespielt habe, war: „Budokan“! Ganz früher gab es da natürlich noch „Exploding Fist“ oder „International Karate+“, aber „Budokan“ war für mich der Höhepunkt des Genres am PC. Danach habe ich nie wieder ein Spiel aus diesem Genre angerührt. Erst mit meiner PS2 begann ich, das Genre neu für mich zu entdecken und habe jetzt meine heutigen Favoriten – „Dead or Alive“ bei den Nicht-Waffen-Prüglern und „Soulcalibur“ bei den Waffen-Prüglern.

Budokan war damals so eine Mischung aus all diesen spielen, denn man konnte aus vier unterschiedlichen Kampfarten wählen: Karate, Kendo, Nunchaku und Bo. Das Ziel war es, im großen Budokan-Turnier gegen besondere Gegner zu kämpfen, die teilweise sogar eigene Waffen hatten. Man trat dort gegen Ninjas oder sich selbst an.

Es war kein schnelles Spiel, aber es wirkte auf mich immer besonders anspruchsvoll. Ob das an der Steuerung lag oder den vergleichsweise unterschiedlichen Angriffen zu meinen bisherigen Prüglern, weiß ich nicht. Aber was war ich stolz wie Oskar, als ich das Turnier endlich gewonnen hatte!

Insgesamt verbinde ich wohl aber deswegen auch so tolle Erinnerungen an dieses Spiel, weil wir es immer bei unserem D&D-Spielleiter nach den Runden am PC gespielt hatten. Es hatte sich bei meiner Rollenspielrunde irgendwann als „das“ Prügelspiel eingebürgert und da ich zu dem Zeitpunkt selbst keinen PC hatte, wurde die Legende um das Spiel immer größer. Die Amiga-Version, die ich dann später spielen durfte, fühlte sich nie so an, wie die Version auf Björns PC.

Wie ihr wünscht…

Nachdem ich letztens das Hörbuch zum „Letzten Einhorn“ fertig hatte, habe ich mir jetzt ein neues besorgt: „Die Brautprinzessin“ – das Buch zu einem meiner Lieblingsfilme, „Die Braut des Prinzen“.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das Buch nämlich nie gelesen habe. Dabei unterscheidet es sich massiv vom Film. Zwar haben sie den teilweise etwas zynischen Erzähler im Film in vielen Szenen gut rübergerettet, aber trotzdem ist der Ton ein ganz anderer, so dass ich auf der Autobahn beim Pendeln teilweise mit einem breiten Grinsen saß, während ich zuhörte.

Es gibt beispielsweise folgende Stelle (aus dem Gedächtnis zitiert): „Butterblume hatte ein Pferd und gab ihm den Namen ‚Pferd‘ – mit ihrer Kreativität war es nicht weit her.“ Später gibt es immer wieder Stellen, an denen dann gesagt wird, dass Butterblume mit Pferd ausreiten wäre und allein diese Kleinigkeit, dass es sich hierbei nicht um eine Bezeichnung des Tierart, sondern um den Namen handelt, gibt der Erzählung eine deutliche Distanz und ein Augenzwinkern. Das wird aber natürlich auch durch das ausufernde und großartige Vorwort entsprechend vorbereitet.

Bei meiner Ausgabe des Hörbuchs werden das Vorwort und die Anmerkungen von Bela B. gelesen – und zwar nicht sonderlich gut, wie ich finde. Der Vorleser des restlichen Buches, Jochen Malmsheimer, spricht viel lebhafter und besser. Trotzdem macht es bisher ungeheuer viel Spaß zuzuhören.

Fully charged, fully charged!

Die Jungs um Husky bei Nerd Alert sind einfach so genial! Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an die Justin-Bieber-Parodie „Banelings“ oder an den phänomenalen „SCV Love Song“ – jetzt haben sie ein neues Video. Als Vorlage haben sie da kein anderes als das unglaublich fürchterliche, aber um so bekanntere „Friday“ von Rebecca Black genommen und daraus „Void Rays“ gemacht.

Ich habe einfach nur grinsend vor dem Monitor gesessen, denn die Parallelen zwischen dem Original-Video und diesem sind herrlich. Allerdings verlinke ich „Friday“ von Rebecca Black nicht – mit einem solchen Lied will ich mein Blog nicht beschmutzen, auch wenn es auf eine trashige Art witzig ist, aber sogar ich habe meinen Stolz. Wer sich die Vorlage ansehen will, muss einfach nur bei YouTube „Friday“ und „Rebecca Black“ eingeben und wird erstaunt sein, wie blöd ein Lied sein kann.

Aber in der Zwischenzeit labt euch einfach an diesem Kleinod der Nerdsongs:

Jamas Tipp: Ritter aus Leidenschaft

Wieder ganz frisch gesehen und immer noch so großartig: „Ritter aus Leidenschaft“. Als ich den Trailer damals im Kino sah, dachte ich mir, dass es einfach blöd aussieht. Als LARPer stießen mir die ganzen Anachronismen natürlich immens auf und so verweigerte ich mich dem Film – bis ich ihn dann einmal im Zuge eines Videoabends gezwungenermaßen sehen musste… und absolut begeistert war.

Der Trailer vermittelt einen ziemlich falschen Eindruck vom Film. Er ist episch, er ist heroisch – er rockt einfach nur. Es gibt zwei Szenen, die ich ein wenig aufgesetzt und unnötig finde: Den Anfang mit dem „We will rock you“ – denn das gehört für mich in einen anderen Film. Die zweite Szene ist die Tanzszene, die nett anfängt und dann in diesem merkwürdigen Rumgehüpfe endet. Mich stört bei diesen Szenen nicht der Anachronismus. Sie passen irgendwie nicht rein.

Während durch den ganzen Film viele kleine anachronistische Details sind, die stimmig, schön und witzig in den Film gewoben sind, stechen für mich diese beiden Szenen als zu gekünstelt heraus. Sie machen den Film nicht schlecht, sie sind auch sogar ansehbar, aber das sind zwei klitzekleine Kritikpunkte, die ich an diesem ansonsten großartigen Film habe.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der love interest von William: Jocelyn. Ich habe selten einen so dummen und unsympathischen Charakter erlebt. Zum Glück ist die Liebesbeziehung nur Hintergrund für die moralische Parabel, die erzählt wird und somit nicht Hauptbestandteil des Films. Man kann den Charakter also akzeptieren und er ist leider für den Film notwendig, aber das ist einer der wenigen Momente, in denen ich mit einem weiblichen Hauptcharakter keine Identifikation aufbauen kann. Zum Glück reißt das dann die Schmiedin Kate wieder raus.

Ansonsten ist es hervorragender Film, mit schönen kleinen Anspielungen, einem Paul Bettany, der als historisch unkorrekter Geoffrey Chaucer brilliert, einem sympathisch prolligen Alan Tudyk als irischem Hitzkopf und natürlich dem unvergleichlichen Heath Ledger in der Hauptrolle. Wer „Ritter aus Leidenschaft“ noch nicht gesehen hat, gerne einen rührenden, aber auch epischen Film um Moral, um Tugend, um Ehre, um Ritterlichkeit sehen will, der sollte ihn sich schleunigst zulegen!

Ganz große Empfehlung! Ich kann diesen Film echt immer wieder und wieder und wieder schauen. Und auch als LARPer kann ich dem Film mittlerweile viel abgewinnen, denn nicht nur sind die Kulissen und die Kostüme ein Traum für jedes LARP, auch die Sprechweise ist so, wie ich es gerne auf einem Con hätte. Weniger „Nun,…“, sondern mehr Dynamik in den Dialogen! Weniger „Ihr“, weniger Pseudo-Mittelaltersprech, sondern mehr Witz und Originalität. So sollte es sein – und nicht anders.