Konferenz der Rollenspieler

Ich bin ziemlich im Eimer und habe meinen Schlafrhythmus endgültig ermordet. Am Wochenende hatten wir Gildentreffen unserer Rift-Gilde, die es schon seit Aion gibt. Zwar hatten wir leider ein paar kurzfristige Abmeldungen, ein paar spontane Dramen etc., wodurch sich die Teilnehmerzahl ein wenig verringert hat, aber vermutlich eher gesund geschrumpft. Denn dadurch war es eine überschaubare Anzahl und wir hatten jede Menge Spaß.

Was haben wir gemacht? Viel geredet, Filme geschaut und Brettspiele gespielt – unter anderem „Twilight Imerium“ bis um 5 Uhr morgens, was auch meinen Eimerzustand erklärt. Am Ende waren wir uns einig, dass das Wochenende viel zu schnell vorbei ging und wir das unbedingt wieder machen sollten; dann hoffentlich auch mit denjenigen, die leider nicht kommen konnten.

Aber sind solche realen Gildentreffen nicht gruselig – gerade bei Rollenspielern? Nein, keineswegs, wieso auch? Es ist eigentlich auch nichts anderes, als sich mit Menschen zu treffen, die man nicht über das Internet kennengelernt hat. Gerade bei Online-Zockern verbringt man schließlich viel Zeit online miteinander und das in erster Linie auch, weil man nicht direkt nebeneinander wohnt. Da ist es ungemein interessant, die Leute dann auch real mal kennenzulernen. Das geht natürlich nicht immer, eben weil man über das ganze Land verteilt ist, aber das macht es auch immer zu etwas besonderem.

Merkwürdig ist das sicherlich nicht – zumindest kenne ich es seit einiger Zeit kaum anders. Ich vermute, das dürfte ungefähr eingesetzt haben, als ich mit dem LARPen angefangen habe. Seitdem hat sich mein Bekannten/Freundeskreis über ganz Deutschland verteilt, denn auch beim LARP trifft man sich eben an Wochenenden auf Cons und fährt danach wieder in vollkommen unterschiedliche Richtungen – leider. Da gewöhnt man sich an, dass Entfernung nicht unbedingt bedeutet, dass man sich nicht sehen kann oder will.

Natürlich ist das dann zeitaufwendiger, denn jetzt am Wochenende musste ich beispielsweise knapp 5 Stunden im Auto verbringen. Das frisst viel Zeit und Nerven, ist es aber allemal wert, wenn man nette Leute kennengelernt hat. Denn im Gegensatz zu vielen Leuten spiele ich Online-Spiele nicht, um ein Solospiel zu spielen, sondern um mit anderen zu spielen.

Wenn ich daran zurückdenke, dass wir bei unserem Ultima-Online-Shard auch solche Shardtreffen hatten und wie großartig die waren, trauere ich denen doch ein wenig hinterher. Auch unsere Newsgroup-Usertreffen der de.rec.spiele.rpg.misc waren immer sehr spaßig und lange Zeit ein regelmäßiges Event jedes Jahr für mich.

Ein wenig trauere ich diesen Events auch nach, denn das waren schon recht große Treffen und dadurch, dass es so viele Teilnehmer waren, hatten diese Treffen auch immer eine schöne Eigendynamik. Bei einem Treffen einer kleineren Gilde ist das dann natürlich ein wenig anders. Wobei ich es auch von größeren Gilden kenne, wie meine WoW-Raid-Gilde Ara Agrippina, bei der ich auch auf einem Gildentreffen mit meinem Brüderchen war.

Gildentreffen schweißen zusammen, sie lassen einander besser verstehen und kennenlernen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.