Jamas Tipp: Prestige

Ich kann mich noch ziemlich genau daran erinnern, als mein Kollege aus der Videothek John zu mir meinte: „Prestige! Den musst du dir anschauen!“ Ich war irritiert, denn der Titel sagte mir nichts – rein gar nichts. Zu Hause sah ich dann im Internet nach und auch das Filmplakat sagte nichts aus. Aber ich bekam etwas mit: Hugh Jackman und Christian Bale spielen Bühnenzauberer und werden zu erbitterten Rivalen – das alles schaukelt sich immer mehr hoch. Als Sähnehäubchen dazu gibt es noch einen phänomenalen Michael Caine als Assistenten.

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“, dachte ich mir und motivierte meine Frau, auch mit ins Kino zu gehen – dank Hugh Jackman bei dem Film kein großes Problem. Wir waren beide absolut sprachlos nach dem Film erst einmal. Der Film ist ein Meisterwerk!

Er ist bis zum letzten Moment spannend und selbst danach kann man sich noch lange über den Film unterhalten – ich habe damals schon einmal darüber gebloggt. Schon allein die Erzählstruktur ist genial, da sie so verschachtelt ist, dass vieles möglich ist, aber nichts klar. Der Film ist selbst wie ein Zaubertrick oder um es mit Michael Caine zu sagen:

“Every great magic trick consists of three acts. The first act is called The Pledge. The magician shows you something ordinary, but of course it probably isn’t. The second act is called The Turn. The magician makes his ordinary something do something extraordinary. Now, if you’re looking for the secret … you won’t find it. That’s why there is a third act, called The Prestige. This is the part with the twists and turns, where lives hang in the balance and you see something shocking you’ve never seen before.“

Der Film besteht aus lauter „twists and turns“, die einen fast schwindlig machen beim Zuschauen. Es ist kein einfacher Film und ich erinnere mich genau daran, wie im Kino eine etwas „einfachere“ Frau ständig gegähnt hat und ihren Begleiter dauernd fragen musste, wer jetzt wer ist. Ja, es ist durchaus ein Film, bei dem man wach sein muss und aufpassen sollte.

„Presige“ ist einer meiner Lieblingsgeheimtipps, die ich gebe. Leider ist er damals in den Kinos komplett untergegangen und auch heute kennen ihn nicht viele. Dank des Erfolgs von Christopher Nolan durch die neuen Batman-Filme hat sich das ein wenig geändert. Aber wenn ihr mal sehen wollt, was für einen genialen Film er da vor „Batman Begins“ gemacht hat: Viel Spaß! Es lohnt sich!

9 thoughts on “Jamas Tipp: Prestige

  1. Ein wunderbarer Nikola Tesla vom gut aufgelegten David Bowie sollte noch erwähnt werden als Hingucker im Film.

    Ich muss das sagen, ich bn ja eh Tesla-Fanboy. :)

    • Wo ist Prestige vom verlangenten anzusiedeln – eher bei Inception oder mehr in Richung Memento?

      Immer kann ich mir solche Filme auch nicht ansehen, manchmal bin ich zu zappelig.

      • Ich muss gestehen, dass ich nicht genau weiß, wie du das meinst. Ich vermute mal, dass du meinst, wie viel man „mitdenken“ muss?

        „Memento“ habe ich nur einmal gesehen, da ich ihn in Ordnung fand, aber mehr auch nicht. Aber „Memento“ fand ich deutlich eingängiger und konnte man eher nebenher schauen.

        „Inception“ ist da schon ein wenig verlangender gewesen. „Prestige“ hat durchaus viel von „Inception“, ich würde aber sogar sagen, dass „Prestige“ allein durch die Erzählstruktur schwieriger ist. Während man bei „Inception“ höchstens Schwierigkeiten mit dem Springen zwischen den Realitäten hat, kann es bei „Prestige“ verwirren, dass die Erzählperspektive häufiger mal wechselt und auch die Zeit – und sowieso die Zuverlässigkeit des Erzählers.

        Es ist also sicherlich nichts, wenn man sich nicht die Zeit dafür nehmen kann. Ich empfehle, den Film in aller Ruhe mit einem leckeren Tee zu genießen, aber nicht auf dem Sprung zu sein.

        Als ich im Kino war, habe ich mehr als eine Person gesehen, die dem Film nicht folgen konnte – was ich verwunderlich fand, denn schwer erzählt ist er wirklich nicht. Aber da hat jeder wohl unterschiedlichen Schmerzgrenzen.

        Ich finde, dass man bei dem Film, ähnlich wie bei „Inception“, den Film auf zwei Arten sehen kann:

        1. Man versucht mitzukommen und denkt mit, dann wird es anstrengend, aber macht durchaus Spaß, wenn man sich darauf einlässt.
        2. Oder man lässt sich auf eine Achterbahnfahrt ein, bei der man unerwartet von einer Ecke des Wagens in die andere geworfen wird und erfreut sich an der Geschwindigkeit und dem Gefühl beim Fahren.

        • Als ich im Kino war, habe ich mehr als eine Person gesehen, die dem Film nicht folgen konnte – was ich verwunderlich fand, denn schwer erzählt ist er wirklich nicht.
          ______

          Wenn die Leute übermüdet, überarbeitet oder sonst etwas sind, dann ist das überhaupt nicht verwunderlich.

          *Verwunderlich* ist da eher dein Urteil über dir wildfremde Leute, dass sie ein bisschen einfach im Kopf wären.

          • Ich habe nicht jeden „einfach“ genannt, der dem Film nicht folgen konnte, sondern nur die Frau neben mir, die durch besonders laut schmatzendes Popcornfuttern und extrem unpassende Nachfragen und störende Geräusche aufgefallen ist.

          • Ich hingegen nehme mir die Freiheit, die Frau, die bereits am Anfang von Inception mit ihrem Begleiter und einem „ich raff das alles nicht“ den Saal verließ, einfach und schwach zu nennen.

            Die hat zwar nicht weiter gestört, aber sie hätte wenigstens warten können, bis Paris gefaltet wird.

    • Na gut, den habe ich außen vorgelassen. Ja… ;)

  2. Genau aus dem Grund gehe ich kaum ins Kino – weil ich mir das Geschwätze und Geraschel gegen Geld nicht antuen will.

    Trotzdem hättest du die selbe Frau vielleicht ganz nett gefunden, wenn du sie in einer anderen Situation angetroffen hättest.

  3. Und Ricky Jay als Magier! Was passt, denn er ist Magier. Irgendwann werde ich es schaffen, sein Buch „Cards as Weapons“ nicht nur zu lesen, sondern auch daraus das Werfen von Karten zu erlernen.

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