Thought to go

Wie so häufig habe ich einen Artikel beim Thomas gelesen und wollte einen Kommentar schreiben, der dann jedoch immer länger und länger wurde. Daher habe ich – wie so häufig – beschlossen, das dann doch als Blog-Beitrag auszulagern, um einen trackback zu machen und auf den Artikel zumindest auch bei mir noch einmal hinzuweisen: Es geht um Kaffee.

Auch wenn ich ebenso eher der Tee-Trinker bin. Hin und wieder habe ich aber nichts gegen einen Kaffee. Interessant ist natürlich der Gedanke mit der Senseo als Sinnbild des Lebenswandels, aber mal wieder ein wenig nachdenklicher hat mich ein anderer Nebensatz gemacht: Ein wenig Müßiggang kann bei kreativer Arbeit produktionssteigernd sein.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das zumindest von außen kaum beachtet wird, wenn man sich mit jemandem unterhält, der nicht kreativ arbeitet. Für mich gehört das aber auch definitiv dazu und ich merke, dass wenn ich zu starr und fixiert über einem Text hänge, ich kaum weiter komme. Dann surfe ich aber ein wenig im Internet oder stehe auf und gehe um den Block oder ähnliches und wenn ich mich wieder hinsetze, läuft es gleich viel besser.

All zu häufig werde ich da dann aber auch schief angesehen oder dann gibt es Kommentare: „Ja, hast du denn nichts zu tun?“ Doch, gerade im Moment und das Nichts-tun ist wichtig dafür. Aber ich glaube, in unserer hektischen Zeit wird sowas nicht mehr wirklich verstanden. Wenn man da nicht ständig alle Zeit in seine Arbeit investiert, dann kann das was nicht stimmen – so scheint es zumindest im Kopf von vielen zu sein. Eine Kaffeepause ist aber immer eine gute Entschuldigung, das zu machen, die einem niemand vorhält. Das ist eine Sache, um die ich auch Raucher beneide – auch wenn ich nie selbst rauchen würde. Aber es ist einfach akzeptierter, wenn man raucht oder Kaffee trinkt, einfach mal nichts zu machen.

3 thoughts on “Thought to go

  1. Moin Holger!

    Freut mich gleichermaßen ja wie immer, dass ich dich zum nachdenken anregen konnte :)
    Mal ganz davon abgesehen, dass der Titel dieses Blogeintrages hier einfach wunderbar ist und das Motiv „Thought to go“ bzw. gar „Thought2Go“ muss ich dringend beizeiten mal aufgreifen.

    Interessant ist aber auch tatsächlich der ganze Bereich „Raucherpausen“. Es gibt ja sogar Untersuchungen darüber, dass durch den Wegfall öffentlicher Rauch-Orte in Bürogebäuden teilweise Schäden an der Produktivität entstanden sind. Unter anderem, weil Raucherecken traditionell der Bereich sind, wo unterschiedliche Abteilungen relativ ungestresst miteinander zuständigkeitsübergreifend die Gedanken kreisen lassen konnten.
    Aber vielleicht ist ja auch das heute nicht mehr gewünscht?

    Ich arbeite gerne nach Deadline. Wirklich gerne – ansonsten wäre weder die Arbeit für die Zeitung noch die als freier Lektor etwas, was ich machen könnte. Und bei den zahlreichen privaten Projekten (DORP, Eifelarea Film, Condra, meine eigenen Bücher, aber wem sag ich das, weißt du ja ;)) ist es letztlich nicht anders.
    Aber man muss auch einfach gucken, dass einem innerhalb dieser Deadlines Luft zum atmen bleibt. Nur weil ich einen Artikel von 60 Zeilen für den Lokalteil in 30 Minuten reiner Schreibarbeit produziert bekomme, ist es doch illusorisch zu vermuten, dass ich demnach in zwei Stunden vier und und vier Stunden acht Artikel so runterproduzieren könnte.

    Ich sag’s ja immer wieder: Schreiben ist Handwerk.
    Aber inspiriertes Schreiben ist eine Kunst. Und Inspiration braucht immer einen Raum, in dem sie sich entfalten kann.
    Und das, da sind wir wieder beim Thema, ist heute glaube ich gar nicht mehr gefragt. Jedenfalls nicht mehr überall.

    Viele Grüße,
    Thomas

    • Das ist auch wieder spannend, dass es über sowas schon Untersuchungen gab, es aber anscheinend nicht wirklich bedacht wird. Ich glaube und hoffe nicht, dass es daran liegt, dass man nicht will, dass man Gedanken austauscht und kreisen lässt. Vermutlich ist es einfach die Einstellung, dass man in diesen Momenten einfach nichts Produktives macht. Wenn man andererseits das beantragen würde für abteilungsübergreifenden Gedankenaustausch, dann würde man sicherlich die Idee mit Handkuss bewilligt bekommen. Jedenfalls denke ich schon, dass man den Grundgedanken dahinter gut verkaufen kann.

      Mit den Deadlines habe ich so meine Hassliebe: Ich mag sie nicht wirklich, aber kann nicht wirklich ohne sie. Das merke ich ja auch jedes Jahr am NaNoWriMo – 50.000 Wörter in einem Monat sind im November ein Kinderspiel für mich. Wenn ich den Rest des Jahres probiere zu schreiben, wird das eher eine Qual, weil mir da nichts im Nacken sitzt. Wobei es natürlich auch solche Deadlines und solche Deadlines gibt – realistische und unrealistische. Mein Eindruck ist, wenn man – wie du sagst – zwischendurch nicht zum Atmen kommt, dann ist es gerade im kreativen Bereich einfach eine unrealistische Deadline und das Endprodukt kann nur schlechter sein. So ist zumindest meine Erfahrung.

      • Ich kann dir leider nicht mit Quellen zu den Untersuchungen dienen, ich hab das nur mal in der Uni gehört bzw. gezeigt bekommen, als ich ein freiwilliges Seminar zum Themenfeld Projektkoordination / Projektleitung mitgemacht habe.

        Das Problem ist aber halt auch nicht nur, dass du Räume für den Gedankenaustausch schaffen musst, sondern auch den Leuten einen Anreiz geben musst, dort zu sein.
        Das macht Mensen, Kaffee-, Cola- und Schokoladenautomaten oder auch Wasserspender ja auch so „mächtig“. Raucherecken dabei sogar noch etwas mehr, da man sich länger dort aufhält als etwa an den Automaten und gleichzeitig besser reden kann als in der Mensa bzw. der Kantine.

        Aber ja, Deadlines. ich glaube das wäre bei mir auch eigentlich mal ein eigenes Posting wert. Aber ab einem gewissen Pegelwert kreativer Projekte sind die auch einfach notwendig, nicht nur, damit Dinge fertig werden, sondern damit halt auch die richtigen Dinge zur richtigen Zeit fertig werden können :)
        Meine allgemeine, projektbezogene To-Do-Liste für diese Woche umfasst derzeit 17 Punkte ;)

        Viele Grüße,
        Thomas

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