Tron 2.0

Am Wochenende haben wir uns „Tron: Legacy“ angesehen und wie sich vielleicht mancher erinnern wird, habe ich schon vorher gesagt: Der Film wird es verdammt schwer bei mir haben und das tut mir sehr leid. So richtig aus meiner Haut kann ich da nicht, auch wenn ich dem Film gerne unvoreingenommen gegenübertreten würde.

Was war aber das Fazit? Größtenteils fühle ich mich bestätigt, allerdings war der Film nicht für mich die Katastrophe, die ich erwartet hatte. Was sind meine Schmerzen bei dem Film? Eigentlich sind es gar nicht viele und ich finde den Film „in Ordnung“.

Welche Kritiken ich gar nicht nachvollziehen kann, sind, dass der Film seelenlos wäre oder dass es schlimm wäre, dass Tron kaum darin vorkommt. Was störte mich dann aber? Eigentlich Kleinigkeiten, die es aber verhindert haben, dass ich mich so richtig auf den Film einlassen konnte. Bereits das Zusammenspiel von Optik und Musik – das war an sich schon passend, aber eben nicht das, was ich gerne gesehen hätte.

Für mich war der alte „Tron“ ein Film, der „meine“ Computerwelt damals in einen Film übertragen hat und nette Parallelen geschaffen hat. Das ist dem „Tron: Legacy“ – zumindest für mich – nicht gelungen. „Tron“ ist ein zweiter Teil und das macht er auch vernünftig. Er erzählt die Geschichte plausibel weiter, er bleibt im Tronversum und alles wirkt dahingehend glaubwürdig. Was ich mir mehr gewünscht hätte, wären mehr Parallelen zur heutigen Computerwelt und das war, was mich so störte. Während sich die Computerwelt weiter entwickelt hat, hat sich das Tronversum fast nicht weiter entwickelt.

Spoiler-Cut!

Ja, es gab Veränderungen – Light Cycles in 3D jetzt und so. Witzige Parellelen mit dem kreisrunden Wartesymbol – auch das, ja. Aber das war für mich nicht genug, dass es glaubwürdig auf mich wirkte. Für mich war es, als ob das Tronversum sich unabhängig von der richtigen Computerentwicklung in einem Vakuum befunden hätte. Zwar wird in einem Gespräch auch mal Wireless und ähnliches erwähnt und ich vermute immer noch, dass die ISOs irgendeine Parallele sind, die mir als Laie einfach nicht bewusst wird, aber das ist es dann eben nicht.

Cyberspace gab es, aber da hätte es noch mehr Verwebungen geben können – gerade in Bezug auf die heutige Entwicklung. Da hätte man gerade durch so ein paar Kniffe einiges erreichen können, wenn Clu wirklich in unsere Welt es schafft. Springen zwischen dem Tronversum und unserer richtigen Welt hätten den Film zeitgemäßer gemacht, wie ich finde und hätte viele Möglichkeiten eröffnet. So war es nur ein zweiter Teil für mich, aber keine Fortsetzung. Es bleibt alles beim alten und da sieht man dann wieder ein wenig die konservativen Untertöne von Disney, selbst wenn die Botschaft in „Tron: Legacy“ nicht auf den ersten Blick konservativ wirkt – denn Freiheit und Software für alle ist doch gut, oder? Aber das langt eben nicht, um „nicht-konservativ“ zu sein, wenn der Rest dann doch ein wenig den Stock im Hintern hat und beim Altbewährten bleibt.

Der Film hat mich größtenteils unterhalten, zwischenzeitlich manchmal gelangweilt und am Ende ein wenig enttäuscht – denn ich dachte ja, dass Quorra in der Zwischenzeit zumindest mal einen Trojaner eingepflanzt bekommen hätte und dass es dadurch interessante Verwicklungen am Schluss gibt. Aber auch die Möglichkeit, ein wenig zeitgemäßer mit dem gesamten Thema zu spielen hat Tron leider verpasst.

Optisch war der Film wirklich top und atmosphärisch kann man auch nichts sagen – nur war es nichts, was ich sehen wollte. Ich wollte einen anderen „Tron“ sehen und daher mag diese Kritik von mir leicht unfair wirken. Wer mit einer anderen Einstellung an den Film geht, die dem Film als zweiten Teil mehr Rechnung trägt, wird definitiv seinen Spaß haben können – nur ich konnte das nicht. Da mag die Schuld sowohl bei mir, als auch beim Film zu manchen Teilen liegen. Ein schlechter Film ist es zumindest nicht, aber vermutlich keiner, den ich mir ein zweites Mal unbedingt ansehen muss.

Allerdings hatte er auch ein gutes: Selbst wenn er mir nicht gefallen hat, hat er mir nicht den alten „Tron“ so besudelt, wie die Fortsetzungen von „Fluch der Karibik“ oder die neuen „Star Wars“-Filme, dass ich mit dem vorherigen Film nichts mehr anfangen kann. Denn dafür ist „Tron: Legacy“ nicht schlecht genug, er tritt auch nicht meine Kindheitserinnerungen, denn er bemüht sich ja wirklich die Geschichte weiter zu erzählen, was ihm auch gelingt. Nur meins war der Film einfach aus oben genannten Gründen nicht. Aber es ist eben doch mehr „Legacy“, als ein „Tron 2“ gewesen. Von daher ist die Schuld wohl mehr auf meiner Seite, denn der Film hat eigentlich bereits im Titel angekündigt, was er macht – nur ich habe ihm nicht geglaubt.

2 thoughts on “Tron 2.0

  1. *giggles like a schoolgirl* Ich habe da oben Trion 2.0 gelesen XD

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