Fear itself

Der dritte Teil von „F.E.A.R.“ wirkt auf mich deutlich kürzer als der zweite, dafür aber auch von den Settings abwechslungsreicher und die Geschichte scheint mir spannender und dichter. Dann wiederum gibt es aber auch weniger an Geschichte zu entdecken – zumindest habe ich bisher keine Log-Dateien wie im zweiten Teil gefunden, mit irgendwelchen Experimentberichten oder ähnlichem. Das fehlt im dritten. Was aber nicht fehlt, sind die stimmungsvollen Kleinigkeiten, wie Kritzeleien an der Wand, Bewegungen, die man nur aus den Augenwinkeln kennt, Botschaften in Fernsehgeräten und ähnliches. Das sieht man natürlich nur, wenn man sich umsieht und das ist es, was das Spiel so atmosphärisch macht.

Interessanterweise störe ich mich bei „F.E.A.R. 3“ weniger an der Gewalt und dem Blut als vielmehr an der Sprache, obwohl die eigentlich auch nicht „hart“ ist. Aber wie man da teilweise von den Gegnern beschimpft wird, ist mir durchaus ein wenig unangenehm, wenn ich mir vorstelle, dass Andere das hören.

Insgesamt ist „F.E.A.R. 3“ aber bisher ein nettes Spielerlebnis, das aber vermutlich am kommenden Wochenende nach so ungefähr 6-7 Spielstunden vorbei sein dürfte – ist meine Schätzung. Wie manche auf 3-4 Spielstunden kommen, ist mir ein Rätsel, denn selbst wenn man durch die Level rennt, dürfte das knapp werden. Allerdings bin ich auch nicht der talentierte Shooter-Spieler und habe mit manchen Szenen sehr zu kämpfen. Gerade bei einer Schlacht gegen einen Power-Armor habe ich gefühlte hundert Anläufe und eine Stunde gebraucht, bis ich das Ding endlich bezwungen hatte.

Aber auch wenn es mir definitiv Spaß macht und mich daher die kurze Spieldauer nicht stört, ist es dennoch eine andere Liga als „Uncharted“, das auch sehr kurz ist. Bei „F.E.A.R. 3“ stört es mich – fast. Es ist nicht so schlimm wie bei „Star Wars: Force Unleashed 2“, bei dem ich tatsächlich leicht verärgert und arg irritiert über die Kürze war. „F.E.A.R. 3“ ist aber wenigstens insgesamt als Spiel sehr rund und spaßig, so dass ich da doch noch drüber hinwegsehen kann. Aber den Vollpreis rechtfertigt es im Nachhinein für mich nicht – ganz davon ab, dass die Alma-Figur aus der CE einfach so hässlich ist, dass auch die CE sich nicht so recht für mich gelohnt hat. Sehr schade.

Schade ist auch, dass der Hauptcharakter einfach so unsympathisch auf mich wirkt – jedenfalls bin ich immer wieder erstaunt über meine Figur, wenn ich sie in den Cut-Scenes sehe. Aber darüber kann man schon hinwegsehen, denn dafür ist die Sache mit Fettel sehr stimmungsvoll.

Was am Ende bleibt, ist ein extrem atmosphärischer, wenn auch kurzer Shooter – den ich wirklich nicht einfach finde. Es ist sehr apokalyptisch und hat wirklich etwas, wenn man unterhalb des Turms kämpft, in dem Alma sich zu befinden scheint, ständig die psychokinetischen Wellen über einen rollen und die Hölle um einen herum ausbricht.

Aber es sollte trotzdem klar sein: Wer einen atmosphärischen Shooter sucht, ist bei „F.E.A.R. 3“ gut aufgehoben, wer aber ein Survival-Horror-Spiel sucht, das einem an die Substanz geht, sollte sich dann doch eher an „Dead Space“ halten. Das ist kein Fehler von „F.E.A.R. 3“, es will nur eben etwas ganz Anderes erreichen und das, was es erreichen will, macht es gut.

Trailer nach dem Spoiler-Cut (weil FSK 18)

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